S&P stuft Zypern weiter ab

29.07.2011 | 20:48 |   (DiePresse.com)

Die Ratingagentur S&P senkt Kreditwürdigkeit von Zypern um eine Note von "A-" auf "BBB+" . Der Ausblick für das Rating des Inselstaates ist negativ.

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Wegen Sorgen um die Wirtschaftslage Zyperns hat die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) am Freitag die Kreditwürdigkeit des Euro-Landes herabgestuft. Die Agentur setzte die Note des Staates von A- auf BBB+ herab. Der Ausblick für das Rating der Mittelmeerinsel bleibe aber negativ. Es drohen also weitere Herabstufungen. Mit der Note "BBB+" liegt die Kreditwürdigkeit noch drei Noten über Ramschniveau.

Zur Begründung erklärte S&P, dass trotz laufender Verhandlungen über die Konsolidierung des Haushalts die Regierung Mühe haben werde, ihr Ziel zu erreichen, das Defizit 2011 unter vier und 2012 unter zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu halten.

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Schulden achtzig Prozent des BIP

Daher werde sich die Schuldenlast bis Ende des Jahres auf achtzig Prozent des BIP erhöhen, warnte Standard & Poor's. Dies werde wiederum die Fähigkeit der Regierung verringern, zypriotische Banken zu stützen, sollten diese infolge einer Umschuldung Griechenlands destabilisiert werden. Außerdem werde die Zerstörung des wichtigsten Elektrizitätswerks des Landes sich "direkt oder indirekt" auf das Wirtschaftswachstum auswirken, urteilte die Ratingagentur. Die Agentur Moody's hatte bereits am Mittwoch Zyperns Bonitätsnote herabgesetzt.

Das Elektrizitätswerk war am 11. Juli bei der Explosion von Containern mit beschlagnahmter iranischer Munition auf einem Militärstützpunkt zerstört worden. Infolge des Unglücks, bei dem dreizehn Menschen getötet worden waren, trat am Donnerstag auf Bitte von Präsident Demetris Christofias die gesamte Regierung zurück. Christofias gab damit dem Druck der Bevölkerung nach, die seit dem Unglück jeden Abend gegen die Regierung protestiert hatte. Der Staatschef selbst blieb aber im Amt.

(Ag.)

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9 Kommentare
Gast: Walter g
30.07.2011 16:49
0

Die Rating Agenturen zeige nur bei kleinen Staaten ihre angfaulten Zähne.


Re: Die Rating Agenturen zeige nur bei kleinen Staaten ihre angfaulten Zähne.

Umso dringender sollte hierorts darüber nachgedacht werden, wie man wenigstens den Eindruck vermitteln könnte, dass wir unsere Schulden abzubauen (oder zumindest nicht weiter ansteigen zu lassen) gedenken.

Manchmal frage ich mich, ob manche hier im Forum wirklich glauben, dass die Welt ein schönerer Platz wäre, wenn möglichst viele grosse Staaten offiziell Pleite wären. V.a. im Falle der USA.

Re: Die Rating Agenturen zeige nur bei kleinen Staaten ihre angfaulten Zähne.

Italien hätte ich nicht als so klein gesehen?

Gast: garstig?
29.07.2011 21:15
0

PFEIF AUF



ZYPERN !

NIX KRIEGTS !

ALLES WEG !

Eine Farce

Die USA haben immer noch ein Triple-A-Rating, obwohl sie bereits nächste Woche de facto zahlungsunfähig sein könnten.

Re: Die Kirche im Dorf lassen

Ohne auf Rating-Bewertungen selbst eingehen zu wollen, gibt's doch einen "kleinen" Unterschied zwischen den derzeitigigen "Zahlungsunfähigkeiten" der USA und den EUR-Ländern.

Die USA (mit weniger Verschuldung als z.B. Italien) werden (eventuell) "zahlungsunfähig" weil sie wegen einer gesetzlichen Sschuldengrenze nicht mehr Kredite aufnehmen dürfen. Sie werden aber auch trotzdem die aufgenommen Kredite bedienen können. Die betroffenen EUR-Länder sind "zahlungsunfähig" weil sie das (aufnehmen + bedienen) nicht mehr können.

PS: Wenn ich mich halbwegs richtig erinnere, war das in den USA schon mal in den 1970ern so? Hat denen aber nicht geschadet, denn rund 20 Jahre später hatten sie einen Budgetüberschuß und den härtesten USD seit langem.

Gast: krikri
29.07.2011 19:16
1

und was ist mit den USA??? haben die noch immer AAA+++???

das alleine zeigt wie "ernst" das ganze mit den rating agenturen ist!!! drüben platzt bald das ganze aber für die rating agenturen ist alles "Ok"... die welt ist in ordnung!!! es ist nur eine "meinung" die sie äußern und mehr nicht... (aus der krise in 2008 gelernt!)

also USA bitte gleich AAAAAAAAA+++++++

Gast: engelhard
29.07.2011 18:52
0

Na und?

Ein Inselstaat mit 780,000 (griechischen) Einwohnern und BIP von 17 Milliarden Euro soll eine Gefahr für die Eurozone sein? Das ist aber nicht ernst, oder? Die Sensationshäscherei ist schon leicht übertrieben.

Re: Na und?

Doch, das ist ernst. War es auch schon von Beginn an.
Es gibt meines Wissens nach keine Staatspleite, die nicht die dort verwendete Währung massiv entwertet hätte.
Und genau das ist auch schon das GR-Problem. Dass das dort erwirtschaftete BIP nur 3% vom gesamteuropäischen ausmacht, hat keinen praktischen Einfluss. Den hat man sich immer nur erhofft. Zypern unterscheidet sich allerdings in der aktuellen Höhe der Verschuldung (da ist Ö auch keine Welten mehr entfernt). Nicht jedoch in der Tatsache, dass die Schulden mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht mehr zurückgezahlt werden können. Das sollte schon zu Denken geben.

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