50-Prozent-Schuldenschnitt für Griechen rückt näher

26.10.2011 | 17:10 |   (DiePresse.com)

Eine Einigung wird voraussichtlich noch nicht auf dem Gipfel erfolgen. Die Banken müssen ihr Angebot nachbessern, fordern dafür aber bessere Sicherheiten.

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Ein Schuldenschnitt auf griechische Staatsanleihen von rund 50 Prozent rückt immer näher. "Man wird sich auf einen Abschlag von nominal 50 Prozent einigen", sagte eine mit den Verhandlungen zwischen den europäischen Regierungen und dem Internationalen Bankenverband IIF vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Auf einen geringeren Abschlag werde sich die Politik nicht einlassen.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel drängte am Mittwoch auf eine Lösung, die die Staatsschulden Griechenlands auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) senken würde. Die genannte Zahl entspräche einem Schuldenschnitt von 50 Prozent und einem Beitrag der Banken von mehr als 100 Milliarden Euro.

Die Banken haben bisher laut Branchenkreisen noch nicht so viel angeboten. Sie forderten insbesondere bessere Sicherheiten. Offen ist auch, ob andere Gläubiger wie Hedge-Fonds auf die Forderungen eingehen. Um zu vermeiden, dass der Schritt als Staatspleite gewertet wird, muss der Verzicht auf freiwilliger Basis erfolgen. Für eine Einigung noch am Mittwoch dürfte die Zeit kaum reichen.

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Venizelos rechnet mit Schnitt auf Hälfte

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos rechnet nach einem Bericht der Zeitung "Kathimerini" ebenfalls mit einem Schuldenschnitt auf die Hälfte. Nach seinen Vorstellungen sollen die Banken 15 Prozent des in griechische Bonds investierten Geldes in bar zurückerhalten, 35 Prozent sollten in neue 30-jährige, mit sechs Prozent verzinste Anleihen gesteckt werden. Bankenkreisen zufolge kann sich das Verhältnis auch noch ändern. Anders als bei der Einigung im Juli auf einen Schuldenschnitt von 21 Prozent sollen die neuen Papiere nicht vom Rettungsschirm EFSF garantiert werden, als Lockmittel für die Banken solle vielmehr der Bar-Anteil dienen.

Venizelos' Gespräche mit IIF-Direktor Charles Dallara seien am Dienstag "sehr positiv" verlaufen, hieß es in der Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. Der erhoffte dreistellige Milliardenbetrag wird allerdings nicht ganz dem griechischen Staat zugutekommen. Weil er im Gegenzug seinen Banken, Versicherern und Pensionsfonds unter die Arme greifen muss, die einen solchen Schnitt nicht verkraften würden, kämen letztlich rund 65 bis 70 Milliarden beim Staat an, berichtete die Zeitung.

 

(APA)

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23 Kommentare
Gast: rudiratlos
26.10.2011 23:56
0

wo bleibt der Vermögensschnitt für Steuerhinterzieher?


Gast: soläuftderhase
26.10.2011 18:25
0

für die bankrotten casinobanken und tango coruppti länder sollen die österreicher länger arbeiten und viel viel mehr zahlen. die spö u.faymann belasten statt der spekulanten lieber die österreichischen arbeitnehmer und steuerzahler.


Gast: check
26.10.2011 18:14
4

Verbrechen zahlt sich eben aus!

Und Spanien, Portugal und Italien schauen ganz entspannt zu: Sparmaßnahmen und Privatisierungen zu beschließen, diese nicht umzusetzen, trotzdem 100 Milliarden Geld bekommen und 50% der Milliardenschulden den Nettozahlern abzugeben, dieses Geschäftsmodell wird seine Nachahmer finden.

+++

Die deutsche Sprache reicht nicht aus um den Grad der Verblödung unserer politischen "Eliten" zu beschreiben.

Durch das festhalten am "totes Pferd reiten"-Prinzip tötet man den Euro und riskiert dazu sogar einen schweren Rückschlag für die Europäische Union.

Was ist so schwer daran einfach zuzugeben: "Der Euro war eine Totgeburt, wir haben uns geirrt."? Stattdessen wird der politischen Eitelkeit der Wohlstand der GESAMTEN Euro-Zone geopfert.

Alles, aber auch wirklich ALLES was Kritiker befürchtet haben, alles was anfangs vehement bestritten wurde, ist eingetreten:

Bruch des Maastricht-Stabilitätspaktes

Bruch der No-bail-out-Vereinbarung

Missbrauch der EZB als Ramschaufkäufer

1. Rettungsschirm nicht ausreichend

2. Rettungsschirm nicht ausreichend

ESFS nicht ausreichend.

Hebelung der ESFS-Gelder

All das wurde ständig bestritten, bis es dann als "alternativlos" und "unabwendbar" deklariert wurde. Der Trick liegt darin, die dramatische Lage eines Landes als Dramatik des eigenen Landes darzustellen und dann, mittels "Hilfsgelder" diese dramatische Lage seinem eigenen Staat zu "kaufen".

