Griechenland übernimmt deutsches Bankensystem

Wirtschaftsminister Chrysochoidis plant die griechische Wirtschaft mit einer neuen Investitionsbank nach deutschem Vorbild ankurbeln.

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(c) AP

Der griechische Wirtschaftsminister Michalis Chrysochoidis will die Wirtschaft seines Landes mit einer neuen Investitionsbank nach deutschem Vorbild ankurbeln. In einem am Freitag auf "Spiegel Online" veröffentlichten Interview sagte Chrysochoidis, Athen berate derzeit mit der EU-Kommission darüber, wie mittelständische Unternehmen besser mit Strukturhilfen versorgt werden könnten.

Außerdem werde mit der Bundesregierung darüber geredet, wie eine neue griechische Investitionsbank nach Art der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) geschaffen werden könne.

Die Bank solle "große Projekte etwa im Energiesektor oder bei der Infrastruktur finanzieren", sagte der Minister. Auch Fusionen im griechische Bankensektor würden helfen. Chrysochoidis zeigte sich zuversichtlich, dass die sogenannte Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds die nächste Kredittranche für Griechenland bewilligen werde. Athen habe alles getan "um keine Probleme mit der Troika zu schaffen". Zugleich verteidigte der Sozialist das langsame Tempo bei der Privatisierung von Staatsbesitz.

Die Privatisierung der ehemaligen Staatsbetriebe in Ostdeutschland habe "auch Jahre gedauert". Griechenland müsse darauf achten, "dass wir unseren Besitz nicht unter Wert verkaufen".

(Ag.)

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