Schulden: Nowotny attestiert Deutschland Protektionismus

26.09.2011 | 09:46 |   (DiePresse.com)

Nowotny kritisiert, dass die Bereitschaft in Deutschland, sich für Europa zu engagieren, abgenommen hat.

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Nationalbankchef und EZB-Rat Ewald Nowotny warnt davor, Deutschland bei der Rettung des Euro außen vor zu lassen. Derzeit kämen die Hilfsmaßnahmen langsam voran, da politische Entscheidungen getroffen werden müssten. Deutschland attestiert er dabei Protektionismus: "Das sensibelste Land in dieser Hinsicht ist Deutschland, das vom Euro ungemein profitiert. Trotzdem besteht dort derzeit eine gewisse protektionistische Grundstimmung. Die Bereitschaft, sich für Europa zu engagieren, hat deutlich abgenommen", sagte Nowotny dem "Standard" (Montag).

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Ausgegangen sei diese skeptische Stimmung von einigen Medien und den "sehr eigenartigen Positionen einiger Professoren", meinte der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Auch in der Bevölkerung gebe es kritische Stimmung. "Das ist deshalb so sensibel, weil ein wesentlicher Fortschritt ohne Deutschland nicht möglich ist." Es sei "ganz gefährlich, wenn in Deutschland ein Gefühl entsteht, dass man das Land übergeht. Konkret, dass so ein wichtiges Land bei der Europäischen Zentralbank überstimmt wird", so Nowotny in Anspielung auf den Rücktritt von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark, der die Euro-Notenbank aus Protest gegen das Anleihenkaufprogramm der EZB verlassen wird. "Ich glaube, auf diese Sensibilitäten muss man Rücksicht nehmen", zum Beispiel, indem man in der Zentralbank nicht abstimme, sondern gemeinsame Gespräche führe, um Deutschland einzubinden.

Ob die Maßnahmen zur Euro-Rettung ausreichen, "ist derzeit realistisch nicht zu beurteilen", sagte Nowotny. "Natürlich ist es ein Problem, wenn man im Kampf nicht weiß, ob die Waffen ausreichen. Aber besser, es gibt irgendwelche Waffen als gar keine." Eine gemeinsame europäische Wirtschaftsregierung wird es nach Nowotnys Einschätzung "in absehbarer Zeit" nicht geben - und wir "müssen den Euro trotzdem funktionsfähig erhalten".

(APA)

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18 Kommentare
Gast: Nowono
27.09.2011 13:01
0

Bad Banker Nowotny

Könnte sich der Herr Nowotny einmal erklären, ob (warum) er dem Ankauf von Staatsanleihen von Pleitestaaten zugestimmt und damit einen Rechtsbruch ersten Ranges mitverursacht hat?
Nowotny ist ein Parteisoldat ohne jedes Rückgrat. Mit solchen Personen in diesen Positionen wird unser Wohlstand auf das Spiel gesetzt, da für die neue Europäische Bad Bank der Steuerzahler haftet! Haben wir keine fähigeren Leute?

Gast: Werner Bläser
26.09.2011 18:59
1

No, Wotny!!

Hat Austria wirklich keinen bessern als diesen, den man in die EZB verbannt hat? Der ist ja ein lebendiges Trauerspiel. Er sollte in 'Jedermann' mitspielen.
Er versucht in nationalistischer Manier, den Widerstand gegen die sinnlosen Euro-Rettungs-Orgien allein uns Piefkes in die Schuhe zu schieben. Hinterher sind wir dann wieder schuld. Klar. Wie immer. Und Österreich ist, wie immer, an nichts schuld. Die Leserbriefe an österreichische Zeitungen repräsentieren ganz sicher nicht die Meinung der österreichischen Bevölkerung, die ganz sicher ihren erwirtschafteten Wohlstand sehr gerne auf dem Altar Europas mit griechischem Ritual opfert. Nur wir Deutschen sind die Bösen. Österreich überweist gerne sein Geld an Athen.
Versteckt sich da etwa jemand hinter uns?

