Eurozone: Politiker riskieren Hyperinflation

25.09.2011 | 18:24 |  JOSEF URSCHITZ (Die Presse)

Die Euroländer wollen in ihrem Rettungsschirm per Hebelwirkung "aus einem Euro fünf machen" - und riskieren damit Mega-Inflation. Die diskutierte Staatsfinanzierung per Notenpresse stößt auf wenig Widerstand.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Wien. Der (offenbar zu kleine) Euro-Rettungsschirm ist von den nationalen Parlamenten noch nicht einmal abgesegnet, da ist schon von einer gewaltigen Aufstockung die Rede: Am Rande der laufenden Weltbanktagung in Washington wird darüber geredet, wie man dem mit 440 Milliarden Euro dotierten Rettungsschirm EFSF im Falle des Falles „mehr Feuerkraft“ verleihen könnte.

Mehr zum Thema:

Einfach aufstocken geht schwer: In „Zahlerländern“ wie Deutschland oder Österreich ist der Unmut in der Bevölkerung über die Riesensummen, die für die Rettung der Eurozone aus Steuermitteln bereitgestellt werden müssen, schon jetzt groß. EU-Währungskommissar Olli Rehn spricht deshalb schon offen darüber, dass es notwendig werden könnte, die Mittel des EFSF zu „hebeln“, um „aus einem Euro fünf“ zu machen. Angelpunkt dieses Finanz-Kunststücks soll die Europäische Zentralbank (EZB) werden. Druck dazu kommt unter anderem von den USA, deren Finanzminister Timothy Geithner gemeint hatte, die Eurorettung werde nur funktionieren, wenn der Rettungsschirm unbegrenzte Haftungen übernehme.

Die wildeste Variante sieht so aus: Der EFSF kauft Anleihen von Pleitestaaten wie etwa Griechenland auf und hinterlegt diese als „Sicherheiten“ für weitere Kredite bei der EZB. Mit diesen Krediten kauft er wieder Staatsanleihen, die er als Sicherheiten für neuerliche Darlehen bei der Notenbank hinterlegt. Das wäre eine wesentliche Änderung der bisherigen Pläne, die vorsahen, dass sich der EFSF mithilfe von Staatsgarantien auf dem Kapitalmarkt finanzieren müsste.

Finanzexperten warnen bereits vor einem solchen Schritt: Sollte der EFSF auf diese Art unbegrenzt Kredit bei der EZB erhalten, bekämen alle Euroländer de facto unbegrenzt Zugriff auf „frisch gedrucktes“ Geld der Euronotenbank. Jedes Defizit könnte so „abgedeckt“ werden, der Druck auf Ausgabenbremsen für die Staatshaushalte wäre weg. Und der Weg in die vermögensvernichtende Hyperinflation wäre frei.

Geithner soll seinen EU-Kollegen noch eine zweite Variante nach dem Muster des Krisenprogramms der US-Notenbank Fed vorgeschlagen haben, bei der die Staaten zwar nicht unbegrenzt Zugriff auf die „Notenpresse“ hätten, die vorhandenen EFSF-Mittel aber doch verzehnfachen könnten.

Erstaunlicherweise stoßen diese Vorschläge bisher in der EZB, deren Hauptziel ja eigentlich die Preisstabilität sein sollte, auf wenig Widerstand. Lediglich der deutsche Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat die „Hebelung“ der EFSF-Mittel, die einer direkten Staatsfinanzierung durch die Notenpresse gleichkäme, strikt abgelehnt. Weidmann sagte, eine solche Variante sei wegen des Verbots der direkten Staatsfinanzierung durch die EZB gar nicht möglich. Dieses Verbot ist durch die laufenden direkten Anleihekäufe der EZB freilich jetzt schon unterlaufen.

 

Österreich haftet für 29 Milliarden

Unterstützung bekommt Weidmann nicht einmal von „seinem“ Finanzminister: Deutschlands Säckelwart Wolfgang Schäuble zeigte sich zwar skeptisch, aber nicht direkt ablehnend. Zudem gäbe es auch noch andere Möglichkeiten, dem Rettungsschirm mehr Geld ohne direkte Aufstockung der Finanzmittel zu verschaffen.

