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Neues Hilfspaket: EU kauft mehr Zeit für Griechenland

21.07.2011 | 18:07 |  von unserem Korrespondenten OLIVER GRIMM (Die Presse)

Athen bekommt ein neues 109-Milliarden-Euro-Hilfspaket, muss weniger Zinsen für seine Kredite zahlen und hat dafür länger Zeit. Das Strukturproblem des Euro bleibt unangetastet.

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Brüssel. Nach neun Stunden zäher Verhandlungen der Staats- und Regierungschefs der 17 Euroländer war es Donnerstagabend so weit: Griechenland bekommt ein zweites Hilfspaket. Die anderen Euroländer stellen für die Periode 2011 bis 2014 in Summe 109 Milliarden Euro frischer Kredite zur Verfügung.

Erstmals in der zwölfjährigen Geschichte des Euro müssen die privaten Gläubiger des griechischen Staates Verluste aus ihren Investitionen einstecken: 20 Milliarden Euro des neuen Programms werden dafür verwendet, um ausstehende griechische Staatsanleihen im Wert von rund 32,6 Milliarden Euro aufzukaufen. Das wird der Euro-Rettungsschirm EFSF tun. Die Chefs der Euroländer ermächtigen den EFSF zu diesem Zweck, auf dem Sekundärmarkt tätig zu werden. Dadurch ergibt sich eine Reduzierung der bestehenden Staatsschuld von rund 350 Milliarden Euro oder rund 160 Prozent der griechischen Wirtschaftsleistung um rund zwölf Prozentpunkte.

Die Banken, Fonds und sonstigen privaten Gläubiger Athens beteiligen sich zudem auf eine zweite Weise an der Stabilisierung der griechischen Staatsfinanzen. Sie strecken die Fristen für die Rückzahlung von 2014 fälligen Anleihen im Ausmaß von 37 Milliarden Euro. Sie behalten zudem weitere 56 Milliarden Euro, die nach 2014 bis 2020 fällig werden.

Zusammengefasst kann man sagen: Europas Steuerzahler haften für weitere 109 Milliarden Euro an Krediten, die nun über den EFSF bezahlt werden. Bereits seit Mai 2010 haben die Euroländer und der Internationale Währungsfonds (IWF) gemeinsam 110 Milliarden Euro an Krediten laufen.

Die Griechen bekommen zudem mindestens 15, im Notfall bis zu 30 Jahre statt wie bisher siebeneinhalb Jahre Zeit, diese Kredite zurückzuzahlen. Und sie müssen dafür nur einen Zinssatz von rund 3,5 Prozent zahlen statt wie bisher fünf Prozent. „Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis, denn die Eurostaaten haben gezeigt: Wir sind handlungsfähig", sagte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel.

Neue Unklarheiten

Allerdings schaffte es Merkel nicht, dieses Ergebnis klar verständlich zu präsentieren. Auf Nachfragen von Journalisten nach dem tatsächlichen gesamten Beitrag der Privatgläubiger konnte sie keine eindeutige Antwort geben. Zudem blieben die Regierungsführer der Eurozone eine Antwort darauf schuldig, wie sie die grundlegende Frage lösen wollen, dass ein Problem in einem Euromitgliedstaat sofort zum Problem der gesamten Währungsunion werde. „Ich habe immer gesagt: Es geht hier nicht um einen spektakulären Befreiungsschlag", sagte Merkel.

Zumindest hat die Eurozone mit dem zweiten Griechen-Paket etwas Zeit gewonnen. Und sie hat sich ein neues Werkzeug geschaffen, indem sie den EFSF die Möglichkeit gegeben hat, Schulden maroder Staaten auf dem Markt zurückzukaufen und damit das griechische Problem nach dem oft zitierten Vorbild des „Brady-Plans" zu lösen. In den 1980er-Jahren standen die US-Banken vor dem Problem, massenhaft südamerikanische Staatsanleihen in ihren Büchern zu haben, die angesichts der Wirtschaftskrise der betreffenden Länder realistischerweise betrachtet mit großen Verlusten abzuschreiben gewesen wären. Das hätte allerdings einen Bankenkrach in den USA bewirkt.

