Athen: Juncker überlegen höheren Schuldenschnitt

10.10.2011 | 22:58 |   (DiePresse.com)

Der Vorsitzende der Euro-Gruppe sagt, es müsse „mit aller Gewalt verhindert werden“, dass Griechenland bankrott gehen.

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Es müsse mit "aller Gewalt verhindert werden", dass ein Staat der Eurozone bankrott gehe, sagte der Vorsitzende der Euro-Gruppe, der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker, am Montagabend in der ZIB2 des ORF zur Euro-Schuldenkrise. Es dürfe nicht zu einer Ansteckungsgefahr innerhalb der Eurozone kommen. Auf die Frage, ob man im Falle Griechenlands von einem Schuldenschnitt von 50 bis 60 Prozent rede, sagte Juncker, "wir reden über mehr". Er schließe einen Schuldenschnitt nicht aus, man dürfe aber nicht denken, dass das genüge.

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Der luxemburgische Premier hat am Dienstag allerdings gegenüber der Nachrichtenagentru "Bloomberg" dementiert, dass die Abschläge auf 60 Prozent überschreiten könnten. Er habe gemeint, dass der Haircut die im Juli vereinbarten 21 Prozent übersteigen könne.

Juncker wies darauf hin, dass es für die Bewältigung einer derartigen Krise keine "historische Erfahrung gibt". Die politische Führung in der Krise sei "nicht optimal" gewesen. "Wir waren nicht schnell genug", sagte er. Die Finanzmärkte könnten rascher reagieren als die Politiker. Der Chef der Euro-Gruppe plädierte für mehr Abstimmung in der Finanz- und Haushaltspolitik.

Athen: Regierung gegen größeren Schuldenschnitt

Anders sieht Griechenland die Sache mit dem Schuldenschnitt: Eine größerer Schuldenschnitt steht nach Worten des Vize-Regierungschefs Theodoros Pangalos derzeit nicht zur Debatte. Dies hätte für die Banken und Pensionsfonds des Landes negative Folgen, sagte Pangalos am Montag.

Zuvor hatte unter anderem der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble einen tieferen Schuldenschnitt ins Spiel gebracht. An dem zweiten mehr als 100 Milliarden Euro schweren Rettungspaket für Griechenland sind private Gläubiger bereits beteiligt. Unter dem Strich geht es um eine Verlängerung der Anleihe-Laufzeiten, damit das Land mehr Zeit für die Rückzahlung erhält. Durch diesen Tausch von Staatsanleihen in längerlaufende Papiere müssen die Banken eine 21-prozentige Wertberichtigung ("haircut") auf griechische Bonds hinnehmen.

Im Gegenzug für die Hilfen hat Griechenland unter anderem zugesichert, Staatseigentum zu veräußern, um die Haushaltslage zu verbessern. Laut Pangalos steht das Land zu seinem Privatisierungsprogramm. Als bedauerlich bezeichnete er, dass Griechenland diesbezüglich nicht mehr Anfragen von europäischen Unternehmen erhalten habe.

(APA)

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9 Kommentare

Lügen, Lügen, Lügen

"Es müsse mit "aller Gewalt verhindert werden", dass ein Staat der Eurozone bankrott gehe"

Griechenland IST seit 2 Jahren bankrott!


Gast: FH
11.10.2011 11:05
4

Unglaublich

Hab doch gelesen, dass ein griech. Millionär 40 Mio Steuern nachzahlen sollte. Hat dann schnell 600 Mio ins Ausland überwiesen und die Steuer wurde storniert.
Das ganze ist doch eine reine Betrugspartie zugunsten der Superreichen. Dass Griechen 75% von über 300 Mrd. gehalten hätten So viel hätten die nie erwirtschaftet gehabt. Die sind doch nur mit Betrug und weit überhöht in den Euro eingestiegen.
Was reden die Deuteschen eingentlich vonHaircut usw. Deutsche und Österr. Banekn snd doch mit weniger als 5 Mrd. und Versicherungen auch mit max. 5 Mrd. involviert.

Die Entschuldung eines einzigen kleinen Landes mit dereartig hohen Beträgen (100 mrd.) ist zudem eigentlich kriminell. Da müsste unser Schuldenbudget ebenso entlastet werden und nicht, dass Österreich 1,2 bis 1,8 Mrd. in den Sumpf noch zahlt.

Ich liebe diesen Juncker!

