Griechen bauen Beamte ab

Rund 20.000 Mitarbeiter von staatlichen Betrieben sollen schon demnächst einen blauen Brief erhalten. Betroffen sollen in der Folge entweder in Frühpension oder in die sogenannte Arbeitsreserve geschickt werden.

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(c) AP (Giorgos Nissiotis)

Athen/Rom/Reuters/Dpa. Es ist eine klare Anweisung, die das griechische Finanzministerium an 151 staatliche Firmen sandte: Mindestens zehn Prozent der Mitarbeiter müssen binnen zwei Wochen auf sogenannte Entlassungslisten gestellt werden. Die Betroffen sollen in der Folge entweder in Frühpension oder in die sogenannte Arbeitsreserve geschickt werden, was ein Jahr mit 60 Prozent des gegenwärtigen Lohns und die darauffolgende Entlassung bedeutet.

Betroffen von dieser Maßnahme sind unter anderem das staatliche Fernsehen ERT, bei dem einer von drei Kanälen komplett abgedreht werden soll, die halbamtliche griechische Nachrichtenagentur Amna, die U-Bahn von Athen und die staatliche Eisenbahn OSE. In Summe arbeiten bei den vom Finanzministerium angeschriebenen Unternehmen etwa 200.000 Menschen, daher dürfte die Entlassungswelle zumindest 20.000 Angestellte treffen. Das Programm ist eine der Maßnahmen, die von EU, IWF und EZB zur Verschlankung des Staates gefordert wurden.

 

Italien fragt China um Hilfe

Das im Rahmen der Schuldenkrise ebenfalls zunehmend angeschlagene Italien sucht sein Heil laut Berichten von „Financial Times“ und „Wall Street Journal“ indes in China. So soll der italienische Finanzminister Giulio Tremonti sich bereits in der Vorwoche mit Beamten aus Peking getroffen haben und dabei nach einer Finanzspritze bei der Aufnahme neuer Schulden gefragt haben. Am Finanzmarkt musste Italien nämlich zuletzt mit 5,6 Prozent so hohe Zinsen zahlen wie nie zuvor seit der Einführung des Euro. Dennoch ist die Nachfrage nach italienischen Anleihen deutlich gesunken.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.09.2011)

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