Rund eine Woche nach der verheerenden Explosion in Zypern schlägt Notenbankchef Athanasios Orphanides Alarm. Das Land könne sich nach der schweren Beschädigung eines wichtigen Elektrizitätswerkes dazu gezwungen sehen, im Ausland um Finanzhilfe zu bitten, schrieb das EZB-Ratsmitglied in einem Brief an den zyprischen Präsidenten Demetris Christofias.
Nähe zur griechischen Wirtschaft
Weitere und entschlossenere Maßnahmen müssten ergriffen werden, um das Schlimmste zu verhindern - darunter auch einen Rettungsplan mit allem, was dieser für die Wirtschaft mit sich bringe. Zyperns Wirtschaft befinde sich in einer Notlage. Orphanides' Brief vom 18. Juli wurde auch an führende Politiker Zyperns geschickt.
Am Montag vor einer Woche hatte die Detonation beschlagnahmter iranischer Munition auf einem Marinestützpunkt das größte Elektrizitätswerk des Landes lahmgelegt. Es versorgt die halbe Insel mit Strom. Wegen seiner engen Verbindungen zum hoch verschuldeten Griechenland steht Zypern an den Finanzmärkten bereits unter Druck. Es ist das erste Mal, dass Orphanides eine internationale Rettung der Staatsfinanzen ins Gespräch bringt.
(Ag.)
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