Trichet: Eurozone ist Epizentrum einer weltweiten Krise

24.09.2011 | 14:14 |   (DiePresse.com)

Der EZB-Präsident zeichnet ein düsteres Bild der Schulden-Krise. Laut Deutschlands Finanzminister Schäuble braucht Athen noch zehn Jahre Hilfe.

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Auch am Samstag gibt es nicht gerade ermutigende Meldungen zur Euro-Schuldenkrise: EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sagte am Freitag am Rande der IWF-Jahreskonferenz in Washington, die Risiken für die Stabilität des europäischen Finanzsystems hätten in letzter Zeit drastisch zugenommen. Er forderte die politisch Verantwortlichen auf, diesen Gefahren mit raschem Handeln entgegenzutreten. Das Zentrum der aktuellen Krise um ausufernde Staatsschulden bilde die Euro-Zone. Die Probleme hätten sich aber inzwischen darüber hinaus ausgeweitet.

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„Wir stehen vor einer globalen Krise der öffentlichen Finanzen, und wir (die Euro-Zone) sind das Epizentrum dieser Krise", sagte Trichet. Die aktuelle Situation sei dabei noch prekärer als beim Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im Jahre 2008, der die Weltwirtschaft in einen tiefen Abgrund gestürzt hatte. An den Märkten sei inzwischen der Glaube verloren gegangen, dass Schlüssel-Länder nicht zahlungsunfähig werden können. Belegt werde die Krise durch die Spannungen auf den Anleihemärkten in Europa und die heftigen Schwankungen an den Aktienmärkten rund um den Erdball.

Schäuble: Eurozone könnte auseinanderfallen

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble meldete sich ebenfalls von der IWF-Jahrestagung zu Wort: Das hoch verschuldete Griechenland wird nach seiner Einschätzung wahrscheinlich noch zehn Jahre lang auf Hilfen angewiesen sein. "Dass Griechenland nicht - wie 2010 gedacht - schon 2012 an den Kapitalmarkt zurückkehren kann, ist klar", sagte Schäuble der "Wirtschaftswoche". "Griechenland wird zur vollen Herstellung seiner Wettbewerbsfähigkeit sicher eher ein Jahrzehnt brauchen als ein Jahr."

Schäuble hält eine Rettung Griechenlands um der Stabilität der Eurozone willen jedoch für unbedingt erforderlich. "Es besteht die reelle Gefahr, dass die Währungsunion auseinanderfallen würde." Die Hellenen müssten unter allen Umständen in der Euro-Zone gehalten werden. "Athen, Griechenland ist - auch historisch - ein zentraler Bestandteil Europas. Jeder Verantwortliche weiß, dass ein Ausscheiden erhebliche Folgen hätte für Griechenland, aber auch weit darüber hinaus." Vor allem die Auswirkungen auf den Bankensektor dürfe man nicht unterschätzen.

Kritik an italienischer Regierung

Schäuble kritisierte die italienische Regierung für ihren Wackelkurs in der Finanzkrise. "Die Verantwortlichen in Italien - und in allen anderen Ländern - müssen wissen, dass es problematisch ist, Maßnahmen oder Verpflichtungen anzukündigen und dann nicht dazu zu stehen", sagte der Finanzminister dem Magazin. "Vertrauen ist die wichtigste, aber derzeit auch die knappste Ressource." Italien habe jedoch eine gesunde Basis, um die Krise zu bewältigen.

(Ag.)

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61 Kommentare
 
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wann

wann werden wir europäischen Bürger austehen und uns das nicht länger gefallen lassen?

wann

wann werden wir europäischen Bürger austehen und uns das nicht länger gefallen lassen?

Antworten Gast: antiTroll
26.09.2011 09:09
0

Re: wann stehen die Rotgrüninnen nicht auf den Barrikaden?


Gast: Buusch
25.09.2011 12:07
1

inkompetent, unverantwortlich, skrupellos, kriminell

. . . ein freier Markt ohne einheitlichem Steuer-, Budget- und Sozialsystem, ohne einheitlichen Standards und Normen.

Re: inkompetent, unverantwortlich, skrupellos, kriminell

Sie wollen ein einheitliches Steuer-, Budget- und Sozialsystem mit einheitlichen Standards und Normen - gratuliere, dann gibts ein Come-Back der UDSSR.