Und genau so werden die Kritiker recht behalten dass uns der gehebelte ESFS bald um die Ohren fliegen wird.

28 Milliarden EURO für Österreich ergeben gehebelt über 100 Milliarden. 12.000,- Euro neue Schulden für jeden Österreicher, vom Baby zum Greis, kostet uns diese eitle Niedertracht der Politik.

Die deutsche Sprache reicht absolut nicht aus um den Grad der Verblödung unserer politischen "Eliten" zu beschreiben.

Antworten Gast: Gast248
26.10.2011 20:35
0

Re: Verbrechen zahlt sich eben aus!

"Die deutsche Sprache reicht absolut nicht aus um den Grad der Verblödung unserer politischen "Eliten" zu beschreiben."

Falsch - die sind nicht so blöd (zumindest nicht alle).

Die wollen nur die Umverteilungsmaschinerie (Steuergeld via Schulden ins eigene Börserl) zu ihren Gunsten so lange wie möglich weiterarbeiten lassen....

Gast: Plach2
26.10.2011 17:58
4

Statt die Mrd. im eigenen Land zu investieren, schenken wir sie den Zockern für Griechenland!

Die Griechen selber sehen davon keinen Cent!

15.6.2011: Die Mrd. für Griechenland sind für Österreich ein gutes Geschäft (Fekter ans Parlament)

seltsame Zahlen

Wenn nach einem 50% Schuldennachlass die Schulden 120% des BIP betragen, dann betragen sie jetzt 240% des BIP. Bis jetzt wurde aber immer von 150 bis 170 % des BIP geschrieben. War dies nun falsch, oder schreiben die Redakteure einfach irgend welche Zahlen hin, ohne darüber nachzudenken.

Falls die Griechen jetzt wirklich 150% des BIP an Schulden haben, haben sie nach dem Nachlass weniger Schulden als wir (in % des BIP), auf unsere Kosten natürlich, weil unsere Schulden steigen dadurch noch.

Antworten Gast: Liftup
26.10.2011 18:00
0

Re: seltsame Zahlen

Das kommt daher, weil wie man in Brüssel meint, die Wahrheit dürfe nicht gesagt werden, wenn es brenzelig wird. Daher ist die Leseart so, ein Rettungsschirm ist ein Regenschirm, der die Traufe nicht verhindert, ein Haircut etwas fürs Auge und ein Hebel eigentlich ein Knebel. Berichtigen sie mich falls ich was falsch verstanden habe.

Gast: TI36
26.10.2011 17:35
3

Warum eigentlich

wird nicht zuerst das Volksvermögen der GR eingezogen. Da gibt's ja wohl mehr als genug Cash. Das die europäischen Völker für diese Geldverbrenner haften sollen, ist doch schlicht Diebstahl!

Antworten Gast: Gast.Gast
26.10.2011 18:06
2

Re: Warum eigentlich

Warum eigentlich meinen hier alle, es wären die Griechen, die Schulden machten. Die Griechen, die gemeint sind, das sind die Banken im innigen Filz mit Wirtschaftsverbrechern und Politik. Der einfache Grieche schuftet ebenso für seinen Unterhalt wie die Leute hier und hat nichts zum Desaster der Verschwender und Zocker und Korrupten beigetragen.

Antworten Antworten Gast: TI36
27.10.2011 20:48
0

Re: Re: Warum eigentlich

Der "einfache Grieche" hat diese Verbrecher über zig Jahre an die Macht gewählt, weil immer mehr und größere Wahlzuckerl versprochen wurden.
Dieser "einfache" Grieche kann sich keinesfalls hinstellen und auf unschuldiges Opfer machen!

Bei den Pensionsprivilegien und sonstigen Vergünstigungen, kann von schuften aber schon gar keine Rede sein!

Darum Vermögensschnitt für die Griechen - jeder darf 10.000,00 EUR behalten und die eine Immobilie die er bewohnt. Der Rest wird enteignet!
Damit können die Schulden bezahlt werden, der "einfache" Grieche wird sich in Zukunft besser überlegen wen er an die Macht wählt UND es ist zugleich ein starkes Signal an alle anderen Saus & Brausländer, dass es so nicht weitergeht!

Ein Deutscher Bundestagsabgeordneter ...

... hat gesagt, er musste zustimmen, weil er nicht dafür verantwortlich sein, will, dass der Karren bewusst an die Wand gefahren wird.
Hallo? Der hat noch nicht mitgekriegt, dass der Karren bereits an die Wand gefahren ist. Durch weitere Schulden wir nur der Schaden vergrößert.

Auch durch Schuldenschnitt löst Grundproblem nicht

Nachdem es eine mehrfache Vertrauenskrise gibt, nämlich eine der Bevölkerung in die Lösungskompetenz der Politik, der Märkte in die gesetzten Maßnahmen, usw. wird uns die Grundproblematik sowie deren Auswirkungen noch länger beschäftigen.

