IWF: Griechenland bleibt auch 2012 in der Rezession

20.09.2011 | 08:27 |   (Die Presse)

Die Troika aus IWF, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank ermahnt die griechische Regierung zu härteren Sparanstrengungen. Liste von 15 Sparmaßnahmen vorgelegt, die besonders rasch umgesetzt werden müssen.

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Wien/Ag./Red. Eine griechische Pleite sei kein Tabu mehr: Die Kritik auf diese Einschätzung des deutschen Vizekanzlers Philipp Rösler (FDP) folgte auf dem Fuß. Es will nach wie vor niemand offiziell über einen Bankrott des EU-Landes sprechen – obwohl es immer schlechter aussieht für Athen: Im Oktober braucht Griechenland die nächste Hilfszahlung in Höhe von acht Mrd. Euro, sonst kann der Staat Löhne und Gehälter nicht mehr auszahlen. Das hieße mit anderen Worten: Staatsbankrott.

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Die Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) macht weiter Druck auf Athen. Griechischen Medien zufolge haben die Vertreter der Troika der Regierung in Athen eine Liste von 15 Sparmaßnahmen vorgelegt, die besonders rasch umgesetzt werden müssen.

Sorge vor Übergreifen der Krise

Der Liste zufolge müssen die Griechen Mitarbeiter im Staatsdienst entlassen, Staatsgehälter und Pensionen kürzen oder einfrieren, Heizölsteuer erhöhen, verlustreiche staatliche Organisationen schließen, die Gesundheitsausgaben senken und Privatisierungen beschleunigen.

Der IWF mahnte die Griechen zu weiteren Sparanstrengungen. Griechenland verdiene zwar Respekt für seine fiskalischen Anstrengungen. Es müsse aber weitere Fortschritte geben, sagte der ständige Vertreter des IWF in Athen, Bob Traa, am Montag. Der IWF rechnet damit, dass die griechische Wirtschaft heuer um 5,5 Prozent schrumpfen werde.

Auch im nächsten Jahr werde es Griechenland laut Schätzung des IWF nicht aus der Rezession schaffen. Der Abschwung wird sich mit 2,5 Prozent aber verlangsamen. 2013 werde die griechische Wirtschaft dann wieder wachsen.

Weltbank-Präsident Robert Zoellick sorgt sich vor einem Übergreifen der Krisen in der Eurozone und den USA auf Schwellen- und Entwicklungsländer. Seit vergangenem Monat seien erste „Signale einer Ansteckung“ zu sehen, beispielsweise auf den Anleihe- und Aktienmärkten, sagte Zoellick am Montag in Washington. „Wir müssen jetzt sehr darauf achten, ob sich das ausbreitet“, betonte er im Vorfeld des Jahrestreffens von Weltbank und des IWF.
Besonders anfällig seien Staaten in Ost- und Südeuropa, wie etwa die Länder des Balkans wegen ihrer Nähe zur Eurozone. Viele Schwellenländer hätten inzwischen zudem weniger Spielraum in ihren Staatsfinanzen, um einen Abschwung abzufedern.

„Unangenehmes Szenario“

Unterdessen warnte Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank und EZB-Ratsmitglied, vor den Folgen eines Zahlungsstopps an Griechenland. Falls Athen wegen einer Nichterfüllung seiner Auflagen keine weiteren internationalen Hilfsmittel erhalte, werde dies nicht nur für Griechenland, sondern auch für die anderen Beteiligten ein „relativ unangenehmes Szenario“ ergeben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.09.2011)

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88 Kommentare
 
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"...über die Stromrechnung..."

Haargenau daneben!
Wenn man weiß, dass zehntausende Wohnungs-und Häuslbesitzer in Griechenland illegal Strom anzapfen, dann trifft's wie immer die Dummen, die brav zahlen!

Gast: Sieglinde Noerke
20.09.2011 17:51
1

Austritt Deutschlands aus EU und Währungsunion nunmehr dringendst geboten


Als ehem. Abgeordneter des Europa-Parlaments vertrete ich die Auffassg, daß eine EU-Mitgliedschaft Deutschlandsauf Grund der skandalösen Fehlentwicklg der EU nicht länger verantwortet werden kann u ein Austritt aus EU u Währgsunion dringend geboten ist.

Als Basis der europ. Einigg galt ursprüngl. das eherne Prinzip der Subsidiarität, wonach die souveränen Mitgliedsstaaten nur so viele Befugnisse auf eine zentrale europ. Ebene übertragen, wie es organisat. für ein Zusammenwirken der europ. Staaten zum gegenseitigen wirtschaftl. Vorteil notwendig ist.