In dieser Woche werden unter anderem die Parlamente von Deutschland und Österreich die Aufstockung der Haftungen für den Rettungsschirm beschließen. Österreich hat bisher Haftungen über 12,2 Milliarden Euro zugesagt, am Freitag soll dieser Rahmen auf 21,6 Milliarden Euro aufgestockt werden. Dazu kommen noch diverse „Kosten und Zinsen“, sodass der Rettungsschirm die österreichischen Steuerzahler im schlimmsten Fall (Pleite mehrerer Euroländer) bis zu 29 Milliarden Euro kosten könnte. Der EFSF wird 440 Milliarden Euro vergeben können, die Haftungen insgesamt belaufen sich auf 779 Milliarden Euro. 2013 soll der EFSF durch ein permanentes Nachfolgeinstrument (European Stability Mechanism, ESM) abgelöst werden. Diskutiert wird bereits über ein „Vorziehen“ des ESM auf 2012.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.09.2011)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

525 Kommentare
 
1 2 3 4 5 6 7 8 9 1011 12
Gast: Bärenfalle...
25.09.2011 21:28
3

Gerüchten zufolge ..

soll bereits eine neue Euroserie höherer Nominale im Druck sein.

Etwas größer im Format, mit weniger aufwändigem Druck sowie auf wesentlich weicherem und dreilagigem Recycling-Papier ist die neue Euro-Serie nicht nur gesetzliches Zahlungsmittel sondern zusätzlich auch noch biologisch 100% abbaubar.

Die EZB will damit in Zukunft vermeiden dass ihre Geldscheine wie etwa in der Hyperinflation der Weimarer Republik als Alternative zu wesentlich teurerem Feuerholz verbrannt werden.

Ausgeliefert wird die neue Serie ab Jänner 2012 in praktischen Rollen mit jeweils 150 Blatt 10000€, 50000€, 100.000€ sowie 500.000€, schwere Münzen gehören damit der Vergangenheit an werden aber noch bis 2020 gegen Nennwert umgetauscht.

Offiziellen Sprechern der EZB zu Folge sollten aufgrund der Kompatibilität der neuen Euro-Rollen mit handelsüblichen Rollenhaltern auf die Betreiber von Barkassen etc. keine hohen Umbaukosten der bestehenden Kastensysteme zukommen.

Eine Ausschreibung für den Druck der neuen Euroscheine hat die Aktien der notierten Papiererzeuger und -verarbeiter heute beflügelt, der DAX schließt heute bei 145.000 Punkten (+2,5%), Brent bei einer Million, der Goldhandel bleibt weiterhin mangels Angebot auf der Verkäuferseite ausgesetzt.

Die EZB erwartet durch die innovative dual-use Funktion der neuen Geldscheine nicht nur eine langsame Entwertung angehäufter Barvermögen sondern auch eine erhöhte Annahmeakzeptanz im täglichem Warenverkehr.

Mit anderen Worten:

Jeder bekommt jetzt 5mal weniger für seine Arbeit...

Antworten Gast: schlÄchter
26.09.2011 08:30
0

Re: Mit anderen Worten:

sg falseprophet!
schön gesagt...
+
mfg
s.

Antworten Gast: kuhaugen
25.09.2011 21:36
0

Re: 5 mal weniger?

manche, und das sind sehr viele menschen, gar nix!
im günstigsten fall, brotmarkerl (kommt nicht vom rotmarkerl).
muh!

Luft-Euros machen Sinn!

Damit kann man nämlich die Luft-Dollars bezahlen, die die FED nicht einmal mehr drucken muss. Diese Luft-Dollars sind ja immer noch Handeslwährung und man ist gezwungen, sie zu kaufen - da passt die Euro-Erschaffung aus dem Nichts perfekt.


Gast: FH
25.09.2011 21:07
0

Ach was

Ach was . Im schlimmsten Fall gibt es wieder eine Art Schilling und DM oder Kerneuro und die ganze Welt wird sich darum reißen diese zu bekommen.

In der sogenanten Krise gibts aber die Abstauber und ich denke dass unsere deutsch-österr. Politker und Banken gehörig abgestaubt werden.

Gast: Schwarzseher
25.09.2011 21:05
0

Lang wird es nicht mehr dauern bis die ersten durch die Straßen marschieren und wir sind das Volk rufen

und von einem Tag auf den anderen werden an allem die Türken schuld sein.

Den Rest der Geschichte kennen ja alle zur Genüge.