Der damalige US-Finanzminister Nicholas F. Brady löste im Jahr 1989 das Problem, indem er den Banken anbot, die Latino-Bonds zu einem Stichtag zum Marktpreis zu kaufen. Genauer gesagt bot er ihnen den Tausch ihrer Ramschpapiere gegen supersichere „Brady-Bonds" an, also gut handelbare Schuldverschreibungen.

Warten auf die Ratingagenturen

Ob dieses Paket die Hoffnungen der Regierungsführer der Euroländer erfüllt, wird sich heute, Freitag, erweisen, wenn das Brüsseler Verhandlungsergebnis an den Finanzmärkten studiert wird. Vor allem die Reaktion der Ratingagenturen wird mit großem Interesse erwartet. Am Donnerstagabend kursierten in Brüssel bereits Meldungen, wonach das Programm einen teilweisen Zahlungsausfall Griechenlands bedeutet. Fraglich ist auch, ob die Senkung der Schuldenquote Griechenlands um zwölf Prozentpunkte die Zuversicht der Investoren in die Schuldentragfähigkeit stärkt. „Was zählt, ist die harte Arbeit der Griechen", hielt Jean-Claude Trichet, der Präsident der Europäischen Zentralbank, fest.

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456 Kommentare
 
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Aber zuerst zahln ma noch das zweite Rettungspaket an die Griechen aus ...

und dann mach ma den Schuldenschnitt, wird wahrscheinlich der Vorschlag unserer Politiker und Experten lauten.


Antworten Gast: fefe
20.07.2011 10:56
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Re: 5 Weisen, 5 Meinungen

Sehr witzig, aber falsch: Die deutschen Weisen hatten vor der Einführung des Euro gewarnt.

Der Schärdinger

Man muss schon sehr weise sein, um zu so einem Ergebnis zu kommen. Schuldennachlass um 50 %.
Wer stimmte denn zu allem zu. Österreich verdient angeblich bei Griechenland.
Man zieht immer auf die Hackler los, also auf Menschen die 45 Jahre gearbeitet haben.
Es sollen alle arbeiten bis 65 um diesen Wahnsinn mitzufinanzieren.
Bitte bedenken beim nächsten Kräuzlmachen,
wer regierte vor Jahren, wer mogelte sich in die Regierung, wer stimmte zu alledem zu.
Bussi hin und Bussi her, von einem Bankett zum nächsten "Geschäftsessen" zu schreiten, zwischendurch für das dumme Wahlvolk in Österreich ein paar Floskeln und dann munter dem ganzen Wahnsinn in Brüssel zustimmen, man könnte ja womöglich einen lohnenden Posten verlieren.
Was lernen wir daraus, richtig, nachdenken beim Kreuzlmachen und keinesfalls wo, wenn man nicht wieder einen Schüssel, Strasser will,
.......................?



Es sind leider Menschen wie Sie,

... die dieses korrupte System aufrecht halten, weil sie parteipolitisch werden (meine Partei gut, andere Partei schlecht).
Um eine Änderung herbeizuzwingen, müssen Sie auch bereit sein, Ihre Lieblingspartei abzuwählen.

Fremdwährungskredite ...

... z.B. Schweizer Franken.
Der Franken ist jetzt schon 40% drüber. Das bedeutet, wenn der Kredit fällig wird, wird man einen weiteren Kredit aufnehmen müssen, um diesen Mehrbetrag abzuzahlen.
2. Bezahlt man zwar niedrigere Zinsen aber schon von 140% des ursprünglichen Darlehensbetrags
3. Normalerweise zahlt der Kreditnehmer nur die Zinsen, die Tilgung bezahlt er in eine Lebensversicherung. Wenn der EURO crasht werden nicht nur die 40% mehr Kapital sondern auch die 100% fällig, weil die Lebensversicherung, mit der das Kapital angespart wurde, nichts mehr wert sein wird.

Der Ausweg? Lebensversicherung stillegen und das Geld für die Lebensversicherung sofort in die Kapitaltilgung zahlen.
Richtiger Ausweg? Gibt es keinen. Der Schaden ist schon eingetreten. Wenn man so will, haben sich die Kreditnehmer verzockt.

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Re: Fremdwährungskredite ...

Von Anfang an war klar, dass die FW- Kredite mit Tilgungsträger eine sehr riskante Spekulation darstellen.

