25.05.2013 12:32 Merkliste 0

Schäuble: Kein Stimmrecht für Schuldensünder

27.07.2011 | 18:31 |   (Die Presse)

Mit Zypern droht das nächste Euroland in den Sog der Schuldenkrise zu geraten. Der deutsche Finanzminister Schäuble will Schuldenstaaten künftig unter Aufsicht stellen und forderte mehr Härte gegenüber Sündern.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Mehr zum Thema:

Nikosia/Brüssel/Auer/Ag. Kaum haben EU und IWF dem schuldengeplagten Griechenland mit einem 109 Mrd. Euro schweren Hilfspaket etwas mehr Zeit erkauft, droht schon dem nächsten Mitglied der Eurozone der Sturz in die EU-Schuldenkrise. Die US-Ratingagentur Moody's stufte die Kreditwürdigkeit Zyperns am Mittwoch um zwei Stufen auf „Baa1“ herab, das Land ist damit nur noch drei Stufen vom „Ramschstatus“ entfernt. Die EU-Kommission lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Nach der Explosion auf einem Marinestützpunkt ist das wichtigste Kraftwerk der Insel außer Kraft, und Zypern leidet an Energienot. Moody's fürchtet, dass die Regierung nun dringend notwendige Sparmaßnahmen hintanstellen könnte.

Zypern will Geld von EU

Zypern hat sich seit seinem Beitritt zur Eurozone im Jahr 2008 jedes Jahr im Schnitt mit 11,3 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) im Ausland verschuldet, schreibt das Centrum für Europäische Politik in einem aktuellen Bericht. Das entspricht genau dem Wert, den Griechenland erreicht habe. Wegen der engen Verflechtung der Insel mit dem griechischen Nachbarn haben die großen Ratingagenturen die Bonität des Landes heuer schon einmal herabgestuft.

Die zypriotischen Geldhäuser halten rund fünf Mrd. Euro an griechischen Staatsanleihen. Die Wirtschaft des Landes befinde sich im „Ausnahmezustand“, warnte der zypriotische Zentralbankchef Athanasios Orphanides. Es sei wahrscheinlich, dass auch Zypern Geld aus der Eurozone brauche.

Roubini gibt Euro noch fünf Jahre

Das nährt Zweifel am jüngsten EU-Hilfspaket für Griechenland, an dem sich erstmals auch Banken über Laufzeitenverlängerungen oder Anleiheverkäufe beteiligen müssen. Das Grundproblem der Eurozone werde durch die Umschuldung nicht gelöst, warnte etwa der US-Ökonom Nouriel Roubini in der „Zeit“. Die Beteuerungen, dass die EU das letzte Mal in die Tasche greifen musste, sei „Wunschdenken“. Auch Italien, Spanien, Irland und Portugal bereiten Brüssel derzeit Sorgen. Spätestens in fünf Jahren müsse die EU „sehr harte Entscheidungen treffen“, sagte Roubini und riet Ländern wie Griechenland zum Ausstieg aus dem Euro.

Auch der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) warnte in einem offenen Brief, dass die Eurokrise mit dem vergangenen Wochenende nicht vorüber sei und forderte mehr Härte gegenüber den EU-Haushaltssündern. „Ein Staat mit Problemen, dem geholfen wird, muss im Gegenzug einen Teil seiner Hoheitsrechte an die EU abgeben“, forderte der CDU-Politiker im Interview mit dem „Stern“. Das sei allemal „besser als Schuldenstaaten aus der Eurozone zu verstoßen“.

Rüffel für die EZB

Konkret schwebt Schäuble ein Stimmrechtsentzug vor. Mit einem ähnlichen Vorschlag ist Deutschland allerdings schon im Frühling des Vorjahres auf wenig Gegenliebe innerhalb der EU gestoßen. Es gab damals auch rechtliche Bedenken: So sieht der Vertrag von Maastricht vor, dass Staaten, die ihr Schuldenlimit verfehlen, mit einer Geldstrafe bis zu 0,5 Prozent des BIPs rechnen müssen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) forderte Schäuble unterdessen indirekt auf, sich künftig bei Kritik an der Politik in Europa zurückzuhalten. Hochrangige EZB-Vertreter hatten am Wochenende den Rettungsplan der EU scharf kritisiert und vor einer verstärkten Ansteckungsgefahr gewarnt. Schäuble verteidigte den umstrittenen Beschluss, wonach künftig nicht nur die EZB, sondern auch der Euro-Schutzschirm EFSF, später ESM, Staatsanleihen von Krisenländern kaufen dürfen. Einen „Blankoscheck“ lehne die deutsche Regierung allerdings ab. „Derartige Käufe“ dürften nur dann stattfinden, „wenn die EZB außergewöhnliche Umstände an den Finanzmärkten und Gefahren für die Finanzstabilität feststellt“.