Gast: Buusch
25.09.2011 12:04
0

Blutsauger der Dritten Welt

. . multinationale Konzerne maximieren mit raffinierten Tricks ihre Gewinne.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,787321,00.html" target="_blank">http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,787321,00.html

Gast: DI
25.09.2011 10:26
1

Beispiel Swiss-Air

Als die Swiss-Air pleite ging, hat die Schweizer Regierung keine Sekunde über eine finanzielle Unterstützung nachgedacht. Heute hat die Schweiz wieder eine Luftlinie. Wie lange wollen die Politiker noch einen sinnlosen Rettungsversuch nach dem anderen starten?
Wie hoch ist ihr persönlicher Einsatz, ihre Glaubwürdigkeit? Haben Sie schon € 100.000,- aus ihrem Privatvermögen überwiesen? Sie sollten mal darüber nachdenken, was für ein Eiertanz Sie aufführen.

Re: Beispiel Swiss-Air

du weisst aber schon das die Swiss zur Lufthansa gehört, denn sonst gäbe Sie sie nicht mehr, wie bei AUA.

!0 Jahre lang jährlich 100 - 200 Milliarden ???

Wenn man die aktuelle Aufeinanderfolge von "Rettungs"paketen für Griechenland für 10 Jahre extrapoliert, dann bedeutet das also, dass ca 1.500 Milliarden Euro notwendig sein werden, Griechenland zu retten.

Das ist die "billigere" Variante ?

Für die involvierten Banken sicherlich, weil die lassen sich sowohl ihre Schrottkredite von den europäischen Steuerzahlern abkaufen, als auch die Zinsen bezahlen.

Die Finanz"industrie" leistet nur einen verschwindenen Beitrag zur Realwirtschaft. Sie dient zu mehr als 95% sich selbst und richtet zusätzlich immer wieder unglaublichen Schaden an der Realwirtschaft an.

Sie ist der größte Schmarotzer der Weltwirtschaft.

Re: !0 Jahre lang jährlich 100 - 200 Milliarden ???

Man sollte aber nicht vergessen, dass erst die exorbitante Ausweitung des Geldvolumens, welches weit über den Bedarf der Realwirtschaft hinausgeht und mit den ausufernden Staatsschulden im Zusammenhang steht, diese Möglichkeit erst eröffnet hat. Und wer von uns wäre moralisch sattelfest genug, solche Anbote für leicht verdientes Geld tatsächlich abzulehnen?

Die nunmehr weiter folgenden Ausweitungen vulgo Rettungsschirme, etc., verursacht durch "Schulden für Schulden", wird dieses Problem daher leider nicht lösen.

Antworten Gast: Messalina-X
25.09.2011 10:51
1

Re: !0 Jahre lang jährlich 100 - 200 Milliarden ???

ABSOLUT richtig

Gast: radius
25.09.2011 00:07
4

Ist der Schäuble auf den Kopf gefallen?

Nach unten treten kann er, man denke an seinen Pressesprecher, aber gegen die Mafia setzt er sich nicht durch, der Choleriker oder ist er ein Teil davon?

Gast: mysterium
25.09.2011 00:05
3

Trichet und Konsorten treten Sie ab! Besser heute als morgen.

Ihr seid komplette Nullen. Fresst gemeinsam mit den Bankern und Kriminellen am Buffet und kapiert gar nichts.
Ihr hab es nicht verdient, wichtige Positionen innezuhaben.

ABTRETEN!!!!

Antworten Gast: Karl Huber
25.09.2011 09:49
1

Re: Trichet und Konsorten treten Sie ab! Besser heute als morgen.

Ich könnts ja sogar noch leichter verstehen wenns so wär "kapiert gar nichts"...
Die wissen GANZ GENAU was sie machen!!

Was GR betrifft.
Da gibts nur eines. Insolvenz. Schuldenschnitt ist zu wenig. Die können auch bei 50% weniger Schulden die Zinsen nicht zahlen. Von Wiederbelebung der Wirtschaft gar nicht erst gesprochen.

herr trichet hat die grundregel der ezb verletzt

er hat anleihen gekauft von ländern die keine entsprechende bonität haben und er hat das ziel der stabilität verletzt indem er geld dadurch geschöpft hat. alles nur um ein land zu retten das selbst zu wenig tut um sich selbst zu retten. ganz konträr zu irland und spanien.
dann stellt er sich noch hin und redet die eurozone schlecht. er ist franzose und damit aus der vergangenheit heraus der weichwährungspolitik verhaftet. damit erklärt sich auch die zukunft des euro als weichwährung. rettung aller die ohnehin keine harte währung wollen und nie wollten führt letztlich dazu, dass die schulden auch in den och triple a- staaten explodieren. dann haben die franzosen deutschland wieder besiegt und sind erster in der eu, aber was für ein sieg?

für ie nordländer gibt es nur eine lösung: lösung aus der währungsunion. die schweden und dänen waren nie drin und sichtlich wussten sie warum also was hält uns auf ?