Dieser Grundsatz wurde als angebl. Fortentwicklg einer europ. Integration von der EU-Administration in der Praxis in Salami-Taktik fortwährend ausgehöhlt u die polit. Grundsatzverträge mit ihren als unumstößlich erklärten Prinzipien, wie der ›No-bailout-Klausel‹, fortlaufend gebrochen.
Hans-Peter Thietz
Ehem. Mitglied des Rechtsausschusses u des Polit. Ausschusses des EU Parlaments
Gesamte Erklärung (geneigte Leserin, geneigter Leser) siehe untger:
hpt@hoffnung-deutschland.de
http://www.hoffnung-deutschland.de/politik/index.php



"...ehem. Abgeordneter..."

Sieglinde ein angebl. AbgeordneteR?
Wann war die Geschl.umwandlg? Was waren Sie ursprüngl. u ist es polit. vertretbar, sich als Mann wählen zu lass. u dann eine Umwandlg durchzuf.?

Antworten Gast: Zyni
20.09.2011 18:38
0

Aber Bedenken Sie doch

die französische ENA-Elite schickt dann Geschwader von Mirage Bombern? Vergessen was Kohl versprochen hat?

Gast: Tarantella
20.09.2011 10:24
0

Reform der Steuerverwaltung

Schon einmal mit der griechischen Finanzverwaltung zu tun gehabt? In so einem griechischen Finanzamt, da tut sich nichts, da rührt sich nichts. Eine dösende Behörde.

Und dann ein Schrei: FAKELAKI!!!

Ein Ruf, gleich einem Stich in ein verschlafenes Wespennest. Es wuselt, es brummt.

Der Schärdinger

Ja, vernünftige des ein mal eins mächtige Staatsbürger sehen vieles richtig, die Piraten sind z begrüßen, wenn sie auch nichts ausrichten werden, aber eines haben sie gezeigt. Es gibt im Volk massive Proteste, gegen unsere zur zeitigen Volkszertreter.
Eine Piratenpartei würde den ÖVPs und FPÖs, auch a bisserl der SPÖ nicht schaden.
So schauts aus....................

Re: Der Schärdinger


>Eine Piratenpartei würde den ÖVPs und FPÖs, auch a bisserl der SPÖ nicht schaden.<

Verschreiber?

Sollte wohl heißen:

Eine Piratenpartei würde den ÖVPs und SPÖs, auch a bisserl der FPÖ und Grünen nicht schaden?

Gast: ökono-mist
19.09.2011 23:56
0

Bürgern, die die Luftsteuern der (Ver-)Prasser nicht mehr derblas'n, wird das Beatmungsgerät abgeschaltet - oder wie?


Wäre ja nur konsequent...

P. S.: Das Verquicken der Verrechnung überlebennotwendiger Energie mit Strafsanktionen zwecks Eintreibung Thatcher'scher Polltaxes auf das überlebenswichtige Dach überm Kopf ist aber schon eine überregionale Zeitungsente, oder?

Falls das nämlich wirklch wahr wäre, wäre nicht nur Griechenland, sondern ganz Europa rechts- und verfassungsstaatlich pleite!

(Und wenn jemand auf Petroleum umsteigt? Kommt dann ein Fidel Castro'scher Scherge und haut die Petroleumflasche zusammen? So wie er's schon mit den kubanischen Glühbirnen gemacht hat?)

Was kommt als Nächstes? Wer die Kreditraten für seinen Franken-Kredit nicht zahlen kann, bekommt an der Tankstelle eine Radklammer? Und wird zusätzlich für 4 Wochen am Betreten von Lebensmittelgeschäften gehindert?

Quo vadis, Europa? - In die Smart Grid-Energiesparlampen-Diktatur der unfreiwilligen Mitternachtsbügler?!

Und fast keinem fällt mehr etwas auf? Hilfe!
Unter solchen Umständen gilt: Bevormundet nicht ganze Staaten mit unserem Geld, sondern laßt sie lieber auf humane Weise pleite gehen, bevor die Europäische Grundrechscharta kollabiert!

P. P. S.: Ein "Presse"-Redakteur hat einmal in einem ähnlichen Zusammenhang die Formel "Bei Ebbe sieht man, wer nackt badet" kreiert. Diese Erkenntnis könnte man 1:1 auf jene geistigen Nackerpatz'ln unter den Euro-hellenischen Polititikern umlegen, die zuerst das ganze Steuergeld verprassten - und es jetzt via Grundrechteraub wieder zurückholen wollen!

