Egal, wie der Euro gerettet wird - Deutschland dürfte in jedem Fall zur Kasse gebeten werden. Dabei wäre ein Ausstieg aus der Gemeinschaftswährung die mit Abstand teuerste Alternative, hat der Wirtschaftswissenschaftler Markus Rudolf von der WHU - Otto Beisheim School of Management in Vallendar errechnet. In diesem Fall drohten den Unternehmen Verluste von 54 Milliarden Euro pro Jahr, während eine Pleite Griechenlands verbunden mit einer Umschuldung zunächst "nur" jährliche Kosten in der Höhe von zwei Milliarden Euro - für die Steuerzahler - nach sich ziehen würde.
Deutsche Unternehmen hätten seit der Euro-Einführung ihren Exportumsatz zulasten anderer EU-Staaten wie Frankreich, Italien und Großbritannien kräftig steigern können. Bei einer Gewinnmarge von durchschnittlich 20 Prozent ergebe sich so jedes Jahr ein Vorteil von 54 Milliarden Euro, der im Fall eines Euro-Ausstiegs wohl wieder wegfallen würde, argumentiert Rudolf in einer Kurz-Studie, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt.
Griechen-Umschuldung die billigere Lösung
Bei einer Umschuldung, die den Schuldenstand Griechenlands auf 90 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) drücken würde, müsste Deutschland anteilig mit 38 Milliarden Euro oder umgerechnet zwei Milliarden Euro pro Jahr in die Bresche springen. Nicht berücksichtigt sind dabei die Ansteckungsgefahren einer Griechen-Pleite auf die anderen Euro-Krisenstaaten. Werden die Hellenen nach Art des deutschen Länderfinanzausgleichs dauerhaft an den Tropf der Euro-Retter gehängt, beliefen sich die jährlichen Kosten für Deutschland auf 3,5 Milliarden Euro. Damit verbunden wären jedoch geringere Risiken als im Fall eines harten Schuldenschnitts, erläutert Rudolf.
(Ag.)
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