IHS-Felderer: "Italien kann großes Problem werden"

15.07.2011 | 14:48 |   (DiePresse.com)

Die Situation sei ernst, ein unkontrollierter Zahlungsausfall aber ausgeschlossen. Italien sei gut beraten, die Marktsignale nicht gering zu schätzen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Der Chef des Staatsschuldenausschusses, Bernhard Felderer, sieht Italien angesichts der zunehmenden Sorgen um die finanzielle Stabilität des Landes im "Fokus der Finanzmärkte". Italien muss den Finanzmärkten zeigen, dass es das Defizit beherrschte und die Schulden zurückführen könne. Ansonsten "haben wir dann ein großes Problem, kein kleines mehr", sagte der IHS-Chef. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen Italiens mit über sechs Prozent, bezeichnete Felderer als "Schuss vor den Bug".

Mehr zum Thema:

Das Land habe "ein Signal bekommen, es wird jetzt ernst, sie müssen etwas tun". Er würde diese Signale anstelle der italienischen Regierung nicht gering schätzen, sagte Felderer. Der Zinsanstieg vom Dienstag ist ehre darauf zurückzuführen, dass Manager von Pensionsfonds auf sichere Anlagen setzen. Und diese würden nun Investitionen in manche Länder in Europa eben meiden.

Italien "im ersten Stadium"

Einen unkontrollierten, nicht geplanten Zahlungsausfall (Default) für Italien bezeichnete Felderer als "nicht machbar", das sei "ausgeschlossen". Es müsse eine andere Lösung geben, der Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS) nannte als Möglichkeit Schuldenstreckung oder Zins-Reduzierung. Gleichzeitig betonte er, dass Italien von einem Zahlungsausfall "noch sehr weit entfernt" sei. "Aber sicher ist: Die Italiener sind im ersten Stadium der Gefährdung."

Felderer verwies darauf, dass Italien eine wesentlich stärkere Volkswirtschaft als Griechenland habe, außerdem seien die Verflechtungen mit den anderen Euro-Ländern deutlich enger. "Es geht hier um viel, viel größere Summen", so der IHS-Chef. "Ich halte Griechenland nicht für ein wahnsinnig großes Problem, aber Italien schon."

 

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

21 Kommentare

Bei solchen Experten braucht uns nicht bange sein! Die sagen glatt das Wetter von gestern voraus!


Frei nach Karl Valentin:

Ein Sommerloch dauert solange bis das all das was schon gesagt wurde, von allen gesagt worden ist.
Nunmehr stellt sich nach Lösung der Bundeshymnenfrage die demokratiepolitische Fundamentalfrage: Wieviel Senf passt auf ein Würstel?

Wir Össis zahlen alles.....

.....und sind darüber auch noch stolz, dass wir anderen ein gemütliches Leben bieten können. Lasst uns bis 80 arbeiten, damit es andere besser haben.

Gast: 1. Parteiloser
15.07.2011 15:59
0

Felderer ist für Österreichs Schulden mitverantwortlich zu machen!

Felder ist Präsident des österreichischen Staatsschuldenausschusses!

§ 1. (1) Es wird ein Ausschuss für die Mitwirkung an der Verwaltung der Staatsschuld eingerichtet, dem folgende Aufgaben obliegen:
1.Einschätzung der finanzpolitischen Lage mit Vorschau. Dies vor dem Hintergrund der fiskalpolitischen Ziele Österreichs und den Entwicklungstendenzen des Geld- und Kapitalmarktes;
2.Analysen über volkswirtschaftliche Auswirkungen der Finanzoperationen im Zusammenhang mit der Finanzschuld der öffentlichen Haushalte auf der Basis der Ergebnisse von Untersuchungen gemäß Z 1;
3.Analyse der Nachhaltigkeit und Qualität der Budgetpolitik der öffentlichen Haushalte;
4.Abgabe von schriftlichen Empfehlungen zur Finanzpolitik öffentlicher Haushalte in Österreich unter Berücksichtigung konjunktureller Rahmenbedingungen;
5.jährliche Erstattung eines Berichtes über die dem Bundesminister für Finanzen gegebenen Empfehlungen unter Anschluss der Ergebnisse der Untersuchungen und Analysen gemäß Z 1 bis 3, den der Bundesminister für Finanzen dem Nationalrat und der Bundesregierung vorzulegen hat;
6.Mitwirkung bei der öffentlichen Meinungsbildung im Zusammenhang mit den Aufgaben des Staatsschuldenausschusses sowie Durchführung informativer Veranstaltungen.

In dieser Funktion hat er voll versagt, weil es zu gewaltigen Auslagerungen, also Schummeleien, unter seiner Verantwortung gab.

Der soll keinen Senf zu Italien abgeben, sondern seiner Verantworung gegenüber Ö nachkommen!