Wer vom Staat totale Absicherung verlangt ...

... wird in einer Diktatur aufwachen.
Ich versteh nicht, wo es da ein Verständnisproblem gibt.

Ein Horror

Eine US-Investmentbank frisiert Griechenlands Zahlen und schmuggelt das Land in die Euro-Zone. Warum wird diese Bank nicht auf Schadenersatz verklagt ? Europäische Banken werden von denen regelmässig vor den Kadi gezerrt.

Stattdessen werden Steuermilliarden der arbeitsamen Nationen locker gemacht und diesen Spekulanten und Betrügern in den Rachen geworfen. Alles läuft nach Plan für diese Gauner, doch wohl nur, weil sie unter uns Helfer haben.

Re: Ein Horror


Genau!

Die EU (oder einzelne Euro-Länder) könnte GS genau so wegen Betrugsbeihilfe klagen wie amerikanische Behörden europäische Banken wegen Beihilfe zum Steuerbetrug verklagen (und gewinnen).

Aber unsere Euro-Trotteln haben keine Cojones oder sonst welche Defizite bzw Überschüsse (wenn bes*ochen) ...

Antworten Gast: Bobby
19.09.2011 19:05
2

Tatsache ist,

die damalige Griechische Regierung mit Vetos in der EU alles blockieren wollte.

Ich kann mich noch gut erinnern, wie man tagtäglich in den Nachrichten zugedröhnt wurde "vom wild um sich schlagenden Kind", dass tönte: "ich will auch."

Das fällt wohl unter die Kategorie "D o l c h s t o s s l e g e n d e".

Außerdem, wie soll man etwas erstellen, über das es keine Aufzeichnungen gibt. Somit ist klar, das man auf Pi mal Daumen angewiesen war. Es ist zumindest wahrscheinlich.

Dieses kleine Detail wird willkürlich oder nicht, meistens übersehen.

Siehe auch Agrarförderungen, die Griechenlands Anbaufläche ums 4-fache vergrößerte.


Gast: Mann2011
19.09.2011 18:42
2

Die Griechen sin Menschen wie ihr.

Finanzhilfe: 1953 wurde Deutschland entschuldet(unter anderem war Griechenland beteiligt).

Re:

Diese Aussage ist schlicht und einfach falsch.

Antworten Gast: österreicher
19.09.2011 20:45
1

Re: Die Griechen sin Menschen wie ihr.

schön."wir" sind aber keine "deutschen".

Gast: Mutbürger
19.09.2011 18:29
6

Es ist eine Banken- und keine Eurokrise

Griechenland soll von den Investoren (reiche Griechen, Investmentbanken) entschuldet werden, sprich die müssen auf Forderungen verzichten, damit Griechenland wieder in eine normale Bonitätssituation kommt und normal finanzieren kann.

Es ist völlig absurd den Europäischen Steuerzahler dafür zur Kasse zu bitten.

Jeder mündige Bürger sollte in Diskussionen und Medienbeiträgen darauf achten, ob die Argumente der Diskutanten dem Bürger oder den Investmentbanken nützten, man sieht dann sehr schnell wer von wem gefüttert wird.

Die Piratenpartei in Berlin ist vielleicht ein Anfang für eine Veränderung der Landschaft.

Aufwachen ist das Gebot der Stunde!

Antworten Gast: Tarantella
20.09.2011 10:28
0

Re: Es ist eine Banken- und keine Eurokrise

Genau! Die griechische Klientelwirtschaft, die allgegenwärtige Korruption, die Veruntreuung von Geldern, Steuerhinterziehung als Volkssport, Sozialmissbrauch an jeder Ecke, all das - nichts als Mythen!

Für alle Hohlköpfe ihr Kredo: Die Banken sind das Übel und Ursache allen Bösens.

Re: Re: Es ist eine Banken- und keine Eurokrise

AH!Ackermann ,Sorros,Buffet sind so lieb und gut.Alexis,Michel und Hassan ja so bös faul und geldgierig.Außerdem kannst vor Klientelwirtschaft jedweden Ländernamen stellen.Die bösen Klofrauen,Handwerker und Produzenten sind Schuld. Aber auf keinen Fall die Banken/Politiker Hegefonds(Schattenbanken)Finanzinstrumente und deren massenhafte Verbreitung samt automatisierter Spekulation,von der Mafia fangen wir noch gar nicht zu reden an.Im Hohlkopf paßt halt viel rein.

