Merkel und Sarkozy reden Klartext mit Papandreou

15.09.2011 | 13:54 |   (DiePresse.com)

Der griechische Ministerpräsident sagt die volle Umsetzung aller Reformen zu. Diese sind Voraussetzung für ein positives Votum der Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission für Auszahlung weiterer Hilfszahlungen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy haben den griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou am Mittwochabend in einem Telefonat gedrängt, alle zugesagten und von der internationalen Gemeinschaft geforderten Reformen "strikt und effektiv" umzusetzen. Das teilte ein Sprecher der deutschen Regierung mit.

Mehr zum Thema:

"Der griechische Ministerpräsident hat die absolute Entschlossenheit seiner Regierung bestätigt, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um die gegebenen Zusagen in ihrer Gesamtheit umzusetzen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Papandreou sei gemahnt worden, dies sei Voraussetzung für ein positives Votum der Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission. Nur dann könne das Land mit der weiteren Auszahlungen von Hilfs-Krediten rechnen. Frankreichs Präsident und Merkel hätten ihrem Gesprächspartner den Ernst der Lage sehr deutlich gemacht, hieß es aus Teilnehmerkreisen.

Aus Athen hieß es nach dem Telefonat, Griechenland werde das ihm verordnete harte Sparprogramm einhalten. "Angesichts der Gerüchte der letzten Tage haben alle betont, dass Griechenland unzertrennlicher Teil der Eurozone ist", hieß es in einer Erklärung des griechischen Regierungssprechers. Griechenland sei entschlossen, alle seine Verpflichtungen zu erfüllen.

Merkel und Sarkozy lehnten in dem Telefonat zugleich jede Debatte über einen Ausschluss des Landes aus der Euro-Zone ab. "Die Bundeskanzlerin und der Präsident sind überzeugt, dass die Zukunft Griechenlands in der Euro-Zone ist", teilte Seibert mit. Diese Zusicherung wurde angesichts der gerade in Deutschland geführten Debatten für nötig erachtet, dass Griechenland notfalls die Euro-Zone verlassen müsse. Die beiden Spitzen aus Frankreich und Deutschland erklärten, es sei "mehr denn je unerlässlich", die Entscheidungen der Staats- und Regierungschefs der Eurozone vom 21. Juli vollständig umzusetzen, um die Stabilität der Eurozone sicher zu stellen".

 

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

30 Kommentare
 
12

Sarkozy

hat die Hosen voll, weil er genauso wie viele anderen Politiker ein System aufbauten, zugelassen haben wie viele andere eben auch.

Frankreich hat in Griechenland investiert wie kaum jemand anderer....dem geht schlicht und ergreifend der A... auf Grundeis.
und will nicht nur Griechenland, sondern uns ALLE mitreissen!


Antworten Gast: Vogel Strauss
15.09.2011 19:41
1

Re: Sarkozy

Ein Pyramidenspiel, meinten Sie wohl.

Gast: guesto
15.09.2011 14:04
0

in Wirklichkeit

war das wohl eher eine Kopfwäsche und Befehlsausgabe Sarkos an Herrn Merkel.

So nach dem Motto: "Angela, was genau haben sie denn am Prinzip 'immerwährende Reparationen' nicht verstanden?"

Notwendige Hilfe

Mit 16 Millionen Euro unseren Steuergelder werden Moscheen in Griechenland gebaut

Klartext...

Was haben sie eigentlich bisher gemacht? Haben sie durch die Blume gesprochen?

Parallelwelten

Wenn man sich die Entwicklung der Eurokrise, inklusive der getätigten Aussagen und Handlungen, vor Augen hält, so könnte man glauben es handelt sich um eine Griechische Sage. Die Götter am Olymp (Politiker, EU-Abgeordnete) leben in einer Welt ohne Sorgen und Mühen. Im Fall von Langweile, die anscheinend permanent vorhanden ist, wird mit dem Sterblichen (Bürger der EU) Schabernack getrieben (EU-Gesetze, Rettungspakete, ...).
Sollten die Entscheidungsträger nicht bald den Blick für die reale Welt finde, so wird es am Ende des Tages eine böses Erwachen geben, nicht nur für das gemeine Volk sondern für alle.

Antworten Gast: Gast 99
15.09.2011 11:01
0

Re: Parallelwelten

ein böses erwachen wird es nur für das gemeine Volk geben! Denn die Superreichen haben für alles vorgesorgt, da können sie sicher sein.

hintergründe

und souveränität deutschlands: dr.neugebauer, ziemanns goldnews in hartgeld.com

Ein Sprichwort besagt:

Vom Lügen ist niemand gestorben.... Diese Trio lügt wie gedruckt...

ausschluss nein, konkurs ja

samt den folgekonkursen für jene banken die sich zu weit hinausgelehnt haben.

die banken werden, da systemnotwendig, vom staat NACH konkurs übernommen und wiederum verkauft/privatisiert.

die derzeitigen eigentümer können je nach gutdünken die verluste auffüllen oder sind halt ihrer wertlosen anteile ledig.

alles andere führt nur zu nachahmungstätern und das können wir uns wirklich nicht leisten. griechenland ist ein minigiftzwerg im vergleich zu allen anderen sündern die nur auf das jetzige ergenis warten um dann selbst zuzuschlagen.


