Moody's droht Spanien mit Herabstufung

29.07.2011 | 08:01 |   (DiePresse.com)

Die Ratingagentur prüft eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Euro-Schuldensünders Spanien. Der Euro gab nach der Mitteilung spürbar nach.

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Die Ratingagentur Moody's hat dem Euro-Schuldensünder Spanien eine Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit angedroht. Die Bewertung der spanischen Bonität mit "Aa2" werde überprüft, teilte Moody's Freitagfrüh mit, eine neuerliche Herabstufung sei möglich. Je schlechter die Bonität eines Staates beurteilt wird, desto teurer und schwieriger wird es für diesen, sich Geld zu besorgen.

>>> Karte: Die Kreditwürdigkeit der EU-Länder

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Sollte es zum Downgrading kommen, wäre eine Stufe wahrscheinlich. Grund der Prüfung sei die zunehmende Anfälligkeit der spanischen Staatsfinanzen. Zudem dürfte der Finanzierungsdruck auf die Südeuropäer nach dem neuen Rettungspaket für Griechenland wachsen.

Finanzministerin: "Schlechte Nachricht"

Die spanische Regierung spricht von einer „schlechten Nachricht". Finanzministerin Elena Salgado betonte jedoch in einem ersten Kommentar, dass Moody's "lediglich" eine Überprüfung der mit "AA2" bewerteten Bonität Spaniens angekündigt habe. Diese Revision solle erst in drei Monaten erfolgen.

Salgado sagt dem spanischen Rundfunksender "Onda Cero", dass wichtigste sei, dass die Ratingagentur die Bonität weiter mit "AA2", der dritthöchsten Stufe, bewerte.

Die Ministerin meinte weiter, die Drohung der Ratingagentur habe mit dem "Rummel" der letzten Tage um die Finanzprobleme einiger spanischer Regionen zu tun. Salgado betonte, dass Moody's der zentralen Verwaltung in Madrid "deutlich" bescheinigt habe, dass sie mit der Steuerkonsolidierung "auf dem richtigen Weg" sei.

Euro gab nach

Die Warnung von Moody's hat am Freitag die Anleger erschreckt. Der Euro fiel auf 1,4263 nach 1,4328 Dollar im New Yorker Vortagesgeschäft. Moody's habe mit dieser Ansage den europäischen Stabilisierungsbemühungen einen "Bärendienst" erwiesen, sagte ein Händler. Die Risikoaufschläge für spanische Anleihen zogen an, und im Schlepptau auch die der italienischen und irischen Papiere.

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(Ag.)

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4 Kommentare
Gast: Gast.Gast
29.07.2011 12:32
0

semper idem

Nachdem das Spiel immer nach gleicher Regie abläuft kann man nicht an ein böses Schicksal glauben sondern an einen Plan. Das erstaunliche aber ist wie unsere Politiker das alles als gottgegeben hinehmen, wer anderes vermutet als Verschwörungsdeppen oder schlimmeres abtun.

Re: semper idem

Natürlich ist das ein "Plan". Alle leben täglich auf Pump.
Zu blöd und zu feig - das sind leider wir: Das Kollektiv der Wähler.

Gast: Optimist
29.07.2011 10:17
2

Ist doch schön

bald haben wir den Schilling wieder

gerne übernehmen wir Haftungen für Spanien, ihre Schottermittzi.

Euro = Alternativlos.
Schilling = schlecht und böse.

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