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Griechenland: Wirtschaft schrumpft, Defizit wächst

08.09.2011 | 19:27 |   (DiePresse.com)

Der Rückgang in zweiten Quartal ist höher als erwartet. Der Wirtschaftsminister hält mehr Zeit für Reformen notwendig. Die EU-Kontrollore kommen wieder nach Athen.

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Die griechische Regierung hat eingeräumt, dass ihr Haushaltsdefizit in diesem Jahr höher als ursprünglich geplant ausfallen wird. Es scheine unmöglich, die Zielmarke von 7,6 Prozent zu erreichen, sagte Wirtschaftsminister Michalis Chrysochoidis der "Stuttgarter Zeitung" (Freitagausgabe) einem im voraus veröffentlichten Interview zufolge. Dies sei der Rezession geschuldet. "Die vielen Arbeitslosen zahlen nicht mehr in die Sozialkassen ein, der Haushalt muss diese Lücke schließen", sagte der Politiker.

Das Problem sei nicht ein Prozentpunkt mehr oder weniger. Die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds wolle sehen, dass Griechenland voranschreite und die Reformen anpacke. "Wir haben doch zwei Möglichkeiten: Entweder setzen wir diese Reformen nach den Regeln unseres demokratischen Landes um. Oder wir machen es anders, es gibt eine soziale Katastrophe, und Griechenland kollabiert." Auf die Frage, ob er mehr Zeit verlange, antwortete Chrysochoidis dem Blatt zufolge: "Ja. Dann werden wir diese Krise auch überwinden."

Die wirtschaftliche Talfahrt in Griechenland ist noch schlimmer als befürchtet. Die griechische Wirtschaftsleistung ging im zweiten Quartal dieses Jahres um 7,3 Prozent zurück. Im Vorquartal waren es 8,3 Prozent. Damit scheint es immer unwahrscheinlicher, dass Griechenland das Defizitziel von 7,6 Prozent in diesem Jahr erfüllen kann. Auch deswegen steht die Regierung international in der Kritik. Die Geberländer erhöhten den Druck.

Die Budget-Kontrolleure der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) sollen in der kommenden Woche nach Athen zurückkehren. "Es gibt noch kein präzises Datum", sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Donnerstag in Brüssel. "Es ist klar, das liegt vor allem in der Hand der griechischen Behörden."

Die griechische Regierung geht für das Gesamtjahr derzeit von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 5,0 Prozent aus. Im vergangenen Jahr war die Wirtschaft im schuldengeschüttelten Mittelmeerland bereits um 4,5 Prozent zurückgegangen. Hintergrund für die tiefe Rezession sind stark sinkende Investitionen und Exporte, auch die von Sparmaßnahmen stark getroffenen griechischen Verbraucher haben ihre Ausgaben drastisch eingeschränkt.

Die internationalen Geldgeber hatten in der vergangenen Woche von Athen gefordert, den Haushaltsplan für 2012 zu überarbeiten und Strukturreformen anzugehen. Die "Troika" aus EU, Europäischer Zentralbank und IWF hatte die griechische Hauptstadt verlassen.

Die Kontrolleure prüfen die Umsetzung des Spar- und Stabilisierungsprogramms, das mit Griechenland im Gegenzug für Milliardenhilfen vereinbart worden war. Ohne die Kontrolle gibt es keine Auszahlung der nächsten Kredittranche für Griechenland von rund zwölf Milliarden Euro, die Ende September ansteht. Die Summe stammt aus dem bereits laufenden Hilfspaket für Athen der Eurostaaten und des IWF von 110 Milliarden Euro und hat nichts mit dem zweiten Rettungspaket zu tun, das die Euroländer bei einem Gipfel am 21. Juli beschlossen haben.

 

(APA)

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20 Kommentare
Gast: Eurrora
08.09.2011 18:29
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Griechenland ist ein hoffnungsloser Fall,

den es gibt keine Steigerungsstufe für Pleite.

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Wenn ...


... das BIP der Griechen heuer um 7% auf 214 Mrd Euro sinkt und die Staatsschulden von 328,6 Mrd Euro auf 360 Mrd Euro steigen, wären die Hellenen per 31.12.2011 mit ~170%/ BIP verschuldet.

Zu Beginn der Schuldenkrise (per 01.01.2009) war Griechenland mit 262,3 Mrd Euro verschuldet.

Da ließen uns die Euroten (Juncker, Sarkozy & Co) noch glauben, mit mehr Schulden lösen sie das Griechenland-Schulden-Problem.

Die beiden Halunken haben wohl eher an ihre Banksters usw gedacht.

Und die dröge deutsche IM-Tante ließ sich gemeinsam mit unseren Dick&Doof-Trollen über den Tisch ziehen ...