Merkel und Sarkozy reden Klartext mit Papandreou

und wo san unsere Politiker? hom de nix zum sagen?

Antworten Gast: blaha
15.09.2011 10:24
1

Re: Merkel und Sarkozy reden Klartext mit Papandreou

Es genügt, wenn Merkel und Sarko reden. Deutschland ist der große Zahldepp, angetrieben von Frankreich. Wir sind nur ein kleiner Zahldepp.

Das wievielte Mal

sagt Papandreou eigentlich schon zu, dass er jetzt sicher die geforderten Reformen umsetzen wird?

Mittlerweile hab ich zu zählen aufgehört...

Gast: Papas Bester
15.09.2011 07:58
2

Da können sie machen, was sie wollen,

der Papandreou und nur er alleine, hat gar keinen Bock auf Sparen. Ihm kann es ja auch nur recht sein, wenn Griechenland in den Default geht, hat er sich und seine Familie doch durch CDS abgesichert. Im Falle des Default winken 20 Milliarden. Dann mal highter weiter lügen, bis auch irgendwann Österreich und Deutschland in den Sog gezogen werden.

Gast: BigEye
15.09.2011 06:25
4

wann sehens die endlich ein?

wie kann man so blind und verbohrt sein wie sarky und die hübsche merkel?
die wollen um jeden preis den maximalschaden für die EU, koste es was es wolle.
mit nur ein bisschen weitsicht würde jeder leie erkenn das griechenland einfach nicht mehr rettbar ist.......das sah man auch schon vor 2010.
von den anderen PIGS rede ich erst gar nicht weil italien ohenhin der endgültige grabstein der EU sein wird.
alles nur noch eine frage der zeit!

Antworten Gast: daswars
15.09.2011 08:25
0

Re: wann sehens die endlich ein?

Ganz so ist es meiner Meinung nach nicht.

In Griechenland ist es ja hauptsaechlich eine Systemkrise. Das Land haette grosse Moeglichkeiten, aber bisher wurde die letzten Jahrzehnte ein durch und durch korrupter Staat kultiviert.

Ab gestern befindet sich eine sogenannte Taskforce in GR, die diesen Zustand aendern soll. Ende mit der Korruption, den Stehlereien, Betruegereien und Missbrauch der oeffentl. Gelder. Sollte das gelingen, waere ploetzlich ein erklecklicher Ueberschuss vorhanden.

Man wird ja sehen, ob die Anwesenheit der ueber 200 Experten der EU einen Unterschied macht.

Ich glaube schon, dass die Diskussionen der letzten Tage Panik ausgeloest haben. Denn dass ein Austritt Griechenlands aus dem Euro katastastrophale Folgen fuer die Griechen haette, ist wohl sogar denen bewusst.

Und um auch das anzufuehren: auch fuer Oesterreich waere so eine Hilfe von grossem Nutzen. Hier muessten sich aber die Experten wohl hauptsaechlich mit der Korruption und dem Parteifilz beschaeftigen.

Antworten Gast: daswars
15.09.2011 08:23
1

Re: wann sehens die endlich ein?

Ganz so ist es meiner Meinung nach nicht.

In Griechenland ist es ja hauptsaechlich eine Systemkrise. Das Land haette grosse Moeglichkeiten, aber bisher wurde die letzten Jahrzehnte ein durch und durch korrupter Staat kultiviert.

Ab gestern befindet sich eine sogenannte Taskforce in GR, die diesen Zustand aendern soll. Ende mit der Korruption, den Stehlereien, Betruegereien und Missbrauch der oeffentl. Gelder. Sollte das gelingen, waere ploetzlich ein erklecklicher Ueberschuss vorhanden.

Man wird ja sehen, ob die Anwesenheit der ueber 200 Experten der EU einen Unterschied macht.

Ich glaube schon, dass die Diskussionen der letzten Tage Panik ausgeloest haben. Denn dass ein Austritt Griechenlands aus dem Euro katastastrophale Folgen fuer die Griechen haette, ist wohl sogar denen bewusst.

Und um auch das anzufuehren: auch fuer Oesterreich waere so eine Hilfe von grossem Nutzen. Hier muessten sich aber die Experten wohl hauptsaechlich mit der Korruption und dem Parteifilz beschaeftigen.

Singen nun bald die Ägypter und Libyer beim Soncontest mit?

Die Türkei ist NATO-Mitglied und als solches war und ist es der verlängerte Arm der USA, das kleine Land am Jo rdan zu beschützen.

