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USA: Warren Buffett steht Pate für Millionärssteuer

18.09.2011 | 11:05 |  Von unserem Korrespondenten THOMAS VIEREGGE (Die Presse)

Präsident Barack Obama beruft sich in seinem Vorschlag auf eine Forderung des Großinvestors. Die Aussicht auf eine Einführung ist indes gering, die Idee soll die brodelnde demokratische Basis kalmieren.

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Washington. Warren Buffett pflegt aus seiner Meinung kein Hehl zu machen. „Meine Freunde und ich sind lange genug vom Kongress gehätschelt worden“, schrieb der kauzige Großinvestor in einem Gastkommentar in der „New York Times“ vor einem Monat. Es sei Zeit, dass alle Opfer bringen.

Er habe im Vorjahr 6,9 Mio. Dollar an Steuern bezahlt, rechnete der laut „Forbes“-Ranking mit einem Vermögen von rund 50 Mrd. Dollar drittreichste Mensch der Welt offenherzig vor. Das seien 17,4 Prozent seines Jahreseinkommens. 20 Mitarbeiter seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway würden höhere Steuern bezahlen, notierte der 81-Jährige mit der Vorliebe für Cherry Cola, der in der Finanzwelt als „Orakel von Omaha“ gilt.

Für Barack Obama war dies eine willkommene Enthüllung, lautet doch sein Mantra: „Hedgefonds-Manager bezahlen weniger Steuern als ihre Sekretärinnen.“ Der Präsident griff den Vorschlag für eine Millionärssteuer umgehend auf und benannte sie nach ihrem Paten „Buffett-Steuer“. Im Rosengarten des Weißen Hauses wird er sie heute präsentieren – im Rahmen eines Plans zum Schuldenabbau samt Kürzungen bei den Gesundheitsprogrammen Medicare und Medicaid. Bis Dezember muss ein Superkomitee des Kongresses eine Einigung über Einsparungen von mindestens 1,2 Mrd. Dollar erzielen.

 

Symbolische Geste

Betroffen von der Millionärssteuer (für Jahreseinkommen von mehr als einer Mio. Dollar) wären etwa 450.000 Amerikaner, das sind 0,3 Prozent der Bevölkerung. Ökonomen bezweifeln den Effekt einer solchen Maßnahme, und für die Republikaner kommt eine Realisierung ohnehin nicht infrage. Sie sprechen sich dezidiert gegen jede Form von Steuererhöhung aus, selbst gegen das Schließen von Steuerschlupflöchern, eine Streichung der Steuerprivilegien für Großverdiener und Ölmultis oder das Ende der Steuererleichterungen aus der Bush-Ära.

Obama geht es indessen mehr um eine symbolische Geste, die den brodelnden Unmut seiner linksliberalen Anhänger dämpfen soll. Zudem sorgt ein Buch für Ungemach im Weißen Haus, das Verwerfungen in seinem Wirtschaftsteam nachzeichnet. Auf Warren Buffet ist indes Verlass. In einem Brief an „Uncle Sam“ bedankte er sich vor einem Jahr für das Krisenmanagement der Regierung, und Ende des Monats wird er in New York als Stargast einer Obama-Spendengala fungieren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.09.2011)

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20 Kommentare
Herman
20.09.2011 06:55
0 0

die sozial gerechtesten Steuern sind die Einkommen- und die Gewinnsteuern

. . . und da müsste die Umverteilung ansetzen.

Gast: maxthebest
19.09.2011 13:15
0 0

Im Dialog - Max Otte

Im Dialog - Max Otte

http://goo.gl/QXr06

Merlin
19.09.2011 10:50
0 0

Weisheit oder was?

Ist das nun Weisheit oder was anderes? Ein weiser alter Mann sieht eigentlich anders aus - http://youtu.be/WHe_3BWPwto

Gast: Hans im Glück
19.09.2011 10:01
0 0

Hat Buffett seinen Namen zur freien Verfügung gestellt?

Wenn nicht wird das sicher gewinnbringend für ihn!

Obama kann sich auf eine Klage gefasst machen.

Gast: Kleiner Fehler
19.09.2011 09:45
1 0

450000 = 0,3%?

Wenn 450.000 0,3% sind, dann hätten die USA 1,35 Milliarden Einwohner.... So groß sind die dann doch nicht, oder?

Antworten Gast: cdo
19.09.2011 12:37
0 0

Re: 450000 = 0,3%?

du hast dich wohl um eine kommastelle vertan

kraxn
19.09.2011 09:03
0 0

Man kann gespannt sein was da raus kommen wird.

Zur einen Seite glaube ich, dass die Reps sich querlegen werden, was auch Obama weiß, hier geht es nur um Geplänkel, um den Wählern vielleicht etwas vor die Nase zu halten.

Zweitens auch wenn es in anderen Zeitungen steht, dass die Rüstungsausgaben stark gekürzt werden sollen, so verwundert mich, dass Obama, das von Ihm ins Leben gerufene Gesundheitsprogramm seinen Gegnern zum Fraß vorwerfen will.

Gast: west129
19.09.2011 05:37
2 0

Abschreibungen und niedrige Gwinnsteuer reduziert die Einkommensteuer

Dieser Artikel und natuerlich den Spin Obama dieser Situation der Einkommensteuern giebt ist mit Absicht nur die Halbwahrheit. Es ist eine gute Tactic die Bevoelkerung aufzuhetzen.
Einkommensteuren sind progressive:
Nehmen wir an dass Mr. Buffet verheirated ist. Hoechste Einkommen Steure ist 33% fuer $186.825 und 36% fuer jeden folgenden Dollar.

