Griechen bauen Beamte ab

13.09.2011 | 18:33 |   (Die Presse)

Rund 20.000 Mitarbeiter von staatlichen Betrieben sollen schon demnächst einen blauen Brief erhalten. Betroffen sollen in der Folge entweder in Frühpension oder in die sogenannte Arbeitsreserve geschickt werden.

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Athen/Rom/Reuters/Dpa. Es ist eine klare Anweisung, die das griechische Finanzministerium an 151 staatliche Firmen sandte: Mindestens zehn Prozent der Mitarbeiter müssen binnen zwei Wochen auf sogenannte Entlassungslisten gestellt werden. Die Betroffen sollen in der Folge entweder in Frühpension oder in die sogenannte Arbeitsreserve geschickt werden, was ein Jahr mit 60 Prozent des gegenwärtigen Lohns und die darauffolgende Entlassung bedeutet.

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Betroffen von dieser Maßnahme sind unter anderem das staatliche Fernsehen ERT, bei dem einer von drei Kanälen komplett abgedreht werden soll, die halbamtliche griechische Nachrichtenagentur Amna, die U-Bahn von Athen und die staatliche Eisenbahn OSE. In Summe arbeiten bei den vom Finanzministerium angeschriebenen Unternehmen etwa 200.000 Menschen, daher dürfte die Entlassungswelle zumindest 20.000 Angestellte treffen. Das Programm ist eine der Maßnahmen, die von EU, IWF und EZB zur Verschlankung des Staates gefordert wurden.

 

Italien fragt China um Hilfe

Das im Rahmen der Schuldenkrise ebenfalls zunehmend angeschlagene Italien sucht sein Heil laut Berichten von „Financial Times“ und „Wall Street Journal“ indes in China. So soll der italienische Finanzminister Giulio Tremonti sich bereits in der Vorwoche mit Beamten aus Peking getroffen haben und dabei nach einer Finanzspritze bei der Aufnahme neuer Schulden gefragt haben. Am Finanzmarkt musste Italien nämlich zuletzt mit 5,6 Prozent so hohe Zinsen zahlen wie nie zuvor seit der Einführung des Euro. Dennoch ist die Nachfrage nach italienischen Anleihen deutlich gesunken.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.09.2011)

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78 Kommentare
 
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Gast: grösso
14.09.2011 08:07
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Medienrummel

Bringt kurzfristig für das griech. Budget überhaupt nichts, außer Mediengetöse, eher im Gegenteil - nun hängen die als Arbeitslose im sozialen Staatsnetz.

Gast: voglauer
13.09.2011 22:45
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waren die Verwaltunge der Staaten in W-EUropa dazu da um Wohlstand zu generieren und den "Goldenen Westen" dem Ostblock vorzuführen?

Heute wird derGewinn aus diesen - ehamligen - Staatsbetrieben ja aus den EU-Ländern grossteils abgezogen (fragt sich nur wohin, jedenfalls bleibt er nicht mehr im Lande, wird wohl woanderst gebraucht).

Der Abbau aller Arbeitnehmer-rechte, der weitgehende Rückgang des Volkseinkommens, die vergrösserte Kluft zwischen Reichen und dem Rest, etc. zeugen ja davon, dass hier die Maske heruntergerissen wude.
"Man" muss auf nix mehr Rücksicht nehmen.

Der Kommunismus wurde besiegt, China gibt sich nichtmalmehr oberflächilche den Anschein, sozialistisch zu sein, sondern gebärdet sich als Manchester-Kapitalist.

Erst durch die Finanzkrise ist man wohl wieder draufgekommen, dass "altmodische" Werte, wie Handwerk, Industrie, verlässliche Arbeit auch ein Wert an sich ist, Deutschland hat sich nru durch die leistugnsfähige Industrie aus der Krise gearbeitet und nicht durch Spekulationen oder der Finanzindustrie.

Gast: voglauer
13.09.2011 22:45
0

waren die Verwaltunge der Staaten in W-EUropa dazu da um Wohlstand zu generieren und den "Goldenen Westen" dem Ostblock vorzuführen?

Tja, vielleicht hat die Sache was an sich, dass eben früher WestEUropa ein Auslagenfenster gegen dem verarmten Ostblock gewesen war.

Seit der "Wende", dem Zusammenbruch des Kommunismus änderte sich ja die Lage stark, und zwar in allen westeuropäischen Ländern.
Wir werden nicht mehr gebraucht, um als gestopfte Gänse dem Osten vorgeführt zu werden.

Ich kann mich erinnern, dass in den 70er, 80er Jahren die Masse der Österreicher im staatlichen bzw. staatsnahen Bererich tätig waren.
Der Massenwohlstand war wohl damals höher als heute, und das trotz viel kleinerer Produktivität.

Sehr viele waren bei der Bahn, Post, Bundesforste, im verstaatlichten Bereich tätig.
Trotzdem war die Staatsverschuldung rel. klein.