Quelle: APA, Grafik: Die Presse

vergrößern

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.07.2011)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr zum Thema:

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

91 Kommentare
Gast: aufgebrachter Auslandsdeutscher
28.07.2011 10:44
3 0

Schäuble...

Der Mann ist eine Katastrophe, ob als Innen- oder Finanzminister. O-Ton Volker Pispers: "Rollstuhltäter". Man muß sich das mal auf der Zunge zergehen lassen, was er so sagt. Jetzt sollen verschuldeten Ländern ihre Autonomie entzogen werden. Der Teufel zeigt mehr und mehr seine Fratze. Man könnte wirklich den Verdacht haben, dass die Länder bewußt in die Krise geschickt werden, um das "Friedensprojekt" EUdSSR voranzutreiben.

Seit der CDU-Spendenaffäre hat der Mann in meinen Augen jegliche Legitimität verloren.

Auf das Treffen mit Waffenschieber Schreiber angesprochen antwortete Wolfgang Schäuble: "Ich habe keine Erinnerung an dieses Treffen, ich weiß nicht, worüber wir gesprochen haben. Aber ich bin sicher, wir haben nicht über Geld geredet."

Und sowas ist Politiker.

Der Krug geht solange zum Brunnen bis er zerbricht

Wenn die einzelnen Staaten ihre Hausaufgaben gemacht hätten und z. B. die Maastricht-Kriterien eingehalten hätten wäre es nie zu der jetzigen Situation gekommen. Die Schuld beim Überwacher (z. B. Ratingagenturen) zu suchen ist eindeutig der falsche Ansatz und auch eine unabhängige europäische Ratingagentur würde aufgrund der Fundamentaldaten der einzelnen Staaten zu einem ähnlichen Ergebnis kommen.

Allerdings ist es richtig, daß die Abstufung des Ausblickes für die USA mehr oder weniger Voraussetzung für die z. T. drastischen Rückstufungen in Europa waren. Sollten die USA ihr Triple-A-Rating verlieren, dann wird wahrscheinlich kaum ein Staat außer der Schweiz mit dieser Bestnote übriglbleiben, womit die Steuerzahler (vor allem in Deutschland und Österreich) deutlich tiefer in die Tasche bei der Finanzierung der Staatsschulden greifen werden müssen. Im Vergleich zur Schweiz haben diese beiden Staaten durch den Euroraum somit schlußendlich nicht profitiert sondern es wurde ihnen eine schwere Bürde (Finanzierung der maroden Staaten) auferlegt.

Die Gewinner des Euroraumes sind somit die Südstaaten sowie die Spekulanten, da die Politik bis dato nicht in der Lage war entsprechende rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, womit am Ende die Steuerzahler der Geberländer die Rechnung bezahlen dürfen.

Unabhängig wie man zu den Entscheidungsträgern steht gehört immer dann wenn beachtliches Steuergeld am Spiel steht die Transparenzkriterien verschärft (z. B. Nutznießer von Aktionen)

Re: Der Krug geht solange zum Brunnen bis er zerbricht

Stimmen Ihnen i.A. zu - stelle aber fest, dass unsere Budgetdisziplin (und die Deutschlands) auch nicht "Maastricht-Kompatibel" ist. Ganz ohne GR.
Aber: Wer sind die "Spekulanten"? Was genau tun die so böses (anderes, als bei uns jeder tut, der bei der Bank nach den Zinsen fragt)?

Gast: L.W.
28.07.2011 10:38
1 0

Tja, was soll man davon jetzt halten ?


Zuerst wurden die Völker in dieses Konstrukt hineingelogen bzw. haben sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen hineingelogen und jetzt, wo der Hut brennt, nützt man die Gelegenheit um Demokratie und Selbstbestimmungsrecht der Länder Stück für Stück zu demontieren.

Wieder einen Schritt näher dee Diktatur. Super...

Wie das enden wird kann sich jeder vorstellen.

4 0

Roubini gibt Euro noch fünf Jahre!

Was so optimistisch! Des wird nichts mehr, seht es ein!