Einzig durch einen ergebnisoffenen, ehrlichen Dialog der Politik mit der Bevölkerung und darauf aufbauenden nachhaltigen Lösungsansätzen, die von einer möglichst breiten Basis getragen werden, wird mittelfristig der soziale Friede sowie ein gewisser Wohlstand gesichert werden können. Unabhängig ob jetzt weiteres Geld fließt oder nicht kann die EU nicht durch ein permanentes Drüberfahren über die Interessen der Bevölkerung abgesichert werden. Deshalb BÜRGERRECHTE JETZT.

Gast: Gast248
26.10.2011 16:07
3

30 jaehrige Bonds

Hahaha - die anziehende Inflation wird dafür sorgen, dass diese (festverzinslichen) Anleihen am Ende wertlos sind (30 Jahre!) und die Zinsen selbst in den nächsten paar Jahren.

Netto Haircut also ca. 80%, es bleiben 20%. Das halte ich auch durchaus für realistisch.

Und wenn das 'mal gegessen ist, dann reden wir 'mal über Portugal, dann Spanien, Italien, Frankreich...

Tja, nun beginnt es wirklich...

Re: 30 jaehrige Bonds

...und dann arbeiten wir weiter, bis alle EU-Staaten pleite sind und alle gleich viel Nix haben.
Österreich bleibt dann immerhin noch eine nachhaltig getschänderte Bundeshymne.
Wer will sie??

Gast: Mitzi9
26.10.2011 15:17
2

Griechenland, ÖBB Gem. Wien, Bawag, AKH......

Überall wo Sozialisten regieren werde hohe Verluste geschrieben.

Damit man gleich erkennt wer "regiert" sind im Firmenloge die roten Farben: ORF, ARBÖ, Gem. Wien, Krankenkassem, ÖBB usw. usw.


Re: Griechenland, ÖBB Gem. Wien, Bawag, AKH......

Leider sind alle Parteien, die in Österreich im Parlament sitzen, extreme Sozialisten. Es gibt nur noch geringe Unterschiede, und das gilt leider auch für viele andere Länder. Mit Demokratie ist das nicht mehr lösber. Nur ein Totalzusammenbruchs des Systems kann etwas Neues hervorbringen. Ob es dann Kapitalismus wird, was gut wäre, oder Kommunismus, werden wir sehen. Die Masse tendiert wahrscheinlich eher nach links.

Das sogenannte "Volk" in der ehemaligen DDR ...

... wählt auch wieder die Kommunisten.
So schlecht scheint das nicht gewesen zu sein? Haben wir ihnen am Ende Unrecht getan, indem wir sie "befreiten"?

Gast: Plach2
26.10.2011 15:10
1

Zufall?

Auch Rot-Grün in Deutschland brachten die große Wirtschaftsmacht ins wanken.

Mit Rot-Grün führte Deutschland zum Rande des Staatsbankrotts!

Gast: gast45
26.10.2011 12:25
1

spezialisten am werkeln :-)

warum nicht 34%, 38%, oder 47% ? ist doch hoffentlich alles genau ausgerechnet, prognostiziert und geprüft worden .. schlieszlich gibt es ja tausende hochbezahlte leute in ganz europa für so was :-)

ach so .. weil es wie beim gebrauchtwagen-händler zugeht ..mach ma halbe halbe, weil das ist am einfachsten ....


Antworten Gast: Wieso 34%?
26.10.2011 14:21
0

Re: spezialisten am werkeln :-)

Es sind doch eh nur 15%. Weitere 35% werden in Junkbonds abgegolten.

Antworten Antworten Gast: gast45
26.10.2011 16:42
7

Re: Re: spezialisten am werkeln :-)

damit es klarer wird:
.. es schuldet ihnen jemand 1000 euro. (ist ja schlieszlich ihr steuergeld) und dann sagen die politiker ...weil wir so toll verhandelt haben, kriegen wir von den 1000 euro 500 euro zurück .. davon 150 euro gleich, und die nächsten 30 jahre etwas mehr als 110 euro jedes jahr (die 350 auf 30 jahre).
und damit wir die 150 gleich bekommen, müssen wir ihnen aber noch die 150 borgen

.und das verkaufen ihnen die gleichen leute als erfolg, die noch vor zwei monaten gesagt haben, dass sie die 1000 zurückbekommen werden, und sogar noch ein geschäft dabei machen werden ..


Antworten Antworten Antworten Gast: gast45
26.10.2011 17:58
1

Re: Re: Re: spezialisten am werkeln :-)

sorry ..die gute nachricht ..ich habe mich verrechnet ..
die schlechte nachricht .. es sind nur 11 euo rückzahlung im jahr und keine 110 euro :-)

Antworten Antworten Gast: Gastius
26.10.2011 15:29
1

Re: Re: spezialisten am werkeln :-)

Nein, nein!! Man liest und hört von höchster Stelle in Griechenland, dass die neuen Bonds "AAA" haben werden. Hahahahahahaha!!!!!!!!!!!!!!!!!

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