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Eurokrise: Steinbrück fordert von Merkel „mehr Europa"

06.10.2011 | 20:57 |   (Die Presse)

Der deutsche Ex-Finanzminister Peer Steinbrück übt heftige Kritik am Krisenmanagement der deutschen Kanzlerin. Er fordert ein Insolvenzrecht für Banken und Sanktionen für Länder, die sich nicht an Sparauflagen halten.

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[Wien/Weber] Der frühere deutsche Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) übt heftige Kritik am Krisenmanagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihren europäischen Amtskollegen. „Mit immer neuen Sparprogrammen wird es Griechenland nicht schaffen", sagte der Politiker in Wien vor Journalisten. Viel mehr brauche es „grundlegende Änderungen" der europäischen Strukturen, auch wenn dies auf die Schnelle nicht zu machen sei.

„Griechenland braucht einen Schuldenschnitt. Und wir brauchen ein Bankeninsolvenzrecht", sagte Steinbrück. Ein Beispiel dafür, wie Banken abgewickelt werden können, sei die West LB. Die öffentliche Bank war im Krisenjahr 2008 in Schieflage geraten. Ihr steht eine Zerschlagung bevor.

Zusätzlich müsse die Europäische Zentralbank entlastet werden: „Dass sie immer mehr fiskalpolitische Aufgaben übernimmt, ist nicht in Ordnung." Am Ende der europäischen Integration müsse eine Institution stehen, die Länder, die sich nicht an die Auflagen halten, bestrafen kann. „Die Antwort muss mehr Europa heißen, nicht weniger." Dazu gehöre, dass Länder Souveränität über ihre Haushalte teilweise abgeben müssen.
Die Gefahr einer Ansteckung, die von einem Schuldenschnitt in Griechenland auf andere Länder der Eurozone ausgeht, sei natürlich nicht zu unterschätzen. Das Risiko, das die Politik mit ihrem „Durchwursteln" eingehe, sei jedoch wesentlich größer. Mittlerweile läge ein Gutteil der griechischen Staatsanleihen ja bei öffentlichen Banken und der EZB, so Steinbrück, der auf Einladung der Hypo NÖ in Wien weilt.

Frieden in Europa „Ausnahme"

Grundsätzlich fehle im bei der Krisenpolitik von Angela Merkel ein „Bild von Europa". Es sei nicht klar, wo die Kanzlerin die politische Union in fünf Jahren sehe. Dass Deutschland zusammen mit Frankreich dennoch in vielen Fragen die Richtung vorgibt, hält er für positiv. „Was es nicht geben darf, sind einsame Spaziergänge von Sarkozy und Merkel wie am Strand von Deauville."

In den nächsten Wahlkämpfen werde das Thema Europa vermutlich schwer zu vermitteln sein, glaubt Steinbrück, der als möglicher Kanzlerkandidat der SPD gehandelt wird. Da müssten sich die Politiker „auf den Marktplatz stellen" und den Bürgern erklären, wofür man Europa brauche.
Einen Vorgeschmack darauf, wie er dies angehen würde, gab er auch: „Ich selbst gehöre zu der ersten Generation, die nicht in irgendeinem Krieg verheizt wurde. Der Frieden in Europa ist nichts als ein privilegierter Ausnahmezustand", gab sich Steinbrück staatsmännisch.

 

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4 Kommentare
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Peer Steinbrück war für die WestLB verantwortlich

Zuerst als Veraltungsrat, später als Finanzminster von Nord-Rhein-Westfalen. Im Jahr 2001 setzte alles daran , dass die deutschen Landesbanken weiterhin die Haftung der Länder behalten konnten; und so weiterhin billig mit Steuergeld spekulieren konnten.
Herr Peer Steinbrück spielte die Gefahr für die West-LB herunter, nachdem diese bereits Milliarden verloren hatte und zwar über die eigens gegründeten Zweckgesellschaften, die nicht in der Bilanz der Bank aufschienen.
Im April 2008, als Bear Stearns bereits tot war, blieb er dem G8-Gippfel fern, obwohl er den Vorsitz hatte,
Im Juli 2008 muss sein Sekretär 8,1, Milliarden Steuerzahlergeld für die IKB locker machen.
Noch im Mai 2008 sprach er von "stabilen, deutschen Banken" obwohl sich im Ministerium und der BAFIN bereits die Berichte stapelten, dass alle "Investments" in CDO crashen werden.
Im November 2009 wird das Conduit der West-LB als die größte Bad Bank bezeichnet. Mehr als 85 Milliarden Euro sind in Gefahr.

Herr Steinbrück hat in allen Aufsichts- und Entscheidungsfunktionen versagt und Schaden in zig-Milliarden-Höhe nicht verhindert bzw. in Kauf genommen.

Und dieser Totalschädling der deutschen und europäischen Volkswirtschaft spielt sich jetzt als der große Ratgeber auf; und hat sogar Kanzler-Phantasien.

Wenn er Kanzler wird, dann Deutschland gute Nacht.


Gast: Mutbürger
07.10.2011 13:48
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Nix verdrehen

Der Frieden ist kein privilegierter Ausnahmezustand Herr Piefke Obersozi. Er ist der Normalzustand in einem kultivierten Europa von Staaten mit rechtsstaatlicher demokratischer Verfassung, die auch umgesetzt wird. Dass es Kräfte gibt die daran kräftig rütteln ist offenkundig. Aufgabe von sozialdemokratischen Protagonisten ist es diesen Kräften entsprechend entgegenzutreten. Ansonsten verlieren sie ihre Existenzberechtígung. Aber nehmen wir mal an, das lose Mundwerk ist wiedereinmal mit ihm durchgegangen.


Gast: radius
06.10.2011 22:05
4 0

Oh Gott, da spricht einer, der für die Pleite der WestLB mitverantwortlich ist.

Wie tief ist die Hypo Nö gesunken???

Pleitiers, die Ratschläge erteilen, Budgetschwindler Steinbrück, ach ja, außerdem wollte dieser Experte vor ein paar Jahren die Tausend-Mark-Sperre für Österreich einführen, natürlich unter einem anderen Titel. Und jetzt will er wieder nach vorne, als Kanzler oder als Europa Finanzminister. Auf solche Leute haben wir gewartet.

Bitte, liebe Deutsche, durchschaut den Bilderberger Steinbrück und lasst ihn absaufen bei der nächsten Wahl.

Hobbyökonom