ITALIEN

*Ich wundere mich, dass alte Männer, die als Beamte in Staatlichen Wirtschaftsforschungsinstituten sich einen Namen gemacht haben und alt geworden sind,
am Ende Ihrer Berufalaufbahn noch immer nicht unterscheiden können,
*STRUKTURELL, zwischen,
1.Betriebswirtschaftlichen Problemen eines Industriebetriebes, und,
2. Nationalökonomischen Problemen von Ländern und ganzen Kontinenten!
Die Direktwirksamkeit, ausgelöst durch die Veränderung einzelner Parameter, stimmt schon betriebswirtschaftlich-NUR SEHR EINGESCHRÄNKT, und NATIONALÖKONOMISCH-ÜBERHAUPT NICHT!
Nationalökonomien, funktionieren ähnlich wie naturliche Systeme, wie z.B., Lebensräume und Biotope-NUR SYSTEMISCH!!
* Allerdings haben dieses Problem auch manche-"STARS" der Nationalökonomie wie Paul KRUGMAN nicht, oder noch nicht begriffen!
Wen es interessiert, der möge doch Analyse-Ergebnisse des PK seit Ausbruch der Finanzkrise in 2088, sowie Prognosen zum Thema vergleichen: KEIN EINZIGES KORREKTES ERGEBNIS LIEGT VOR!
* Zu den Aussagen Ewald Nowotnis, Chief der ÖN, hülle ich mich lieber in Schweigen,da: Die Fehlerquote liegt bei 100%, überall dort, wo er nicht sowieso nur vorliegende Fakten kommentiert hat!

Gast: trade123
15.07.2011 15:28
0

Man könnte das Gehalt dieser Experten einsparen

Alle Probleme in die Zukunft verschieben löst leider kein Problem.
Die weltweite Geldmenge=Schuldenmenge ist zu hoch.
Weltverschuldung 150 Billionen
Weltwirtschaftsleistung 60 Billionen
Neuverschuldung 2011 10 Billionen

Die Zinsen für 150 Billionen werden von Privatpersonen kassiert (z.B. Eigentümer der FED)

Die gesamte Welt wird ausgepresst damit diese Parasiten ihre Zinsen bekommen.

Gast: lira55
15.07.2011 15:28
0

zu Italien passt die Lira und nicht der Euro

Italien erzeugt(e) zwar gute Produkte, wird aber inzwischen von der immer höherwertigen chinesischen Konkurrenz aus dem Mark geworfen.
China erzeugt nun genau das, was Italien auch erzeugt (Textilien, Schuhe, sonst. Konsumgüter, Maschinen uws.), nur weit billiger. Zwar gibt es noch in vielen chin. Fabriken italienische Maschinen, die werden sie aber bald selber bauen.

Die technisch höherwertigen deutschen Produkte können sich noch 10 Jahre länger halten (deshalb brummt die deutsche Wirtschaft). Dann werden sie aber genau so verdrängt, wie heute Italien.

Italien sollte die Lira wieder einführen und diese an den Yuan binden.
In punkto Mode können sie mit den luxushungrigen Chinesen gut zusammenarbeiten.
So beschreiten sie ja schon den richtigen Weg, indem sich einige ital. Luxusfirmen (Prada) an chinesische Börsen notieren lassen.



Gast: Gasti
15.07.2011 15:13
1

Was mich die ganze Zeit wundert bei den Ratings

ist warum die USA Schulden machen müssen damit sie nicht ihr Rating verlieren und die Europäer sparen müssen damit sie ihr Rating nicht verlieren. Ist nicht ganz einleuchtend.

Antworten Gast: EFF EFF
15.07.2011 16:05
0

Re: Was mich die ganze Zeit wundert bei den Ratings

Die Europäer müssen nicht sparen, die Europäer würde gerne kürzen.
Die USA hängen am Tropf der FED, die den Löwenanteil der Staatsanleihen aufkauft ähnlich wie die EZB und Griechenland.
Wenn die EZB Griechenland ständig frisch gedrucktes Geld lieferte, hätten die Griechen auch ein AAA und Europa ein Inflationsproblem.
Die USA können mit der Inflationsgefahr leben, weil der Dollar immer noch die führende globale Leitwährung ist. Die Inflation verteilt sich im Dollarraum und taucht zum Beispiel an den internationalen Rohstoffmärkten auf.

Gast: Meine es nur gut
15.07.2011 15:05
0

italien kann grosses problem werden....

aber österreich kann nichts dagegen tun(mit seiner eigenen staatsschuldequote von über 1OO%,wenn man ehrlich rechnet)..... austreten aus der eu u. euro ?--> eine schweiz wäre österreich deshalb noch lange nicht(wie viele bürger aber oft den vergleich ziehen),zu sozialistisch die mentalität der masse,zu schwach die banken,zu wenig international die industrie.....also abwarten u. hoffen das einem selbst der eigene schuldenberg(der ohne zutun von bösen spekulanten entstanden ist)nicht ein grosses problem wird....

ein experte sagt nicht kann

sondern wird.

