"Gute Fortschritte": Troika kehrt nach Athen zurück

20.09.2011 | 22:55 |   (DiePresse.com)

Die griechische Regierung kann weiter auf die Auszahlung neuer Finanzhilfen hoffen: Die Experten von EU, EZB und IWF kehren nächste Woche zurück.

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Griechenland kann weiter auf die Auszahlung einer neuen Finanzhilfe der Euro-Staaten hoffen. Die Experten von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) werden Anfang kommender Woche nach Athen zurückkehren. Dies wurde nach einer Telefonkonferenz der sogenannten "Troika" mit dem griechischen Finanzminister Evangelos Venizelos am Dienstagabend in Brüssel von der EU-Kommission mitgeteilt.

Bei den telefonischen Beratungen der Experten seien "gute Fortschritte" gemacht worden, hieß es in der Mitteilung. Die Missionschefs der drei Institutionen würden über die Einhaltung der griechischen Versprechen für eine Sanierung der Staatsfinanzen und über die dafür notwendigen politischen Entscheidungen sprechen, hieß es. Schon in den kommenden Tagen werde es "technische Diskussionen" in Athen geben.

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Griechenland droht im Oktober die Pleite

Ein positiver Bericht der Troika über die Athener Budgetsanierung ist Vorbedingung für die Auszahlung der nächsten Kredittranche von acht Milliarden Euro aus dem alten Hilfsprogramm von 110 Milliarden Euro.

Von diesem Bericht hängt alles ab: Fließen die Milliarden nicht, droht Griechenland nach offiziellen Angaben in Athen im Oktober die Pleite. Deshalb stelle sich die Frage nach einer Volksabstimmung über den Verbleib des Landes in der Eurozone nicht, hieß es von Beobachtern. In der Vergangenheit hatte Ministerpräsident Giorgos Papandreou einen Volksentscheid generell nicht ausgeschlossen. Falls der "Troika"-Bericht vorliegt, peilen die Euro-Finanzminister die Freigabe der Kredittranche für Anfang Oktober an.

Die EU-Kommission dringt auf die Einhaltung der vereinbarten Spar-, Reform- und Privatisierungsziele. "Wir wollen eine volle Erfüllung der vereinbarten Ziele - nicht mehr, nicht weniger", hatte ein Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Montag erklärt.

117 staatsnahe Betriebe sollen schließen

Athen will den aufgeblähten Staatsapparat drastisch verkleinern. Die Zahl der Staatsbediensteten soll sich im Vergleich zu 2009 um 50.000 sofort und um weitere 100.000 bis 2015 verringern. 117 Betriebe, die vom Staatshaushalt unterstützt werden, sollen sobald wie möglich schließen. Im Staatssektor arbeiten nach letzten offiziellen Angaben über 700.000 Staatsbedienstete, hinzu kommen rund 200.000 Mitarbeiter in staatlichen subventionierten Unternehmen wie dem Fernsehen oder der Elektrizitätsversorgung.

Bereits für diesen Donnerstag kündigten die Gewerkschaften der Bahnen von Athen einen 24-stündigen Streik an. Sämtliche U-Bahnen, S-Bahnen und Straßenbahnen von Athen sollen für 24 Stunden bestreikt werden. Auch diese Gewerkschaften protestieren gegen eine bevorstehende Entlassungswelle.

Seit 1911 aber können Beamte in Griechenland nicht entlassen werden. So steht es in der Verfassung. Die sozialistische Regierung unter Ministerpräsident Papandreou will sich aber auf einen Satz zum Status der Beamten berufen, in dem es heißt: "Sie sind unkündbar, solange ihr Plan-Arbeitsplatz oder ihre Behörde existiert." Mit der Schließung von Behörden könnte die Entlassung aber ermöglicht werden, hieß es von Beobachtern am Dienstag.

Sondersteuer auf Immobilien

Zentrale weitere Maßnahme für die Sanierung der Staatsfinanzen soll die bereits angekündigte Immobilien-Sondersteuer sein. Demnach soll jeder Grieche, der eine Wohnung oder ein Haus besitzt, in diesem und im kommenden Jahr eine Abgabe zwischen 50 Cent und 16 Euro pro Quadratmeter zahlen - je nach Wert der Immobilie. Auch Renten sollen weiter gekürzt werden, hieß es.

Griechenland beschafft sich unterdessen weiter kleinere Summen auf dem Finanzmarkt. Am Dienstag wurden nach Angaben des Finanzministeriums 1,625 Mrd. Euro mit einer Laufzeit von 13 Wochen aufgenommen. Der Zinssatz beträgt 4,56 Prozent; leicht höher als im August dieses Jahres, als Griechenland sich eine ähnliche Summe lieh (damals zu 4,50 Prozent). Griechenland braucht dringend auch diese kleinere Summen - dies reicht aber nicht, um die Schulden abzubauen. Es ginge vielmehr darum, die Märkte zu testen, erklärten Beobachter.

(Ag.)

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103 Kommentare
 
12 3

Juli 2013

detto!

Wie deppert sind wir????

