Athen: Verschuldung steigt auf 172,7 Prozent des BIP

03.10.2011 | 11:57 |   (DiePresse.com)

Die griechische Regierung kann die mit Geldgebern vereinbarten Defizitziele nicht einhalten. 2012 wird die Verschuldung auf 172,7 Prozent steigen.

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Griechenland wird die mit Geldgebern vereinbarten Defizitziele verpassen. Das Kabinett billigte am Sonntagabend den Budgetentwurf für 2012, der für das Jahr 2011 ein Defizit von 8,5 Prozent der Wirtschaftsleistung vorsieht. Im Gegenzug für internationale Hilfen hatte die Regierung in Athen einem Defizitziel von 7,6 Prozent für das Jahr 2011 zugestimmt.

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Für 2012 rechnet Griechenland mit einem Defizit von 6,8 Prozent - statt der vereinbarten 6,5 Prozent. Für heuer wird eine Verschuldung von 356,5 Milliarden Euro erwartet, was 161,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht. 2012 werde der griechische Staat dann mit 371,9 Milliarden Euro bzw. 172,7 Prozent des BIP noch stärker verschuldet sein. Auch die Arbeitslosigkeit werde weiter steigen. Wegen der neuen schlechten Nachrichten aus Griechenland rutschten die Börsen in Asien und Australien ins Minus.  

Bei ihrem Treffen wollen die Finanzminister der 17 Euro-Länder heute in Luxemburg über wichtige Detailfragen zur EFSF-Ausweitung und zum zweiten Griechenland-Hilfspaket beraten. Umstritten ist zum Beispiel immer noch die Forderung Finnlands nach Extra-Garantien für Kredite an Griechenland. Über die Auszahlung der 8 Milliarden Euro schweren nächsten Kredittranche an Griechenland wird die Ministerrunde aber noch keine Entscheidung treffen. Der Beschluss soll nach derzeitiger Planung bei einem Sondertreffen der Euro-Kassenhüter am 13. Oktober fallen.

Griechen brauchen 2 Milliarden zusätzlich

Auch bei der Entwicklung der Wirtschaftsleistung dürfte Griechenland schlechter abschneiden als zunächst angenommen. Die Regierung rechnet mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 5,5 Prozent in diesem und 2,0 bis 2,5 Prozent im kommenden Jahr. Dies deckt sich zwar mit den im September veröffentlichten Weltwirtschaftsprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF). In den Verhandlungen über das Rettungspaket im Juli war jedoch für 2012 ein Wachstum  einkalkuliert worden. Durch das Verpassen der Budgetziele dürfte Griechenland fast zwei Milliarden Euro zusätzlich benötigen, um seine Ausgaben allein in diesem Jahr zu decken.

Die griechische Regierung sieht den Einbruch der Wirtschaft als maßgeblichen Grund für das Verpassen der Defizitziele. Den Geldgebern zufolge ist die Regierung durch eine mangelnde Umsetzung von Strukturreformen aber ebenso verantwortlich.

Regierung stimmt Personalabbau zu

Das Kabinett stimmte nach Angaben eines Teilnehmers zudem Plänen für einen Personalabbau im öffentlichen Dienst zu. Die Regierung hatte vor knapp zwei Wochen beschlossen, rund 30000 Mitarbeiter in "Reserve" zu schicken. Dort sollen ihnen nur noch 60 Prozent ihres Gehalts ausgezahlt werden. Sie haben ein Jahr Zeit, sich im öffentlichen Sektor eine neue Stelle zu suchen, sonst verlieren sie ihren Arbeitsplatz. Die Verkleinerung des aufgeblähten Staatsdienstes ist Bedingung für die Auszahlung der nächsten Tranche von acht Milliarden Euro, über die Griechenland am Wochenende mit EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF verhandelte.

Experten der sogenannten Troika hatten zuletzt vehement auf Einsparungen im öffentlichen Dienst Griechenlands gedrängt. Sie prüfen derzeit in Athen, inwieweit die Regierung ihre Sparversprechen umsetzt. Ohne die neuen Milliarden-Hilfen wäre Griechenland innerhalb weniger Wochen pleite.