Gast: gastname_
26.09.2011 15:20
5

Deutschland hat vom Euro nicht profitiert!

Die Fakten widersprechen der politischen Interpretation ganz klar.

1. Seit der Konvergenz der Zinsen im Euroraum 1995 und Angleichung an deutsche Zinsen, haben vor allem die heute bekannten PIIGS durch Zustrom von Geld aus den ehemaligen Hartwährungsländern profitiert. Dadurch wurde ein gewaltiger Immo-Boom und Konsum auf Kredit in den PIIGS Staaten ausgelöst während in Deutschland die Investionen zurückgingen und Löhne und Preise fielen.
2. Target-Forderungen der Bundesbank von 325 Mrd. EUR zur Finanzierung von Leistungsbilanzdefiziten der PIIGS & Co.
3. Zahlungen und Garantien für Rettungsschirme
4. Anteilige Haftung für Schrottpapiere, welche die EZB als Sicherheiten für Anleihenkäufe akzeptiert.
etc..

Auf der Gegenseite wurde in den Euroraum nicht mehr exportiert.

Re: Deutschland hat vom Euro nicht profitiert!

Es ist doch einfach der Morgenthau-Plan. Die Deutschen sind doch durch sonst nichts - auch durch die Isalmisierung - unterzukriegen. Es muss doch eine Rache bis ins "7. Glied" geben. Wie lange dauert eine Generation? 30 Jahre. 210 Jahr also -na, das kann noch dauern.

Antworten Antworten Gast: gastname_
26.09.2011 17:13
2

Re: Re: Deutschland hat vom Euro nicht profitiert!

Ewald Nobody müsste die Fakten kennen. Hoffentlich - betreffend Punkt 2. ist die OENB sogar Kreditnehmer.

Gast: Humpelstieltzchen
26.09.2011 12:53
2

Immer wenn sich der feine Herr Nowotny meldet bekomme ich Magenkrämpfe

Und das Gefühl daß uns alle unausweichlich etwas Schlechtes treffen wird.

Re: Immer wenn sich der feine Herr Nowotny meldet bekomme ich Magenkrämpfe

Immer wenn der Novotny was sagt, muss man das Gegenteil glauben.

*Protektionismus*? *Gefühl*?

Die Deutschen haben handfeste und gute Gründe, sich dem systematischen Gutes-Geld-dem-Schlechten-Nachwerfen zu verweigern - da habe noch ein paar Leute ihre Sinne beisammen, anders als bei uns, wo jede Haftungserhöhung blitzartig durchs Parlament gewunken wird (ist da jemand? hallo?)

Ich gehe aber davon aus, dass sich die Deutschen vom Sudern des Herrn Nowotny nicht beirren lassen


kleine Nachhilfe für "Übergutmenschen" aus SPÖVFP etc.

Die Schuldenkrise kam nicht über Nacht genau so wie das Altern der Gesellschaft ! Doch nach 40 Jahren Umverteilungsgehirnwäsche durch krankhaft wiederwahl-, u. somit schuldensüchtige Pseudosozialisten aus SPÖVFP, verstehen wenige den Zusammenhang zwischen Lesitungsanreiz, Wertschöpfung u. Wohstandsschaffung- bzw. Erhalt. ( nach Karl MARX ist Sozialismus ein Programm über Generationen u. nicht das unendliche Aufblasen der Staatsverwaltung oder das Züchten von Frühpensionssüchtigen). Der erste Irrtum linker Möchtegernvordenker ist mehr Staat u. somit mehr Umverteilung u. mehr Steuern.
Wären sie doch echte Sozialisten mit Sinn für Nachhaltigkeit u. Belohnung Leistungswilliger.

