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Agrar: „Bis auf dem Weltmarkt Gerechtigkeit herrscht“

20.09.2011 | 20:24 |  Von Jeannine Hierländer (Die Presse)

Europas Bauern müssten viel strengere Auflagen erfüllen als die globale Konkurrenz. Deshalb müssen sie unterstützt werden, sagt Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen und des Europäischen Bauernverbandes.

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Wien. Gerd Sonnleitner ist Chef des deutschen Bauernverbandes und Präsident der größten Bauernlobby-Organisation Copa – und damit freilich gegen Förderkürzungen jeder Art. Und er scheint sich seiner Sache sicher zu sein. Auf die Obergrenze bei Agrarförderungen angesprochen, die derzeit diskutiert wird, sagt er: „In dieser Form wird sie nicht kommen. Das lehnen die Bauern ab, und auch die deutsche Regierung.“
Die EU-Kommission will eine stufenweise Deckelung der Subventionen ab einer Betriebsprämie (Direktzahlungen) von 150.000 Euro vorschlagen, wie zuletzt bekannt wurde. „Das sind alles Vorschläge, die zu Neiddiskussionen führen. Und unter dem Strich sind die Bauern dann die Verlierer. Es gibt Wichtigeres zu diskutieren“, sagt Sonnleitner im Gespräch mit der „Presse“. Damit meint er vor allem, „dass das Agrarbudget nicht geschmälert wird und erhalten bleibt“. An dem vorgeschlagenen Rahmen dürfe nicht mehr gerüttelt werden.
Derzeit werden hinter den Kulissen mehrere Varianten diskutiert, wie die EU-Förderpolitik künftig aussehen soll. Bei den Direktzahlungen – das sind jene Förderungen, die pro Hektar und unabhängig von der Produktion ausbezahlt werden – soll es in Österreich eine nationale Obergrenze von 707,5 Mio. Euro geben.
Damit würde Österreich nur ein knappes Prozent weniger Direktzahlungen bekommen als derzeit. Auch ein „Greening“ dieser ersten Fördersäule ist im Gespräch – dass diese Direktzahlungen nur noch fließen, wenn vorgegebene Umweltauflagen erfüllt werden.
Für Österreich ist vor allem die zweite Säule wichtig. Diese Förderungen werden schon jetzt nur ausbezahlt, wenn bestimmte Maßnahmen für die Entwicklung des ländlichen Raumes erfüllt werden. Österreich und andere Länder lehnen daher ein Greening der ersten Säule ab. Ein Bauer, der für die Erfüllung von gewissen Kriterien Geld aus der ersten Säule erhält, kann nämlich für die Erfüllung derselben Kriterien nicht auch Geld aus der zweiten Säule erhalten.
Auch bezüglich der Förderungen aus der zweiten Säule wird hinter den Kulissen diskutiert. Der endgültige Vorschlag soll am 12. Oktober präsentiert werden.

„Die Natur wäre Verlierer“

Sonnleitner kann mit einem Greening der ersten Säule, wie es derzeit diskutiert wird, ebenfalls nicht viel anfangen: „Wir sind für ein Greening, aber wir brauchen Auswahlmöglichkeiten, sodass es den einzelnen Situationen in den Ländern gerecht wird.“ Österreich etwa bezieht zwei Drittel seiner Förderungen aus dem Topf für Ländliche Entwicklung und würde durch dieses Greening viel verlieren. Der derzeit geltende und passende Rahmen dürfe „auf keinen Fall beschädigt werden. Wenn da etwas passiert, ist die Natur, die Umwelt der Verlierer, aber auch die österreichischen Bauern,“ so Sonnleitner.
Die europäischen Bauern beziehen jährlich Unterstützungszahlungen in Milliardenhöhe – weil sie, so argumentieren ihre Vertreter, sonst nicht überleben könnten. Aber wäre es nicht angenehmer, sich langsam aus der staatlichen Abhängigkeit zu lösen – und allein auf dem Markt zu überleben? Dazu sagt Sonnleitner: „Wir sind selbstständige Unternehmer. Aber es gibt Wettbewerbsverzerrungen.“
Die Bauern seien dem globalen Wettbewerb ausgesetzt, während es für andere Berufsgruppen  wie etwa Ärzte Schutzklauseln gäbe. „Wir brauchen die Ausgleichszahlungen so lange, bis die Weltmarktpreise anziehen. Dann können wir über die Neugestaltung der Förderungen nachdenken.“

Kritik an ungleichen Bedingungen

Dementsprechend findet Sonnleitner auch, „dass die europäische Landwirtschaft bereits wettbewerbsfähig wäre“. Allerdings nur dann, wenn Europas Landwirte zu den gleichen Bedingungen produzieren könnten wie die internationale Konkurrenz – was derzeit nicht der Fall sei. Sie seien an strenge Hygienestandards, Umwelt- und Verbraucherschutzauflagen gebunden. „Im Moment brauchen wir den finanziellen Ausgleich. Wenn auf dem Weltmarkt Gerechtigkeit herrscht und die anderen Länder die gleichen Auflagen einhalten müssen wie wir, dann können wir weiterreden.“

Zur Person
Gerd Sonnleitner (geb. 1948) ist Präsident des Deutschen Bauernverbandes und seit April auch Präsident des Europäischen Bauernverbandes Copa. Im Interview spricht er sich gegen Förderkürzungen jeder Art aus und lehnt unter anderem die diskutierte Obergrenze bei Agrarsubventionen ab. Europas Bauern wären zwar wettbewerbsfähig, müssten sich aber an viel strengere Auflagen als die internationale Konkurrenz halten. Daher brauche es den finanziellen Ausgleich. Er betreibt rund 100 Hektar Landwirtschaft in Bayern.

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2 Kommentare
Gast: Halbwissen
21.09.2011 11:29
0 0

gut das Unternehmen aus anderen Bereichen keine strengeren Auflagen haben


so ein typischer bauer ist das

regt sich immer auf wieviel er nicht zu tun hat, wie wenig an geld nicht übrig bleibt, und dass alle anderen berufe eigentlich keine wirkliche arbeit sind.

diese övp unterorganisation kann ich schon nicht mehr leiden

man muss den bauern die förderungen teilweise streichen, denn die summen die die vershciedenen agraförderungen verschlingen sind mitlerweile schon astronomisch, außerdem ist es eine frechheit, dass bauern geld dafür bekommen gewisse ackerflächen einfach brach luegen zu lassen.

die sollten lieber auf teufel komm raus anbauen, damit die lebensmittelpreise zurückgehen.

außerdem wären die bauern konkureznfähiger, wenn sie mehr ertrag abliefern würden.

ich bin für import beschränkungen, da europa eine eigeneständige nahrungsmittel produktion braucht,um nicht ganz vom ausland abhängig zu werden, jedoch bin ich auch dagenen, dass viele bauern die förderungen ausnützen, um zu exportieren, da sie durch diese zu/oder unter weltmarktpreisen produzieren können.
ich bin nicht bereit die bauern beim export zu unterstützen.

ich persönlich glaube, dass man dass man di eEU agraförderungen halbieren sollte.

es kann ncht sein, dass eine derart kelien bevölkerungsgruppe deratr viel geld kassiert, und das schon seit jahrzehnten, während die restliche bevölkerung länge mal breite steuern zahlt

Hobbyökonom