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Griechenland kündigt radikale Sparmaßnahmen an

21.09.2011 | 19:53 |   (DiePresse.com)

Pensionen von mehr als 1200 Euro sollen um ein Fünftel gekürzt werden, 30.000 Beamte werden vorübergehend entlassen.

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Unter dem Druck der internationalen Kreditgeber hat die griechische Regierung am Mittwoch weitere Sparmaßnahmen angekündigt. Wie das Kabinett nach einer Sitzung am Abend bekanntgab, sollen Pensionen von mehr als 1.200 Euro im Monat gekürzt und der Steuerfreibetrag auf 5.000 Euro gesenkt werden. Aus Protest gegen die harten Sparmaßnahmen kündigten die Gewerkschaften für Anfang Oktober einen erneuten Generalstreik an.

Neben der 20-prozentigen Kürzung aller Pensionen von mehr als 1.200 Euro und der weiteren Senkung des Steuerfreibetrags von 8.000 auf 5.000 Euro will die Regierung auch 30.000 Angestellte des öffentlichen Dienstes bis zum Ende des Jahres vorübergehend aus dem Dienst entlassen. Wie Regierungssprecher Ilias Mossialos mitteilte, beschloss die Regierung zudem eine Reihe von strukturellen Reformen zur Öffnung gewisser Berufe und des Arbeitsmarkts.

 

"Platz in der Eurozone nicht aufs Spiel setzen"

Vor Beginn der Kabinettssitzung versicherte Finanzminister Evangelos Venizelos, die Regierung werde alles unternehmen, um "das Schicksal unseres Landes und seinen Platz in der Eurozone nicht aufs Spiel zu setzen". Am Vortag hatte sich Venizelos in einem Krisentelefonat mit Vertretern der Troika auf die Rückkehr von deren Kontrolleuren "zu Beginn der kommenden Woche" geeinigt.

Mit der Verschärfung der Sparmaßnahmen für 2011 und 2012 will die Regierung die Auflagen der sogenannten Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) für die Auszahlung der nächsten Kredittranche von acht Milliarden Euro erfüllen. Die Finanzmärkte rechnen damit, dass das hoch verschuldete Griechenland ohne die nächste Rate im Oktober zahlungsunfähig sein wird. Die Kontrolleure der Troika waren Anfang September offenbar wegen mangelnder Fortschritte Griechenlands bei der Umsetzung der Sparvorgaben abgereist.

Streik angekündigt

Die Gewerkschaften kündigten für den 5. Oktober einen Streik des öffentlichen Diensts sowie für den 19. Oktober einen landesweiten Generalstreik an. Zudem ist für Donnerstag ein vierstündiger Streik im öffentlichen Sektor geplant, an dem sich auch Fluglotsen beteiligen wollen. Vor allem bei den Inlandsflügen dürfte es zu Einschränkungen kommen. In Athen wollen zudem die Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs und die Taxifahrer ihre Arbeit niederlegen.

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat unterdessen eine Staatspleite ausgeschlossen. Ein Zahlungsausfall werde verhindert, sagte Van Rompuy am Mittwoch in New York. Dazu gebe es keine Alternative. "Die Gefahren einer Ansteckung, eines Zahlungsausfalls, einer Umschuldung, eines Austritts aus der Eurozone sind so groß, das man dieses Risiko nicht eingehen kann", betonte Van Rompuy.

(Ag.)

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6 Kommentare

Na toll!

Der Staat Griechenland begeht Harakiri! Auf Befehl der EU Troika!
Da man die gekündigten Beamten nicht verhungern lassen kann muß man ihnen Arbeitslose zahlen.
Damit leisten sie nunmehr noch weniger als die bisherige nominelle Arbeitsleistung! Und können so besser die Demonstrationen organisieren!
Derweil wird das Land, mangels Beamten, unregierbar.
Und ausständige Steuern können erst recht nicht eingetrieben werden. Weil die Beamten dazu in den Ämtern fehlen!
Erst wenn Hellas auf dem Stand eines Entwicklungslandes angelangt ist wird man die Torheit des eigenen Handelns in Berlin erkennen!

Gast: Dimitri
22.09.2011 01:02
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Griechenland streicht 30.000 Stellen im Staatsdienst!

Und was passiert dann mit diesen 30 000 Menschen? Sind 30 000 Arbeitslose billiger, als 30 000 arbeitende Menschen im Staatsdienst? Wenn diese 30 000 Menschen, weniger Geld zur Verfügung haben, ist das gut für die Wirtschaft? ist das jetzt das neue Erfolgsmodell?

Gast: FH
21.09.2011 21:47
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?

Absichtserklärungen sind im Süden nur einen Bruchteil wert. Solange sich GR anders refinanzieren kann, wir das kaum beschlossen werden.

Gast: Einer
21.09.2011 20:17
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Es wäre auch in Österreich höchster Zeit

Es wäre auch in Österreich höchster Zeit damit anzufangen, je länger man wartet desto härter werden die Massnahmen sein müssen, aber wahrscheinlich wartet man damit bis der Staat zahlungsunfähig ist.

Gast: schermineta
21.09.2011 20:08
0 0

gäääääähn

griechenland...nur mehr gääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääähn....

Gast: jungunternehmerin
21.09.2011 20:05
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balkan ist überall, natürlich auch in österreich

des wird nix: die regierung sucht nur verzweifelt eine atempause, und die gewerkschafter blasen schon zum sturm auf die regierung, wenn sie sich traut, íhren worten taten folgen zu lassen. ich glaub' den balkanesen (p.c. "südeuropäern") nicht ein wort!

Hobbyökonom