Antworten Gast: Zyni
09.09.2011 06:40
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Welch Geistes Kind

die verantwortlichen Politiker sind konnte man gestern bei maybritt illner beobachten, als Starbatty sie um den Tisch watschte!

Gast: Eierbär
08.09.2011 17:56
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Wie schon meine Mutter immer sagte

was Du vorgefressen hast, wirst Du dann nachhungern müssen. (wird uns auch nicht erspart bleiben!)

Gast: Trauriger Mensch
08.09.2011 17:32
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Trauerspiel

Das Trauerspiel geht weiter bis zum traurigen Ende, in einer traurigen Währungsunion mit traurigen Menschen.

Das Ende von GR ist besiegelt

Die können nicht mal eine Schuldenlast bedienen wann die Zinsen nur 3 Prozent wären. Die Deutsche Regierung handelt grob fahrlässig wenn die weiterhin die Steuergelder offensichtlich beim Fenster hinausschmeissen, EU hin - EU her.

Fool me once, shame on you! Fool me twice, shame on me! Fool me thrice, my name is Merkel!



Die Griechen haben uns zuerst beim Budet belogen, wir haben ihnen Geld gegeben, dann haben sie Einsparungen versprochen aber mehr ausgeben und wir haben ihnen Geld geben, und dann haben sie noch einmal genau das gleich gemacht und Merkel hat ihnen Geld gegeben obwohl die gesamte Bevölkerung in den Netto-Zahler-Ländern dagegen war.

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Gratuliere

-7,3 Wirtschaftswachstum... da kann man nur Merkel und co gratulieren - wenn der Staat nicht mehr investieren kann, steht nun mal die ganze Bude. Könnte man jetzt mit unserer Situation nach dem 1. Weltkrieg vergleichen, dabei bräuchten die Griechen einen Marshallplan wie wir nach dem 2.! Also raus mit ihnen aus dem Euro, Schuldenschnitt und danach sinnvolle Investitionen!

Gast: rebelin
08.09.2011 16:59
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Eurokläger Peter Gauweiler: Griechenland zurück zur Drachme!

Eurokläger Peter Gauweiler: Griechenland zurück zur Drachme!

http://goo.gl/DkBeh

Gast: check
08.09.2011 16:12
3 0

Griechenlands "Wirtschaft" besteht zu 90% aus Staatsangestellten in Staatsbetrieben

Es bleiben also 10% Privatwirtschaft, die neben der defizitären Staatswirtschaft auch noch die Millionen Beamten, Pensionisten und Sozialhilfeempfänger zu tragen haben.

Dass dies nicht funktionieren kann zeigt ja die Entwicklung der Schulden.

Griechenland hat 2011 auch OHNE SCHULDENTILGUNG UND ZINSENDIENST um 5 Milliarden Euro mehr ausgegeben als eingenommen!

Die sind einfach Pleite! Strukturell! Insolvent!

Das kann nicht von Außen mittels Auflagen geregelt werden, sonst gibts Bürgerkrieg.

Die müssen ganz auf sich allein gestellt wieder in diejenige Armut zurückfallen, die ihrer tatsächlichen Wirtschaftsleistung entspricht. Nur so wird auch tatsächlich reformiert.

Re: Griechenlands "Wirtschaft" besteht zu 90% aus Staatsangestellten in Staatsbetrieben

danke für diese schöne Vereinfachung - manchmal geht es einfach nicht anders um Menschen das eigentlich Augenfällige klar zu machen. Ergänzen möchte ich, dass diese 90% Staatsangestellten absolute Traumgehälter bzw. Traumpensionen a la Schlarafenland beziehen, dass Griechenland schon mehrmals mit der genau gleichen Lügennummer pleite gegangen ist: die sind auf Staatspleite bzw. -betrug spezialisiert und lügen, dass sich die Balken biegen, um an fremdes Geld zu kommen.

Merkel hat sich da von Juncker/Sarkozy wegen der Banken in den größten politischen Fehler seit WK II hineinhetzen lassen

Merkel ist eine Physikerin und so gut die Ausbildung sonst sein möge von Wirtschaft hat sie weder Ahnung noch dafür Gespür.

Mit dem Rettungsschirm war zwar geplatn den Euro zusammen zu halten, aber drängt jetzt die guten Ländern hinaus damit die überschuldeten mit Deutschland drinnen bleiben.

Die Deutschen werden in einer Lira2.0 aufwachen.

Merkel hat damit das wichtigste das sich Deutshland aufgebaut hatte die Hartwährung verloren.


Der Haircut kommt. So oder so...

Wenn die Griechen ihre Drachmen wieder einführen, kann Europa 100% der Kredite abschreiben. Behalten sie den Euro, ist es vielleicht mit 50-60% getan.

