Schuldenkrise: G-20 wollen Fortschritte der EU loben

Die Finanzminister und Notenbankchefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer setzen ihre Gespräche über die Eurokrise fort.

Wolfgang Schaeuble
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(c) AP (Michel Euler)

Die Finanzminister und Notenbankchefs der führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) sind am Samstag in Paris zu Gesprächen über die Eurokrise und die internationalen Finanzmärkte zusammengekommen. Die USA, Japan, aber auch andere Länder drängen die Europäer, rasch eine Lösung für die gravierenden Probleme in der Eurozone zu finden.

Die G-20-Finanzminister wollen sich nach Informationen aus Delegationskreisen darauf verständigen, die Fortschritte Europas im Kampf gegen die Schuldenkrise zu begrüßen. Dies werde Teil des Kommuniques sein, das nach dem Treffen veröffentlicht werde, kündigte eine mit den Verhandlungen vertraute Person laut der Nachrichtenagentur Reuters an. Zudem werde die G-20-Vereinbarung bezüglich der Devisenaussagen nicht schärfer als beim letzten Treffen in Washington ausfallen. China habe keine Hinweise darauf gegeben, dass das Land darauf vorbereitet sei, seine Geschwindigkeit bei der Flexibilisierung der Landeswährung Yuan anzuziehen.

Zwangskapitalisierung der Banken möglich

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte zum Auftakt des zweitägigen Treffens am Freitagabend versichert, dass die Europäer "klare Maßnahmen" ergreifen würden, um eine Ausbreitung der Eurokrise zu verhindern. "Dazu gehört, dass alle systemrelevanten Banken mit dem nötigen Kapital ausgestattet sind." Er schloss auch eine zwangsweise Kapitalisierung nicht aus: Wenn die Banken die Vorgaben nicht aus eigener Kraft erfüllen könnten, "dann würde ihnen notfalls auch durch die Staaten geholfen", sagte Schäuble. Forderungen aus den Schwellenländern nach einer Erhöhung der Finanzmittel des Internationalen Währungsfonds (IWF), um bei der Euro-Krise auszuhelfen, erteilte er jedoch eine Absage.

Das Treffen der Finanzminister dient zur Vorbereitung des G-20-Gipfels der Staats- und Regierungschefs Anfang November im südfranzösischen Cannes. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel tauschte sich am Freitag in einem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama über die jüngsten Entwicklungen in der Eurokrise aus. Thema der Unterredung sei auch der G-20-Gipfel in Cannes gewesen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die französische G-20-Präsidentschaft hatte vor Beginn des Finanzminister-Treffens deutlich gemacht, dass die Eurozone "das Epizentrum der globalen Krise" sei.

Beim G-20-Treffen in Paris geht es auch um die geplante Reform des Weltwährungssystems und schärfere Vorgaben für Großbanken. Die anhaltende Schuldenkrise in der Eurozone dominiert die Zusammenkunft aber.

(Ag. )

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