Wie konnte das so gewesen sein?
Man hat den Eindruck es wurde etwas nachgeholfen, um eben den Wohlstand in die Höhe zu treiben.

Ich erinner mich, dass Anfagn der 90er-Jahre plötzlcih überall in (West)EUropa die Privatisierung aufs Tapet kam.
Da dies überall gleichzeitig war, kann man einen Zufall ausschliessen.
Vorher - seit 1945 - waren diese privatisierten Bereiche aber im Staatsbesitz, und niemand störte es.

Die Produktivität in diesen Bereichen war mies, der Personalüberbesatz gewaltig, bei der dt. Post genauso wie bei der Bahn, unzählige "überzälige" Söhne gingen in diese riesigen Betriebe, die sonst wohl fast keinen WOhlstand generieren hätten können!

Man muss sich in Sicherheit bringen ...

... denn die Wähler werden konservativ (also wie bisher) wählen. In Deutschland werden sie statt der CDU die SPD wählen und sich anschließend wundern, warum alles bleibt wie bisher.
Heisst: Man muss davon ausgehen, dass alles so bleibt, wie es ist und sich danach einrichten. Die Zukunft so zu planen, als ob wir von einem Haufen unfähiger Idioten regiert würden.

Frühpension ...

... oder Arbeitsreserve.
Dann arbeiten sie garnicht mehr, erwirtschaften nichts mehr und bekommen nur noch Geld.
Genial!
Auch das wird nicht funktionieren.
Es funktioniert nur über Arbeit und/oder einen geringeren Lebensstandard.
Wenn ein griechischer Beamter ähnlich wie ein deutscher verdient, funktioniert das nicht. Auch wenn es den Gleichmachern nicht passt.

griechenland

hat mit 11 mio Einwohnern über 768.000 (lt. FAZ) öffentlich Bedienstete. Das überbürokratisierte Österreich mit 8 mio Einwohnern über 380.000 (inkl. ÖBB/Spitäler, ohne börsenotierte Unternehmen mit Staatsbeteiligung). Um im Verhältnis zur Bevölkerung dieselbe Anzahl an öff. Bediensteten wie das Beamtenland Österreich zu haben, müsste Griechenland auf ca. 520.000 abbauen, also ca 250.000 weniger. Was macht es, um seinen Geldgebern "Sparwillen" zu zeigen? Es baut 20.000 ab. Das ist das Staubkorn, um das herum sich der Wassertropfen auf dem heißen Stein gebildet hat.

Gast: Bademeisterin
13.09.2011 19:38
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EU fordert Lockerung des deutschen Ausländerrechts – Nachzug von entfernten Verwandten wird leichter

Nach der Einleitung von Vertragsverletzungsverfahren durch die EU-Kommission muss Deutschland sein Ausländerrecht lockern. Von Brüssel gefordert werden unter anderem Erleichterungen beim Nachzug entfernter Verwandter und beim Zuzug im Rahmen von homo­sexuellen Lebensgemeinschaften.

http://www.preussische-allgemeine.de/nachrichten/artikel/abmahnung-aus-bruessel.html

Die EU will die europäischen Natinalstaaten vernichten - etwas anderes fällt mir dazu nicht ein!

Gast: Alex Huber
13.09.2011 18:45
0

Moscheebau

Die Krise in Griechenland scheint nur vorgeschoben "groß" zu sein.
Wenn am 7.09.2011 das griechische Parlament mit 198 von 300 Stimmen den Bau einer Großmoschee in Athen für 16 Millionen EURO aus dem EU-Rettungsfond genehmigt, kann von einer großen finanziellen Krise nicht gesprochen werden.
Hier der Link :
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/udo-ulfkotte/pleite-griechen-16-millionen-euro-aus-dem-eu-rettungsfonds-fuer-moscheebau.html

Die österreichsichen Politiker sollten sich an Griechenland ein Beispiel nehmen

Die können längst notwendige Reformen auch durchziehen und entlassen Beamte. Bei uns werden sie Jahrzehnte durchgefüttert oder mit 50 in Frühpension geschickt.


Re: Die österreichsichen Politiker sollten sich an Griechenland ein Beispiel nehmen

20.000 wären in Ösistan halt "a weng zweng" ;-)

Re: Die österreichsichen Politiker sollten sich an Griechenland ein Beispiel nehmen

Schon richtig. Aber die Griechen machen das halt nur weil sie muessen. Aber keine Angst, irgendwann werden wir auch "muessen" ...

Gast: Viktor Sayenko
13.09.2011 18:09
1

Frechheit

Na, dann habens ja genug Geld für ihr superwichtiges Megaprojekt:
http://www.hudson-ny.org/2413/greece-mosque-athens

Für so einen Scheiss zahlen wir mit! Absolut irre.

Der Schärdinger

Es werden sicher die Finanzbeamten entlassen, die die erhöhte Grundsteuer einheben sollen und so kommt Griechenland aus der Krise.
Ein Wahnsinn!
Der Konsum wird noch mehr geschwächt.
Damit ist alles gesagt!!!!!!!!!!!

