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Merkel: "Solidarität ist billiger als wenn wir alleine sind"

05.10.2011 | 07:12 |   (DiePresse.com)

Die deutsche Kanzlerin Merkel warnt vor einer Umschuldungsdebatte im Fall Griechenland.

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Wer jetzt einen Schuldenschnitt als Allheilmittel vorschlage, vergesse drei wesentliche Gefahren, sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag auf einer CDU-Regionalkonferenz in Magdeburg.

  • Die Gefahr, dass dann auch andere Euro-Staaten den Weg einer Umschuldung suchten, um die Schuldenlast zu reduzieren, sei sehr groß. "Und dann wird niemand mehr in Europa investieren", warnte Merkel.
  • Außerdem sei eine Umschuldung etwa bei einem Land wie Griechenland erst sinnvoll, wenn es überhaupt in der Lage sei, seine Finanzen in den Griff zu bekommen. Dies setze einen Überschuss im Primärbudget und ernsthafte Reformen voraus.
  • Die dritte Gefahr einer Umschuldung sei die Ansteckungsgefahr für andere Euro-Länder.

Die Europäer müssten sich im Übrigen die Folgen einer Politik überlegen, durch die Europa zwei Billionen Schulden aufgebaut habe und China heute über zwei Billionen Euro Guthaben verfüge.

"Kann ich Schritt ins Abenteuer verantworten?"

Deshalb sei der dauerhafte Euro-Rettungsschirm ESM so wichtig, weil erst dieser die Möglichkeit schaffe, eine Insolvenz eines Staates zu meistern, ohne dass die Krise auf andere Euro-Staaten übergreife. Erneut warb Merkel dafür, dass sie als Regierungschefin eine andere Position einnehmen müsse als etwa Wirtschaftswissenschaftler, die für die Folgen der Umsetzung ihrer Vorschläge keinerlei politische Verantwortung trügen. "Bevor ich einen schicken Schritt ins Abenteuer machen, muss ich mich immer fragen, kann ich das verantworten", sagte die deutsche Bundeskanzlerin.

Zugleich mahnte sie vor einer Diskussion, dass Deutschland den Weg aus der Schuldenkrise alleine schaffen könne. "Solidarität ist allemal billiger als wenn wir wieder alleine sind", sagte Merkel im Hinblick auf weitere Hilfen für angeschlagene Euro-Staaten wie Griechenland. "Der Weg 'Allein' ist heute kein Weg mehr in eine gute Zukunft." Die Schuldenkrise müsse bewältigt werden. Gelinge dies der CDU nicht, "dann hat dies Auswirkungen weit über den Wahltag hinaus".

Merkel fordert europäische Durchgriffsrechte

Merkel forderte sowohl Griechenland als auch alle anderen Euro-Staaten zum Sparen auf. So verlangte sie direkte Eingriffsrechte in die Budgets von Euro-Staaten, die sich nicht an die Vorgaben des Stabilitätspakts halten. "Es muss europäische Durchgriffsrechte geben, die in Ländern, die die Vorgaben immer und immer wieder verletzen, dann die Haushalte für nicht gültig erklären", sagte Merkel.

Im Falle Griechenlands verwies sie darauf, dass auch andere EU-Staaten ähnlich schmerzhafte Reformen bewältigt hätten. So erinnerte sie an Lettland, das "klaglos" ähnlich harte Vorgaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) umgesetzt habe. Auch Ostdeutschland habe einen radikalen Strukturwandel bewältigen müssen, die Hartz-IV-Reformen seien ebenfalls schmerzhaft für die Betroffenen gewesen. "Da kann ich nicht sagen, in Griechenland ist das nicht notwendig. Man muss Steuern einkassieren. Man braucht auch ein Grundbuch, mussten wir auch lernen."

"Sanierung nur außerhalb der Euro-Zone"

Merkel musste sich bei der Regionalkonferenz scharfe Kritik der CDU-Basis zur Euro-Politik anhören. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt fordert von der deutschen Regierung sogar Vorbereitungen für eine Insolvenz Griechenlands. Das Land sei pleite, sagte Dobrindt der "Bild"-Zeitung.

"Eine Umschuldung muss kommen und eine erfolgreiche Sanierung Griechenlands kann es nur außerhalb der Euro-Zone geben." Nur dann mache ein Marschallplan für einen wirtschaftlichen Neuanfang Griechenlands Sinn. "Die notwendigen Vorkehrungen dafür müssen jetzt getroffen werden", sagte Dobrindt weiter.

"Wir müssen rechtzeitig vorsorgen"

Auch CDU-Bundestagsabgeordnete um den Budgetpolitiker Norbert Brackmann fordern die deutsche Regierung nach Angaben der Zeitung dazu auf, Milliarden-Rückstellungen im Bundesbudget zu bilden. Sie wollen bis 2012 insgesamt zehn Milliarden Euro als Finanzpolster zurückstellen. Das Geld solle in einen Stabilitätssicherungsfonds fließen, aus dem bei einem Schuldenschnitt Griechenlands Löcher im Bundesetat gestopft werden sollen.

"Wir müssen rechtzeitig vorsorgen, um nicht in eine verfassungswidrige Haushaltssituation zu kommen", sagte Brackmann der Zeitung. Die Fraktionsführung habe bereits Bereitschaft signalisiert, Vorsorgemaßnahmen im Bundesbudget für den Fall eines Schuldenschnitts in Griechenland mitzutragen.

(Ag.)

