Ratingagentur S&P stuft Slowenien herunter

20.10.2011 | 06:32 |   (DiePresse.com)

Der nächste Euro-Staat wurde herabgestuft: Standard & Poor's begründet die schlechtere Bewertung Sloweniens mit den explodierenden Staatsschulden.

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Standard & Poor's hat am Mittwochabend das Rating von Slowenien von AA auf AA- herabgestuft. Als Begründung wurde die explodierende Staatsverschuldung genannt, die heuer auf 43 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) klettern werde. Dies komme einer Verdoppelung innerhalb von drei Jahren gleich.

Die slowenischen Regierungen der vergangenen Jahre hätten es wegen der wirtschaftlichen Erfolge bis zum Ausbruch der Krise im Jahr 2008 verabsäumt, die erforderlichen Strukturreformen in Angriff zu nehmen. Dies erhöhe nun den Druck auf die Staatsfinanzen. S&P erwartet, dass die aus den vorgezogenen Parlamentswahlen im Dezember hervorgehende neue Regierung die notwendigen Reformen umsetzen werde. Die im September abgewählte Mitte-Links-Regierung des Sozialdemokraten Borut Pahor war am Streit über die Reformpolitik zerbrochen.

>>> Die Ratings der EU-Länder

Durch das schlechtere Kreditrating - AA- ist die fünfthöchste Stufe auf der S&P-Skala - verteuert sich die Kreditaufnahme für den slowenischen Staat, was eine Abwärtsspirale mit steigender Staatsschuld und weiteren Abwertungen durch die Ratingagenturen in Gang setzen könnte. Schon seit Monaten warnen slowenische Spitzenpolitiker und Experten vor einem solchen "griechischen Szenario".

Erst am Dienstag hatte die Ratingagentur Moody's die Bonitätsnote Spaniens um zwei Stufen von A1 auf AA2 gesenkt. Dies entspricht der Bewertung AA auf der S&P-Bewertungsskala. Zuvor hatte Moody's das Toprating AAA für Frankreich auf den Prüfstand gestellt. Von den 17 Euro-Staaten verfügen noch Deutschland, Finnland, Luxemburg, die Niederlande und Österreich über dieses Toprating.

(Ag.)

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6 Kommentare
Gast: freund?
20.10.2011 11:04
0

für SLOWENIEN, die selbsternannte signatarmacht



zahlen wir BESONDERS gern !

von mir kriegerten die keinen groschen !

explodierende Verschuldung?

Staatsverschuldung auf 43%, und deswegen gibt's eine Abwertung und Warnung vor einem griechischen Szenario? Hoffentlich kriegen die Leute von S&P nicht mit, wie es um Österreich steht.

Gast: uizwick
20.10.2011 08:06
0

wieso

wie kamen die slowenen eigentlich zur eu ??
legten sie damals auch - wie griechenland - geschönte bilanzen vor ???


Gast: Gastuser
20.10.2011 07:44
1

LOL

wenn Slowenien mit 43% Staatsschulden abgewertet wird, dann müsste Österreich mit effektiven 250% schon längst Ramschstatus haben.

lächerlich das ganze!

Antworten Gast: Leon Walras
20.10.2011 09:15
0

Re: Ham`ma Brutto und Netto ...

... a bisserl verwechselt, gell? Mit Deinem Ansatz vergleichst Du demnach Äpfel mit Birnen. Die Staatsverschuldung in Österreich liegt zwar mit 73% NETTO prozentuell höher als in Slowenien (43 %), doch der Anstieg ist nicht so dramatisch wie in unserem Nachbarland. Es steht ja ohnedies im Text, dass der ANSTIEG das Kriterium für die Herabstufung Sloweniens entscheidend war. Der Anstieg der Verschuldung in Österreich geht sicherlich auf das Konto von Maßnahmen, die wegen der anhaltenden Finanzkrisen zu treffen waren.
Nichts desto trotz erscheint auch mir ein Tripple-A für Staaten generell sehr, sehr schmeichelhaft zu sein. Die Bonität des Landes mag zwar gut sein, aber wie werden die Maßnahmenpakete von den Ratingagenturen bewertet? Das scheint mir eher ein Kniefall zu sein ...

Das nächste Land

wackelt, aber es ist alles in Ordnung.

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