Gast: gaster ...
13.09.2011 17:45
0

höchste zeit

das ist höchste zeit. dort ist ja jeder beim amt. ich würde bei uns auch mal die ein oder andere (besser beide) behörde durchforsten und klar schiff machen. sonst ist es nur mehr eine frage der zeit, bis das chaos zu uns kommt.

Gast: petra aus Hermandsenden
13.09.2011 17:30
1

die griechen

sind bei der Nato
sind hochgerüstet ( haben alle teuren Rüstungsgüter gekauft! - für was?)
Die EU ( mit den militärischen Arm NATO )
soll oder muß bei einigen Konflikten eingreifen( siehe Libyen oder andere länder)
warum sollte die EU - Nato nicht die Griechen
zur Konfliktbewältigung ( praktisch in den Krieg ) schicken?
pro toten Griechen wird eine Mio € nachgelassen!
so bräuchten die Deutschen, Franzosen, Briten, Spanier, Polen nicht mehr in die Kriege ziehen!!!

Re: die griechen

Weil der Feind vom Meer kommen könnte.
Man weiß ja nie?

Antworten Gast: gastkommentar
13.09.2011 17:47
0

Im Krieg profitieren ja nur Banken, wie in der Krise auch (-> die größten Gewinner waren die Banken und deren Investoren)

Gegen wen sollen die Griechen denn in den Krieg ziehen und warum überhaupt krieg?

Im Krieg profitieren ja nur Banken, wie in der Krise auch (-> die größten Gewinner waren die Banken und deren Investoren), also die Auslöser der Krise, während jede(r) andere verliert. So ein Zufall. "Ordo ab chao", ist der Spruch der wohl naheliegt.

Oder haben Sie sich noch nie überlegt, wer den eigentlich von Kriegen profitiert und diese finanziert?

und dem Rest...

...sollten 2 Monatsgehälter "Solidarabgabe" in 2011 gestrichen werden.

40000

wäre eine sinnvollere und sicherlich inhaltlich rechtfertigbare Zahl

harte Zeiten erfordern harte Massnahmen

Ich verlange das gleiche fuer Oesterreich!

Landtagsabgeordnete, Bundesraete, Landesschulraete, OEBBler, etc.

Alles weg, sofort!

Re: Ich verlange das gleiche fuer Oesterreich!

Fair points.

Jedoch Österreich ist (noch) nicht pleite.
Aber keine Angst - wir werden es noch erleben.

"Griechenland verspricht 20.000 Staatsbedienstet zu entlassen" sollte die Überschrift heißen

Und was ein griechisches Versprechen wert ist, dass weiß mittlerweile selbst das naivste rote Studenten-Dummerl

griechenland

hat uns aber die övp eingebrockt, wenn sie sich recht erinnern,
der achso herrliche mock - ich mochte ihn damals schon nicht - liess sich groß dafür feiern.

Antworten Gast: BWL Studentin
13.09.2011 17:22
1

und was das Geld auf der Bank bald wert ist, weiß mittlerweile der dümmste Bankenkassier -

wenn schon der Spindelegger als Vizekanzler und der Faymann als Kanzler, als Volksvertreter, bezahlt mit Staatsgeld, im Sinne der privatwirtschaftlicher Banken ausrücken können.

mfg,
eine BWL Studentin

Gast: Freiheit
13.09.2011 16:43
1

Europa hat wirklich ein problem. null anstand und wille die

probleme zu loesen. abgesehen, dass das ganze geld was nach griechenland geflossen ist fuer die katze war und nur noch mehr probleme geschaffen wurden. an sich die richtige aktion seitens griechenland ihren aufgeblaehten und leistungsschwachen beamtenapparrat zu verkleinern aber was bietet man als loesung an. man verschiebt die beamten in fruehpension. man muss sich das so vorstellen - eine firma hat finanzielle probleme und verschiebt intern die kostenstelle angestellte von a nach b. umbennung der kostenstelle aber mit der wahnsinns idee, dass die neue kostenstelle gar keine - 0 Leistung erbringt fuer die firma verglichen zur vorherigen kostenstelle wo ja noch halbwegs was erbracht wurde. es wird so ablaufen, dass jene die nicht in fruehpension geschickt wurden 1 jahr lang keine neue arbeit suchen werden und dann entweder auch in fruehpension gehen werden (man senkt halt schnell nochmals das alter) oder wieder vom staat aufgeklaubt werden. waere ich firmenchef und mein management kommt mir mit so einem vorschlag dann waeren die in 1 stunde schon alle auf der strasse. ist wirklich alles nur mehr ein schlechter scherz. aber wie ich sehe haben wir ja in oesterreich ja ziemlich viel unterstuetzung fuer solche ideen - wie kommentar mit gehaltsobergrenze bei 2000 euro. wie man nur auf so naive ideen kommen kann. muss wohl an der propagandazeit = schule liegen die man in oesterreich ja fleissig erfaehrt.


 
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