Slowakei: Widerstand gegen Euro-Schutzschirm

14.09.2011 | 09:23 |   (DiePresse.com)

Der slowakische Parlamentspräsident will das Geld der slowakischen Steuerzahler schützen. Er will Griechenland Pleite gehen lassen.

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Der slowakische Parlamentspräsident bekräftigt die Ablehnung der geplanten Ausweitung des Euro-Rettungsschirms durch seine neoliberale Partei SaS ("Freiheit und Solidarität"). "Der Euro-Rettungsschirm versucht, die Schuldenkrise mit weiteren Schulden zu bewältigen, und wir sagen, gerade das ist die Bedrohung des Euro. Wir werden auf jedem Fall dem Rettungsschirm nicht zustimmen", sagte Parlamentspräsident Richard Sulik gegenüber dem ORF.

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Er sei gewählt worden, um das Geld der slowakischen Steuerzahler zu beschützen und nicht um der EU "irgendwelchen administrativen Ärger zu ersparen". Dass die Slowakei den Euro in Gefahr bringen würde, bestreitet Sulik im Ö1-Morgenjournal vom Mittwoch: "Ich seh' da keinen Zusammenhang. Wenn z.B. der US-Staat Kalifornien fast Pleite ist, spricht niemand davon, dass der Dollar in Bedrohung sein sollte. Es ist schon oft passiert, dass einzelne Städte in einem Land Pleite gegangen sind, und das hat die Währung überhaupt nicht beeinflusst."

"Griechenland Pleite gehen lassen"

Bei Griechenland sei es "definitiv", dass das Land seine Schulden nicht bezahlen werden könne. Sulik: "Das heißt, man muss Griechenland Pleite gehen lassen. Ja gut, die Banken machen dann Verluste, aber ich versteh nicht, warum diese Verluste der Steuerzahler tragen soll." Banken hätten investiert, weil sie größere Gewinne erwartet haben, sie hätten auch Jahrzehnte lang Gewinne erzielt. "Und jetzt wird's halt einige Verluste geben."

Das slowakische Parlament soll im Oktober über die geplante Ausweitung des Schutzschirms abstimmen. Ohne die SaS hat die slowakische Regierungschefin Iveta Radicova keine Mehrheit für die von ihr zugesagte Ausweitung des Rettungsfonds EFSF. Die oppositionelle Linkspartei Smer, die den Rettungsschirm zwar befürwortet, verweigert aber Radicova ihre Unterstützung.

(APA)

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10 Kommentare
Gast: Heinrich Miller
14.09.2011 18:05
0 0

Europa hat nur einen Ausweg

George Soros einer der bekanntestes "Finanz-Jongleure" der Welt fordert :
Werft Griechenland, Portugals und Irland aus dem Euro!
Quelle:
http://www.zeit.de/2011/38/Euro-Soros

George Soros ist ein amerikanisch-ungarischer Finanzinvestor.
Berühmt wurde Soros, als er 1992 mit seinen Fonds auf die Abwertung des seiner Ansicht nach im Europäischen Währungssystem überbewerteten britischen Pfund setzte, eine Spekulationswelle in Gang setzte und damit rund eine Milliarde Dollar verdiente.


selten einsichtige Worte !!!!!


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ENTWEDER

hat Herr Sulik als einziger Politiker verstanden, dass diese Form der EU nicht tragbar ist("Der Euro-Rettungsschirm versucht, die Schuldenkrise mit weiteren Schulden zu bewältigen),
oder aber er ist auf Stimmenfang...

Antworten Gast: mario
15.09.2011 14:12
0 0

Re: ENTWEDER

Jeder politiker ist IMMER auf stimmenfang. Und er wird ja von seinen gaegnern hier in der slowakei auch manchmal "rechter populist" gennant. Er mag auch, zugegeben, die realitaet fuer den waehler ab und zu vereinfachen. Trotzdem aber hatt er recht und der rettungsschirm ist ein schlechter schritt weill er das problem nicht loesst sondern nur in die zukunft verschiebt. Wir sagen lieber mall sehen was kommt als das geld sicher eus dem fenster zu werfen in dem wir es griechenland geben und es trotzdem pleite geht.

Gast: Biersauer
14.09.2011 12:26
2 0

Die einzig vernünftigen Worte zur Europakrise!

Griechenland soll lieber rasch Konkurs ansagen , als da lang herumlavieren und möge andere Staaten nicht in ihre Schuldenspirale hineinziehn.
Schuldenbeutel gehören eingesperrt, damit mit solch Krida nicht weiter Schaden angerichtet wird.

Gast: Vogel Strauss
14.09.2011 10:48
0 3

Entscheidung im Sinne des Volkes, aber ...

... nicht im Sinne der Solidargemeinschaft EU, denn die Förderungen nehmen die Slowaken sehr wohl ... daran ist erkennbar, das das Projekt EU gescheitert ist!

Ein System

wo die Steuerzahler in einem armen Land (wie z.B. die Slowakei) Kredit aufnehmen müssen um ein reicheres Land zu beschenken, weil die dortige Regierung Jahrzente lang nicht fähig war die erhobene Steuern einzutreiben, kann auf Dauer nicht funktionieren.
Genauso ist eine Währungsunion, wo ein Land dank gefälschter Zahlen Mitglied geworden ist und 10 Jahre später sich alle Mitglieder den A... aufreißen müssen um es vor der Pleite zu retten, nutzlos.

Gast: EinGast
14.09.2011 10:35
4 0

Außergewöhnlich klar und erhellend ...

... diese Einschätzung aus dem benachbarten Ausland. Unsere Korruptionäre finden es nicht mehr der Mühe wert, Klartext zu reden und lassen das Volk lieber zahlen, zahlen, zahlen.
UNSER große Zahltag kommt dann bei den nächsten Wahlen ...

Gast: wahrheit123
14.09.2011 09:39
6 0

Tja ...

wann hört man solche Worte von Feigmann oder Schwindelegger?

Re: Tja ...

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie. Weiteres Indiz dafür? Die offensichtlich konstruierten 40 Milliarden Schaden für Österreich des Finanzministeriums, im Fall einer GR-Pleite.

Warum nicht? Antwort offen. Im Normalfall machen Menschen ja das, wovon sie sich einen Vorteil versprechen.

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