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EU legt Entwurf für Finanztransaktionssteuer vor

28.09.2011 | 11:50 |   (DiePresse.com)

Die Steuer soll jährlich 55 Milliarden Euro einbringen. EU-Kommissionschef Barroso spricht von einer "Gegenleistung der Banken für die Gesellschaft".

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EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat am Mittwoch im Europaparlament in Straßburg eine Finanztransaktionssteuer angekündigt, die 55 Milliarden Euro Einnahmen bringen soll. Barroso sagte, in den letzten drei Jahren hätten die EU-Staaten Darlehen und Hilfen von 4,6 Billionen Euro an den Finanzsektor gewährt. "Jetzt ist es an der Zeit, dass der Finanzsektor auch eine entsprechende Gegenleistung für die Gesellschaft erbringt". Eine Finanztransaktionsteuer würde 55 Milliarden Euro Einnahmen jährlich bringen. Österreichs Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) "begrüßt die Ankündigung von EU-Kommissionspräsident Barroso, eine Finanztransaktionssteuer einführen zu wollen".

Bundeskanzler Werner Faymann bezeichnete den Vorschlag als "einen der wichtigsten Schritte zu mehr Steuergerechtigkeit in ganz Europa". Nun solle dieser Vorschlag  von Barroso "möglichst rasch umgesetzt werden". Der Vorschlag entspreche dem, was Österreich seit dem Jahr 2009 fordere. "Wesentlich ist für mich auch, dass klargestellt wird, dass die Finanztransaktionssteuer den nationalen Budgets der Länder zugutekommen soll", so Faymann. Er erhofft sich für Österreich zusätzliche Erträge für den Staatshaushalt in Höhe von 500 Millionen bis 1 Milliarden Euro.

Details sickerten bereits durch

Details sickerten nach Beratungen der EU-Kommission am Dienstag zu diesem Thema aber bereits durch. Demnach liegt der geplante Steuersatz bei 0,01 Prozent für Derivate, und 0,1 Prozent bei Aktien und Anleihen, hieß es in Kommissionskreisen. Offiziell will Steuerkommissar Semeta den Vorschlag am Nachmittag präsentieren.

"Mit diesem Vorschlag wird die Europäische Union zum Vorreiter in der weltweiten Umsetzung einer Finanztransaktionssteuer", erklärte Semeta. "Unser Vorschlag ist vernünftig und durchführbar. Ich habe keinen Zweifel daran, dass diese Steuer leisten kann, was die EU-Bürger erwarten: einen fairen Beitrag des Finanzsektors. Ich bin zuversichtlich, dass unsere Partner in der G-20 mit Interesse diesen Weg verfolgen werden." Noch im Frühjahr hatte Semeta vor einem europäischen Alleingang bei der Einführung einer solchen Steuer gewarnt.

Bei der Präsentation des Arbeitsprogramms der Kommission und seiner Rede zur Lage der Union sprach Barroso von einer der größten Herausforderungen, denen die EU derzeit gegenüberstehe. Deshalb sei eine Erneuerung, eine "Renaissance" der EU notwendig. Barroso verteidigte die Griechenland-Hilfen und sprach sich auch für gemeinsame Schuldverschreibungen aus.

Rhythmus nicht von Langsamen vorgeben lassen

"Das kann ein gemeinsamer positiver Schritt werden, vorausgesetzt, dass das Stabilitätspapiere sind und beweisen, dass alle sich an die Regeln halten und wir die abschrecken, die sich nicht an Regeln halten wollen." Die Kommission werde die Regeln für entsprechende Stabilitätsanleihen in den nächsten Tagen vorlegen. Es sei bereits heute möglich, im Rahmen der Verträge solche Gemeinschaftsanleihen umzusetzen, "weitere Papiere könnten nach Vertragsänderungen aufgelegt werden".

