Griechische Behörden prüfen "Massen-Erblindung"

03.08.2011 | 10:55 |   (DiePresse.com)

Auf einer Insel empfangen ungewöhnlich viele Bewohner Blindengeld. Die Behörden prüfen, ob Missbrauch von Sozialleistungen vorliegt.

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Ein ungewöhnlich hoher Anteil von Blindengeld-Empfängern auf einer griechischen Insel hat die Behörden des überschuldeten EU-Staates stutzig gemacht. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus Regierungskreisen in Athen erfuhr, ordnete das Gesundheitsministerium eine Untersuchung auf dem nicht genannten Eiland im Ionischen Meer an. Mehr als 600 Inselbewohner erhalten demnach die staatliche Unterstützung für Blinde. "Wir wissen nicht, wie vielen von diesen Leuten die Leistungen tatsächlich zustehen", sagte ein Regierungsbeamter.

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Die griechische Zeitung "Ethnos" berichtete, dass zwei Prozent der Inselbevölkerung Blindengeld beantragen würden, viele von ihnen seit der Kindheit. Der Zeitung zufolge will die Regierung alle staatlichen Sozialprogramme auf ungerechtfertigte Zahlungen überprüfen. Athen musste bereits einräumen, für tausende tote Landsleute weiter Pensionszahlungen geleistet zu haben.

Die jährlichen Sozialleistungen des griechischen Staates betragen 6,4 Milliarden Euro. Das Land konnte nur mit Hilfe der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds vor dem Staatsbankrott bewahrt werden. Im Gegenzug verplichtete sich Athen zu einem harten Sparkurs.

(APA)

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9 Kommentare
Gast: DI
04.08.2011 10:23
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blinde EU-Politiker

Immer wieder solche Meldungen, der Steuerzahler fühlt sich im falschen Film. Wenn da was dran ist, könnte einem die Galle hochkommen. Wurde den alles und jeder in die EU aufgenommen? Griechenland ist in der Sozial-, Arbeits- und Steuergesetzgebung noch in der Steinzeit. Die brauchen min. 200 Jahre, um diesen Rückstand aufzuholen. Eben solange wie die Eu-Politiker um die rosarote Brille abzunehmen und die Realität zu erkennen. Ich werfe ihnen große Fahrlässigkeit vor, lauter Fälle für den Strafrichter.

Gast: tigerauge
03.08.2011 18:38
0

ich kann mir nicht vorstellen

daß die griechischen behörden in der lage sind die eigene erblindung zu überprüfen.

Schwindelrepublik

Deshalb waren die auch so kategorisch gegen Google "street view".

Damit die Villen, Jachten etc. nicht betrachtet werden können.

Alles angeschafft mit Sozialhilfe...

Gast: Adalbert M. Rohde
03.08.2011 14:42
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Populärer Sozialmissbrauch

Sozialmissbrauch ist in Griechenland so populär und üblich wie Steuerhinterziehung. Aber selbstverständlich sind am griechischen Drama die Banken schuld. Das erklären uns tagtäglich unsere linken Wirklichkeitsverweigerer.

Viel Arbeit für unterforderte Beamte!

Wenn ein Viertel der in Griechenland im Arbeitsprozeß stehenden Personen BEAMTE sind, so fragt man sich schon, warum diese nicht schon zur penblen Überprüfung von Leistungsansprüchen auf dem Sektor der sozialen Transfers engesetzt wurden! Doch offenbar war es der Politik, den Ministerien, Ämtern und Behörden ziemlich EGAL! Die Regierungschefs sorgten ja stets eh dafür, daß der finanzielle Nachschub aus Brüssel funktionierte. Und auch in Brüssel kümmerte sich keiner um dieses offensichtlich gewordene "Faß ohne Boden". Denn eigentlich wäre es ja die Aufgabe der EU gewesen, den ökonomischen AUFHOLPROZESS der Hellenen kontiunierlich zu kontrollieren. Genau DAS war ja der eigentliche Sinn hinter der Zielsetzung eines "Europa der zwei Geschwindigkeiten": Die Nehmerländer sollten mit der Zeit zu den Geberländern AUFHOLEN. Doch KEINES von ihnen hat das je getan; ja nicht einmal tendenziell angestrebt. In der Hängematte der Alimentationen aus Brüssel lebte es sich ja viel bequemer...

Kein Wunder also, daß die Ratingagenturen nach wie vor an einer Gesundung der griechischen Wirtschaft mittels "Rettungsschirmen" zweifeln...

Antworten Gast: Frank Oberhauser
03.08.2011 14:48
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Re: Viel Arbeit für unterforderte Beamte!

In Griechenland Beamter sein, heißt hie und da zur "Arbeit" erscheinen, ein bisserl Kaffee trinken, den Fakelaki-Stand sichten, und das war es dann auch schon wieder. Von dem griechischen Beamtenheer arbeitet nur ein verschwindend kleiner Bruchteil. Manche kennen ihren Arbeitsplatz nur vom Hörensagen.

Premier Papandreou muss fürs Steuereintreiben deswegen Private engagieren, weil seine Finanzbeamten, soweit sie sich am Arbeitsplatz blicken lassen, oft nicht den Unterschied zwischen Einkommens- und Umsatzsteuern wissen. Sie wissen nur, dass sie selbst für ihre privaten Geschäfterln auch keine Steuern bezahlen.

Gast: Sinus
03.08.2011 14:01
0

die Überprüfung der Blinden sollte

primär in Brüssel erfolgen.

Jaja...

...die grelle Sonne im Mittelmeer. Da kann das schon passieren, vor allem, wenn sie durch ein Ouzoglas beim Wirtn gebündelt wird.

Gast: BÄRLIMANN
03.08.2011 13:27
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LOGISCH

Diese Krankheit dürften auch die Politiker haben.

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