Gast: robert
15.07.2011 14:42
0

Italien

genau so werden eu mitgliedsländer von der eu in die knie gezwungen, österreichische politiker haben alle forderungen ohne zu überlegen angenommen, und bluten muss das volk, auf jahre, da keiner weiß wie's weitergeht da ohnehin die wirtschaft die macht übernommen hat

Die Situation sei ernst, ein unkontrollierter Zahlungsausfall ausgeschlossen.

also brav weiterzahlen, bis nichts mehr gezahlt werden kann ?!
Italien sollte gleich samt GR und Portugal, Spanien ... samt UNS auch, SOFORT austreten, statt sich Felderers neuerliche Predigten (Systemrelevant) anhören zu müssen !

Warum will ma nicht begreifen, das diese Union gescheitert ist, und nur noch auf Zwangsmassnahmen aufbaut und festhalten versucht, welche alle anderen Länder mit in den Abgrund ziehen ?!

Löst diesen gescheiterten Veruch auf und versucht es (falls dann noch Stimmen dafür zu bekommen sein werden) von Neuem, oder riskiert Bürgerkriege und Elend; eben genau das was eigentlich dieser EU-Versuch, angeblich ! verhindern wollte !

Gast: grau
15.07.2011 14:19
0

italien kann das blitzartige ENDE der ÄÄUU



zumindest des euro, bedeuten !
diese riesenvolkswirtschaft braucht man gottseidank nicht einmal aufzufangen versuchen !

Italien = unberechenbar, im Guten wie im Schlechten

1. Wer hätte gedacht, dass ein Land, in dem das Zigarettenrauchen dermaßen verbreitet ist, als erstes relativ erfolgreich Schritte in Richtung Nichtraucherschutz macht ?

2. Das prächtige Rom der Renaissance und des Frühbarock wurde zu einem Gutteil auf Kosten des armen deutschen Kirchenvolkes gebaut (was ja zur Reformation und zum Protestantismus führte). Die Gläubigen konnten sich in D dafür einen Ablass kaufen. Gibt es da nicht Parallelen zum Heute ?

3. Die Züge München <-> Rom hatten in Innsbruck immer Verspätung, wenn man den österreichischen Fahrplan heranzog. Gemessen an den italienischen Fahrplänen waren diese Züge aber immer pünktlich.

4, Möglicherweise hat Berlusconi einen Trumpf, z.B. Ghadaffi-Milliarden.

5. Wer den Film "Der Pate II " gesehen hat, hat einen Begriff davon, wie gerissen man den Kopf aus der Schlinge ziehen kann.

Felderer der Oberkasperl der sog. Experten

Bitte tauscht diese Typen aus.
Immer die selben, immer der gleiche Kas.
Weg mit dem alten (dR)ECK.

Ich möcht diese Kerle nicht mehr sehen, keiner dieser Ober Guru hat mehr AHNUNG, als seine parteilinie zuläßt.

Schämts Euch ihr Experten Vollidioten.

Bitte Felderer (IHS) nicht mit WIFO verwechseln

Das WIFO ist wirklich nur mehr eine Versorgungsanstalt für 2. bis 3. klassige Volkswirte (oder sagen wir solche die zwar einmal VWL studiert haben deren Hauptqualifikation aber eine gewisse Linke Neigung ist - SPÖ nähe)

Gast: Nudelauge
15.07.2011 13:28
2

Aber, sind die "Experten" aufgewacht?

Hier wird schon monatelang von

Portugal
Spanien
Italien
Irland
Griechenland
Belgien

festgestellt, die fallen demnächst, die Postergemeinde dürfte daher mehr Ahnung haben als diese ausgelutschten und gekauften "Experten".

Experte - sollte man als Unwort des Jahres ins Auge fassen.

Alternativlos hatten wir ja schon....*gggg*


Re: Aber, sind die

Die Postergemeinde hat den zweifelhaften Vorteil, dass ihr niemand zuhört;-)
Hr. Felderer hat aufgrund seiner Position durchaus ein Publikum (wenn das wegen unserer "Grösse" auch eher übersichtlich ist). Deshalb muss er schon sehr vorsichtig formulieren. Dazu zählt auch "Die Italiener sind im ersten Stadium der Gefährdung". Stimmt so ja auch nicht unbedingt. In diesem Stadium ist jeder, der sich andauernd höher verschuldet, also auch Ö.
Italien ist schon weiter, da schon wesentlich kritischer beobachtet.

Antworten Antworten Gast: Nudelauge
15.07.2011 14:23
0

Re: Re: Aber, sind die

..ich weiss nicht, manche "Umfragefirmen" werden sicher mit Modellen Hochrechnungen aufgrund von Postings, Themenbezogen, durchführen...

.. und dann "beraten" und kassieren, vermute ich, in einem Umfeld wo nichts produziert wird ausser "Meinung".

Aber wer weiss, Ihre Meinung mag so abweichend nicht sein.


"Italien kann großes Problem werden"?

Anfang der Neunziger war die letzte Abwertung der Lira, wo Italien seine Handelspartner zur Kassa bat.

War "der Felderer" dort noch in Ausbildung, dass er nun solche unschuldsvermuteten Weisheiten von sich gibt?

AnmeldenAnmelden