Barroso erklärte, was ihn "besorgt stimmt, ist die Verpflichtung der Einstimmigkeit. Den Rhythmus dürfen wir uns nicht von den Langsamsten vorgeben lassen. Heute ist es so, dass das langsamste Mitglied die Geschwindigkeit der ganzen Gruppe bestimmt. Das ist auch für die Märkte nicht glaubwürdig. Deshalb müssen wir das Problem der Entscheidungsfindung lösen. Natürlich hat jeder Mitgliedstaat die Möglichkeit, Entscheidungen nicht zu akzeptieren. Das ist eine Frage der nationalen Souveränität. Aber ein Mitgliedsland hat damit nicht das Recht, andere zu blockieren. Die sind ja auch souverän und dürfen darüber hinausgehen, wenn sie das wollen".

"Europäische Renaissance"

Zur Krise der Eurozone sagte der Kommissionspräsident, es handle sich um eine Krise der Staatsverschuldung und eine politische Vertrauenskrise. Es gebe aber Auswege und "Europa hat Zukunft". Dazu brauche es eine "europäische Erneuerung, eine Renaissance". Heute befinde sich die EU am "Kreuzweg der Geschichte, am Scheideweg. Wenn wir nicht entschlossen voranschreiten, laufen wir die Gefahr der Zersplitterung".

Zu Griechenland verwies Barroso darauf, dass beim Euro-Gipfel am 21. Juli die Staaten sich dazu bekannt hätten, dem südlichen Euroland solange zu helfen, bis es wieder Zugang zu den Finanzmärkten erhalte. Natürlich müsse Athen seine Verpflichtungen auch umsetzen.
Um schneller auf nationale Verschuldungen reagieren zu können, will Barroso auch ein rascheres Inkrafttreten des künftigen Euro-Rettungsschirms ESM erreichen. "Das Inkrafttreten des ESM muss beschleunigt werden. Es gehe darum, die Integrität des Währungsgebiets zu gewährleisten. Dazu "müssen wir auch die wirtschaftspolitische Koordinierung vorantreiben".

 

 

(APA)

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266 Kommentare
 
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Gast: docori
30.09.2011 15:10
1 2

nicht verantwortlich?

Wenn die Engländer meinen, dass sie jetzt für die Euro-Krise zahlen müssen, wenn sie doch garnicht Mitglied sind, dann kann man ihnen doch auch einfach den Marktzutritt in den Euroraum verbieten, damit auch die Erträge gut abgegrenzt werden, nicht nur die Verluste.

Gast: Freiheit
30.09.2011 13:54
1 0

ich werde dem Herrn den Rettungswaagen schicken

er scheint ja schwere Fieberanfaelle zu haben. mehr kann man dazu nicht sagen. (leider gibt es zu viele buerger die solchem populismus 1 zu 1 uebernehmen)

Gast: Schuldsvermutung
30.09.2011 11:41
4 0

Seelig sind die Armen im Geiste!

scheinbar existieren hier noch Leute, die an Redlichkeit und Intelligenz in der Politik glauben.

Anders wäre es nicht möglich, Befürworter neuer Steuern (was auch immer) zu sein.

Denn, welcher Staat der Welt wirtschaftet effizient und kommt je mit dem ihm zur Verfügung stehenden Steuer-Geld aus?

Jetzt werden von der Politik "die Reichen" als Sündenböcke aufgebaut um von eigenem Totalversagen, Korruption und Verschwendung abzulenken.

Wie kann man nur einem Sonderschüler wie dem Faymann auf den Leim gehen?

Jeder cent, den der FTT einbringt kommt letzten Endes von der Leistungskraft der arbeitenden Bevölkerung. Denn nur da kann tatsächlich Kaufkraft abgeschöpft werden und nicht bei "Luft-Transaktionen".

Denn wäre das möglich, könnte sich der Staat (die EU) direkt durch Gelddrucken finanzieren!

Was passiert eigentlich am Ende, wenn 100 % von Allem besteuert wird und das Geld dann trotzdem nicht reicht? Wiederauferstehung der DDR?

Gast: spekulatio
30.09.2011 09:43
0 4

die londoner city banker lehnen eine finanzsteuer ab - nona. was hat den die politik geglaubt- dass die casinobanker ihre billionen die sie in der ganzen welt verschieben versteuern lassen- die casinobanker u.finanzmärkte sagen was zu tun ist und nicht mehr das arbeitende steuerzahlende wahlvolk. da wird nur mehr zugelangt.


