Sehr schwaches Wachstum in der Eurozone

Im zweiten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt nur noch um 0,2 Prozent. Insbesondere große Länder dämpften den Aufschwung Österreich zählt mit einem Plus von einem Prozent zu den wachstumsstärkeren Ländern.

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(c) REUTERS (FRANCOIS LENOIR)

Brüssel/Wien/Red. Die europäische Wirtschaft schrammt hart an einer Rezession vorbei. Von einer solchen spricht man, wenn die Wirtschaft zwei Quartale in Folge schrumpft. Noch wächst sie, allerdings nur noch schwach: Im zweiten Quartal erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Eurozone um 0,2 Prozent. Das geht aus einer vorläufigen Schätzung des EU-Statistikamts Eurostat hervor. Im ersten Quartal hatte es noch ein Wachstum von 0,8 Prozent gegeben. Zum Vergleich: Auch in den USA ist das BIP von April bis Juni nur um 0,2 Prozent gewachsen, in Japan war es um 0,3 Prozent rückläufig.

In der Eurozone konnten Bruttoanlageinvestitionen, Ausfuhren und Einfuhren noch leicht zulegen, die Konsumausgaben der privaten Haushalte schrumpften aber um 0,2 Prozent.

Insbesondere große Länder wie Deutschland und Frankreich dämpften den Aufschwung: Während die deutsche Wirtschaft noch ein leichtes Plus von 0,1 Prozent zum Vorquartal verzeichnete, stagnierte das französische Bruttoinlandsprodukt. Österreich zählt mit einem Plus von einem Prozent zu den wachstumsstärkeren Ländern. Nur Estland verzeichnete ein noch höheres Wachstum von 1,8 Prozent. Vor einem Jahr wuchs die heimische Wirtschaft allerdings noch um 4,1 Prozent.

 

Heimisches Handelsdefizit steigt

Im ersten Halbjahr schien der österreichische Außenhandel noch wenig von der aufkeimenden Konjunkturabschwächung zu spüren: Wie die Statistik Austria mitteilte, kletterte der Wert der Warenimporte um 19 Prozent auf 63,7 Mrd. Euro. Die Exporte konnten damit nicht ganz Schritt halten: Ihr Wert erhöhte sich im ersten Halbjahr um 17 Prozent auf 60,5 Mrd. Euro. Damit erhöhte sich das Passivum der Außenhandelsbilanz auf 3,2 Mrd. Euro. Österreichs Handelsbilanz (Exporte minus Importe) ist traditionell negativ, die Dienstleistungsbilanz, auch dank des Tourismus, dagegen positiv.

Zur Jahresmitte hin zeigte sich bereits eine leichte Abkühlung: Im Juni war der Wert der Importe nur noch um fünf Prozent höher als vor einem Jahr, jener der Exporte um zwei Prozent.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.09.2011)

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