Er hat sich bei der Euroeinführung von Griechen bewusst betrügen lassen und jetzt müssen die anderen die Zeche bezahlen! Luxemburger sind eben klevere Leute!

Gast: super
11.10.2011 10:38
6

herr juncker

verordnet allen diäten und schöpft selbst aus dem vollen. mit fremden geld kann man ja große politik machen. selbst ist man unantastbar...
ein richtiges ar...loch

JAAAAAAAAAAAAA!!!

Jetzt kommt die Kriegssprache immer mehr zum Vorschein.
"Lügen müssen sein" war nur der Anfang.

Jetzt "mit der Panzerfaust", "mit aller Gewalt", was kommt als Nächstes?

Juncker täsucht schon wieder die Bevölkerung weil ein Schuldenschnitt ist ein Bankrott

Was sonst sollte ein Staatsbankrott sein außer dass ein Staat eben seine Verbindlichkeiten nicht mehr erfüllen kann.

Und natürlich darf das für Juncker nicht passieren, weil dann ist auch sein Land pleite.

80 % der Luxemburgischen Wirtschaft lebt (sehr sehr gut) vom Finansektor. Luxemburg könnte diesen wei üeber alle Maße aufgeblasenen Sektor niemals rette und wäre "arm" wie seine Nachbarn - nicht mehr am reichsten.

Danke an dei ÖNB-Clowns für das tolle Investment in griechische Anleihen im Jahr 2010

Der Gouverneur von Parteibuchs Gnaden hat ja seinem Ruf ganze Ehre erwiesen; er hat die Lage wieder einmal falsch eingeschätzt. 2010 hat er noch stolz in griechische Anleihen "investiert".

Jetzt hat er wahrscheinlich nicht den Mum die exakten Zahlen zu nennen. So zwischen 3 und 5 Milliarden Euro.
Da hat er sich jetzt sicher einen Bonus verdient, denn mindestens 2 Milliarden Euro in 15 Monaten an Steuergeld vernichtet, das macht ihm so schnell keiner nach.

Eventuell unsere begabte Ministerin Schmied kann ihm in diesem Bereich das Wasser reichen. Wie viele Milliarden verliert die Kommunalkredit gerade ?

Aber die Milliarden bekommt der Staat ganz locker herein, indem er den Kindergartenausbau streicht, das verpflichtende Kindergartenjahr kostenpflichtig macht und Studiengebühren einführt.

Gast: Sog
11.10.2011 07:42
8

Der große Räuber

"Mit aller Gewalt" heißt dann wohl übersetzt "Mit allem Geld des deutschen und österreichischen Steuerzahlers". Wie er zu dem Geld kommen will, hat er damit auch schon angedeutet.

Gast: Reflector
11.10.2011 04:26
8

Schaut nach Schachmatt aus


Scheibchenweise gibt er zu, dass er komplett falsch lag, log oder beides tat.

Vor ein paar Tagen war noch nicht einmal von 50% die Rede, nun sind es schon 60%.

GR ist de facto bankrott, das kann keiner mehr verhindern.

Für die EU Politiker ein Armutszeugnis, mehr als ein Jahr für eine Entscheidungsfindung für einen relativ klaren Fall zu brauchen.

Aber was willl man von so Seicherln die alle aus geschützen Bereichen entstammten und den Realitätsbezug schon über Generationen verloren haben.

GR hätte sofort 2009 abgewickelt gehört und nun von einem 60% Schnitt zu schwafeln ist genauso erlogen, das wird letzlich mehr werden Hr. J und sie und die andere Bagage hat nun zu verantworten, dass damit die Garantien in genau dieser Größenordnung für die Geberländer schlagend werden.

Und um diese Beträge werden für diese Länder die Spielräume enger wenn es an deren eingemachte Bankfäulnis geht, wie in Ö, wenn der 300 Mrd. Ostbummerang wieder kommt.

Dazu darf man noch gespannt sein, wieviel Dodl Investoren noch GR Anleihen und entsprechende Derivate halten oder emittierten, die dann auch noch gerettet werden müssen (Versicherungen).

DEXIA läßt Böses erahnen, im übrigen vor 3 Monaten noch beste Bank im (Streichel)Stresstest.

Eine cascading default Welle könnte bis in die Wallstreet schwappen, davor hat Mr. € Angst, denn dann ist der nächste Pleite King dran.

Aber alle diese Hanswurste müssen auch vor dem Volkszorn Angst haben.

Das schaut ned gut aus ...

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