Faymann: Lösung des Euro-Problems unverzichtbar

Bundeskanzler Faymann warnt, davor, dass eine Kettenreaktion an den Finanzmärkten auch Österreich treffen könne.

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Faymann – (c) REUTERS (Sebastien Pirlet)

Eine Lösung der Griechenland-Krise ist für die österreichische Regierung "unverzichtbar". "Die negativen Auswirkungen" könnten andernfalls "in einer Kettenreaktionen auch zu uns kommen", warnte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) im Pressefoyer nach dem Ministerrat am Dienstag. Es gebe kein Land in der EU, dessen Staatsanleihen "im Blutkreislauf" der Finanzmärkte keine Rolle spielen. Eine Lösung des Problems betreffe daher alle Staaten, so der Kanzler.

Was den Schuldenschnitt für Griechenland betrifft, meinte Faymann, Ziel sei eine höchstmögliche Beteiligung des privaten Sektors. Angepeilt seien derzeit 40 bis 50 Prozent, wenn aber mehr herauskomme, sei es auch gut, so der Regierungschef. Er zeigte sich jedenfalls vor dem morgigen EU-Gipfel zuversichtlich, dass man sich bezüglich eines Haircuts für Griechenland einigen werde. Die 109 Mrd. Euro an Hilfsgeldern für Athen bezeichnete der Kanzler "als vorläufige Zahl". Bereits zuvor hatte Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) betont, dass die Griechenland-Rettung nicht "wesentlich mehr kosten dürfe" und damit aber indirekt angedeutet, dass doch mehr Geld fließen könnte.

Faymann betonte weiters, dass die finanzpolitische Stabilisierung in der EU schrittweise erfolge und auch in den kommenden Jahre fortgesetzt werde, indem zum Beispiel verpflichtende gemeinsame Regeln festgelegt werden. Eine Vertragsänderung halte man kurzfristig für kein geeignetes Mittel zur Problemlösung. Langfristig könne man aber darüber diskutieren. Diese Position wurde auch von Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) bekräftigt.

(APA)

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