Griechen

Wenn es denn tatsächlich so prekär aussieht, verstehe ich nicht warum die entscheidenden Köpfe der europäischen Finanzpolitik so am Status Quo festhalten anstatt den Euro in mehrere Währungsräume überzuführen und die Pleitekandidaten aufzulösen. Der Steuerzahler dankt.

Die Belastungsgrenze in und für Österreich bereits überschritten

Die Eurozone ist das Epizentrum einer weltweiten Krise ist eine Aussage die richtig ist und die europäischen Politiker sind schuld daran, daß es soweit gekommen ist. Durch Versagen der Politik wurden Staaten in die Eurozone aufgenommen, welche niemals eurofit waren, die vereinbarten Kriterien wurden nach Lust und Laune gebrochen und als einzigen Lösungsansatz wurde eine Allianz von Politik und Wirtschaft zum Nachteil der Steuerzahler gesehen.

Wie soll der Markt in der Krise Vertrauen zu jenen Entscheidungsträgern aufbauen, welche eigentlich an der ganzen Entwicklung zumindest mitschuldig sind?

Nur durch eine frühzeitige, ergebnisoffene und ehrliche Einbindung der Bevölkerung in den politischen Entscheidungsprozeß können Lösungen geschaffen werden, welche von einer breiten Basis getragen werden. Was passiert, wenn man diesen Grundsatz verletzt, zeigt sich derzeit in Griechenland, wo bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen.

Die einigermaßen noch wirtschaftenden Staaten wie Deutschland und Österreich werden nicht die Last der ganzen Eurozone tragen können, weil die Steuerbelastung im Gegensatz zu den USA bereits ausgereizt ist und ein weiteres Drehen an der Steuerschraube die Steuervermeidungstendenz weiter erhöht. Auch Einsparungen bei den Geberländer um so die marode Staaten zu unterstützen könnte eine Rebellion der Bevölkerung auslösen.

Österreich hat genug gezahlt für marode Staaten und wir müssen die Zukunft unserer Nachkommen sichern.

Re: Die Belastungsgrenze in und für Österreich bereits überschritten

die "Einbindung der Bevölkerung in den politischen Entscheidungsprozeß" wird leider nicht mehr helfen. Die Mehrheit der Bevölkerung sind Nettoempfänger staatlicher Gelder, und sie werden immer sozialistische Parteien wählen. Die Parteien wollen gewählt werden, und machen folglich sozialistische Wirtschaftsprogramme. Mit Demokratie kommt man da nicht mehr raus. Ein Systemzusammenbruch wird wahrscheinlich kommen müssen, und dann kann man nur hoffen, dass wieder ein kapitalistisches System neu entstehen wird. Die Wahrscheinlichkeit ist aber auch ziemlich hoch, dass man im Kapitalismus fälschlicher Weise die Ursache der Krise sehen wird, und ein noch sozialistischeres System kommt.

Grenzen der Demokratie

In einer Demokratie entscheidet die Mehrheit der Stimmberechtigten.

Wenn diese Mehrheit auf Kosten einer Minderheit lebt, dann wird das so bleiben, bis das System zerbricht.

Sinnvollerweise wäre das Gewicht des Stimmrechtes an den Nettosteuerbetrag zu koppeln, den der Stimmberechtigte in die Staatskasse einzahlt.

Dann hätten selbstverständlich alle öffentlich Bediensteten und Pensionisten keine Stimmrecht mehr. Und alle notwendige Reformen wären in Kürze auf Schiene gebracht.

Antworten Antworten Gast: gats
25.09.2011 08:28
0

Re: Re: Die Belastungsgrenze in und für Österreich bereits überschritten

Wie kommen sie auf so einen Blödsinn dass die Mehrheit der Bevölkerung Nettoempfaenger staatlicher Gelder sind! Wenn dass tatsaechlich so waere haetten die Sozialisten bei Wahlen mehr als 50% Stimmenanteil. Gerade im letzten Jahrzhehnt haben sie aber massiv an Waehlerpotential verloren, gerade weil sie ihre sozialistischen Ideologien an die Kapitalisten verscherbelt haben. Die jetzige Krise ist eine Krise des billigen Geldes, der ewig steigenden Renditen, eine Krise des Kapitalismus eben. Wir werden einen neuen Strat brauchen indem sich der Kapitalismus neu erfindet und zwar zum Wohle einer neuen Mittelschicht und nicht einer investitionsgeilen abgehobenen Elite.