Gast: trader1
30.09.2011 09:28
5 0

hochfrequenzhandel .. für anfänger :-)

schon mal einen hochfrequenzhändler gesehen, oder ihm die hande geschüttelt :-)?

ist auch schwer möglich , weil man einem computer nicht die hand schütteln kann, und.es weltweit nicht mehr als 20 firmen die sich damit befasssen gibt (z.b goldmann sachs, morgan stanley, und ein paar vife einzelkämpfer ...

.. und die sind nicht in wien, frankfurth, paris, oder london, sondern in new york, ein paar in chicago, und in frisko zuhause ...

typisch politk .. irgendein sekretär liest was, hat weil er nicht vom fach ist, nur ein viertel verstanden, dann kommt es in die nächste sitzung .. und zwei wochen später, reden politiker drüber die das wort bis vor drei tagen nicht mal gekannt haben ..,..,

sorry minister, sorry EU-Kommissare aber bezüglich hochfrequenzhandel redets ihr völligen blödsinn :-):-)

Antworten Gast: fortkn
30.09.2011 12:14
0 0

Re: hochfrequenzhandel .. für anfänger :-)

Allein in USA werden schon über 50% des Aktienhandels über hochfrequenztrading abgewickelt. In Europa sind es auch bald 40%.

Blöd nur, dass diese Supercomputer in ihren hochsterilen Räumen (geschützt wie fort knox) alle nicht in der EU stehen.

Arme Politiker, wie sollen sie etwas fassen können, was in Sekunden um die Welt schwirrt.
Deshalb ihr Politiker, macht es euch nicht so schwer. Besteuert Immobilien, die können nicht weglaufen.

Gast: mwhite
30.09.2011 00:56
0 0

www=666

Barroso = 666?

Gast: Oko
29.09.2011 20:20
1 2

experten

die experten der transaktionssteuer warnen

was sonst, denn dadurch wird ihre marge gekürzt

Es war einmal ein.........

BK Schüssel der 1995 die Einführung einer Finanztransaktionssteuer in der EU gefordert hat. Sein Nachfolger Gusenbauer tat es ihm gleich. Das damalige Ziel: der EU ein Budgetfinanzierungsmodell zusätzlich zu den nationalen einzelnen Nettozahlern zu ermöglichen.
Die Ablehnung erfolgte prompt... was sagen denn die USA und Großbritannien dazu?... sozialistische aber auch konservative EU Politiker warfen sich vor den Finanzzentren auf die Knie!
Rund 16 Jahre hättens schon kassieren können. Vielleicht wäre auch so manche Kurswette und Spekulation ausgeblieben.
Heute tönt ein Herr Barosso (korrumpiert von den Finanzhaien dieser Welt?) großspurig von einem Erfolg, ja welchen denn?
Bei rund 4,6 Billionen Steurgeldgabe an den Finanzsektor braucht es gut und gerne über 80 Jahre (Ohne Zinseszins) um verlorenes Geld den Steuerzahlern wieder zurück zu führen.
Wenn´s bei den 55 Milliarden bleibt pro Jahr.
Rechnen können´s in Portugal, das muss man ihm lassen.
Aber das ist sowieso nicht mehr relevant - der "Bumperer" kommt schneller als gedacht.

Antworten Gast: Hudriwudri
29.09.2011 17:17
3 2

Re: Es war einmal ein.........

Gehns, man muss doch nicht jedem Politikerspruch auf den Leim kriechen. Auch die geplante FinanztransaktionsSTEUER wird von "den Steuerzahlern" geZAHLT, nicht ihnen "zurueckgefuehrt".

Gast: Reflector
29.09.2011 14:52
4 2

Teure Transfehrzahlung zur EU Komission


1.) Es werden jegliche Gebühren letzlich auf die Kunden umgelegt, das wird wohl keiner von dieser Branche bezweifeln wollen.