Die im Budgetentwurf 2012 enthaltenen Schätzungen sind zwar schlechter als die ursprünglich von Athen anvisierten Ziele. Ein Defizit von 8,5 Prozent wäre aber zugleich offenbar besser, als die Troika noch vor kurzem erwartet hatte. Laut Presseberichten gingen die Experten von IWF, EU und EZB noch im September davon aus, dass Athen in diesem Jahr ein Budgetdefizit von 9,5 Prozent einfahren wird.

(Ag.)

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304 Kommentare
 
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Gast: Fetzenpupperl
04.10.2011 21:36
1

Neustart

Angesichts der griechischen Mentalität bedeutet das, man fängt dort wieder an, wo man 2005 aufgehört hat.

Fakelaki, Verschwendung und Klientelwirtschaft!

Können denn Österreich oder Deutschland je ihre Schulden zurückzahlen oder zumindest stabilisieren?

Nein.

Gast: Baur4
04.10.2011 15:58
4

Erst die EU, erst der Euro brachte Griechenland große Probleme,

Probleme, die sie ohne dem Euro, ohne der EU gar nicht hätten!

Siehe Großbritanien und jene anderen Staaten die nicht in der Eurozone sind.

KEIN anderes EU Land, welches nicht in der Eurozone ist, ist pleite!

Re: Erst die EU, erst der Euro brachte Griechenland große Probleme,

"KEIN anderes EU Land, welches nicht in der Eurozone ist, ist pleite!"

Haben´s schon einmal was von ISLAND gehört?

Die sind weder in der EU, noch im EURO, aber pleite!

Re: Erst die EU, erst der Euro brachte Griechenland große Probleme,

sorry, aber die griechen wollten ja rein. und haben uns gemeinsam mit goldman sachs ordentlich uebers ohr gehaut.
naja, ist eigentlich schon egal. wenn wir die schulden nicht massiv erlassen werden wir alles verlieren dass wir ihnen bisher gegeben haben.

interessanterweise muessen das natuerlich die europaer und unsere banken bezahlen, nicht goldman sachs.

Re: Re: Erst die EU, erst der Euro brachte Griechenland große Probleme,

Dass sie uns übers ohr hauten, stimmt nicht. Denn schon vor Beginn der Eurozone berichteten die Zeitungen, dass GR ebenso wie Italien die Kriterien nicht erfüllen. Die Gier einiger, hpts. Banken und die EU Kommission als williger Vollstrecker machten den Beitritt dieser Länder trotzdem möglich.
Übrigens bin ich davon überzeugt, dass die Osterweiterung nicht in erster Linie dem Frieden diente, sondern wéil Banken (zb die rlb) große Geschäfte witterten. Die Bürger können nun alles ausbaden. So wie immer halt. Und wir wehren uns nicht einmal.

Re: Re: Re: Erst die EU, erst der Euro brachte Griechenland große Probleme,

Die Osterweiterung war 2004 und 2008, da waren die von Ihnen gelästerten Banken schon längst in diesen Ländern etabliert.

Zwischen 1981 und 2009 hat Griechenland EU-Haushaltsmittel in Höhe von insgesamt 122 Mrd EUR erhalten.

Sozialismus = Pleite mit Garantie

Antworten Gast: LoLo52
04.10.2011 10:16
1

Re: Zwischen 1981 und 2009 hat Griechenland EU-Haushaltsmittel in Höhe von insgesamt 122 Mrd EUR erhalten.

1981 - gabs noch keine EU-Haushaltsmittel und schon gar keinen Euro - wo hätten denn die Griechen des her gehabt.

Re: Re: Zwischen 1981 und 2009 hat Griechenland EU-Haushaltsmittel in Höhe von insgesamt 122 Mrd EUR erhalten.

www.europarl.europa.eu/sides/getAllAnswers.do?reference=E-2011-006409&language=DE

Antworten Gast: wannerdenkentät
04.10.2011 09:56
0

Re: Zwischen 1981 und 2009 hat Griechenland EU-Haushaltsmittel in Höhe von insgesamt 122 Mrd EUR erhalten.