Möglicherweise sind die jüngsten Konflikte zw. den beiden Staaten nur gespielt, um Sarkozys "Mittelmeerunion" möglichst bald auf Schiene zu bringen. Denn mit dem neuen Antisem. der Türkei kann Erdogan bei den Arabern punkten. Jetzt sehen wir auch die wichtige Rolle der Türkei für die EU (Sarkozy). So bereitet die EU eine neue Erweiterung vor und bald wird der ewige Na h o st-Konf likt das Hauptproblem der Europäer sein. Wahrscheinlich ist Erdogan ja deshalb so größenwah nsinnig, weil er eingeweiht ist. Den Amerikanern kanns auch recht sein, wenn die teure Instandhaltung des Kleinstaates am Jor dan endlich von den Europäern finanziert wird. Die "Beistandspflicht" der EU-Mitgliedsstaaten kommt in diesem Fall nämlich voll zum Tragen. Man sollte schon sehen, wo die EU-Außengrenzen dann liegen werden.

Möglicherweise bin ich zu paranoid, aber dass der "Arabische Frühling" inszeniert wurde, darüber besteht sicher kein Zweifel.

Re: Singen nun bald die Ägypter und Libyer beim Soncontest mit?

Oh, dieser Beitrag gehört zu Erdogan. Das passiert beim Browserwechseln. Mit Firefox kann ich nämlich bei der Presse schon lange nicht mehr einloggen.

"Strikt" ist leider noch lange nicht "effektiv"!

Der griechische Staat spart nämlich auf der völlig falschen Seite: Statt seine Bürokratie und Verwaltung endlich wirklich so auszubilden und technisch (Computer) aufzurüsten, um z.B. die diversen Steuerschlupflöche schneller zu schließen oder Investoren bei der beabsichtigen Niederlassung bisher beklagte bürokratische "Bremskötze" aus dem Weg zu räumen, entläßt man diese Beamte zu Zehntausenden. Ein Jahr lang zahlt man ihnen 60% ihrer letzten Bezüge weiter; dann gar nix mehr!

Auch im privaten Bereich verlieren Leute im großen Stil ihren Job und tragen zur Talfahrt der Massenkaufkraft bei. Schon jedes dritte Geschäft hat bereits geschlossen, weil die Menschen (eine drastische Mehrwertsteuererhöhung kommt noch hinzu) immer weniger Geld zum Einkaufen zur Verfügung haben. Von einer finanziellen Hilfe zur Konjunkturankurbelung ist weit und breit nichts zu sehen.

Und wenn Frau Merkel meint, man solle doch nicht den sprichwörtlichen Teufel an die Wand malen, daß Griechenland bald pleite sei, so vergißt die angeblich "mächtigste Frau der Welt" nur eine lächerliche Kleinigkeit: Die Finanzmärkte und Rating-Agenturen wissen das schon lange! Denn bisher wurde noch jedes groß angekündigte "Rettungspaket" mit einer weiteren Abstufung der Hellenen beantwortet. Und DIESE Wahrheit ist nun wirklich jedermann zuzumuten.

Antworten Gast: daswars
15.09.2011 08:37
2

Re: "Strikt" ist leider noch lange nicht "effektiv"!

Das Problem ist doch wohl eher, dass bisher ueberhaupt nicht "gespart" wurde. Es wurden nur einfach horizontal die Gehaelter und Pensionen gekuerzt. Es ist aber Tatsache, dass der korrupte Staat das Fass ohne Boden ist.

Und da wird erst nach den letzten Schockwellen, die z.B. mit der Abreise der Troika durch die Regierung gingen, zaghaft angefangen, etwas zu aendern. Zumindest kann man das nur hoffen.

Denn waerend Tausende von oeffentl. Bediensteten freigestellt werden sollen, hat die Regierung angeblich 24.000 neue aufgenommen. Da liegt der Verdacht doch nahe, dass es sich nur um ein "Ausputzen" von unliebsamen Angestellten handelt, die das falsche Parteibuch haben. Aber natuerlich erfolgen die Freistellungen durch eine unabhaengige Stelle.

GR kann nur gerettet werden, wenn der Korruptionssumpf trockengelegt wird, und die ausufernde Buerokratie gezaehmt wird.

Gast: Wie kam Griechenland zur Währungsunion???
14.09.2011 22:59
9

Merkel und Sarkozy reden Klartext mit Papandreou???

AHA, wie haben denn die vorher mit Papandreou geredet? GAUDIHALBER???

Re: Merkel und Sarkozy reden Klartext mit Papandreou???

vorher war's Politgelaber. jetzt geht's um die Rettung deutscher und franz. Investoren.

durch die Politblume hat Papalandreu das nicht verstanden, deshalb jetzt ohne Hand vorm Mund.

Sarkozy spielt sich immer mächtig auf, obwohl F bald genauso pleite sein wird wie...

...alle EU-Staaten, die nicht bald die Handbremse ziehen und einen 90Grad-Haken schlagen werden.

Gast: jojonurweiterso
14.09.2011 22:48
5

ackermann und die französischen banker wollen ihr gewinne weiter haben- daher soll dieses euro und steuergelderchaos noch ein weilchen so weiter gehen


100% sichere Prognose

Wenn ein Politiker sagt: "Ich sage die volle Umsetzung aller Reformen zu", dann ist das eine 100% Prognose, dass das Gegenteil eintreten wird. Oder hat schon jemand ein Politkerversprechen gehört, das eingehalten wurde?
Meine Prognose Griechische Staatschulden 2015: 200% vom BIP

 
12

Umfrage

AnmeldenAnmelden