Das Schöne an Geschichte ist, sie wiederholt sich immer und immer wieder, wie meine Geschichtslehrerin zu sagen pflegte.
Sie hat Recht, denn unsere Völker sind zu Dumm um das alte römische Prinzip divide et impera zu verstehen, Brot und Spiele mehr braucht der Michl nicht.

Nur mit dem Unterschied, das nächste mal wird uns niemand mehr die Opferrolle abkaufen.

Wer solche Vorschläge macht

muss sich die Frage gefallen lassen:
"Sind Sie komplett irre"?

auch wenn ich bis heute noch milde über den Ausdruck "Neue Weltordnung" (NWO) gelächelt habe, friert mir mein lächeln bei solchen Aussagen augenblicklich ein!


Gast: andieredaktion
25.09.2011 21:02
0

An die Redaktion

Liebe Presse - Redaktion,
das Verbot der direkten Anleihenkäufe durch die EZB wird NICHT umgangen, da die EZB lediglich am Sekundärmarkt kauft.

Re: An die Redaktion

Und was ist der praktische Unterschied im Ergebnis der EZB? Null!

Gast: "aus einem Euro fünf machen"
25.09.2011 21:00
2

Druck dazu kommt unter anderem von den USA, deren Finanzminister Timothy Geithner gemeint hatte, die Eurorettung werde nur funktionieren, wenn der Rettungsschirm unbegrenzte Haftungen übernehme.

Weil der Zauberlehrling in Nordamerika mit seiner Gelddruckerei sooo erflogreich ist, sollen wir uns jetzt noch Sandsäcke und Steine ins sinkende Boot mitnehmen.

"Österreich haftet für 29 Milliarden"

Einfach so um +15% die offzielle Staatsverschuldung von Österreich (200 Mrd. Euro) erhöhen klingt höchst Sittenwidrig.
Schulden auf Kosten kommender Generationen sind an sich schon sehr fragwürdig.

Wie lange wird es dauern bis das Volk eine eigene Partei gründet, welche die Staatsschuld der Vorgängerverbrecher schlicht ablehnt, für null und nichtig erklärt?

Denn aktuell ist unter unseren selbsternannten Demokraten keine Partei, welche nur ein wenig die Interessen der Österreicher denkt, bzw. deren Kinder und Enkel.

Gast: Hernalser
25.09.2011 20:59
1

USA versus EU

was die USA vorschlägt wird immer zum Schaden der EU sein!

Diese Hyperinflation ist notwendig

Damit die aufgestauten Schulden und Guthaben ausgebucht werden und das Zinssystem neu starten kann. Die Gemeinheit ist nur - ausgebucht wird bei den armen Schluckern und dem Mittelstand, die Geldsäcke gehen einstweilen in andere Werte und retten ihr Vermögen.

Re: Diese Hyperinflation ist notwendig

Ja nur was nutzt es ihnen (den Reichen mit dem Vermögen in anderen Werten). Ich nehme mir die Freiheit, genau diese Klientel benachteiligt zu behandeln (keine Einsätze in Überzeit, keine Reparaturen-nur Austausch, und das dauert immer mit den Ersatzteilen, und wie kompliziert und langwierig heutzutage alles ist...). Bisher geht das gut- ich kann sehr überzeugend sein, aber ich weiss: immer gibt es einen Dummbeutel der für 10 Einheiten bedrucktes Papier mehr auch mitten in der Nacht anreitet...

Re: Re: Diese Hyperinflation ist notwendig

Ggg, habe ich da jemandes Nerv getroffen? Wasserbett ausgelaufen oder war der Swimmingpool zu kalt? So spät noch auf um rote Stricherln zu verteilen, ist der Golfplatz schon besetzt morgen früh?
Der Reichste kann sich mit seinem ganzen Geld brausen gehen, wenn niemand ihm zu Diensten sein will, deshalb war der EU Beitritt ja auch soooo wichtig!

Antworten Gast: Halbwissen
25.09.2011 21:30
1

Re: Diese Hyperinflation ist notwendig

Arme Schlucker können doch auch in andere Werte gehen. Ausser sie sind dumme Schlucker und dann verdienen sie den Verlust.

