Zertrümmert Italien den Euro?

08.08.2011 | 18:29 |  von Josef Urschitz (Die Presse)

Das hoch verschuldete Italien ist zum größten Problem für die Eurozone geworden: Misslingt die Stabilisierung durch Sparprogramm und EZB-Anleihenkäufe, dann gerät die gesamte Eurozone in ernste Pleitegefahr.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Seit gestern hat die de facto bereits existierende Transferunion innerhalb der Eurozone eine neue Dimension: Die Europäische Zentralbank (EZB) kauft in großem Stil Staatsanleihen von Italien und Spanien auf, um die Verzinsung der Staatsschuld der beiden wackelnden Euroländer innerhalb der Finanzierbarkeitsgrenzen zu halten.

Mehr zum Thema:

Gekauft wird auf dem Sekundärmarkt. Den Banken, die auf diese Weise ihre Italien- und Spanien-Anleihen „anbringen“ können, wird damit signalisiert, dass sie die beiden gefährdeten Euroländer ruhig weiter finanzieren können: Wenn es brenzlig wird, springt Europa in Gestalt seiner EZB ein.

Diesfalls noch mit Erfolg: Die Renditen italienischer und spanischer Anleihen sind gestern von über sechs auf 5,35 bzw. 5,25 Prozent gesunken. Im Falle Italiens war das auch bitter nötig: Das Land ist mit rund 1900 Milliarden Euro (das sind 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts) verschuldet und muss in den beiden kommenden Jahren jeweils rund 200 Milliarden Euro auf dem Kapitalmarkt aufnehmen, um auslaufende Altanleihen zu tilgen und Zinsen zu bezahlen. Da tut jeder Prozentpunkt an Zinsen spürbar weh.

Schuldenkrise im Euro-Zentrum

Die italienische Schuldenmisere trifft die Gemeinschaftswährung ins Mark: Mit ihr ist die Staatsschuldenkrise im Herz der Eurozone angekommen. Während die bisherigen Problemländer Griechenland, Irland und Portugal zusammen nur sechs Prozent des Eurozonen-BIPs erwirtschaften, hat es mit Italien die drittgrößte Euroland-Volkswirtschaft erwischt (und mit Spanien die viertgrößte dazu).

Anders gesagt: Italien ist, wie am Wochenende auch die deutsche Regierung festgestellt hat, zu groß für eine Rettung durch die anderen Euroländer. Bei Staatsschulden von 1900 Milliarden Euro nimmt sich der derzeitige Euro-Rettungsschirm im Volumen von gerade einmal 445 Milliarden sehr mickrig aus.

Wie groß ist die Gefahr wirklich, dass das Land, in dem die Zitronen blühen, den ganzen Euro in den Abgrund reißt?

Von den Fundamentaldaten her steht das Land nicht so schlecht da: Es ist zwar hoch verschuldet, hat aber eine halbwegs funktionierende (wenn auch langsam wachsende) Wirtschaft und steht vor einem vergleichsweise ambitionierten Budgetsanierungsprogramm.

Das Problem: Gelingt es nicht, die Märkte davon zu überzeugen, dann bringen die Zinsen das Land um. Goldman Sachs hat in einer Studie errechnet, dass die problematische Schwelle für Italien bei einer Anleihenrendite von sieben Prozent liegt. Wenn die Zinsen längere Zeit darüber liegen, wird die Finanzlage sehr ernst. Weit war das Land von dieser Schwelle vor der EZB-Intervention nicht mehr entfernt.

Für Italien zeichnen sich damit drei Szenarien ab:

• Szenario eins: Die EZB-Interventionen wirken, und das von der Regierung beschlossene Sparprogramm überzeugt die Märkte. In diesem Fall muss sich Italien auf eine mehrjährige Phase schwachen Wachstums einstellen. Die Kosten wären dann im Wesentlichen die der EZB-Investitionen – und würden sich in überschaubarem Rahmen halten.