Es war auch klar, dass sich die Börsen seit 2000 in einer Baisse befinden, die vermutlich noch mind. 5 Jahre anhalten wird. Dass die Tilgungsträger verlieren würden, war also sehr wahrscheinlich.

Dass die Zinsen nicht ewig bei Null stehen werden und sich auch Währungsrelationen stark verändern, ist ebenfalls nicht SO neu.

Die Beratung ist hier nebensächlich, denn hier werden immer auch die Risiken dargestelt. Wer solche Spekulationen eingeht, ist natürlich immer selbst dafür verantwortlich oder haben die Bürger die Eigenverantwortung schon komplett an den Staat abgegeben?

Wer zockt, sollte sich das auch leisten können! Wie man sieht sidn die meisten keine guten Zocker.

Bekannte sind schon lage aus diesem Pyramidensystem ausgestiegen. Doch die konnten sich das auch leisten.

Antworten Gast: fefe
20.07.2011 10:42
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Re: Fremdwährungskredite ...

Jemand, der einen Fremdwährungskredit in SFR aufnimmt, ist sowieso nicht ganz bei Trost.

Dümmer geht es ja schon nicht mehr, sich ein Darlehen in der stabilsten Währung überhaupt zu nehmen.

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Re: Fremdwährungskredite ...

Nun Sie beschreiben genau die Schwierigkeiten, die eintreten können. Allerdings haben bei diesem Spiel die Banken auch mit beigetragen, denn derartige Kreditverträge über fünf Ecken schadet im Ernstfall nur den Kreditnehmer. Ich bin sicher, daß dieser nicht voll über die Risiken, die er eingeht aufgeklärt worden ist!

Aber das ist ja erst die Spitze des Eisbergs. Bin nur neugierig was passiert, wenn ein Finanzierungsinstitut in Amerika eingeht, das diese windigen Leasingverträge mit der Infrastruktur von Wien abgeschlossen hat. Da werden wahrscheinlich alle Verträge prompt fällig gestellt.

Verdient hat:

1. Die Bank durch die Vergabe des Kredits und die Zinsen (die Bank will ja nicht, dass das Kapital zurückgezahlt wird, sondern die laufenden Zinseinnahmen).
2. Der Versicherungsvertreter, der in der Höhe des Kapitals eine Erlebensversicherung abgeschlossen hat (das könnte z.B. die Bankfiliale sein - also die Bank)
3. Die Versicherung, die die Erlebensversicherung bekommt. Wenn die Bank eine Versicherung hat: die Bank.
4. Die Bank, wenn sie bei Fälligstellung des Kredits nochmals einen Kredit vergibt den der Kreditnehmer mit den dann nicht mehr fälligen Erlebensversicherungsraten bezahlt (er kommt sein Leben lang aus diesem Kredit nicht mehr raus).

Es ist ein geniales System. Allerdings hat man beim Betrachten das Gefühl, man müsste irgendwen vor Gericht stellen und anschließend wegsperren.

Es ist in Wirklichkeit so: Die Politik schützt uns nicht mehr. Und zwar nicht nur vor den Banken. Nirgends.

Gast: unbeteiligter
20.07.2011 08:45
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Ein Blick in die Gesichter sagt:

Wir wissen, dass der Euro tod ist , doch wir dürfen es nicht sagen , weil es sonst eine Bankrun gitb.

Ich geh trotzdem heute zur Bank , wer noch ?

Re: Ein Blick in die Gesichter sagt:

jaja, geh nur...!

eine währung, in der 30+% der globalen devisenreserven angelegt sind, kann tatsächlich nur durch eine große zahl von so unwissenden kleingeistern wie dir ruiniert werden.

Wer bis jetzt ...

... nicht zumindest einen Teil seines Ersparten in Gold angelegt hat, dem ist wirklich nicht zu helfen.
Jedenfalls kann keiner sagen, er habe es nicht gewusst.
Meine Privatpension habe ich sowieso schon abgeschrieben.

Gegenanzeige

Wer jetzt in Gold anlegt, dem ist nicht zu helfen, denn Großteil der Unsicherheit ist schon eingepreist. Das Preis-Potenzial ist eher nach unten: Europa droht (ein) Jahrzehnt(e) hoher Inflation, was wiederum die Zinsen steigen läßt. Gold bringt keine Erträge, daher ist es im Vergleich z.B. zu Aktien tendenziell im Nachteil. Besser sind Aktien von Firmen mit hohen Margen.