Antworten Gast: FH
25.09.2011 21:25
0

Re: Diese Hyperinflation ist notwendig

Dieses System erodiert aber dafür die Staatsfinanzen als Finanzierungssystem der sozialen Sicherungsysteme und führt dieses ad absurdum.
Wer als Staat spart, wäre dann nur der Blöde, wenn er die Haftungen aufgebrummt bekommt. So wie Griechenland prassen kann auch nicht so sehr das Konzept der nächsten Jahre sein.
Das ist das wahre Problem, nicht so sehr die Inflation. Diese würden sich nicht so sehr wegen der Geldmenge ergeben, sondern wegen der dann vollends ungezügelten Begehrlichkeiten. Ein politisch stabiles System wäre nur bei kontrollierten Ausgleichen gegeben.


Antworten Gast: Knight
25.09.2011 21:21
0

Aber wie kommt es eigentlich zu Inflation? - über das Geldsystem und Krieg

Aber wie kommt es eigentlich zu Inflation?

"(..)Aber dann kam wieder ein Krieg, diesmal grösser als/ alle anderen zuvor. Und auch dieser zog eine Inflation nach sich. Und dann kam ein noch grösserer Krieg, der sich inflationär erwies. Aber dieses Mal geschah etwas Eigenartiges.

Die Inflation ging in der Zeit danach nicht zurück – bis der nächste Krieg begann. Warum? Aus zwei Gründen.

Erstens: das Land hatte keinen Goldstandard, sondern nur einen von der Federal Reserve verwalteten Fiat-Papiergeld-Standard. Zudem hatte die Bevölkerung keine andere Art Geld, auf das sie hätten zurück greifen können, was zu anderen Zeiten nicht der Fall war.

Und zweitens: erstmalig wurde die Militärmaschinerie nach Kriegsende nicht zurückgebaut. Stattdessen wurde die volle Mobilisierung aufrechterhalten und ein langanhaltender, kalter Krieg geführt – ein Konflikt, der ähnlich inflationär war, wie ein heisser Krieg zuvor.

Wenn wir die Geschichte in ihrer Gesamtheit betrachten, können wir eine offensichtliche Feststellung machen: Alle Kriege sind inflationär. Ohne Ausnahme. Warum? Ganz einfach: Jedes Mal, wenn sich eine Regierung auf ein Haushaltsdefizit einlässt, schafft sie die Bedingungen für Inflation."

Infaltion ist immer ein Geldproblem, es bedeutet, dass zu viel Geldmenge vorhanden ist.

Unsere Probleme, die wir jetzt haben, sind schon seit Jahrzehnten absehbar.

http://www.chrismartenson.com/crashcourse/deutsch/kapitel-10-inflation

@ Wirtschaftsprofis

wie realitisch schätzt ihr das Szenario einer Hyperinfaltion ein?

Danke für ernstgemeinte Meinungen.

Re: @ Wirtschaftsprofis

ich bin dankbar, dass die Presse dieses Thema anschneidet, da ich felsenfest davon überzeugt bin, dass Europa auf eine Hyperinflation zusteuert.

Solange man noch Geld hat, sollte man dieses sinnvoll in Realwerte anlegen.

Ich kann mittlerweile nur noch meine Schulden verlieren, was mich nicht sonderlich stört!

Irgendwann kommen Banker und Politiker vielleicht drauf, dass man auch eine Realwirtschaft braucht und die Finanzblasen platzen können.

Mit einem zerbrochenen Krug kann man nicht mehr zum Brunnen gehen.

@ Wirtschaftsprofis: wer ist das schon? diejenigen, die durch Korruption an viel Geld kommen und sich nicht erwischen lassen oder die, die wüssten, wie es geht und nur darüber reden und schreiben?

Re: Re: "Ich kann mittlerweile nur noch meine Schulden verlieren,"

da wär ich mir nicht so sicher.

diesbez. sichern sich die banken gegenüber dem kunden ganz gut ab.

Re: @ Wirtschaftsprofis

Ich bin sicher kein Wirtschaftsprofi, aber da Warren Buffet gerade auf einen Kaffee rausgegangen ist, antworte ich:

All das viele Geld, das in den letzten Jahren in die Banken und die Wirtschaft gepumpt wurde, wird früher oder später den Wert der großen Währungen (Euro. Dollar und Pfund) unterminieren.

Es wird Inflation geben. Und wie.