Gast: Gehirnchirurg
28.07.2011 09:53
5 0

SCHÄUBLE !



ob schuldenstaaten stimmrechte haben, ist mir wurscht. was wichtig wäre :

WIR prospektiven zahler solcher fremder schulden wollen das ALLEINIGE STIMMRECHT, in form einer VOLKSABSTIMMUNG, darüber, OB wir das zahlen !!

regierungen sind nicht befugt, so weitreichende eingriffe in unser gesamtvermögen zu machen ! die haben ihre unfähigkeit bewiesen!

Längst Überfällig!

Diese Forderung offen auszusprechen ist längst überfällig! Leider traut sich das kein österreichischer Politiker zu sagen. Obwohl auch hierzulande von einer Umsetzung dieser Forderung profitiert würde. ( Agrarförderung, Schutz des Steuerzahlers, etc....) Wer am Tropf der Steuerzahler anderer Länder hängt, hat sein Mitsprache- und Gestaltungsrecht so lange verwirkt, so lange eben dies der Fall ist. Das wäre endlich wie im richtigen Leben. Und es würde sicher auch die Sparanstrengungen des Staates und die Leistungsbereitschaft der Bevölkerung dieser Länder steigern. Oder sie steigen dann endlich freiwillig aus dem Euro aus. Das sollte für die ewigen Zahlmeister nicht zum Nachteil sein!

Re: Längst Überfällig!

Im Grunde gibt´s das ja schon. Stätestens in Form eines Vetorechts. Inwiefern glauben Sie also, dass sich dann unsere Gestaltungsrechte verbessern oder sich dann was ändert?
Einzusehen ist das alles, wenn alles z.B. mit 2/3-Mehrheit beschlossen werden könnte. Und wenn´s soweit kommt, schreit Ö als allererstes. Die Leute kommen dann nämlich drauf, dass das noch "viel mehr Europa" heisst.

Re: Längst Überfällig!

Welche Selbstbestimmungsrechte müssen den österreichische Bürger oder Firmen für allfällige staatliche Förderungen aufgeben?

Re: Re: Längst Überfällig!

Bei Förderungen = kostenloses Geld, ist praktisch nichts aufzugeben. Bei Sanierungen = rückzuzahlendes geld, z.B. bei einer Firma mit Geld von einer Bank, redet die Bank schon ein gewichtiges Wörtchen mit "täglichen Geschäft" mit.

Gast: opearl
28.07.2011 09:47
0 0

Artur P. Schmidt: Eine Weltwährungsreform wird kommen

Artur P. Schmidt: Eine Weltwährungsreform wird kommen

http://goo.gl/U8JYz

0 1

Zypern soll auf jeden Fall gerettet werden!

Denn Zypern ist der Schutz der EU vor den Türken. Wenn Zypern verloren geht, hat man keine Argumente mehr gegen die Türken!

Re: Zypern soll auf jeden Fall gerettet werden!

Zypern und Griechenland sind vielleicht die vehementesten Gegner der Türkei, das hat aber nichts mit Argumenten zu tun, schon gar nicht miit plausiblen!

Lebensstandard und Sozialleistungen ade...


Antworten Gast: Febobo
28.07.2011 11:27
1 0

Hallo Massenarmut und Volksaufstände...


1 1

Schäuble wird auch in die Geschichte eingehen

als einer der Totengräber des Wohlstandes und Frieden in DE

Gast: DI
28.07.2011 09:17
2 0

Argumente dafür und dagegen

Wer zahlt, schafft an, war immer so, nur nicht in der EU, also gute Idee. Alles andere hat, wie man sieht, nicht funktioniert. Gegenargument: Soll der "deutsche Michl" bestimmen, wie groß die griechischen Lohnkürzungen sind. Da entsteht Hass und dann sind wir so weit. Aus einer, an und für sich guten Idee, wird der Nährboden für den nächsten Krieg. Die PIIGS, und was noch alles kommt, müsse ihre Probleme selber lösen, dann können sie bei der EU wieder höflich anfragen, ob man sie wieder aufnimmt.

Gast: Novalis
28.07.2011 09:08
3 1

Schuldenstaaten künftig unter Aufsicht stellen - kein Stimmrecht

Auf Deutsch : Abschaffung der Demokratie, Diktatur der Finanzinstitute.

Gast: Hans im Glück
28.07.2011 08:38
2 0

Und wenn alle Sünder sind?

Wer hat dann das Sagen?


Antworten Gast: Kanitverstan
28.07.2011 09:20
1 2

Re: Und wenn alle Sünder sind? Wer hat dann das Sagen?

