Griechen-Krise: Wirtschaftsweiser für Schuldenschnitt

Der deutsche Wolfgang Franz schlägt vor, griechische Anleihen mit Abschlag gegen Anleihen des EFSF tauschen Es brauche Zeit, dass die Maßnahmen wirken.

Wirtschaftsweiser Franz hält einen Schuldenschnitt für unumgänglich
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Wirtschaftsweiser Franz hält einen Schuldenschnitt für unumgänglich
(c) REUTERS (Tobias Schwarz)

Die Stimmen für einen Schuldenschnitt werden immer mehr. Nun hat auch der Vorsitzende der deutschen Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, einen solchen Schuldenschnitt ("Hair Cut") zur Bekämpfung der Schuldenkrise Griechenlands verlangt. Es sei "ein erheblicher Schuldenschnitt erforderlich, um die Finanzmärkte zu beruhigen und Griechenland zu helfen", sagte Franz am Dienstagabend in der ZiB2.

Man müsse sich im Klaren sein, dass alle Hilfsmaßnahmen für Griechenland "viel Geld kosten". Es gehe darum, aus mehreren Übeln jenes auszuwählen, "das am wenigsten kostet und Griechenland am meisten hilft".

Franz betonte, dass die Maßnahmen der griechischen Regierung Zeit bräuchten, um zu wirken. "Es sind harte Maßnahmen, die Griechenland ergreift. Man müsse Sympathie und Geduld aufbringen und die Maßnahmen wirken lassen. Da könne man nicht im Vierteljahresrhythmus immer überprüfen", formulierte der Wirtschaftsexperte.

Er schlage vor, dass der Euro-Rettungsschirm EFSF Griechenland ein Umtauschangebot für Staatsanleihen mache. Griechische Anleihen sollten gegen Anleihen des EFSF getauscht werden - mit einem Abschlag von 50 Prozent. "Wir glauben nicht, dass Griechenland ohne Schuldenschnitt von seiner hohen Schuldenstandsquote von 160 Prozent des dortigen BIP herunterkommt."

(APA)

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