Re: Re: @ Wirtschaftsprofis

Sie haben recht. Zur Erinnerung, EZB 2008, Geldmengenerhöhung zur Bankenrettung: Um der Gefahr diese Staatsschgulden durch "Inflation zu reduzieren" wird man durch "sanftes absaugen von Geld vom Markt" vorbeugen.

2011: EZB prouziert noch mehr an Geld.

Re: @ Wirtschaftsprofis

Bin als Kostenrechner nur Halb-Profi, aber ich meine, solange die rohstoffliefernden Länder wie bisher ausgebeutet werden können, kann hierzulande der Lebensstandard gehalten werden - und derzeit ist keine Änderung in Sicht

Sollten die allerdings jemals in die Lage kommen echten Gegenwert (und nicht nur von der FED erzeugte Luft-Dollars, die noch dazu von den westlichen Konzernen abkassiert werden) verlangen zu können, schauts schlecht aus.

Antworten Gast: Pepi
25.09.2011 21:18
0

Re: @ Wirtschaftsprofis

Wenn Sie mir erklären können, was eine Hyperinflation ist, dann kann ich ihnen darüber eine ernstgemeinte Meinung geben!
Ps: ich kann es leider nicht Goggeln, da ich meine Googeln an einen Bowlingspieler verborgt habe!

Ich warte schon lange auf die Hyperinflation! Sie ist das einzige Mittel, die Staatsschulden in den Griff zu bekommen.


Antworten Antworten Gast: nichts ist einfach so da, alles ist änderbar
25.09.2011 21:35
0

Hyperinflation ist nicht das einzige Mittel.

Oh nein.

Es ist nicht das einzige Mittel.

Das System ändern ist das beste Mittel. Das Problem der Inflation liegt in der Art, wie unser Geldsystem funktioniert.

Es sind die Regeln des aktuellen Geldsystemes, die konstant Krisen und Blasen mitschaffen: Geld ist zur Vergabe noch nicht vorhanden, wird erst mit den Schulden nachfolgend anderer geschaffen. Zudem steigen die Geldmenge und parallel die Schuldenmenge exponentiell. Dies schafft Inflation, weil mehr Geldmenge vorhanden ist. Übrigens: Blasen und Krisen sind systemimmanent, nicht Banken.

Hyperinflation ist nur ein Teil einer möglichen Regel, die auf andere Prozesse und Regeln sich beruft.

Wenn Sie ein Spiel spielen, bei dem Sie nur verlieren können, wie lange spielen Sie als vernünft denkender Mensch mit, ohne die Regeln zu hinterfragen?


Re: Hyperinflation ist nicht das einzige Mittel.

Natürlich können sie die Regeln ändern und z.B. eine Währungsreform mit Streichung aller Schulden auch ohne Inflation machen.

Aber dann können sich die populistischen Politiker, die ja bekanntlich durch ihr exzessives Schuldenmachen das Desaster verursacht haben, nicht auf die unvorhersehbare Naturkatastrophe Hyperinflation berufen.

Re: Ich warte schon lange auf die Hyperinflation! Sie ist das einzige Mittel, die Staatsschulden in den Griff zu bekommen.

und wie sollte ich als Privatanleger in so einem Fall vorgehen? Gold? Immobilien? Irgendwie habe ich Angst um mein sauer erspartes Geld :-/

Re: Re: Ich warte schon lange auf die Hyperinflation! Sie ist das einzige Mittel, die Staatsschulden in den Griff zu bekommen.

zurecht!

Gast: alatheus
25.09.2011 20:46
22

Dazu kann ich nur eins sagen:

ES IST ZUM GRAUSEN! Erinnert sich heute niemand mehr aus dem Mittelschulunterricht an die Weltwirtschaftskrise 1929, deren Hyperinflation der Weimarer Republik den Kopf gekostet und nebenbei auch noch dem Nationalsozialismus den Weg geebnet hat?

In Österreich praktizierte man unter Ignaz Seipel das andere Extrem: Einen superharten Schilling, damals im Volksmund "Alpendollar" genannt, mit dessen Hilfe man die Staatsfinanzen sanierte. Dafür wurde im Gegenzug die Wirtschaft ruiniert, da sich niemand mehr Waren kaufen konnte und die Arbeitslosigkeit stieg. Und drei Jahre nach dem Ende von Seipels Amtszeit kam Dollfuß an die Macht.

