Rückkauf von Griechen-Bonds zu Dumpingpreis?

Über den Euro-Schutzschirm EFSF könnten griechische Staatsanleihen zurückgekauft werden. Auch das Rating "teilweiser Zahlungsausfall" für die Griechen wollen die Euro-Länder in Kauf nehmen.

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Griechenland – (c) GEPA pictures (Gepa Pictures/ Panoramic)

Griechenland könnte nach einem Zeitungsbericht mit Hilfe der Euro-Länder über ein umfangreiches Rückkaufprogramm von Staatsanleihen zu Dumpingpreisen geholfen werden. Diskutiert werde ein Konzept, dass der griechische Staat auf dem Sekundärmarkt Staatsanleihen zurücknimmt und dafür im Durchschnitt 50 Prozent des Nominalwertes zahlt, berichtete die "Financial Times Deutschland" (FTD) am Mittwoch.

Das Geld für den Rückkauf der Bonds solle über den Euro-Schutzschirm EFSF kommen. Ein solcher Schritt würde eine Art Schuldenschnitt bedeuten. Der Zeitung zufolge wäre eine Mehrheit der Euro-Länder bereit, in diesem Zusammenhang auch zu akzeptieren, dass die Anleihen zeitweise als "teilweiser Zahlungsausfall" eingestuft würden. Dagegen protestiert die EZB, deren Haltung aber von der Euro-Gruppe nicht mehr akzeptiert wurde.

Schritt gegen Widerstand der EZB

Mit diesem Schritt würden sich die Euro-Länder gegen die EZB stellen. Die dramatische Situation in den Krisenländern zwingt offenbar zu dieser Vorgangsweise. Die Euro-Gruppe erklärte in der Nacht zum Dienstag, angesichts der Ansteckungsgefahr für andere Staaten würden "Flexibilität und Umfang" des Rettungsfonds EFSF erweitert. Nach Angaben aus Kommissions- und Regierungskreisen konzentrieren sich die Überlegungen auf den Rückkauf von Anleihen durch die griechische Regierung. Deshalb soll das geplante zweite Griechenland-Paket größer als die bisher geplanten bis zu 115 Milliarden Euro ausfallen.

Die Euro-Finanzminister hatten bei ihrem jüngsten Treffen angesichts der drohenden Staatspleite Griechenlands auch eine Umschuldung nicht mehr, wie früher, ausgeschlossen. Die EU-Staats- und Regierungschefs werden wegen der Krise womöglich am Freitag zu einem Sondergipfel in Brüssel zusammentreffen. EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte, die Krise sei jetzt systemisch, also auf die gesamte Euro-Zone übergeschwappt. Die gesamte europäische Wirtschaft sei in Gefahr. Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte erklärt, es müsse schnell etwas geschehen, um wieder Vertrauen an den Finanzmärkten zu schaffen. Die Schuldentragfähigkeit Griechenlands müsse wiederhergestellt werden.

(APA)

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