Die Kleptokratie - genau die Finanzkreise, die das Finanzdesaster angezettelt haben.

Gast: ecco
28.07.2011 08:22
1 1

stellt

schäuble unter aufsicht !!!

dieser irre verschenkt sein ganzes land und kapiert absolut nichts....

0 0

Re: stellt

hat sich ja auchin einen großen Strudel hineinmanövriert, net der Schäuble, das deutsche Land

Gast: godsmack
28.07.2011 07:45
0 1

Arbeitsverbot für solch Politiker, Zerschlagung und Verstaatlichung der Banken

the banks are the pain in the arse ...

http://der-klare-blick.com/2011/07/schuldentilgung-unerwuenscht/

smack......

Re: Arbeitsverbot für solch Politiker, Zerschlagung und Verstaatlichung der Banken

Es ist eine irrige Meinung, wenn man denkt, dass wir uns von den Banken trennen könnten, denn das käme einer Zerschlagung des Finanzsystems gleich und somit dem Ende unserer Wirtschaft.

Antworten Antworten Gast: godsmack
28.07.2011 10:53
0 0

Re: Re: Arbeitsverbot für solch Politiker, Zerschlagung und Verstaatlichung der Banken

dann soll dieses Sisyphos - System immer wieder einen Reeboot erhalten?

Inflation und Währungsreformen am laufenden Band immer wieder?

Dieses System nutzt nur ein paar wenigen was aber nicht besagt, dass andere Systeme besser sind.

Gefangenendilemma nennt man so etwas.


Re: Re: Re: Arbeitsverbot für solch Politiker, Zerschlagung und Verstaatlichung der Banken

Die Lösung liegt in der Veränderung und nicht in der Zerschlagung!

Die Katastrophe fußt auf der sich verändernden Wirtschaftsethik, denn ES KANN NICHT SEIN, dass "alles erlaubt ist, was nicht explizit verboten ist!"

Die Gesetze und Regeln werden immer hinter her hängen, d.h. das die Firmen dazu angehalten werden müssen, ethisch zu handeln.

Re: Arbeitsverbot für solch Politiker, Zerschlagung und Verstaatlichung der Banken

Wieso wollen Sie etwas, was kaputt ist ("zerschlagen") dann verstaatlichen?
Was politisches Arbeitsverbot betrifft - das gab´s schon mal. Hat sich dort wie da nicht bewährt.

Wenn Sie Banken nicht mögen, machen Sie´s wie ich: Möglichst keine Geschäfte mit ihnen. Wer sich nicht laufend neu verschuldet, ist nicht erpressbar. Aber andauernd auf Pump leben und dann dem Kreditgeber die Schuld zuschieben, ist etwas zu billig.

Re: Re: Arbeitsverbot für solch Politiker, Zerschlagung und Verstaatlichung der Banken

Es ist unerheblich ob Staats- oder Privatschulden, beide sind Bedrohungen für die privaten Haushalte ...

Das

kann niemals nicht sein. Die Euro - Experten erzählen uns doch immer genau das Gegenteil. Wir müssen natürlich alle retten. Wenn dann kein Geld mehr für Rettungen da ist, machen wir den Laden zu. Bezahlen dürfen dann die dummen Steuerzahler.

willkommen im totalitarismus

hoheitsrechte abgeben, hat der schäufeler noch alle?
beängstigend, wie sich die posterer schon anschließen.
die werden noch schauen, wenn dann ö die hoheitsrechte an die machtschaufler abgibt.
hab gar nicht gewusst, dass die eu von "deutschland über alles" übernommen wurde.
ist es schon wieder soweit?

Antworten Gast: Kein Ewiggestriger
28.07.2011 10:07
0 0

Re: willkommen im totalitarismus

"Deutschland über alles" = ist billige Polemik und Sie entlarven sich somit selbst damit als unsachlich-voreingenommener Kommentator, dem nicht nur jegliche Objektivität fehlt und der sich auch nicht mal darum bemüht bzw. bemühen will.

Re: willkommen im totalitarismus

Es ist doch so, Merkel und Sarkozy sind die Chefs der EU. Von allen anderen merkt man nicht viel. Es gibt dann noch diejenigen, die alles bezahlen dürfen und jene, die nur kassieren. Wenn das der Traum vom vereinten Europa ist, kann iich gern darauf verzichten.

Re: Re: ein wenig Differenzierung würde ihnen gut tun!

FR + BRD führen die Euro Zone an, da sie die zwei größten Marktwirtschaften und somit die größten Geldgeber sind, die noch nicht angezählt wurden.