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14 Kommentare
Gast: Johann Hasenhündl
07.10.2011 09:12
0 0

Antrag von Dr. Peter Gauweiler (CSU): Der deut.Bundespräsident Wulff soll Euro-Rettungsschirm stoppen

Vor dem CSU-Parteitag in Nürnberg
holt Euro-Rebell Peter Gauweiler aus.
Der CSU-Bundestagsabgeordnete
Dr. Peter Gauweiler
hat Bundespräsident Christian Wulff
dazu aufgefordert, das beschlossene Gesetz zum Euro-Rettungsfonds EFSF wegen verfassungsrechtlicher Bedenken nicht auszufertigen.

In einem zwölfseitigen Schreiben an Wulff nennt Gauweiler mehrere Regelungen des Gesetzes, die nach seiner Ansicht dem Grundgesetz widersprächen,
(Quelle:BILD.online)
Unter den genannten Punkten seien auch solche, die
„in der politischen und rechtlichen Auseinandersetzung bisher nicht bedacht worden“
seien, zitierte das Blatt aus dem Brief.

Weit höheres Haftungsrisiko als angemeldet
Dem Bericht zufolge moniert Gauweiler unter anderem, dass
der Rettungsschirm ein Haftungsrisiko für den Bundeshaushalt bedeute,
das weit über die angemeldeten
211 Milliarden Euro hinausgehe
und zusammen mit Zins- und anderen Risiken ein Volumen von bis
zu 665 Milliarden Euro (!!!!)
erreichen könne.
Quelle:
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13646308/Bundespraesident-soll-Euro-Rettungsschirm-stoppen.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Gauweiler
http://www.peter-gauweiler.de/#

Anmerkung

..dieser Satz mit dem - alleine sein - ist schon grammatikalisch fragwürdig!

Was den Wahrheitsgehalt der Aussage betrifft möchte ich jetzt nicht einmal mutmassen!

Gast: radius
05.10.2011 13:08
0 0

Der Asmussen passt wie die Faust aufs Auge.

Und die Kleine Zeitung spricht auch noch von zu wenigen Fachleuten, wenn alle kompetenten Fachleute aus dem Tempel gejagt werden. Schauriges Schauspiel.

1 0

Nein, Nein diese Rede hatte einen anderen Sinn in meinen Augen:

kaum ist EFSF erweitert und unterschrieben, redet Frau Merkel (erstmal) öffentlich über ESM, die noch ärgere Machthydra.
Es ist sozusagen ein Vorspiel, eine Vorbereitung darauf was kommen wird.
Um das schon rechtzeitig zu rechtfertigen, geht´s halt jetzt los.

Gefinkelt Frau Merkel, die Fekter, ihre größte Verehrerin wird Sie sicher gerne unterstützen.
Das Volk scheint Ihnen egal zu sein, ist aber auch egal, das Volk kommt schon zu Ihnen, keine Sorge.

Randgebiete verwenden ihre Probleme dazu,

sich auf Kosten besorgter Retter und Bewahrer ein schönes Leben zu machen. In Nordirland braucht man nur hin und wieder einen kleinen Anschlag zu machen und schon sendet London viele Soldaten um die Pubs und die Wirtschaft zu beleben...

Muss man einer Physikerin extra erklären,

dass Ordnung etwas kostet?

unfähig

diese frau ist genauso unfähig wie unsere politik kasperln. ihrem land aberwitzige milliardenhaftungen aufzubürden ist ein wirtschaftlicher schwachsinn der sonderklasse, und kein ende in sicht. wie unten einer schrieb: schröder u. merkel haben deutschland ruiniert. die folgen werden langsam sichtbar werden, dazu noch die rezession für die nächsten jahre u. bei weniger staatseinnahmen höheren zinsendienst leisten. durch die absichtlich herbeigeführte inflation werden die menschen immer ärmer. sehr hart treffen wird es vor allem die einkommensschwachen schichten .

Frau Merkel, schön langsam

muss man an ihrem Geisteszustand zweifeln.

Gast: radius
05.10.2011 09:22
1 0

Frau Merkel, Sie machten bereits einen schicken Schritt in ein Abenteuer

und haben die Konsequenzen nicht bedacht. Leider.

Die Deutschen werden weiter belogen

und mit tatkräftiger Unterstützung der Kanzlerin ausgeplündert, bis Deutschland selbst downgegradet werden wird.
Merkel und Schröder haben in wenigen Jahren mehr vernichtet, als alle anderen Kanzler seit Kriegsende aufgebaut haben!

Gast: unbeteiligter
05.10.2011 08:28
5 0

Sie hörten soeben ..............

die Abschiedsrede der Trulla aus der Uckermark.

Die schlechteste Kanzlerin seit Helmut Kohl

Antworten Gast: XXL
05.10.2011 11:25
0 0

Re: Sie hörten soeben ..............

Aber geh - Eine Mary Poppins der heutigen Zeit die mit ihrem Schirm hinter Anatevka her ist (Wennn ich einmal reich wär).
Und ab nach Amerika - Obama wirs schon richten da Oba wirds schon tuan.
Weil Alleinsein ist nicht fein.
Drum Brüderlein fein - Brüderlein fein muaß nicht geich beleidigt sein.

Gast: Alberto Zomba
05.10.2011 08:25
6 0

Da trieft die aufkeimende

Verzweifelung ja regelrecht zwischen den Zeilen hervor.

Die Behauptung Deutschland stünde alleine schlechter da, als mit dem Rattenschwanz an Pleitestaaten, hat -schon fast etwas religiöses.

Gast: super
05.10.2011 08:08
4 0

die liebe frau merkel

ist leider auf beiden augen blind....
jeder sieht, was auf uns zukommt, aber sie plappert noch immer die gstanzl der eurokraten nach, denen es um alles geht, nur nicht um das volk.

Hobbyökonom