• Szenario zwei: Italien hält das Sparprogramm nicht durch, die Anleiherenditen steigen, das Land muss unter einem dann sehr stark ausgeweiteten Euro-Rettungsschirm schlüpfen. Das würde die gesamte Eurozone schwer treffen. Die EZB könnte zwar auch in diesem Fall als letzter Retter in der Not auftreten und „Bad Bank“ für Staatsanleihen spielen, sie müsste ihre Bilanz aber gewaltig aufblähen – und würde damit alle Inflationsschleußen öffnen. Wegen der schieren Größe der Rettung wäre es wahrscheinlich, dass die großen Euroländer (und damit der EU-Rettungsschirm) ihr AAA-Rating verlieren, was erneut eine Schuldenspirale in Gang setzen würde.

• Szenario drei: Im schlimmsten Fall (der aus heutiger Sicht allerdings extrem unwahrscheinlich ist) kann Rom sein Sparprogramm gegen die eigene Bevölkerung nicht durchsetzen, die Märkte reagieren entsprechend verschnupft – und Italien kann sich nicht in der Eurozone halten. In diesem Fall hat das Land mit einer extrem abgewerteten eigenen Währung plötzlich 1,9 Billionen Euro Auslandsschulden – und wäre auf einen Schlag zahlungsunfähig.

Abschied vom Inflationsziel

Das Problem: Italien ist der drittgrößte Anleihenmarkt der Welt. Ein Ausfall dieses Marktes würde eine internationale Finanzkrise nach sich ziehen, gegen die sich die letzte ausgesprochen putzig ausnimmt.

Anzunehmen, dass Eurozone und EZB ein solches Szenario unter allen Umständen verhindern werden wollen. Wenn das nicht so glatt wie in Szenario eins geht, heißt das freilich, dass sich die EZB von ihrem Inflationsziel verabschieden muss. Wenn sie das mit den jüngsten Anleihekäufen nicht ohnehin schon getan hat.

Auf einen Blick

Steigen die Renditen italienischer Anleihen für längere Zeit über sieben Prozent, dann bekommt das Land ernste Finanzierungsprobleme. Das wird zur Herausforderung für die gesamte Eurozone. Denn Italien ist mit 1900Milliarden Euro Schulden zu groß, um unter den EU-Rettungsschirm zu schlüpfen. Vorläufig spielt die EZB Retter in der Not – und kauft italienische Anleihen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.08.2011)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

123 Kommentare
 
12 3
Gast: Desaster
09.08.2011 21:19
0

Die Frage welche Währung früher zerbricht,

der USD oder der Euro, ist eher philosophisch.

Derzeit sieht es eher danach aus, dass der Euro seh rasch zerbröckelt. Aber wenn dies der Fall ist, dann reisst er den USD unweigerlich mit. Im umgekehrten Fall bringt auch der frühere Absturz des USD den Euro zum Absturz.

Übrig bleiben wird auf jeden Fall der starke SFR ein paar andere Währungen europäischer Länder, die nicht so unvorsichtig waren in den Euro zu gehen, der Yen und wahrscheinlich auch der RMB.

Re: Die Frage welche Währung früher zerbricht,

Wann ist jemals eine Währung "zerbrochen", weil der betreffende Staat zahlungsunfähig war.
Warum sollte der Dollar, der EURO oder eine andere Währung verschwinden?

Den argentinischen Peso und den Rubel gibt s ja immer noch!

Das derzeitige Problem ist ja weder der EURO noch die EU, sondern die Nationalstaaten, die ihre Finanzen nicht in Ordnung haben und riesige Schulden angesammelt haben!

Und ausgerechnet in dieser Situation wird von den "FPÖ-Fachleuten", die ihre eigenen Finanzen nicht im Griff haben eine "Renationalisierung" als Rezept geforderrt!

Re: Re: Die Frage welche Währung früher zerbricht,

eben.
einige (viele) schreiben auch nicht zur schuldenkrise sondern posten einfach wild "parteimeinungen", naja, ist wahrscheinlich deren job.

PS: auch der weltuntergang wurde schon oft prophezeit, nur wohin soll sie untergehen? ;-)

Zuerst der Staatsbankrott! Danach der Ausverkauf von Volksvermögen, bis der letzte Großspekulant seine griechische Insel und seinen österreichischen Berggipfel hat. Ich denke das sind die Todeszuckungen des Kapitalismus! Unsere Enkel sollten langsam Chinesisch lernen, wenn sie als Müllmänner in Peking arbeiten werden!