Schon die Aufnahme der Griechen in die EU beruhte auf einem Lügengebäude. Seither hören wir von dort nur Lügen. Aber jetzt ist es anders - ehrlich - jetzt werden die Griechen verlässlich ihre Hausaufgaben machen und uns nicht mehr belügen. Wie deppert sind wir, dass wir das glauben????

Gast: sowhhd
21.09.2011 12:31
0

Griechenland - Reich im Pleitestaat

Griechenland - Reich im Pleitestaat

http://goo.gl/1lhhS

OHNE WORTE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Gast: Vogel Strauss
21.09.2011 11:56
0

Gute Fortschritte ...

Gestern hiess es noch, Griechenland ist pleite, es bekommt die nächste Tranche nicht ausbezahlt, blabla ... es wäre Aufgabe der PRESSE, mal einen wirklich gut recherchierten Beitrag zu diesem Thema zu bringen und nicht nur die Meldungen der div. Presseagenturen zu kopieren.

Gute Nachricht? Für wen?

Für die Griechen, denen noch mehr Geld nachgeschmissen wird oder für den Steuerzahler, der das über Belastungspakete (lt. Pröll "Zukunftbudgets") finanzieren darf?

Gast: Propagandiernix
21.09.2011 11:00
1

Griechenlandrettung und Eurorettung

sind die Bezeichnung für die Verstaatlichung der Bankenverluste in Europa.
Unsere Systempresse und der Staatsrundfunk versuchen bis zuletzt, die traurige Wahrheit der Verantwortungslosigkeit unserer Politiker als Heldentaten darzustellen. Und wenn möglich auch als alternativlos. US-Großbanken haben in den letzten zehn Jahren über 1000 Billionen Dolar an sogenannten Kreditderivaten nach Europa verkauft.
Diese Betrügerpapiere sind längst wertlos und nicht mehr handelbar. Sie liegen bei den Banken und verfallen quartalsmäßig, weil sie ein Ablaufdatum haben.
Das ist der Grund, warum diese Krise existiert und warum der brave Bürger Europas, jetzt zum sparen angehalten wird.
Zur Bezahlung der Bankenverluste sollte niemand zum Sparen gezwungen werden, oder gar seine Arbeit verlieren.
Deshalb gehen die Menschen auf die Straße, um gegen diese Ungerechtigkeit zu protestieren, denn in einer demokratischen Bevölkerung, geht das Recht vom Volke aus.
Und weil das Volk der Souverän ist, sollten auch jene Politiker endlich den Hut nehmen, die Gesetzte gebrochen haben und nicht für das Volk bereit waren zu arbeiten.
Unser Euro-Geldsystem ist wie jenes in Amerika auch, durch Betrug und Mißbrauch zerstört worden.
Euro und Dollar verlieren täglich an Vetrauen und werden gegen nachhaltige Werte eingetausch.
Die Menschen in den USA und in Europa wollen einen Neuanfang.
Mit ehrlicher Arbeit sollte ehrliches Geld verdient werden.
Keine Diktatur mehr durch unsere Notenbanken !


Pleite

Griechenland wartet auf die dringend benötigten Hilfsgelder, um damit seine laufenden Ausgaben leisten zu können. Wer nicht einmal mehr seine laufenden Ausgaben finanzieren kann, ist in der Privatwirtschaft konkursreif. Ein Toter kann keine Fortschritte mehr machen.Wieviele Milliarden will dieser Sinnlosverein EU noch in diesen Pleitestaat pumpen?

Gast: garstig?
21.09.2011 10:06
0

zensur nervt...



und ist ein sinnbild für die ÄÄÄUU, die die postdemokratische verbotsgesellschaft zum inhalt hat.

Katzenwettschwimmen

Fast schon erheiternd, die Vorstellung ganz Griechenland in ein Umerziehungslager für Produktivität verwandeln zu wollen

Solange

mit Hilfe dieser Krisen Europa abgezockt werden kann, solange sind die Nachrichten gut!

Gast: schluckspecht
21.09.2011 03:34
2

Durchhalteparolen bis zuletzt

das kommt alles irgendwie bekannt vor. Allerdings meinte man nach 1945, daß eine kritische Medienlandschaft eine derartige Lügenpropaganda nicht mittragen würde.
Man hat sich getäuscht! Demokratie war gestern - heute leben wir in einer Finanzdiktatur. Medien, Dichter und die Studenten schweigen dazu. Ein sicheres Zeichen einer untergehenden Gesellschaft....

Gast: Arbeitsloser
21.09.2011 01:03
1

darf ich auch...

ein bisschen was haben? so eine million... mehr nicht...

Gast: guesto
21.09.2011 00:17
2

jetzt wirds gruselig.

der fast exakt gleiche Artikel bei SPON, Focus, Zeit, Welt, Presse, sogar alle mit dem gleichen Bild von Dicky "bury me in a wide coffin" Dickerson! Das kann doch wohl nicht wahr sein - Wenn das der Orwell, der George erlebt hätte - tät er sich spontan entleiben.

Gast: Schlecht schaut er aus, der Evangelius
20.09.2011 23:52
6

Brüssel wird der europäischen Bevölkerung nächste Woche mitteilen........

