Italien zählt in Finanzkrise auf Unterstützung Chinas

13.09.2011 | 09:50 |   (DiePresse.com)

Ein chinesischer Staatsfonds soll italienische Staatsanleihen erwerben. Analysten bezweifeln jedoch, dass die Hilfe stark genug sein wird.

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Italien bemüht sich angesichts seiner hohen Staatsschulden um Hilfe aus China. Das italienische Finanzministerium bestätigte am Dienstag Gespräche zwischen Finanzminister Giulio Tremonti und dem Chef des größten chinesischen Investmentfonds. Einen Ausweg aus der Schuldenkrise sehen Investoren darin nicht, Italien muss für neu platzierte Staatsanleihen Zinsen in Rekordhöhe zahlen.

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Tremonti sei in der vergangenen Woche in Rom mit einer chinesischen Delegation zusammengetroffen, zu der auch der Chef des unabhängigen Investmentfonds CIC, Lou Jiwei, gehört habe, teilte der Ministeriumssprecher mit, ohne nähere Angaben zu machen. Laut einem Bericht der "Financial Times" ging es um den Kauf italienischer Staatsanleihen und eine Beteiligung Chinas an strategisch wichtigen italienischen Unternehmen. Italienischen Zeitungen zufolge war Tremonti bisher davor zurückgeschreckt, China um Hilfe zu bitten, weil er einen zu starken Einfluss Pekings fürchtete.

China habe einen Großteil seiner Währungsreserven in Dollar angelegt, suche nun nach weiteren Anlagemöglichkeiten und sei interessiert an Italien, sagte der Mailänder Wirtschaftsprofessor Giuliano Noci der Nachrichtenagentur AFP. "China interessiert sich für die Familienjuwelen: Es will in den Umweltsektor investieren, in neue Technologien und vor allem in Mode und Haushalts-Design." China legt einen wachsenden Teil seines Staatsvermögens in Euro an und greift bereits den stark verschuldeten Euro-Ländern Griechenland, Spanien und Portugal unter die Arme. An italienischen Staatspapieren sei China aber nicht interessiert, lauteten am Dienstag die Marktgerüchte.

Zinsen in Rekordhöhe

Auch daher musste die Regierung in Rom bei der Platzierung neuer Schuldtitel für fast 6,5 Milliarden Euro Zinsen in Rekordhöhe in Kauf nehmen. Der Zinssatz für Papiere mit einer Laufzeit von fünf Jahren sprang von 4,93 auf 5,60 Prozent und damit so hoch wie noch nie seit Bestehen der Eurozone.

Italien steht unter starkem Druck der Märkte und hat daher Sparmaßnahmen beschlossen. Der zweite Sparplan der italienischen Regierung in diesem Jahr sieht bis zum Jahr 2013 Einsparungen im Haushalt in Höhe von 54,2 Mrd. Euro vor. Der Parlamentsbeschluss steht noch aus.

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy forderte die Italien zur konsequenten Umsetzung auf. Die Annahme des Sparpakets sei "wichtig und zwar nicht nur für Italien, sondern für die gesamte Eurozone", sagte Van Rompuy in Brüssel nach einem Treffen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi.

(Ag.)

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8 Kommentare
Gast: knowHowMarkler
13.09.2011 12:24
0

Die Gegenleistung

werden wohl - wenn auch über Umwege - Know How und Patentnutzungen sein.

China hat Geld, und weiß was es will!

Eimne "gute" Idee

sie versklaven sich an die Chinesen, und das freiwillig!

WIR SITZEN AUF EINEM PULVERFASS!

kraxn

Und so kauft

sich ein chinesischer (Wirtschafts-)Diktator eine europäische demokratische Regierung

Antworten Gast: Maximouse
13.09.2011 10:50
0

Re: Und so kauft

Keine demokratische Regierung!!!Italien ist von Anfang an ein Mafiastaat.
Besser Chinesen, die haben wenigstens Geld und gutes Essen!

Re: Und so kauft

traurig, aber leider haben Sie Recht ! Warum allerdings die Italiener und viele andere Unbedarfte auch glauben, dass diese sogenannte Rettung GRATIS sein wird, erschließt sich mir nicht - China wird nämlich aus der Position des starken Gläubigers heraus sehr bald diese Staaten gängeln und zu seinen Zielen nützen - und das will die EU-Bürokratie ? Offensichtlich ist alles gut, solange es nur ein Weiterwursteln gibt und man gegen die ach so bösen USA sein kann.

Gast: 1. Parteiloser
13.09.2011 10:04
2

Italien ist doch schon fertig!

Die Staatsschulden sind einfach viel zu hoch und verursachen eine gewaltige Zinsenleistung. Dazu kommt das strukturelle Defizit, welches mit einem harten Sparprogramm, auch nur vielleicht, unter die Defizitgrenze von 3% gedrückt werden kann. Wenn die Konjunktur wirklich hält, dann wird Italien auch 2013 noch eine Schuldenerhöhung von etwa 50.000 Mio. Euro brauchen.

Ohne die massiven "Aufkäufe" von Italienischen Staatsanleihen durch die EZB wäre es wohl schon aus gewesen.

Bei einem Schuldenstand von irren 1.600 Mrd. Euro wird wohl auch die geballte Kraft von China Italien kaum helfen können, weil dann Italien alleine mehr als die Hälfte der Devisenreserven von China beanspruchen würde.

Es scheint eher so zu sein, dass ein Schuldenstand von >100% des BIPs (nicht vorhandener Wirtschaftsleistung) weitere Schuldenerhöhungen unmöglich macht, weil es am freien Markt kein Geld gibt.

Die vielen Schuldenstaaten in der Eurozone und deren gewaltigen Schuldenstand kann wohl nur die EZB unter Kontrolle bekommen. Dieser Preis wird sehr hoch.

Re: Italien ist doch schon fertig!


Die Chinesen und die EZB u.a. finanzieren derzeit die Italiener.

Welchen Einfluss auf die Geldmenge in den Euro-Ländern haben diese beiden Finanzierungsvarianten?

Ich bin ja kein Volkswirt, aber sind die Auswirkungen auf die Geldmenge nicht g'hupft wie g'sprungen?

Nur dass die Zinsen im Falle der EZB-Finanzierung im Euro-Land blieben (Gewinnausschüttung an die Euro-Länder).

Antworten Gast: Antiitaliener
13.09.2011 10:54
0

Re: Italien ist doch schon fertig!

Die Italiener sind ja selber schuld! Alles korupte Politiker und geldgierige Unternehmer, man kann bald zusehen dass sich Italien auflöst wie Jugoslawien in den 90iger Jahren.

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