2.) Wenn man die Aussage 'Die Steuer dürfte 57 Mrd.' bringen so interpretiert, dass in der EU Kasse 57 Mrd. eingezahlt werden, sich aber das EU BIP um 0,5% abschwächt, dann sieht die Rechnung folgendermassen aus:

BIP EU (Nominal) ca.
18.400 Mrd. USD ~ 13.625 Mrd. €

davon bedeuten 0,5% Wachstumshemmnug
13.625 Mrd. € * 0,005 = 68,125 Mrd. €

Errechnet sich also zu
+ 57 Mrd.
- 68 Mrd.
_______
- 11 Mrd.

D.h. also die EU Bürger bezahlen 68 Mrd. + die Gebühren der Finanzindustrie (im schlimmsten Fall bei 100% Umlage die vollen 57 Mrd.) damit letzlich 57 Mrd. direkt zu den Gesellen des blauen Portugiesers fliessen.

Ausgefinkelt!

Großbritannien??

Alle reden davon, daß man Griechenland aus der Eurozone schmeißen sollte....also ich wäre stark dafür, daß man endlich Großbritannien als ewigen Verhinderer von allen sinnvollen Maßnahmen generell aus der EU kickt....und zwar in hohem Bogen!

2 0

Re: Großbritannien??

was ist hier sinnvoll ??

Re: Großbritannien??

Naja, bisher hat Großbritannien vor allem schwachsinnige Maßnahmen verhindert. Ich bin froh, daß wenigstens ein Staat in der EU ist, der nicht zu jedem abstrusen Vorschlag ja und amen sagt.

Re: Großbritannien??

ja.
die eu hätte sich viel probleme erspart, wenn das schon vor jahrzehnten geschehen wäre.

Wie soll das Eindämmen langfristig funktionieren, ...

... ohne laufende Erhöhung der Steuersätze bis sich ein Gleichgewicht in Bezug auf die Geldmengenvermehrung einstellt? Eine Finanztraktionssteuer ist lediglich das Werkzeug, um an einem System zu säugen, das hinsichtlich seiner zahlenmäßigen Ausbreitung keine Grenzen kennt. Und damit lässt es sich mit stabilen Steuersätzen langfristig auch nicht zähmen. Gleichzeitig wird die Geldmenge in der Realwirtschaft erhöht, wodurch inflationäre Tendenzen (ganz im Sinne politischer Eliten?!) angeheizt werden mit verheerenden Folgen für jene, die durch Krankheit oder soziokulturelle Belange mit der ach so gepriesenen Leistungsgesellschaft nicht mithalten können. Solange die zusätzlichen Einnahmen aus einer Finanztransaktionssteuer nicht überwiegend für soziale Projekte verwendet werden und so für einen dringend notwendigen Schub an sozialem Ausgleich sorgen kann das Experiment die Spannungen in Europa nur verschärfen.

Dennoch: Auch diesem Unkenruf zum Trotz ist eine baldige Einführung einer Finanztransaktionssteuer als Tabubruch dringend erforderlich und wünschenswert.

Gast: WienerGast
29.09.2011 11:54
1 0

Wird die falsche treffen !

Es ist ganz einfach, Menschen, Institute, Firmen, usw. die ihr Geld ohne Produkt (reine Spekulation) verdienen werden immer einen Weg finden um solche Dinge wie zB. diese Transaktionssteuer zu umgehen. Es sind im Endeffekt immer die Kleinanleger die nicht abhauen können, die jenigen, die sich neben ihrem Normaleinkommen etwas dazuverdienen wollen.
Ich habe ehrlichgesagt keine wirkliche Idee wie der Wahnsinn an den Börsen unterbunden werden kann, am ehersten wohl noch durch ein Verbot von Finanzprodukten die mit der Realwirtschaft nicht im Entferntesten mehr etwas zu tun haben sondern wirklich reine Casinoprodukte sind, schon alleine von der moralischen Seite her dürfte es niemals solche Produkte geben, die wie gesagt, zwar mit der Realwirtschaft nichts zu tun haben aber andererseits einen Einfluss datauf haben, ist echt verrückt !

Gast: mamamia
29.09.2011 11:40
1 0

Waren das seine letzten Worte?

Wir wollen es hoffen!