Re: Dazu kann ich nur eins sagen:

Geschichte hat die üble Angewohnheit sich zu wiederholen weil der Mensch in seiner Dummheit und Gier nur wenig vorrausschauend plant und seine Lehren aus der Vergangenheit vergisst.

2004 in der HAK habe ich beim Thema Wertpapiere und Börsen schon mit 17 gesagt, dass das nicht mehr lange so gut gehen kann und irgendwann in einer Krise enden muss. Ich wurde nicht nur vom Lehrer belächelt...

Geht die Wirtschaft zu Grunde ist es fraglich ob die EU überleben wird. Momentan werde ich das Gefühl nicht los, dass wir uns alle noch in den Hintern beißen werden weil wir Abrüstung diskutieren und durchführen während China, Indien, Russland und USA kräftig in die Kriegsmaschinerie investieren...

Hoffe ich irre mich gewaltig. Der Witz an der Sache ist, dass der Euro rein rechtlich gesehen nicht existieren dürfte...

MFG

Antworten Gast: denker!!!
25.09.2011 21:12
1

Re: Dazu kann ich nur eins sagen:

es doch schon wieder soweit.

Schauen Sie sich doch um, welchen zulauf die sozialistischen Ideologien haben. Nicht einmal mehr die Bundeskanzlerin schreckt vor sozialistischen Ideen zurück!

Gast: Karl Huber
25.09.2011 20:42
10

Entmündigt sind wir schon lang.

Teilweise auch enteignet. Jetzt werden uns die letzten Cents aus den Taschen gezogen.
Was viele dabei übersehen. Der Großteil der Ösisaner lebt von Umverteilung. Viele von den Rentnern an der Kippe zur Armut.
Wenns denen auch noch die letzten Cents an Ersparten stehlen wirds eng.
Die Umverteilungsgünstlinge gehts auch nicht wirklich besser.
Sollte dann noch, wie in GR, der Staat bei gewissen Zahlungen ausfallen haben wir einen Anteil von mehr als 2 Mio Menschen die unter der Armutsgrenze leben werden.
Ob die sich das gefallen lassen (Selbstverschuldet oder unverschuldet steht nicht zur Debatte)?
Noch ist es nicht zu spät zu reagieren.
In 12 Monaten ist der Zug abgefahren.

Nicht das ich mich hier selbstbeweihräuchern will ab bis jetzt waren meine "Prognosen" ziemlich im Ziel...


Antworten Gast: Bärenfalle...
25.09.2011 21:50
2

Re: Entmündigt sind wir schon lang.

Ich wurde vor kaum 2 Jahren noch für meine Prognose "Börsenkrise - Bankenkrise - Wirtschaftskrise - Sozialstaatskrise -Staatskrise" hier im Forum noch regelrecht von der "alles wird gut" Fraktion hingerichtet.

Im Realleben war es nicht viel besser, nur höflicher.

Ich lache über jeden der sein Erspartes, die Suburbia-Bude und den Leasing-Audi verlieren wird.

Weil ... die Leut wollen das so.

Aufmerksame Beobachter hatten seit dem Jahr 2000 als sich die Probleme klar abzuzeichnen begannen Zeit sich einzurichten, Schulden abzubauen und mal "Decline and Fall of the Roman Empire" zu lesen.


Re: Re: Entmündigt sind wir schon lang.

nicht nur hier wird man, sollte man eine vom es wird alles gut oder es wird nicht so schlimm Mainstream haben, gerne zerlegt. wenn man es trotzdem macht - und ich befürworte das sehr - muss man sich trösten, auch Kassandra ging es nicht bsser und man hat es wenigstens versucht ( auch wenn das Ergebnis dadurch nicht besser werden wird) .
in meiner Umgebung gibt es auch einige Personen, die sich mit dieser Thematik besser auskennen als ich und die warnen auch schon seit Jahre, wir sind daher schon in Realwerte " geflüchtet.

Got Gold ?


Antworten Gast: 0815Gangster
25.09.2011 21:36
0

Re: Got Gold ?

Was hilft dir Gold, wenn du keine Waffen hast, um es zu verteidigen?

Antworten Gast: GoldeEye
25.09.2011 20:50
3

Re: Got Gold ?

Sehe schon Golddealer herumlaufen: "Brauchst Du Gold?"

Re: Re: Got Gold ?

Vollkonserven, Freund. Vollkonserven!

