Wirtschaftsweiser Feld: Währungssystem in Gefahr

02.08.2011 | 09:12 |   (DiePresse.com)

Nach Meinung von Feld reicht das Griechenland-Paket nicht aus. Er hält einen größeren Schuldenschnitt mit Privatbeteiligung für nötig. Die Schuldenkrisen bedrohen das globale Währungssystem.

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Das Hilfspaket für Griechenland und der Kompromiss im US-Schuldenstreit haben nach Einschätzung des Wirtschaftsweisen Lars Feld die Krisengefahren in der Welt nicht gebannt. "Das Paket für Griechenland reicht nicht aus, um das Land in eine stabile Finanzlage zu versetzen", bemängelte Feld in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung".

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Die Schuldenkrisen in einzelnen Euroländern hätten sich inzwischen zur "ernsthaften Bedrohung" für das Währungssystem ausgewachsen. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten sind nach seiner Meinung nicht zu Ende. "Ich erwarte, dass die Zweifel der Märkte spätestens im September zurückkommen." Und in Hinblick auf die USA könne man nur hoffen, "dass der gefundene Kompromiss hält" - sonst drohe eine kaum beherrschbare Situation.

Für Deutschland optimistisch

Für Deutschland sieht Feld derzeit dennoch trotz einzelner Warnzeichen keinen Abschwung voraus. "Wir werden wegen des starken Starts in diesem Jahr noch mal bis zu 3,5 Prozent Wachstum erleben", sagte er. In den kommenden Quartalen werde die Entwicklung aber nur noch verlangsamt vorangehen.

Wie schon Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sieht auch Feld nach den jüngsten Hilfsbeschlüssen für Griechenland die Gefahr einer Transferunion in Europa. "Ich mache mir Sorgen", sagte er. Inzwischen stehe international viel auf dem Spiel. "Ich sehe die Gefahr einer Transferunion mit uneingeschränkter gemeinsamer Haftung im Euro-Raum", mahnte er. Die Folge wäre eine überproportionale Belastung gesunder Länder und ihrer Steuerzahler. Das würde die Akzeptanz der Währungsunion in den starken Ländern gefährden.

Größerer Schuldenschnitt bei Griechen

Zu Griechenland sagte Feld: "Es muss ein größerer Schuldenschnitt kommen, der die privaten Gläubiger beteiligt." Die nun beschlossene freiwillige Beteiligung von privaten Investoren bei Griechenland belohne dagegen Spekulanten. Griechenland müsse ein Einzelfall bleiben.

(APA/Ag.)

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7 Kommentare

Börsen-Crash wegen USA

Der Schuldendeal war ein fauler Kompromiss. Börsen, Währungen crashen. Gold Rekord. Vielen Dank, Washington!

Bei dem Kasperle-Theater im Kongress dürfte bald der Schlussakt eingeleitet werden. Wenn die Welt das Vertrauen in den Dollar verliert, dann sind die USA verloren. Und sie werden alles andere mit in den Abgrund reißen.

http://www.mmnews.de/index.php/boerse/8278-boersen-crash-wegen-usa

Gast: herbert1949
03.08.2011 08:25
0

Gefahr für System

Die Größte Gefahr sind unsere Amtsträger. So viel Schaden kann auch ein explodierendes Atomkraftwerk nicht anrichten.

Gast: herbert1949
03.08.2011 07:35
0

Alles nutzlos

Der Fisch stinkt am Kopf
Soll heißen das diese Typen nicht die Probleme lösen können die durch sie selber ausgleöst wurden. Da diese Denke in so gut wie allen Amtsebenen vorhanden ist geht es eher immer weiter den Bach runter. Es wird mit jeder Schwachsinnsmaßnahme schlimmer.

Das "Währungssystem" wird wohl eher durch den laufenden Währungskrieg gefährdet

Brasiliens Regierung spricht ja ganz offen von diesem Währungskrieg. Japan droht wiederum mit einer Abwertung, um gegen unterbewertete Dollar und chin. Yuan vorzugehen. Die Russen haben anlässlich der Wirtschaftskrise ordentlich abgewertet. Und die Chinesen, die das Spiel eröffnet haben, kaufen inzwischen um 700 Mrd Dollar jährlich Devisen um den ohnehin schwer unterbewerteten Yuan weiter an den sinkenden Dollar zu binden.

Europa hält sich vornehmen zurück. Mit dem Effekt, dass der Kontinent kräftigst bröckelt. Gerade jene Länder die dingendst abwerten müssten, schlittern reihenweise in die Staatspleite.

Das Problem wäre vorerst sanierbar indem die Eurozone geschlossen abwertet. Das Problem ist nur, wenn alle abwerten, dann hat am Ende niemand was davon. Übrig blieben nur gewaltige Devisenmengen die nachhaltig die Geldstabilität vernichten werden. So rückt die Währungsreform in greifbare Nähe..

Gast: Bri L-R Altemanze
02.08.2011 11:42
0

und glaubst Du auch, es geht nicht mehr (weiter runter)

kommt von irgendwoher
prompt der nächste Hammer
runter...

http://www.wissenswertes.at/index.php?id=euro-franken-kurs

Wie wäre es, sich mal die Auswirkungen der Währungsturbulenzen HIERZULANDE genauer anzuschauen, hm?!

Gibt nicht nur Griechenland & Co...!

Mit kritischem Gruß, `Eure` Ex- Nachwuchs-Politikesse...(die`s selbst kommen sah, diese Krise...die noch viiiel tiiiefer gehen wird...leider...)

währungsraum

dieser kann nur in einer Union, welche gemeinsame wirtschafts-, verteidigungs-, finanz-, umwelt-, ... politik betreibt existieren. auch das ist sofort klar, wenn man Geld als tauschmittel und nicht als vermögensmittel sieht.

schlauer ...

Bursch dieser Feld. nur ich lege noch eins drauf, nicht die größte Summe die man sich ausdenken kann, schützt vor einer Finanzkrise. der Schutz ist harte Arbeit und gesundes Wirtschaften.

wenn man weiß, dass Geld ein tauschmittel und kein vermögensmittel ist, sollte das jedem klar sein. auch steuern, dienen wie das Wort schon sagt zum lenken der Wirtschaft, aber nicht zum lösen der Finanzkrise!

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