So why is Buffet paying 17% only?
1) Spenden zu politishen oder "non-profit organisations" sind steuerfrei und kaufen viel Einfluss.
2) Als Buisness Man shreibt er all Expense ab.

3) Die hoechste Capital Gains Tax (Gewinn an Wertpapieren und Invetsments held for more than 12 months) ist 18%.

Politicians sind unglauwuerdig, insbesonders “Obama the congenial liar”.

Gast: Zyni
18.09.2011 23:16
0 0

Verstehen Sie nicht

wir sind PLEITE. Die Begründungen für das Abzocken könnt ihr euch später einfallen lassen und nun her mit der Kohle.

Iason
18.09.2011 23:13
2 0

Für Buffet ist jemand reich, der 1 Mio. im Jahr an Einkommen hat,

für die Sozialisten in Österreich bereits ab einem Vermögen von 1 Mio.

Die SPÖ sollte sich ein Beispiel nehmen und auch in Österreich ab solchen Einkommen eine Solidaritätsabgabe fordern.
Aber sie sollten die Finger von Quasi- Enteignungen von Leuten lassen, die nicht wirklich reich sind.


Gast: Hermano de Ortigá
18.09.2011 17:59
0 0

Populismus...

Als Obama die mehrheit in beiden Haeusern hatte,kam er nicht aud die Idee einer "Reichensteuer".
Jetzt,wo ihn die Republikaner blockieren koennen(und werden!) kommt das Thema aufs Tapet.
Ausserdem: Steuern sind nur als Massensteuern lukrativ.KESt,USt,etc.,..

Gast: neuerhorizont
18.09.2011 15:25
0 1

sogar das urkapitalistenland USA führt kapitalvermögenssteuern ein.

na da wird die SPÖ ganz grün schauen, sogar die USA führen vermögenssteuern ab ca. 700 000 Euro ein- die sollen auch mal diesselben steuern zahlen wie der mittelstand, sagen schon die amerikaner. und die SPÖ?- selber redet die SPÖ monate-ja jahrelang scheinheilig von vermögenssteuern und ähnliches, mottet dieses wahlthema gleich wieder ein, weil die fm fekter am tisch ghaut hat.
lieber belastet die SPö nun die häuslbauer und den mittelstand und vor allem die asvg langzeitversicherten, die arbeiten zwar eh schon am längsten von allen bürgern in österreich, aber die will die SPÖ weiter schädigen und belasten. und der spöögb präsident folglar deckt der SPö mit ihren asvg sozialabbau sogar noch den rücken.

Antworten Iason
18.09.2011 23:17
0 0

Re: sogar das urkapitalistenland USA führt kapitalvermögenssteuern ein.

Frage:
Wieviele Leute gibt es in Österreich, die ein Einkommen aus Vermögen haben (so wie Buffet), das über 1 Mio. im Jahr liegt?

Verwecheln Sie bitte nicht Vermögen (Einkommen das bereits voll versteuert wurde) mit Einkommen!

1 0

Re: sogar das urkapitalistenland USA führt kapitalvermögenssteuern ein.

in dem artikel steht a) ab einem jahreseinkommen und nicht vermögen von 1 mio usd und b) ist die situation in den usa eine wirklich andere, da ist die generelle steuerbelastung deutlich niedriger als in ö.

Antworten Qualtinger
18.09.2011 16:49
4 0

Re: sogar das urkapitalistenland USA führt kapitalvermögenssteuern ein.

Hahaaaa!
So stellt sich der kleine Maxi die grosse Welt vor!
Wohlgemerkt: Einkommen ab 1 Milion (ca $650.000)
Könnten wir in Österreich auch! Aber da werden dann nur mehr eine Hand voll Politiker besteuert. Das ist viel zu wenig.
Deshalb ran an die breite Masse!

Antworten Qualtinger
18.09.2011 16:49
1 0

Re: sogar das urkapitalistenland USA führt kapitalvermögenssteuern ein.

Hahaaaa!
So stellt sich der kleine Maxi die grosse Welt vor!
Wohlgemerkt: Einkommen ab 1 Milion (ca $650.000)
Könnten wir in Österreich auch! Aber da werden dann nur mehr eine hand voll Politiker besteuert. Das ist viel zu wenig.
Deshalb ran an die breite Masse!

Re: Re: sogar das urkapitalistenland USA führt kapitalvermögenssteuern ein.

Off Topic:

Bitte verschandeln's uns net den seligen Herrn Qualtinger. Danke.

Gast: g749+
18.09.2011 13:35
1 4

obama ein nazi?

laut fekter ja

2 0

Re: obama ein nazi?

Laut Fekter wohl sicher nicht. Der Göttliche will ja nur EINKOMMEN (ab ca 650.000.- € pro Jahr) besteuern, von Vermögen ist da keine Rede.

Unser Inseratenkaiser will aber die Substanz von Vermögen (ab 1 Million zwar, aber der gelernte Ösiländer weiß, dass diese Grenze nach Einführung recht rasch nach unten "angepasst" werden würde) direkt angreifen. Das ist wohl ein gravierender Unterschied... ;-)

at.spam
18.09.2011 10:53
1 1

Populismus hin oder her

Anstatt das Steuerrecht zu reformieren und Schlupflöcher mit einer einfachen Deckelung zu stopfen, zieht man halt diesen Schritt in Betracht. Warum auch nicht.

Wo sind die Kritiker, die die Ungerechtigkeit des aktuellen Steuersystems sehen, oder zahlen die mittelständischen Familien zu wenig für ihre Lobbyisten?