Gast: DerSchreibende
19.09.2011 18:27
7

Nouriel Roubini empfiehlt "Ende mit Schrecken ..."

Nouriel Roubini empfiehlt den Griechen den Ausstieg aus dem Euro, den "geordneten" Staatsbankrott sowie die Wiedereinführung der Drachme als Landeswährung.

Artikel vom 19.09.2011
href="http://ft.com"

"Greece should default and abandon the euro"

Antworten Gast: faw2000
19.09.2011 18:39
2

Ja, die Meinung der Amis zum Euro

kennen wir alle.

Ami?

"Nouriel Roubini wurde als Sohn iranischer Juden in İstanbul geboren. Seine Familie siedelte nach Teheran über, als er zwei Jahre alt war und dann nach Tel Aviv, später nach Italien und schließlich in die USA.

Er wuchs hauptsächlich in Italien auf und ging dort auch zur Schule. Roubini spricht nicht zuletzt deshalb neben Englisch auch noch Persisch, Hebräisch und Italienisch und bezeichnet sich als globalen Nomaden."

"...globalen Nomaden."

Solcherne kenn ma zur Genüge! Unser Bedarf ist gedeckt!

schade,dass ein paar ungebildete,zauderliche Politker

diese einst so stolze Europa so elendiglich zugrunde gehen lassen.
Ich wäre bereit für ein friedfertiges,starkes Europa zu kämpfen- leider unsere Polithansl nicht.Manchmal denke ich,dass sie nicht begriffen haben um was es da geht.Seit Wochen kein gscheites Kommentar von Seiten der Politik,aber solange wir über Aussagen von Politikern streiten können,kann es uns nicht schlecht gehen.

"...ungebildete..."

Der, die oder das Kommentar?
Der, die oder das Europa?
"um was" muss "worum" heißen!

Gast: Kayl Bsirske
19.09.2011 18:07
7

ZWEI AUF EINEN SCHLAG: 1.) US-Journalist Whitney: Bundestag muss Rettungsschirm ablehnen 2.) Der deutsche Bundesbank-Chef Weidmann warnt nochmals eindringlich vor einer Transferunion

1. )
Der bekannte US-Journalist Mike Whitney hat den Abgeordneten des Deut. Bundestages empfohlen, den erweiterten Euro-Rettgsschirm abzulehnen. Durch ihre Zustimmg würden sie sich
»nur selbst entmachten und den Weg für eine Diktatur europ. Großbanker frei machen«,
schreibt der Journalist. Wenn das Parlament es versäume, Merkel daran zu hindern, so würden mit Hilfe des Rettgsschirms zahlungsunfähige Banken auf Kosten der Steuerzahler der Euro-Zone saniert. Der Journalist unterstrich,
»Merkel ist eine willfährige Europhile«,
die eine von Bankern u Aufkäufern von Staatsanleihen beherrschte Finanzunion anstrebe - eine
»Banktatur«.
Whitney warnte, ähnl. wie bei der Lehman-Pleite werde auch jetzt wieder die Angst vor einer Finanzkrise geschürt, um der Bevölkerung das Geld aus der Tasche zu ziehen. Merkel und Co. wollten nur verhindern, dass ihre zwielichtigen Banker-Freunde Geld verlören.
Quelle: Information Clearing House
http://principiis-obsta.blogspot.com/2011/09/sagt-nein-zur-rettung-der-banken-mit.html

2.)
Der deut. Bundesbank-Chef Weidmann warnt nochmals eindringlich vor einer Transferunion

räsident Jens Weidmann hat Korrekturen am Krisenmanagement in der Euro-Zone sowie an der geplanten Stärkg des Rettungsfonds EFSF gefordert. Vor dem Haushaltsausschus des Bundestags warnte er vor dem Einstieg in die Transferunion.
http://www.faz.net/artikel/C30638/haushaltsausschuss-weidmann-warnt-weiter-vor-transferunion-30689058.html

Gast: Lefkarides
19.09.2011 18:04
1

Beitrag der reichen Griechen?

Wie hoch ist der bisherige Beitrag der 10.000 reichsten Griechen? Null, die europäsichen Politiker trauen sich gar nicht einen Beitrag der reichen Griechen einzufordern. Sattdessen wird der EU Mittelstand zur Kasse gebeten.

 
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