19.05.2013 03:26 Merkliste 0

Streiks legen Teile Griechenlands lahm

05.10.2011 | 08:28 |   (DiePresse.com)

In Griechenland streiken heute die Fluglotsen, Bahnmitarbeiter und die Bediensteten des öffentlichen Sektors.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Aus Protest gegen Massenentlassungen haben am Mittwoch die größten Gewerkschaften Griechenlands umfangreiche Streiks begonnen. Dabei kam es in Athen zu Ausschreitungen. Eine Gruppe von rund 300 Links-Autonomen bewarf die Polizei mit Steinen, die Sicherheitskräfte setzten Blendgranaten und Tränengas ein, um die Randalierer auseinander zu treiben. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen. Die beiden großen Gewerkschaften des Landes, ADEDY und GSEE, rechneten damit, dass sich im Laufe des Tages Hunderttausende Beschäftigte des öffentlichen Dienstes dem Streik sowie mehrerer Protestmärsche in der Hauptstadt anschließen würden.

Im Flugverkehr ging seit Mitternacht (Ortszeit) wegen eines Fluglotsenstreiks gar nichts mehr, sämtliche Flüge von und nach Griechenland wurden abgesagt. In Athen wurden nach Angaben einer Flughafensprecherin mehr als 400 Flüge gestrichen. Auch Österreich war betroffen: Flüge der Austrian Airlines von Wien nach Athen bzw. Thessaloniki sowie der griechischen Fluglinie Aegean Airlines fielen aus. Die Fluglotsen wollten ihren Streik um 24 Uhr (23 MESZ) beenden.

Auch Züge stehen still

Auch alle Züge fahren seit Mitternacht nicht. Die Busfahrer in Athen legen zwei dreistündige Arbeitsniederlegungen in der Früh bis 9 Uhr und für den Abend ab 21 Uhr ein. Taxis und die zwei wichtigsten U-Bahnlinien von Athen fuhren dagegen normal. Ministerien und staatliche Unternehmen sowie Schulen werden ebenfalls für 24 Stunden bestreikt. Ärzte in staatlichen Krankenhäusern behandeln nur dringende Fälle.

Um die Mittagszeit versammelten sich in Athen und anderen Städten des Landes zahlreiche Demonstranten. Die Polizei hatte aber aus Angst vor Ausschreitungen seitens autonomer Gruppierungen starke Einheiten im Zentrum Athens zusammengezogen. Im Juni waren bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei 100 Menschen verletzt worden.

"Regierung soll in die Arbeitsreserve gehen"

Die beiden größten Gewerkschaftsverbände des staatlichen und des privaten Sektors hatten zu dem Streik aufgerufen. Die Regierung plant, tausende Staatsbedienstete zunächst in eine Art Arbeitsreserve zu schicken und anschließend zu entlassen. Die Betroffenen sollen zunächst für etwa ein Jahr 60 Prozent ihres bisherigen Einkommens verdienen. Anschließend soll ein unabhängiger Rat entscheiden, wer bleibt und wer gehen muss. Die Regierung spricht von 30.000 Staatsbediensteten.

Zudem sollen in den kommenden Monaten die Griechen den Gürtel noch enger schnallen und weitere 6,5 Milliarden Euro sparen. "Die Regierung soll in die Arbeitsreserve gehen", skandierten die Demonstranten. Für den 19. Oktober ist ein landesweiter Generalstreik geplant.

Am Tropf der internationalen Gelgeber

Schuldensünder Griechenland hängt am Tropf der Geldgeber aus der Eurozone und dem Internationalen Währungsfonds (IWF), die derzeit über die Auszahlung der nächsten Tranche aus dem ersten Hilfspaket für die Hellenen beraten. Die Kredite sind an Bedingungen geknüpft. Das Land hat nach offiziellen Angaben noch Geld bis Mitte November, danach droht die Staatspleite.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

4 Kommentare
Gast: zensuriert doch mal wen anderen
05.10.2011 11:03
1 0

pleite

bitte wenn die griechen pleite gehen wollen, dann sollte sie die eu nicht daran hindern! keine zahlungen mehr an griechenland, die das griechische volk als höchster souverän in einer demokratie, nicht haben will!

Gast: Offensichtlich
05.10.2011 10:17
1 0

Keine Ahnung von Wirtschaft

Offensichtlich haben Papandreou, der internationale Chef der Sozialisten und Sozialdemokraten, und die Gewerkschaften in Griechenland noch nicht begriffen dass sie diesmal nicht nur eine Firma sondern ein ganzes Land zu Grunde richten.

Die Griechen sind keineswegs wirklich pleite

Aber 80% des Gesamtsvermögens (Geld-, Aktien-, Anlagen-, Grund- und sonstige Vermögen) befinden sich in den Händen der griechischen Kollegen der westlichen Absahner und Selbstbereicherer.

Und an der katastrophalen Finanzlage der Welt, auch Europas, sind die Griechen auch nicht schuld.

An welchen Superpleiten sollen sie schuld gewesen sein? An den Hyper-Pleiten in den USA? An den Super-Pleiten in Großbritannien? Wofür die britische Bevölkerung jetzt geprügelt wird. An den Superpleiten in Deutschland (Hypo-Real-Estate usw.)? An den Pleiten in Island? In Irland? In Ungarn? In Spanien? In Portugal? In Österreich? (Hypo-Alpen-Adria-Bank. Schöne Grüße an Bayern!) In Italien? Usw. usw. usw.

Die westlichen Großpleitiers und Großversager wollen die Griechen nur zum Sündenbock für ihr katastrophales Wirtschaften machen.

Allerdings, wenn in Griechenland wirklich alles von Wert privatisiert ist und sich in den Händen von vergleichsweise sehr wenigen Großaktionären und Machern befindet, dann ist Griechenland wirklich pleite!

Antworten Gast: John Maynard
06.10.2011 22:26
0 0

Re: Die Griechen sind keineswegs wirklich pleite

Wer Ihnen da widerspricht, ist entweder dumm oder gehört zu den Superreichen.
.-)

Hobbyökonom