Ich frage wirklich selten nach ...

... aber es würde mich interessieren, warum ich zu diesem Kommentar (bei anderen verstehe ich das sehr gut) rot gestrichelt werde und wäre in diesem Fall danbar dafür.

Die Armen zahelen die Schulden für die Reichen

die Steuerzahler zahlen die Rechnung für Stepic & Co. Zum Dank dafür bekommen sie von diesen EU-Profiteueren jede Menge zynische Wortspenden serviert. Die Politkerkaste ist zu einer Marionette der Banken und Hochfinanz geworden. Das geht durch alle Parteien. Der Bürger hat in den Parlamenten längst keine Stimme und Vertretung mehr.

Feymann hat in einem PRESSE Interview ..

.... alle als Hetzer bezeichnet, die derartiges fordern.

Antworten Gast: radius
20.07.2011 08:52
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Ich frage mich, wem dient der Faymann eigentlich?

Mit seinen Gerechtigkeitssprüchen passt das nicht mehr zusammen.

wie schön

jetz mal nicht kapitalistisch denken; ein land zu tode wirtschaften und dann die schulden erlassen? irgendwie ein falsches prinzip.

Gast: Gushnasaph
20.07.2011 06:18
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Könnte mir..

vorstellen, dass ab Freitag schon irgendwo Drachmen gedruckt werden.

Gast: trauriger
20.07.2011 06:06
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"Fünf Weisen"

"Fünf Weisen".......LOL das ich nicht lache!
von den 5 hat sicher jeder die weisheit mit löffeln gefressen, sieht man ja am ergebniss EU/EURO!

Antworten Gast: fefe
20.07.2011 10:51
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Re:

Diese Weisen hatten seinerzeit vor einer Einführung des Euro gewarnt und die Konsequenzen vorausgesagt.

Also lachen Sie ruhig, wenn Sie schon keine Ahnung haben.

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Weise

wozu man heut zu tage schon Weise sein muss. interessant.

Gast: Kasperl Anleihen
20.07.2011 00:38
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Alle reden und reden

und am Schluss wird es zu einem Schuldenerlass kommen.

Werdet's schon sehen.

kommen?

Das ist er schon.

Gast: mysterium
20.07.2011 00:24
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Das sollen Weise sein.

Schuldenschnitt um 50 % und die Banken können diese einlösen beim EFSF. Lügt man sich da nicht von einer Tasche in die andere.

Antworten Gast: fefe
20.07.2011 11:18
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Re: Das sollen Weise sein.

Selbstverständlich kann ich die Lage nicht beurteilen. Aber normalerweise ist es schon sinnvoller, einem Schuldner einen großen Teil seiner Schuld zu erlassen um ihn handlungsfähig zu erhalten und damit wenigstens einen Teil zurückzubekommen. Wenn die Alternative der Bankrott wäre. In der Wirtschaft ist das ein Ausgleich.

Meiner Meinung nach gehört Griechenland sowieso aus dem Euro ausgeschlossen, weil sie sich die Teilnahme daran mit falschen Angaben erschlichen haben. So sollte es eigentlich sein. Dann könnten sie ihren Drachmen entsprechend abwerten und dort kann es wieder weitergehen.

Griechische Anleihen in Drachmen, wären auch um 50% weniger wert, wen die Drachme um 50% abgewertet würde. Also irgendwie wäre ein Schuldenerlass genau das.

Gast: Papaohneöl
20.07.2011 00:20
3 0

Aha die 5 Weisen, ist schon Neujahr???

...und WER zahlt???

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...

der kleinste gemeinsame nenner

....armseelig

Gast: stampante
19.07.2011 20:30
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Schuldenschnitt

und dann? Die Bemühungen der Griechen zu Sparen werden sich ebenfalls auf 50% reduzieren! Und wenn es nicht fuktioniert, was ohnehin zu erwarten ist, machen wir halt den nächsten Schuldenschnitt - schöne Aussichten für den Netto(Steuer)zahler.

1 0

Re: Schuldenschnitt

naja, dann muss man halt schauen, dass Mann nicht zuviel steuern bezahlt!

 
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