Gast: Toto
09.08.2011 15:36
0

$$$$

....habe in einem wirtschaftsmagazin gelesen das die italiener mitunter die höchste pro- kopf sparquote in europa haben u. ihre häuser u.wohnungen generel schuldenfrei vererben(gehört sich anscheinend so)...also hat in italien "nur" der staat kein geld....."wie gesagt: ich habs gelesen,beweise u. zahlen hab' ich jetzt leider keine parat".....jetzt ist für mich persönlich natürlich die frage: sollte ich als österreicher weniger geld am konto/sparbuch haben u. dafür der staat mehr.....ich bin eher für mehr auf meinem konto,was natürlich nichts hilft wenn der staat tschari geht....fazit:es ist gar nicht die höhe der steuern für mich die der staat österreich einhebt, vielmehr was der staat damit macht --->nur umverteilen zu den nettoempfänger u. weiter die schulden erhöhen ist doch auch keine erfolgsstory,oder?!

Antworten Gast: Observant
09.08.2011 17:11
0

Re: $$$$

Es stimmt, dass die italienischen Staatsschuldentitel zum Großteil von Italienern bzw. italienischen Banken gekauft und gehalten werden. Im Gegensatz eben etwa zu den Griechen. Die leben von der feilen Auslandsverschuldung des Staates "dank" der niedrigen Zinsen weil sie sich erfolgreich - u.a. "Dank" Gerhard Schröder und Günter Verheugen - mit dem Genossen Simitis in den Euro hinein gelogen hatten.

Re: $$$$

"..ich bin eher für mehr auf meinem konto,was natürlich nichts hilft wenn der staat tschari geht.."

warum das?

Gast: gast45
09.08.2011 14:42
1

die "superreichen" in italien

haben nach vorsichtigen schätzungen 500 mrd euro illegales geld im ausland liegen - warum zieht man das nicht heran, um die schulden ein wenig zu tilgen??

Gast: gast45
09.08.2011 14:32
1

im prinzip

sind alle eu-staaten pleite, auch die mit AAA-rating, denn kein land hat die letzten jahrzente auch nur einen cent der angehäuften schulden zurückgezahlt, im gegenteil es werden immer neue schulden aufgenommen, und nur mit ach und krach die zinsen der schulden mit neuen krediten bedient

die laufende staatsausgaben sind mit dem derzeitigen staatshaushalt nicht mehr zu bgleichen, und von schulden zurück zahlen kann keine rede sein

die politischen eliten drücken uns ins 18jhrd vor der industriellen revolution zurück

und die dilettanten der ezb kaufen auch noch von zockern um gutes geld ramschpapiere zurück, also für schrott gibts für zocker viel geld, den schrott können dann die steuerzahler begleichen

Gast: gast45
09.08.2011 14:25
2

wann werden diese politiker

vor gericht gestellt

ohne das volk zu fragen werden hier illegale dinge gemacht, denn eine transferunion war von anfang an per gesetz ausgeschlossen

Re: wann werden diese politiker

Und an welchen Paragrafen eines österreichischen Gesetzes denken Sie daran?

Sie können ja nur jemanden in Österreich vor Gericht bringen der gegen ein festgeschriebenes österreichisches Gesetz verstoßen hat.

Und ein nachträglich geschriebener Paragraf zählt ja nicht rückwirkend.

Auch die Republik Österreich war immer eine Transfer-Republik und die EU immer eine Transferunion.
Oder wie würden Sie den Sinn von Nettozahlern und Nettoempfängern nennen?

Re: Re: wann werden diese politiker

es war sogar in zeiten vor dem Euro eine "transferunion", den immer wenn ein staat abgewertet hat, war dies im wesentlichen eine transferleistung(!), wenns zu diesen staat eine wirtschaftsbezeihung gab.
genau das sollte ja der euro verhindern. leider haben sich die nationalstaaten immer erfolgreich gegen eine einmischung in die finanzpolitik gewehrt. jetzt hat man halt wieder "alte" zustände.

Re: Re: Re: wann werden diese politiker

Ich sehe das ganz genau so!

Abgesehen davon, sind ja die Fehler in den nationalen Staaten begangen worden. Die Budgethoheit lag und liegt immer noch bei den Mitgliedsstaaten, die haben die massiven Schulden aufgebaut.
In Österreich wurden die Versuche zur Budgetkonsolidierung als "kaputtsparen" von Gusenbauer diskreditiert. Die Wähler haben ihm das Vertrauen ausgesprochen und sich für die weitere Verschuldung, beispielsweise durch endlose Verlängerung der Hacklerregelung entschieden. Heute jammern genau diese Herrschaften!