Gast: trader1
29.09.2011 11:15
1 1

finanzamt 2014

grüss gott .. sind wir da richtig bei der HSÜH (hochfrequenz superschnell überdrüber handelsabteilung)
.. ja sicher .. kommen sie weiter, kaffe mit oder ohne zucker ?
ohne zucker .. sie wissen .. wir dürfen ja nicht angefüttert werden :-)

.. hm .. da steht ja null auf der steuererklärung .. wieso ?

na, weil der rechner in singapore steht, und die geschäfte wie es so ist im HF-trading halt ist, durch ein programm abgewickelt wird, das in hongkong geschrieben wurde und der rechner von indien aus gewartet wird ..


Re: finanzamt 2014

"WOMIT verdienen sie ihr geld? mit spekulationen in singapore, shanghai und mumbai?
dann sollten sie schleunigst ihren wohnsitz dorthin verlegen und NIE, NIE WIEDER einen fuss auf diesen boden setzen...
denn sonst müsste ich die uniformierten kollegen von anton 7 holen, damit die mit ihrem achter sie erfreuen!"

sie erinnern mich an diesen psychopathischen trader (alessio....), der im bbc-interview auch glaubte, er + kollegen seien die herrscher der welt.

seid ihr nicht, ihr owezahrer!!

Antworten Antworten Gast: kepabsepp
10.02.2012 22:48
0 0

Re: Re: finanzamt 2014

owezahrer?
hast du eigentlich eine ahnung wie hoch die durchschnittliche arbeitsbelastung eines händlers ist?
das bringst du und deine beamtenfreunde nicht in in eurem leben zusammen was hier monat für monat abverlangt wird..

weit mehr steuer bezahlen sie übrigens auch;)
ob du es glaubst oder nicht spekulationseinkünfte fallen komplett unter die einkommenssteuer..

Antworten Antworten Gast: trader1
29.09.2011 14:18
3 0

Re: Re: finanzamt 2014

Lieber Oberst :-)!

zuerst schauen, dann schiessen und nicht umgekehrt :-)

genauso wenig wie trader und investoren die herrscher der welt sind, sind es auch die politiker nicht ...

.. auch die politik wird zur kenntnis nehmen müssen, dass die leute sich nur beschränkt verschaukeln lassen, und sich massensteuern (und das es eine solche ist, habe ich ihnen ja wohl hinreichend bewiesen) unter dem vorwand "die reichen sollen zahlen" eine steuer nach der anderen aufs auge drücken lassen ..


Gast: nulnullsieben
29.09.2011 11:00
0 0

Rechenkünstler

wenn die FTT das Wirtschaftswachstum um 0,5 % reduziert dann ist der Schaden doch viel größer als die Einnahmen von 55Mrd., oder sehe ich da was falsch?

Antworten Gast: hans2
29.09.2011 18:42
0 0

Re: Rechenkünstler

Das BIP ist eine verunkrautete Kennzahl. Weil jede geldwerte Leistung eingerechnet wird, ergibt sich aus einem wachsenden BIP nicht unbedingt ein Wohlstandszuwachs (Bsp: Gesundheitssystem: jemand erkrankt und wird gesund gepflegt - BIP steigt, aber was hat die Gesellschaft von der Krankheit, außer Kosten?). Umgekehrt gilt dasselbe. Deshalb ist aus dem BIP nicht ablesbar, ob weniger Kapitalmarktbewegungen und damit weniger Provisionen wirklich zum Schaden der Gesellschaft sind. Mehrwert wird damit ja bekanntlich keiner produziert.

Re: Rechenkünstler

Bei grob 12 Billionen BIP machen die 0,5% etwa 60 Mrd. Euro aus. Das heißt, die europäischen Steuerzahler verlieren ca. 60+57=117 Milliarden, damit irgendjemand 57 Milliarden kassieren kann. Sehr effizient.

Antworten Gast: Hr. Lich
29.09.2011 14:58
1 1

Stimmt schon.

Aber das interessiert doch den Mob nicht, der die bösen Spekulanten um jeden Preis bluten sehen will. Und Politiker sind nun einmal keine langfristigen Planer und Denker, sondern opportunistische Schwätzer.

 
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Hobbyökonom