....dass man mit Griechenland ein gutes Geschäft für den europäischen Steuerzahler ausgehandelt hat und zwar, Griechenland wird unser Geld auch in Zukunft nehmen, aber nur unter der Voraussetzung, dass WIR pünktlich zahlen, ansonsten müssen wir an Griechenland eine Pönale zahlen;o;

Gast: Vera Rschung
20.09.2011 23:44
1

Griechischer Förderbetrug

http://www.vier-pfoten.at/website/output.php?id=1237&idcontent=3902&language=1

Kein Cent den Griechen!

Re: Griechischer Förderbetrug

War vielleicht nur die Weiterverwendung der alten Käfige unserer Hühnerhalter? Und Griechenland ist doch eh schon ganz am Rand von Europa.

Antworten Gast: mir reichts
21.09.2011 04:55
0

Re: Griechischer Förderbetrug

die käfige sind vermutlich mit den phantomolivenbaumhölzern gebaut worden, für die die eu millionen subventionen bezahlt haben.

urlaub in griechenland? never!!!!

Gast: fi ha
20.09.2011 23:20
0

naja, wenigstens ein paar fakten.

die aber auch nicht gerade brandneu sind (wann wurden diese sparmaßnahmen festgelegt? wieso wurden die nicht längst umgesetzt?)

ansonsten frage ich mich was diese laufende berichterstattung über die aktuelle befindlichkeit der troika soll. es interessiert doch nur das ergebnis ihrer prüfung.

Re: ... es interessiert doch nur das ergebnis ihrer prüfung.

Und das wird wie politisch gewünscht ausfallen (zahlen). Der Rest ist Show für die zur Zahlung verurteilten Deppen.

Das glauben die doch selber nicht!


Re: Das glauben die doch selber nicht!

doch, doch... die Griechen werden Geld bekommen. alles andere ist nur Show um das Wahlvolk bei Laune zu halten!

Gast: soundso
20.09.2011 22:55
1

die troika kehrt zurück- die griechen werden ja von den banken regelrecht vorgeführt. ein telefongespräch soll über die zukunft eines staates entscheiden- diese linke sozi bankenlobby politik hat griechenland den untergang beschert.


Gast: Bacilus der Misswirtschaft, Korruption, Vetternwirtschaft - Hellenobacilus!
20.10.2014 21:41
2

Wenn man Venizelos und Pangalos aus einem ....

hohen Ast aufhängt für ihre Schweinereien, dann wird dieser Ast brechen, weil die Zwei so fett sind, da sie mit übergroßem Fleiß Korruptionsgelder eingesteckt haben. Boo-Rufe für alle Politiker Griechenlands! Shame on you! Die griechische Regierung unternimmt seit 2 Jahren nichts, die glauben, dass wir ihre Schulden schenken werden und machen weiter mit ihren überdimensionierten Staatsapparat. Lasst sie endlich Pleite gehen! Die österreichischen Banken werden es verkraften. Einmal Ende mit Schrecken anstatt Schrecken ohne Ende (weil das ist es in der Tat!). Die griechischen Politiker sind die größten Lügner aller Zeiten!

Gast: Gast 99
20.09.2011 19:22
1

Drohkulisse oder ernster Plan Deutschlands?

Die Äußerungen und durchgesickerte Informationen über einen Plan B, der einen kontrollierten Staatsbankrott Griechenlands mit einem beträchtlichen Haircut vorsieht, lassen erkennen, dass die Deutschen alternative Lösungen ausarbeiten, die sie je nach den weiteren Entwicklungen realisieren werden. Im Kern sieht das Szenario dieses Plan B offenbar einen kontrollierten Bankrott ohne ein Ausscheiden aus der Eurozone vor. Er beinhaltet weiterhin die Bereitstellung von Finanzhilfen zur Rekapitalisierung der (griechischen) Banken und zur Stärkung der Renten- und Krankenkassen, wie auch die Erneuerung der auslaufenden Staatsanleihen (gemeint ist die Ablösung von auslaufenden Bonds durch längerfristige Papiere, N.K.).... aus nachdenkseiten.de

Antworten Gast: Bobby
20.09.2011 20:14
0

Danke für die Info

Ich war ganz und gar nicht beunruhigt, und wollte schon Vorräte anlegen, in der Erwartung einer Währungsreforum und den damit verbundenen administrativen Schwierigkeiten.

Ist es eine Kulisse?

Naja der Zivilschutz empfiehlt ohnehin 2 Wochen Vorrat.


Antworten Antworten Gast: Gast 99
20.09.2011 20:44
0

Re: Danke für die Info

Ist nicht so schwierig eine Umstellung einer Währung. Sie müssen halt eine gewisse Vorlaufzeit einplanen. Die Details machen sowieso nicht die" oberen sondern die unteren Mitarbeiter". Die oberen kennen sich nicht immer so gut aus! Aber manchmal kann man sich ja mittels Telefonat beraten lassen. Wann sie aber Probleme haben, ich helfe ihnen gerne bei der Interpretation der neuen Währung. Aber zählen glaube ich werdens doch sicher können!

 
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