Gast: erklaerbaer
09.08.2011 13:17
1

italiens lira

die lira war schon damals eine miese währung und jetzt mit dem euro haben sie nur den euro weiter geschwächt.

Gast: ehklaroeu
09.08.2011 10:57
2

der euro und die eu bankenpolitik werden die steuerzahler und arbeitnehmer ins chaos stürzen

italien, frankreich, dann spanien usw. die gesamte eu hat sich mit dem spekulanteneuro in eine kapitalmarkt- und börsenabhängigkeit begeben aus der man nicht mehr rauskommt. die reichen geldeleliten von der wall street bis zur londoner city haben über die kapitalmärkte die EU völlig in der hand und können nun über eine maßlose und zynische schulden- und zinsenpolitik die länder auf jahrzehnte ausquetschen und noch mehr belasten. die realen volkswirtschaften mit den sozialen und gesellschaftlichen notwendigkeiten können dieser entwicklung nicht mehr gerecht werden. die politik hat zerstörerische finanzmarktmechanismen zugelassen und ist nun selbst nur mehr zuschauer dieser negativentwicklung in den kapitalmarkt- und bankenbreichen. es werden gutgehende firmen und arbeitsplätze vernichtet und ausgelagert. es werden mittlerweile sämtliche sozialen standards für die bevölkerung schon wieder in frage gestellt und sozialabbau betrieben. die massenmedien schreiben täglich über diese unsozialen forderungen der kapitalmärkte und börsen und daher ist es nicht verwunderlich, dass große teile der bevölkerung kein vertrauen mehr in die poltik hat. statt die politische fehlentwicklung des banken- u.des kapitalmarktsektors radikal zu reformieren, werden nun von der SPÖ sogar weitere belastungen auf die steuern und abgaben für die arbeitnehmer gefordert. es gibt keine kapitalvermögens, aber die ohnedies hohe steuerbelastung für die arbeitnehmer soll weiter erhöht werden. typisch SPÖ Politik

Gast: Delta
09.08.2011 10:42
3

Wettlauf

welches Pleiteland ruiniert den EURO zuerst - so kommt es einem vor.

Re: Wettlauf

wenn eine firma in konkurs geht is der euro auch net hin.

der euro ist zahlungsmittel, wenn jetzt z.b. GR nicht mehr zahlen kann, werden sie in wien immer noch schnitzerl damit kaufen können!

Re: Re: Wettlauf

Ihr Schnitzerl wird dann aber 80 und nicht 8 Euro kosten.....

Re: Re: Re: Wettlauf

den preis bestimmt aber auch dann angebot und nachfrage.

Antworten Antworten Gast: Delta
09.08.2011 13:15
0

Re: Re: Wettlauf

Da gibt's dann noch was, das nennt sich "Anschlußkonkurs".....

EURO-"ZERTRÜMMERUNG"

Na, also: An der Spitze der international renommierte VOLSWIRT UND NATIONALÖKONOM-Josef URSCHITZ (oder doch nicht?!) toben sich die postenden Finanzexperten und Presse-Leser wieder einmal so richtig aus!!
Ich halte jede Wette, dass keiner dieser Experten jemals- PERSÖNLICH UND WIRTSCHAFTLICH EIGENVERANTWORTLICH JE EINE WÜRSTELBUDE GEFÜHRT HAT!!
Viel Spaß, beim Studium dieser"Expertisen"!

>>Das würde die gesamte Eurozone schwer treffen. Die EZB könnte zwar auch in diesem Fall als letzter Retter in der Not auftreten und „Bad Bank“ für Staatsanleihen spielen, sie müsste ihre Bilanz aber gewaltig aufblähen – und würde damit alle Inflationsschleußen öffnen.<<


Frage: Wodurch unterscheidet sich eine Finanzierung von Staatsschulden durch die EZB von einer Finanzierung durch Geschäftsbanken (GB)?

In beiden Fällen werden Bilanzen "aufgebläht" (EZB und GB), wird Geld geschöpft. Außerdem landen doch die von den GB gekauften Euro-Bonds als Sicherheit für neue Kredite wieder bei der EZB (wie man im Falle Griechenlands lesen konnte).

