Deutschland arbeitet an "Marshallplan" für Griechen

Der deutsche Wirtschaftsminister Rösler will am Mittwoch mit Unternehmern darüber beraten, wie man Griechenlands Wirtschaft ankurbeln kann.

Sommerinterview mit Wirtschaftsminster Philipp Roesler
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Sommerinterview mit Wirtschaftsminster Philipp Roesler
(c) dapd (Berthold Stadler)

Nach dem zweiten Milliarden-Paket für Griechenland arbeitet Deutschland nun an der Unterstützung des Euro-Partners auf dem Weg zu Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Der deutsche Wirtschaftsminister Philipp Rösler will am Mittwoch bei einem "Investitionsgipfel" mit Vertretern deutscher Unternehmen über eine Art "Marshallplan" beraten. Im Gespräch ist unter anderem die Vergabe von Globaldarlehen der staatlichen Förderbank KfW für Firmen, die in Griechenland investieren.

Rösler nannte am Dienstag die Bereiche Tourismus, Infrastruktur und Telekommunikation als Ansatzpunkte für Engagements ausländischer Investoren in dem Land. Zudem will der Minister Anstöße in der EU geben, um auch dort wirtschaftliche Unterstützungen auf den Weg zu bringen. Die EU-Kommission habe Möglichkeiten zu helfen, Investoren den Gang nach Griechenland zu erleichtern, so Rösler.

Experte kritisiert Investitionsgipfel

Der Gipfel des Wirtschaftsminister wird nicht überall postitiv aufgenommen.  So sagte der Forschungsdirektor des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Michael Bräuninger, der "Saarbrücker Zeitung: "Marshall-Plan klingt sehr nach Aufbauhilfe und fehlender Infrastruktur. Das aber ist nicht das griechische Problem", sagte Bräuninger.

Griechenland habe zu hohe Staatsausgaben und es fehle dem Land an Wettbewerbsfähigkeit, weil die Löhne zu hoch und der Staatssektor zu groß seien. "All das kann ein Gipfel in Deutschland nicht lösen", sagte der Wissenschaftler.

Anleihetausch soll im August starten

Die griechische Regierung kündigte unterdessen an, der im Rahmen des Hilfspakets vereinbarte Anleihentausch der privaten Gläubiger des Landes werde schon im August starten.

(APA)

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