Der Domino Effekt kommt jedoch bei beiden Varianten. Weiteres Geld schiebt die Sache noch ein paar Wochen oder Monate hinaus.

Gast: nihao
08.09.2011 15:40
3 0

lächerlich...

welchen Dillos war das denn nicht von Anfang an klar?
Sparen und Wirtschaftswachstum? Wachstum ohne Investitionen?
... da greift man sich nur mehr aufs Hirn.

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Re: lächerlich...


Wer soll denn in Griechenland investieren, wenn's nicht mal die griechischen Unternehmer und Reichen tun (trotz 31,065 Mrd Euro Unternehmens- und Vermögeneinkommen (!!!) in Quartal II*)

Laut Herrn Ulrich Blum vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle** bräuchte Griechenland Investitionen im Ausmaß des Aufbau's Ost.

Blum glaubt, dass die Griechen das „selbst nicht schaffen, die bekommen ja nicht einmal ihre Tourismuswirtschaft und ihren Gemüseanbau in den Griff“. Stattdessen müssten ausländische Investoren angelockt werden – durch „die Veräußerung von Staatseigentum bis hin zu ganzen Inseln“.

* http://www.querschuesse.de/griechische-bip-in-q2-abwartsrevidiert-auf-real-73/

** http://www.welt.de/wirtschaft/article13582833/Die-Griechen-nehmen-uns-aus-wie-Weihnachtsgaense.html

Antworten Antworten Gast: nihao
09.09.2011 10:05
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Re: Re: lächerlich...

Ich habe ja nicht behauptet, dass es besonders reizvoll ist in Griechenland zu investieren. Aber dass man erwartet Griechenland könne seine Schulden zurückzahlen indem überall gespart wird, ist einfach nur absurd.
Natürlich haben die Griechen keine besonders hohe Steuerzahlmoral, aber selbst wenn sich das ändern würde, könnten sie bei einer schrumpfenden Wirtschaft und den hohen Zinsen auf ihre Staatsanleihen, ihre Schulden trotzdem nie zurückzahlen.

Gast: Febobo
08.09.2011 15:30
1 0

Eigentlich unpackbar

Dass man in einem dramatischen Sparkurs mitten in einer Wirtschaftskrise die Wirtschaft nur noch stärker abwürgt wissen wir seit über 70 Jahren!

Durch die schrumpfende Wirtschaft sinken die Staatseinnahmen noch schneller, es ergeben sich wieder zwei Möglichkeiten:
noch stärker sparen, damit wird der Teufelskreislauf nach unten fortgesetzt
Sparkurs aufgeben und die Wirtschaft mit Geld vollpumpen und hoffen dass der Motor wieder anspringt, was in der derzeitigen Situation zum Staatsbankrott führen muss.

Es gibt keine andere Möglichkeit. Wer etwas anderes sagt, ist ein Lügner.

Gast: 1. Parteiloser
08.09.2011 15:20
3 0

Eine logische Entwicklung!

Eine Wirtschaft, welche nur aus geschützten Bereichen besteht, bläst doch das BIP herrlich auf. Die ganze "Dienstleistungen" gehen ja zu Kosten in das BIP, der Nutzen für die Gesellschaft bleibt unbeachtet.

Wenn man nun die Kosten dieser "Dienstleistungen" auf ein vernünftiges Niveau senkt, dann muss doch das BIP auch in die Knie gehen.

Mit der Wirtschaftleistung, einer volkswirtschaftlich nützlichen Wirtschaftsleistung, hat das alles aber nichts zu tun.

Ähnliche Phänomen haben wir in Österreich ja auch, wenn auch nicht so ausgeprägt. Auch in Österreich wird das BIP durch solche Berechnungen aufgeblasen. Das führt am Ende zu einem BIP pro Haushalt von gut 80.000.- Euro und damit zur Fiktion eines Reichtums, welcher aber überhaupt nicht vorhanden ist. Die Menschen haben doch von diesem BIP pro Haushalt gar nichts.

Dass Staatsausgaben das BIP stark nach oben treiben, das ist auch bei anderen "hochentwickelten" Ländern gut sichtbar. Das BIP in I und F besteht doch auch zu einem wesentlichen Teil aus Kosten und nicht aus Leistung.

Die Entwicklung in Griechenland betreffend dem fallenden BIP wäre eigentlich kaum dramatisch, wenn die ganze Welt die Verschuldung nicht in % des BIP beurteilen würde.

Da kommt auf die Eurozone, in vielen Ländern, noch ein großes Erwachen!

Gast: Treuhänder
08.09.2011 15:20
0 1

.

Kommt davon wenn die Wirtschaft von den Banken massivst abhängig ist.

Gast: noName
08.09.2011 15:01
1 0

.

Nicht nur in Griechenland

Hobbyökonom