Im Fall der Finanzierung durch die EZB bleiben die Zinsen wenigstens beim Steuerzahler (Gewinnausschüttung der EZB an ihre Aktionäre, die jeweiligen Nationalstaaten).

Im zweiten Fall kassieren die Geschäftsbanken. D.h., wir, die Steuerzahler borgen den GB billig unser Geld (derzeit 1,5%), das sie uns dann teuer zurückborgen (im Falle Italiens um ca. 5%)!

Ist doch pervers, oder?

Re: >>Das würde die gesamte Eurozone schwer treffen. Die EZB könnte zwar auch in diesem Fall als letzter Retter in der Not auftreten und „Bad Bank“ für Staatsanleihen spielen, sie müsste ihre Bilanz aber gewaltig aufblähen – und würde damit alle Inflationsschleußen öffnen.<<

Der Vollständigkeit halber: Warum das so ist hab ich ganz naiv im BK-Amt erfragt. Antwort sinngemäss: Eine staatliche Institution (=EZB) soll keine Kredite vergeben (=Staaten durchfinanzieren), da Kreditvergabe grundsätzlich von politischer Einflussnahme ferngehalten werden muss.

Nicht nur, dass wir aufgrund der sich beliebig vergrössernden öffentlichen Defizite ebenso beliebig erpressbar geworden sind - wir müssen uns dann noch von unserer Vertretung derart für blöd verkaufen lassen.
Eigentlich ganz und gar nicht mehr pervers.

Re: >>Das würde die gesamte Eurozone schwer treffen. Die EZB könnte zwar auch in diesem Fall als letzter Retter in der Not auftreten und „Bad Bank“ für Staatsanleihen spielen, sie müsste ihre Bilanz aber gewaltig aufblähen – und würde damit alle Inflationsschleußen öffnen.<<

Wenn die Nationalbank direkt in den Markt eingreift, verletzt sie Konventionen auf dem der Markt basiert, was im allgemeinen eine Abwertung der Währung beinhaltet.

Das ist genau einer jener Fälle, die mit "Anwerfen der Gelddruckerpresse" gemeint sind, Geld ohne Gegenleistung in den Markt zu pumpen ...

Re: Re: >>Das würde die gesamte Eurozone schwer treffen. Die EZB könnte zwar auch in diesem Fall als letzter Retter in der Not auftreten und „Bad Bank“ für Staatsanleihen spielen, sie müsste ihre Bilanz aber gewaltig aufblähen – und würde damit alle Inflationsschleußen öffnen.<<


Gut, ist mir schon klar.

Was aber, wenn das komplette Euro-Schulden-Management eine Euro-Schuldenbank mit Banklizenz übernimmt (zu 100% im Besitz der Euro-Länder)?

Oder gleich der EFSF (mit Banklizenz)?

Dieser wäre schon mit einem netten Kapitalpolster ausgestattet (750 Mrd Euro), garantiert von allen Euro-Ländern.

Mit diesen 750 Mrd lassen sich spielend fünf bis zehn Milliarden Euro neue Kredite bei der EZB schöpfen.

Nur die Zinsen für das Startkapital plus Verwaltungskosten würden beim Euro-Steuerzahler hängen bleiben (derzeit etwa 0,5%).

Und keine Nationalbank greift direkt in den Markt ein und verletzt Marktkonventionen.

Re: Re: >>Das würde die gesamte Eurozone schwer treffen. Die EZB könnte zwar auch in diesem Fall als letzter Retter in der Not auftreten und „Bad Bank“ für Staatsanleihen spielen, sie müsste ihre Bilanz aber gewaltig aufblähen – und würde damit alle Inflationsschleußen öffnen.<<

Das ist schon richtig - nur den Wert einer Währung dadurch hochzuhalten, dass Geschäftsbanken für die "Gegenleistung" des Anlegens von zwei Buchungszeilen den beschriebenen Zinsvorteil erhalten, ist keine nachhaltige Lösung.

 
12 3

Umfrage

  • Sollen in Wien Tourismuszonen für den Handel eingerichtet werden?
  • Ja
  • Nein
  • Ist mir egal
AnmeldenAnmelden