Felderer: „Griechenland-Rettung wird viel kosten“

Zahlungsausfall „eines kleineren Landes“ in der EU könne verschmerzt werden, meint IHS-Chef Felderer. Dennoch plädiert er für eine Schuldenstreckung, da diese den Helfern geringere Kosten verursachen würde.

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(c) REUTERS (HERWIG PRAMMER)

Wien/Jaz. Die Schuldenkrise von Griechenland und anderen Anrainerstaaten des Mittelmeeres ist zur Zeit das bestimmende Thema in Europa. So war es auch kein Wunder, dass sie die Präsentation der mittelfristigen Konjunkturprognose für Österreich des IHS am Dienstag dominierte. „Die Hilfe für Griechenland wird auf jeden Fall viel kosten“, sagte IHS-Chef Bernhard Felderer zu den möglichen Szenarien. „Die Frage ist daher: Was kostet weniger? Wir glauben, dass die Streckung der Schulden am sinnvollsten ist.“

Durchaus denkbar sei jedoch auch ein kontrollierter teilweiser Zahlungsausfall. „Den Ausfall eines kleineren Landes würden wir überstehen“, so Felderer. Keinesfalls dürfe es jedoch einen unkontrollierten Zusammenbruch von Griechenland geben. Denn dann müssten die anderen EU-Länder erst recht wieder helfen – zu noch höheren Kosten. „Spätestens dann, wenn der erste griechische Hungertote auf den Titelseiten zu sehen ist“, so der Ökonom.

Grundsätzlich bereitet die Eurokrise dem IHS-Chef aber keine übertriebenen Sorgen. Die vorhandenen Probleme seien durchaus bewältigbar. Das größte Gefahrenpotenzial liegt laut Felderer im Finanzministerium von Rom. „Italien ist ein viel größeres Problem als etwa Spanien.“ Denn in unserem südlichen Nachbarland müsse die Staatsverschuldung endlich unter Kontrolle gebracht werden.