Italien und Spanen, Platz 3 + 4, haben zu viele Probleme im eigenen Land, als dass sie im Moment eine stärkere Rolle spielen könnten.

Antworten Antworten Gast: EU-Fan
28.07.2011 09:17
1 2

Re: Re: willkommen im totalitarismus

Europa kann nur als „Vereinigte Staaten von Europa“ ohne Nationalregierungen funktionieren. Solange das derzeitige Nationalstaaten-Konglomerat aus verschiedensten Wirtschafts- und Sozialsystemen besteht, funktioniert Europa nicht.
Deshalb:
1. Schaffung einer durch die Bevölkerung Gesamteuropas demokratisch legitimierten europäischen Regierung bei gleichzeitiger Einführung eines allgemeinen Eignungstest mit Abschlusszeugnis für Politiker, damit keine Ahnungslosen für die Führung Europas verantwortlich sind.
2. Angleichung der Wirtschafts- und Sozialsysteme.
3. Abschaffung aller nationalen Regierungen (ergibt immense Einsparungskosten!) und im gleichen Zug Stärkung der Regionen, in Österreich z. B. der (gebietsmäßig neu zu ordnenden) Landesregierungen.
4. Gemeinsames Militär mit vereinheitlichten Waffensystemen (ebenfalls ein Rieseneinsparungsposten!).
5. Einheitliches Logistiksystem (z. B. nicht wie derzeit für jeden Staat eine eigene Mautgebühr-Plakette auf der Windschutzscheibe und was es sonst noch an verschiedensten Sonderregelungen gibt).

Re: Re: Re: willkommen im totalitarismus

das wäre alles nicht schlecht gewesen, wenn es von anfang an so gelaufen wäre. jedoch es kam anders und die einstellung der meisten zur eu hat sich geändert - ich fürchte das ist auch nicht mehr zu reparieren. 'dumm und feig usw...'

Re: Re: Re: Re: willkommen im totalitarismus

Das Zusammenwachsen von Regionen kann nicht innerhalb einer Dekade erfolgen, sondern es ist ein langer und schmerzhafter Lernprozess. Kohl und Mitterand hat mit der Bildung des Euros versucht den Prozess zu beschleunigen, nur leider schwenkte die Stimmung in den EU Ländern ...

Re: Re: Re: Re: Re: willkommen im totalitarismus

Mitterand wollte unbedingt den EUR. Kohl musste, wieder Willens (wenn die üblichen Zeitungsberichte und Nachrichten halbwehs richtig waren) zustimmen, da sonst Frankreich seine Zustimmung zu einer Wiedervereingigung Deutschlands nicht gegeben hätte.

Kohl hat nur die "no-bail-out-Klauseln" und die max. Neuverschuldung einbringen können, Zielrichtung war "EUR = stabil wie DEM". War aber, wie man im nachhinein sieht, nicht einmal das Papier wert, auf dem diese Bedingungen geschrieben waren.

Re: Re: Re: Re: Re: willkommen im totalitarismus

So verschieden Europa ist, braucht es wahrscheinlich Jahrhunderte, wenn es überhaupt dazu kommt. Und Brüssel tut einiges dazu, dass dieser Prozeß noch gebremst wird.

Re: Re: Re: willkommen im totalitarismus

Bis auf Pkt. 1) (antidemokratisch) halte ich das für diskutierbar.
Momentan befinden wir uns im luftleeren Raum zwischen dem grossen Schritt, den Sie beschreiben und dem (vielleicht etwas kleineren) zurück in die Stärkung der Nationalstaaten.
Die Wahlergebnisse der letzten Jahre quer durch Europa lassen mich annehmen, dass der Trend eher nicht in "Ihre" Richtung verläuft.

Zypern - Der eigentliche Megaskandal

Seit 2005 wusste man in Brüssel und in den Regierungszentralen der Euro-Zonen Mitgliedsstaaten, dass in Griechenland getrickst worden war und der Staat auf den Abgrund zusteuerte. Von Zypern war wiederum bekannt, dass es ein Griechenland im Kleinen, dafür jedoch zum Quadrat ist. Trotzdem nahm man Zypern per Stichtag 1.1.2008 in die Eurozone auf.

Ich frage mich, welche Leute in dieser EU die Verantwortung für unser (Un)Wohlergehen tragen?

Re: Zypern - Der eigentliche Megaskandal

Alles Fachleute und Experten oder doch nicht?