Gast: radius
26.09.2011 12:08
1

P.S. Ich vergaß darauf hinzuweisen, dass Novotny, als BAWAG-Vorstand,

der Stadt Linz ein Spekulationsinstrument aufschwatzte, dass dem Steuerzahler noch teuer zu stehen kommen wird.

Danke, Herr Novotny, danke, SPÖ.

Gast: Don Quichote
26.09.2011 11:42
2

Wer nimmt ...

... endlich diesen Schwadronierer aus dem Verkehr, der nur gescheit redet und keinen einzigen konkreten Vorschlag auf den Weg bringt. Man könnte sich ja festlegen und irgendwo anecken.

DM

Den Euro gibt es überhaupt nur deshalb weil Deutschland die D-Mark (und Ö den Schilling) aufgegeben hat! Das sollte auch der Herr Nationalbankdirektor wissen. Das Versprechen, der Euro wird so hart die der Schilling, war die Grundvoraussetzung für die Euro-Einführung in Österreich.

Gast: Hüpfer
26.09.2011 10:57
4

Statt € die Vizebürgermeisterin schicken

Die griech. Tragödie ist doch nichts anderes als Soz ialdemokratie im Megaformat.
Wenn man heute in Ö. das erworbene Geld lieber versauft, vergeudet oder für's Kiffen verwendet, geht's einem genauso gut wie jemanden, der fleissig war und gespart hat und sich dann schlussendlich die Gereatrie selber blechen muss. Das nennt man solidarisch mit den Benachteiligten sein.

Die Griechen haben, statt zu wirtschaften und zu sparen ihr Geld vergeudet und wollen so weiter machen auf Kosten von anderen und fodern jetzt "Solidarität"ein! Nur, bei den Griechen ist es schlimmer, denn die haben sich den € erschlichen und ziehen jetzt noch die fleissigen Deppen über den Tisch und betrachten es als die Pflicht der Geberländer die Hochstapelei weiter zu finanzieren! Richtig wäre es, die Vizebürgermeisterin nach GR zu ihren Landsleuten, statt dem Cash, zu schicken.

"sehr eigenartigen Positionen einiger Professoren"

Zum Glück weiß ja der Herr Nowotny von der SPÖ was für uns gut ist:
Zahlen in ein Fass ohne Boden.

Deutschland profitiert aus genau einem Grund:

Weil es sehr konkurrenzfähig ist.

Daraus eine Hilfsverpflichtung für weniger erfolgreiche Marktteilnehmer abzuleiten, stellt aber die Prinzipien der freien Marktwirtschaft auf den Kopf.

Der Erfolg des Konkurrenzfähigen ist ebenso gut und richtig wie der Misserfolg des nicht konkurrenzfähigen - nur so kann es überhaupt zu Erfolg und Wachstum kommen.

wir "müssen den Euro trotzdem funktionsfähig erhalten"

Wie wahr. Nur in diesem Fall sich bitte an die gültigen Regeln der Wirtschaft halten, d.h. Zahlungsunfähigkeit = Insolvenz, und nicht versuchen, mit unerprobten Wahnsinnsentscheidungen Wirtschaftsgesetze außer Kraft zu setzen.

Die wahren Täter sitzen nicht in den Börsen und Banken, die haben den zugeworfenen Ball nur aufgehoben, die wahren Täter sitzen auf den Regierungsbänken der Schuldenstaaten und in den Büros der von ihnen gekürten Kommissaren.

Gast: Gehirnforscher
26.09.2011 10:05
2

Das hat der Novotny g'sagt! Wow!

Der Novak, nein Novotny, lässt uns nicht verkommen. Schön auch zu wissen, dass bei N. Hirn und Kompetanz mit dem Paddeibiachl ersetzt sind. Eine teuflische Kombination: Wirtschaft und Sozialdemokratie!

Antworten Gast: Besserwisser
26.09.2011 12:30
0

Re: Das hat der Novotny g'sagt! Wow!

Danke! You made my day.

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