Re: Re: Re: Die Belastungsgrenze in und für Österreich bereits überschritten

Nettoempfänger staatlicher Gelder: Pensionisten, Kinder, Schüler, Studenten, Arbeitslose, Hausfrauen, Beamte, Politiker, Mitarbeiter verstaatlichert und teilverstaatlichter Unternehmen - ich würde sagen, wir kratzen da eher an die 70-80% der Bevölkerung.
Die Sozialisten haben in Österreich 100% der Parlamentssitze, denn alle Parteien in Österreich sind extrem sozialistisch eingestellt, in verschiedenen Schattierungen.
Eine Krise des billigen Geldes: Notenbanken setzen die Zinsen fest, und zwar seit Jahren zu tief - und das ist ein massiver, katastrophaler, sozialistisch motivierter Eingriff in den freien Markt.
Blödsinn ist, was Sie von sich geben, denn Sie haben keine Ahnung von Ökonomie. Der Soziaismus ist immer gescheitert und wird immer wieder scheitern. Das einzige was in der Geschichte der Menschheit im Wirtschaftsleben funktioniert ist: DER FREIE MARKT!!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gats
25.09.2011 18:04
0

Re: Re: Re: Re: Die Belastungsgrenze in und für Österreich bereits überschritten

Meine Kritik ging eher in Richtung Nettoempfaenger sie Intelligenzbestie. Sie sollten nicht derartig dumme Behauptungen aufstellen, wenn sie nicht in der Lage sind schluessig zu argumentieren. Die Niedrigzinspolitik der Monetaristen ist eindeutig bei der Federal Reserve zu Hause, und sie wollen doch nicht allen Ernstes die USA des Sozialismus bezichtigen. Den einzigen Sozialismus den ich hueben und drueben heute erkennen kann ist der Sozilaismus fuer das Grosskapital, und dieser laesst sich in dem schoenen Satz zusammenfassen: Profite werden privatisiert und die Verluste sozialisiert.
Den Nick unter dem sie posten verdienen sie ganz eindeutig nicht, denn im Gegensatz zu ihnen wussten diese Herren ganz genau wovon sie sprachen.

Re: Re: Re: Re: Re: Die Belastungsgrenze in und für Österreich bereits überschritten

was haben Sie studiert? Philosophie oder Afrikanistik? Wir haben weltweit Zinsen nahe Null, und wenn die Notenbank den Preis des Geldes festsetzt, dann ist das eben kein freier Markt sonder ein massiver staatlicher Eingriff in die Wirtschaft. Für Politiker sind die niedrigen Zinsen ein Freibrief zum Schuldenmachen, und das ist der Kern unserer weltweiten Schuldenkrise.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gats
25.09.2011 18:57
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Die Belastungsgrenze in und für Österreich bereits überschritten

RBA 4.5%, Norges Bank 2.25%, Riksbank 2.0%, Selic Target rate 12%, EZB 1.5%, SNB 0-0.25%, BoE 0.5%, Fed 0-0.25%.

Sie sehen also die einzigen deren IR bei 0% sind, sind die Monetaristen bei der SNB und Fed. Durch die einzigartige Stellung des Dollars kommt der Fed die alles entscheidende Rolle bei der Gestaltung globaler Kapitalstroeme zu.

Lernen sie erst einnmal ueber den Tellerrand ihres erstsemestrigen Textbuches zur Wirtschaftlehre hinauszublicken, dann koenne wir uns vielleicht weiter ueber die Rolle der wirtschaftlichen Dynamiken in der modernen Gesellschaft weiter unterhalten.

Re: Re: Die Belastungsgrenze in und für Österreich bereits überschritten

genau deswegen funktioniert demokratie nicht, und ist immer nur eine uebergangsform zur oligarchie

wenn man 51% ueberzeugen kann von einer sache, kann man alles legalisieren (auch sklaverei)

aus diesem grund sind die vereinigten staaten eine republik, keine demokratie


Antworten Gast: iokukawa
24.09.2011 20:30
2

Re: Die Belastungsgrenze in und für Österreich bereits überschritten

die meinung der bevölkerung sollte man nicht verwechseln oder mischen mit der meinung der öffentlich bediensteten und banker, die unter keinen umständen auf ihre obszönen privilegien verzichten wollen, koste es was es wolle.

 
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