Antworten Gast: G 101
27.07.2011 23:48
1 0

Re: Zypern - Der eigentliche Megaskandal

Kennen sie die Geschichte:"Die Abenteuer des Barons von Münchhausen"?

Hat uns ...

... Herr Feymann nicht eine Volsabstimmung versprochem?

Re: Hat uns ...

Versprechen und diese halten sind zwei Paar Schuhe!

1 0

Re: Hat uns ...

Herr Feymann hat schon viel versprochen, ebenso wie her Pröll und ...........

Re: Hat uns ...

Glaube mich auch zu erinnern. Ist aber lange her. Und war sicher, bevor er in Kenntnis gesetzt wurde, dass das das Geschäft stört.
Beim aktuellen Stand der Dinge denke ich doch, dass es recht teuer wäre, eine ausreichende Mehrheit zu "informieren".

Re: Re: Hat uns ...

Im Moment sind nicht einmal Finanzexperten in der Lage eine Problemlösung zu garantieren.

Wie stellen sie sich dann vor, dass die Mehrheit der Wähler zu einer qualifizierten Meinung kommen?

Re: Re: Re: Hat uns ...

Das Kernproblem "Lösung durch Politok" sind die handenden Personen. Denn es widerspricht jeder Logik, dass jene Personen welche ein Problem (z.B. durch Nichteinhaltung von Pflichten und Verträge) geschaffen haben, dieses Problem auch wieder bereinigen können und werden.

Neben der dazu notwendigen aber fehlenden Eigenschaft zum Eingeständnis von Fehlern fehlt zudem Lernfähigkeit, etc.

Auch das "Volk" ist hier kein Ersatz für Hellseher und Wirtschaftsweisen, aber dorthin zurück würde wenigstens mehr dem ursprünglichem Demokratiegedanken entsprechen. Und Demokratie außer Kraft zu setzen, weil die Probleme "zu kompliziert" sind, wäre ein schlechtes Beispiel für die Zukunft.

Denn wer definiert eine "Kompliziertsheitsgrenze" und wo zu welchen Problemen definiert er sie?

Das es anders auch geht zeigt bis heute, Gott sei's gedankt, noch immer die Schweiz.

Re: Re: Re: Re: Hat uns ...

Gesetze/Verordnungen werden immer hinterher hängen und im Extremfall, verlagert das Unternehmen seine Geschäftstätigkeit, denn die Welt ist groß und Arbeitslose schmerzen den Politiker, nicht den Unternehmer. Ich möchte sogar sagen, die Politik ist durch den globalen Markt erpressbar geworden.

Aus dieser Erkenntnis leitet sich ab, dass der Satz: "Es ist erlaubt was nicht verboten ist!" eindeutig falsch ist. Die Wirtschaftsethik wird gerne belächelt, aber es ist meiner Meinung nach der einzig machbara Ansatz. Unternehmen die sich mittels fragwürdigen ethnischen Mitteln bereichern müssen durch den Konsumenten abgestraft werden, wobei ich hier als Konsument sowohl von Privatpersonen, Staaten wie auch von Unternehmen spreche.

Re: Re: Re: Re: Re: Hat uns ...

O.k., Themenwechsel:
Ja es gibt GROSSE, aber die Basis der Wirtschaft sind doch eher KMU's, welche nicht (monatlich) Länderspringen können.

Aber die Politik unterscheidet in ihren Wirtschaftsgesetzen sehr wenig bis gar nicht zwischen GROSSEN und KMU's. So kommt's, das man z.B. als KMU für einen Kredit praktisch schon mehr an Sicherheiten bei der Bank hinterlegen muss, als man Geld bekommt (Basel ...). Und sogar wenn man eine Bankgaratie zu 100% mit eigenem Bargeld absichert = Risiko NULL für die Bank, muss man das gesamte Procedere "Krditvergabe" gem. Basel mit allen Dokumenten durchspielen.

Die Ethik, und Dummheit, beginnt am "Kopf".

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Hat uns ...

Es sind aber genau die multinationalen Konzerene und die Finanzwirtschaft, die das System aushebeln.

Ich glaube gelesen zu haben, dass die 500 größten Konzerne mehr als 20% des Weltumsatzes erwirtschaften und das sind genau jene, die außerhalb vom Gesetz leben und deren sie nicht mehr habhaft werden können!

Ein 2stellinges Millionen Euro Vermögen kann bereits steurerschonend veranlagt werden, ab einem 3stelligen können Steuer fast ganz vermieden werden!

Hobbyökonom