In Griechenland waren abwechselnd immer Konservative und Sozialdemokraten an der Macht.
Sozialismus?

Re: Re: Zwischen 1981 und 2009 hat Griechenland EU-Haushaltsmittel in Höhe von insgesamt 122 Mrd EUR erhalten.


GR hat 122 Milliarden EUR an Hilfen von der EU bekommen und hat jetzt (trotzdem ?) 340 Milliarden EUR Schulden.
Das ist real existierender Sozialismus.
Ganz unabhängig davon wie sich die Parteien in GR selbst bezeichnen.

Re: Re: Re: Zwischen 1981 und 2009 hat Griechenland EU-Haushaltsmittel in Höhe von insgesamt 122 Mrd EUR erhalten.

Sie haben offenbar keine Ahnung was HAUSHALTSMITTEL sind!

So gesehen hat das FPÖ-Land Kärnten von 2006 bis 2009 (österr.) Haushaltsmittel von 8,98 Milliarden EURO und die Kärntner Gemeinden
Haushaltsmittel von 5,478 Milliarden EURO, zusammen somit 14,46 Milliarden EURO bekommen.

Wenn Sie das jetzt auf 25 Jahre hochrechnen, dann kommen´s drauf, dass uns das FPÖ-Land Kärnten wesentlich mehr kostet, als Griechenland die EU!


Re: Re: Re: Re: Zwischen 1981 und 2009 hat Griechenland EU-Haushaltsmittel in Höhe von insgesamt 122 Mrd EUR erhalten.

NACHTRAG:

Und trotzdem hatte das FPÖ-Land Kärnten 2009 Schulden in der Höhe von € 2,2 Milliarden EURO! (Um 500 Millionen mehr als NÖ)!

Re: Re: Re: Re: Re: Zwischen 1981 und 2009 hat Griechenland EU-Haushaltsmittel in Höhe von insgesamt 122 Mrd EUR erhalten.

FPÖ-Kärnten schuld an der Griechen Pleite?
Donnerwetter. Das wird eine Schlagzeile!

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Zwischen 1981 und 2009 hat Griechenland EU-Haushaltsmittel in Höhe von insgesamt 122 Mrd EUR erhalten.

Sie kennen noch immer nicht den Unterschied zwischen HAUSHALTSMITTELN und Förderungen und Sie sind auch nicht fähig ein einfaches Beispiel richtig zu interpretieren!

Gast: LoLo52
04.10.2011 08:24
0

Griechenland schafft es alleine nicht mehr!

Der mögliche bzw. der goldene Ausweg -
Die Schulden auf 3 verschiedene Währungen teilen und diese gestaffelt zurückzahlen. - Ein Jahr da ein Jahr dort und dann erst bei der EU.
z.B. im 3 Jahrestakt.
Schweiz, Russland, EU
oder China, Schweiz, EU.


Re: Griechenland schafft es alleine nicht mehr!

Tolle Idee. Warum nicht gleich auf 100 Währungen? Dann wären die 300 Milliarden praktisch verschwunden!

Antworten Antworten Gast: LoLo52
04.10.2011 12:32
0

Re: Re: Griechenland schafft es alleine nicht mehr!

Sorry wenn ich in die Welt der Meinungsfreiheit eingedrungen bin -
doch ich sehe das ein wenig anders wie man es auffasst:
Wenn es möglich ist Autoversicherungsraten oder Kredtiraten stillzulegen für 6 Monate - müsste es auch möglich sein für 1 bzw. 2 Jahre jeweils Raten stillzulegen bei so einer großen Hilfsaktion wo man € 450 Milliaden braucht. Somit bräuchten die Griechen jeweils nur 1/3 zurückzahlen und dafür halt auf einen langen Zeitraum gesehen.

Griechenland hat 500 Mio EURO an Goldmann-Sachs

gezahlt um die Staatschulden schönzurechnen. Das Erfolg stellt sich gerade ein! LOL

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: LoLo52
04.10.2011 13:34
0

Re: Griechenland hat 500 Mio EURO an Goldmann-Sachs

Ja die haben einen Fehler gemacht die Griechen, hättens nicht bei Goldmann 500 Mio. einzahlt - sondern um des Geld Lippizaner gekauft - die hätten sich von allein reingewaschen.


