Systemrisikorat: Europas erstes Frühwarnsystem

13.10.2011 | 10:27 |   (Die Presse)

Das Gremium warnt Politiker und Märkte durch genaue Beobachtung des Finanzsektors rechtzeitig vor neuen Krisen. Er wurde als Reaktion auf die Finanz - und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 geschaffen.

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Brüssel/Wien/Reuters. Er wurde als Reaktion auf die Finanz - und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 geschaffen, als der Zusammenbruch der Großbank Lehman Brothers plötzlich das gesamte Finanzsystem in eine Notlage stürzte: Der Systemrisikorat (ESRB – European Systemic Risk Board) wurde vor etwa einem Dreivierteljahr installiert, damit solche Szenarien in Zukunft nicht mehr passieren. Am Dienstag wurde er wieder aktiv, als sein Vorsitzender, Jean-Claude Trichet, vor weiteren Verzögerungen im Euro-Krisenmanagement warnte.

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Das Gremium mit Sitz bei der Europäischen Zentralbank (EZB) hat neben den Aufsichtsbehörden für Banken, Versicherungen und Börsen die Aufgabe, Risiken möglichst früh zu erkennen und eine Eskalation zu verhindern. Durch eine genaue Beobachtung der Volkswirtschaften und des Finanzsektors sollen Politiker, Marktteilnehmer und die Öffentlichkeit über lauernde Gefahren informiert werden. Allerdings darf der ESRB nur Handlungsempfehlungen abgeben und muss darauf hoffen, dass die Politik seine Empfehlungen umsetzt. Einziges Druckmittel des Rats ist, dass er die Warnungen notfalls öffentlich machen kann.

Vorsitzender des ESRB ist noch bis zum 31.Oktober EZB-Chef Trichet, sein Stellvertreter ist der Chef der Bank of England, Mervyn King. Weiters im Gremium vertreten sind Gouverneure der Notenbanken und Gesandte der Aufsichtsbehörden der 27EU-Staaten.

Bisher keine Analysen für ganz Europa

Zudem haben die Chefs der drei neu gegründeten europäischen Aufsichtsbehörden für Banken (EBA), Versicherungen (EIOPA) und Wertpapiermärkte (ESMA) Sitz und Stimme im ESRB. Dazu kommen ein Vertreter der EU-Kommission (im Normalfall der Währungskommissar) und vier Vertreter der Wissenschaft.

Der ESRB ist das erste derartige Gremium in der EU – bisher haben nationale und europäische Behörden und Institutionen zwar Analysen durchgeführt, die aber kaum je zusammengeführt wurden, um Risikoszenarien für ganz Europa abzuleiten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.10.2011)

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7 Kommentare

Gast: trader1
13.10.2011 10:10
1

so ein blödsinn ..

jede bessere bank hat heute volkswirtschaftliche prognosen für jeden winkel dieser welt ..
und das es in griechenland, portugal usw. scheppern wird, das hat die deutsche bank schon vor zwei jahren prognostiziert

.. umsonst haben die ja ihre wertpapierln nicht in den letzten zwei jahren dort massiv reduziert ..

nur die poltiik tut immer so , wie wenn man noch fünf ampeln braucht, obwohl eh schon eine ganze galerie von ampeln auf rot steht ...

Gast: mysterium
13.10.2011 09:01
1

Jetzt werken die bereits ein Jahr und wurden wieder mal überrascht?

Beim Postenschaffen sind sie gut, zumindest wenn sie es mit dem Geld der Steuerzahler tun.

Ich denke, die meisten Herrschaften, die so versorgt werden, sind nicht in der Lage über einen Jahr einen Betrieb aufzubauen, zu führen und zu entwickeln.

Gast: mysterium
13.10.2011 09:01
0

Jetzt werken die bereits ein Jahr und wurden wieder mal überrascht?

Beim Postenschaffen sind sie gut, zumindest wenn sie es mit dem Geld der Steuerzahler tun.

Ich denke, die meisten Herrschaften, die so versorgt werden, sind nicht in der Lage über einen Jahr einen Betrieb aufzubauen, zu führen und zu entwickeln.

Das ist ein Witz, oder??

Wenn das Dach bereits zur Hälfte abgebrannt ist, dann installieren die neue Rauchmelder...

Gast: xi-berger
11.10.2011 20:11
2

Trichet im Systemrisikorat

Interessant, dass die Unfähigsten immer noch bessere Jobs erhalten. Ist das die Beförderung, wenn man einem in Brüssel nicht brauchen kann?
Da haben ja noch manche unserer Politiker Chancen zur Beförderung.

Trichet im Systemrisikorat?

Genau so gut hätte man Jack Unterweger im Nonnenkloster inhaftieren können.

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