Re: Re: Got Gold ?

Bei fallenden Goldpreisen braucht man halt einen Dummen, der jetzt kauft.

Gast: Der Troll
25.09.2011 20:42
13

Endzeit

Also wenn das so weitergeht würde ich keine Aktien kaufen, kein Gold und auch keine Immobilien, sondern sehr viel Munition. Und vor allem Freunde suchen, die auch sehr viel Munition haben. Denn die Geier, die zwar selber schon am verhungern sind (USA) wollen Old Europa zerlegen und unsere Eliten präsentieren uns halt leider als ideale Beute. Darum wird der Überlebenskampf sehr blutig werden und den gewinnen nur die mit der meisten Munition.
Wahrscheinlich werden in 10 oder 20 Jahren die derzeitigen postapokalyptischen Filme nur reine Kindermärchen sein.

Antworten Gast: Hinz
25.09.2011 22:56
0

Re: Endzeit

Sie könnten natprlich Immobilien und Schaufeln kaufen. Dann wären sie ein sinnvolles Mitglied der Gesellschaft ... Just thinking out loud.

Diese Leute sind schon

vollkommenst Geistes gestört und gehören sofort ihrer Ämter enthoben!

Wenn ich nun etwas Geld von meiner Bank abheben würde,

wäre dann der "Abhebeffekt für die Bank" ("der Bankrun-Effekt") auch fünfach gehebelt? Bitte um Aufklärung.

Antworten Gast: Karl Huber
25.09.2011 20:46
16

Re: Wenn ich nun etwas Geld von meiner Bank abheben würde,

Nein. Deshalb werfens ja die Notenpressen an (oder besser. Drucken nooch mehr FIAT money).
Die Inflation wird durch die Decke gehen und Sie können abheben so viel das wollen nur Wert wirds nix mehr sein.
Inflation ist ein einfaches Spiel. Mehr Geld als Waren und wir sind dort wo die uns wollen.
1929 läßt Grüßen wobei ich denk es kommt wesentlich dicker.
So viel mehr Leut als damals. Das MUß ins Auge gehen...

.

Selig sind die die entweder ihr Geld sicher geparkt haben(in Immobilien, ....) oder selbst nicht genug Geld haben großartig zu investieren/anzulegen, jene in der Mitte(also die sogenannte Mittelschicht soweit sie nicht schon 2. Kategorie zuzuordnen ist) haben auf gut Deutsch die Arschkarte

An alle die aufs Gold schwören: solange mans nicht im Keller herumliegen hat gehört es einem nicht, das geht per simplem Gesetzesentwurf und schon sind alle auf der Bank gelagerten Goldreserven(und diverseste Optionsscheine,...) verstaatlicht/für privat Personen verboten

Achja ein kleiner Investmenttip: Seile und Straßenlaternen sind vielleicht in den nächsten Jahren durchaus angesagt ;)

Gast: franz 1
25.09.2011 20:26
13

Wirtschaftskrieg

Wollen die USA Europa wirtschaftlich vernichten, um eine Ablöse des Dollars als Leitwährung zu verhindern ?

Re: Wirtschaftskrieg. Das dürfte der eigentliche Hintergrund sein!


Gast: FH
25.09.2011 20:26
3

Sorgsamkeit

Es darf nur keinerlei !! Direktzahlungen aus dem österr. Budget geben. Fall die EZB die Geldmenge etwas ausweitet, kann das durch das Einsammeln in China noch halbwegs ausgeglichen werden. Nur muß das parallell zu den Ländernschulden geschehen, ansonsten werden ja nur Schulden zu riesigen Vermögen verschoben. Italiens Private sollen ja zB. sogar reicher sein als die Deutschen. Bei den Direktzahlungen darf man demnach Geldwäsche und Provisionen an dunkle Kanäle stark vermuten. Zudem bei einbem leichten Abschmelzen der riesigen Geldvermögen wäre das kein Problem. Die Geldvermögen der Milliardäre haben doch nach der Krise 2009 am stärksten zugelegt.
Die bisherigen Überweisungen GR Fall sind geradezu kriminell und ändern und haben nichts geändert -wie man sieht. Nur sind 1,8 Mrd. vom Budet weg.

 
1 2 3 4 5 6 7 8 9 1011 12

Umfrage

AnmeldenAnmelden