Wenn jemand kurz Zeit hat dieses zu lesen...es zahlt sich aus

Im Gespräch: Joachim Starbatty
„Aus der Währungsunion wird eine Inflationsunion“

Irgendwann muss die Wahrheit auf den Tisch. Griechenland ist nicht mehr in der Lage, seine Schulden zurückzuzahlen. Wir können das jetzt mit einer Umschuldung machen - oder später, dann wird der Abschlag entsprechend größer. Das ist die harte ökonomische Wahrheit.

aus der FAZ vom APRIL 2011
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/im-gespraech-joachim-starbatty-aus-der-waehrungsunion-wird-eine-inflationsunion-1581265.html

Für meine Lieblingsfreunde
Merkel-Fekter-Schäuble-usw

Gast: RePre
04.10.2011 08:00
0

Alle guten Dinge sind 3 !

Hatte man früher bei drei Länder Kredit - war das gestaffelt zurückzuzahlen - ist ein Land in Verzug geraten hatte es Zeit - man konnte noch mit Devisen ausgleichen. Durch den Euro kann kein Land mehr in den Ausgleich gehen. Wie sollen sich da Wogen glätten bzw. Verschuldungen wieder in ruhiges "Fahrwasser" der Tilgung finden.
Außerdem hatten wir ja schon diese Zeit einmal (Sorry möchte nicht die Fr. Fekter imitieren) - dennoch gab es vor dem 2. Weltkrieg einen englischen Shilling - dann die Reichsmark und dann den österreichischen Schilling (ganz vorab gab es die Kronen) - Dennoch wurde der Weltmarkt bzw. auch der Binnenmarkt in Europa nicht mit einer Einheitswährung gemacht oder "ausgetragen". Eine Kreditrückzahlung kann man auch als Aus-gleich sehen.


Re: Alle guten Dinge sind 3 !

Sie schreiben ja schon wieder einen grenzenlosen Blödsinn!

Antworten Antworten Gast: RePre
05.10.2011 13:19
0

Re: Re: Alle guten Dinge sind 3 !

Wenn man in der Zeitung schreib jeder EU-Bürger ist seit der Griechenlandpleit mit € 2,573,-- behaftet, ich an Vergangenes denke - ist dies wirklich grenzenlos - und statt Blödsinn sinds Schulden die wir auch mitnehmen müssen in die Zukuft jeder einzelne muß einen Teil tragen - wie uach immer - ich dachte halt nach wie man es bewältigern könnte ! - Weil wir sie alle nicht mehr los werden -die Staatsschulden - ! Zahlt man auf der einen Seite - wachsen auf der anderen. - Sorry !

Gast: Lutz Berger
04.10.2011 06:29
2

Rettet nur die systemrelevanten Banken

Läßt die Giechen endlich pleitegehen.
Der EFSF - später ESM - dient nur den Banken.
Der bessere und billigere Weg wäre, nur die Banken gegen Mitgliederrechte zu rekapitalisieren.
Bisher ist in den ganzen Rettungsdiskussionen untergegangen, daß ca. 70% des Geldes über Banken, Versicherungen etc. von 5% der Reichsten in Staatsanleihen investiert werden.
Anstatt über geliehenes Geld für Rettungsschirme deren Investments abzusichern und durch dadurch verschlechterte Ratings hohe Zinsen zu zahlen, die der Steuerzahler mit Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen bezahlen muß, wäre es billiger, die nicht systemrelevanten Banken pleitegehen zu lassen und nur die systemrelevanten Banken gegen Mitgliederrechte zu rekapitalisieren.
Fazit : Rettungschirme bringen dem Steuerzahler Verluste, Bankenrettungen aber Mitgliederrechte, mögliche spätere Profite
(Dividenden etc.) und die Möglichkeit, unverschämte Gehaltsregelungen der Banker zu beenden.

Hier noch ein Link :http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/10/26644/

 
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