Frankreich gerät ins Visier von Moody's

18.10.2011 | 13:16 |   (DiePresse.com)

Die Ratingagentur Moody's will den Ausblick für Frankreichs Aaa-Rating "auf den Prüfstand stellen". Unter anderem wegen Hilfen für andere Länder.

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Die Ratingagentur Moody's stellt den stabilen Ausblick für das französische Toprating (AAA) auf den Prüfstand. Entscheidend für die Beibehaltung des stabilen Ausblicks für die Kreditwürdigkeit seien wirtschaftliche und fiskalische Reformen, schreibt Moody's in einem am Montagabend veröffentlichten jährlichen Kreditbericht. Wirtschaftsminister Francois Baroin betonte, Frankreich werde alles tun, um die Top-Kreditwürdigkeit zu behalten. Er räumte zudem ein, dass die französische Regierung ihre Wachstumsprognose für 2012 wahrscheinlich erneut nach unten revidieren müsse.

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Moody's erklärte, die Finanzstärke Frankreichs sei durch die Finanz- und Wirtschaftskrise geschwächt worden. In Bezug auf die Schuldensituation gehöre Frankreich mittlerweile zu den schwächsten mit "AAA" benoteten Ländern.

Schwächeres Wirtschaftswachstum

Außerdem stehe Frankreich in den nächsten Monaten vor Herausforderungen: So könnte zusätzliche Unterstützung für andere Länder notwendig werden oder das französische Bankensystem gestützt werden müssen. Ein schwächeres Wirtschaftswachstum könnte in Frankreich noch stärkere Sparanstrengungen notwendig machen. Die Regierung hat versprochen, das nach EU-Regeln unzulässig hohe Staatsdefizit bis 2013 auf die Höchstgrenze von 3 Prozent des BIP zu senken.

Generell verfüge Frankreich aber über eine Wirtschaft mit "hoher Produktivität, breiter Diversifizierung und hoher Innovationskraft", betonte Moody's. Zudem verfüge der private Sektor über ein hohes Sparvermögen. Die Überprüfung des Ausblicks erfolge in den nächsten drei Monaten.

Frankreichs Topnote "AAA" ist auch für den Euro-Rettungsfonds EFSF wichtig. Sie ermöglicht es, zu den besten Konditionen Geld am Kapitalmarkt aufzunehmen.

Wirtschaftsminister Baroin sagte dem Fernsehsender France 2, seinen zuletzt vorausgesagten Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1,75 Prozent werde das Land angesichts der Wirtschaftslage vermutlich

 

(APA)

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84 Kommentare
 
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Re: FrAAAnkreich

Das Problem der Banken und Politik ist ja letztendlich auch in der noch immer gegebenen (Gesetz-) Situation begründet, dass Geldgeber (Banken, ..) Staatsanleihen nicht als mit Zahlungsausfallrisiko bewerten müssen (dürfen). Was natürlich, wenn dieses ignorierte Risiko tatsächlich einmal Eintritt, zu gravierenden Problemen führt.

Siehe Dexia: Beim EU-Streßtest (ha, ha) im Spitzenfeld, einige, wenige Monate später Pleitekandidat.

Grund: Hilfen für Länder oder die Banken

Aha, zuerst einzelne Länder und Banken waidwund schießen, die Solidaridät der anderen einfordern und dann eben das zum nächsten Schlag benutzen. Das kann man (und wird man höchstwahrscheinlich auch) beliebig oft wiederholen.
Es sollte jetzt schön langsam auch den allerletzten Heppen in Brüssel klar werden, dass die EU angegriffen wird und die drei großen Ratingagenturen als Söldner den Angriff ausführen...

Re: Grund: Hilfen für Länder oder die Banken

Wenn alle Euro-Länder (auch in Zeiten gut laufender Konjunktur) täglich mehr ausgeben als einnehmen.
Wenn sie das Geld anstatt für Zukunftsinvestitionen für die Aufrechterhaltung der Verwaltung ausgeben ("strukturelles Defizit")
Wenn sie das über Jahre und Jahrzehnte betreiben.
Wenn sie das Geld dem Banksektor via EZB zu 1,5% zur Verfügung stellen und dann von den selben Banken um 3%, 6%, 8% etc. wieder aufnehmen.

Dann glauben Sie immer noch an einen Angriff von "Aussen"?

Re: Re: Grund: Hilfen für Länder oder die Banken

Die Eigentümer der Ratingagenturen verdienen an jedem Prozentpunkt, den die Zinsen durch deren Downgradings steigen, Milliarden. Die Magnaten bedienen sich also via Ratingagenturen nach Belieben am Vermögen der Europäer. Sie haben bei Zeiten die Staaten mit Geld auf Pump zu niedrigen Zinsen dauerhaft angefüttert, obwohl jeder Depp weiß, dass es nicht gut gehen kann, wenn laufend mehr ausgegeben als eingenommen wird. Jetzt wird der Sack zugemacht und abgecasht. Sie machen es jetzt mit den Staaten genau so, wie sie es früher mit Firmen gemacht haben. "Geld geben - auspressen - billigst übernehmen", ist die Strategie. Ob man dass jetzt Krieg, mafiöse Geschäfte oder Halsabschneiderei nennt, ist wohl sekundär. Ein Angriff ist es allemal...

PS: Dass sich unsere Führer dabei (willentlich oder nicht) extrem naiv und kurzsichtig verhalten haben, ist eine andere Geschichte, rechtfertigt aber keinesfalls das Vorgehen der Magnaten... ;-)

Warum

prüft keiner die Bonität von Moody ?

Re: Warum

Soll heißen: Moody ignorieren, abschaffen, keine Agentur der Welt hat das Recht, ganze Länder zu beurteilen!

Antworten Gast: Mdyfckr
18.10.2011 14:45
1

...

Fragen Sie doch selbst nach-

Wenn Sie wissen wollen, wer hinter Moody`s steckt->
2011 übernommen von Intertek
http://www.intertek.com/news/2011/03-07-moody-acquisition/

Kontaktmailadressen auf der Webseite vorhanden - Schreiben Sie an und Fragen Sie mal nach.

Re: ...

Mich interessiert nicht, wer hinter Moody's steckt.... mir geht es eher darum, woher eine s.g. 'Rating-Agentur' das Recht nimmt, ein ganzes Land zu bewerten ???

(Nachdenken nicht verboten!)

Gast: moldy
18.10.2011 08:32
6

die schlinge des geldes

zieht sich zunehmens enger um jeden hals in dieser welt....

 
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