Nowotny: EFSF-Haftung "kleineres Übel"

Österreichs Notenbankgouverneur Nowotny kann nicht ausschließen, dass die EFSF-Haftung schlagend wird.

Österreichs Notenbankgouverneur Ewald Nowotny
Schließen
Österreichs Notenbankgouverneur Ewald Nowotny
(c) REUTERS (HERWIG PRAMMER)

Österreichs Notenbankgouverneur und EZB-Rat Ewald Nowotny hat am Donnerstagabend die Vergrößerung (Hebelung) des Euro-Rettungsschirms (EFSF) verteidigt. Dass der auf Österreich entfallende Garantierahmen von knapp 22 Mrd. Euro schlagend werden könnte, wie dies IHS-Chef Bernhard Felderer befürchtet, kann Nowotny als Möglichkeit nicht ganz ausschließen. Angesichts der Alternativen, wieder nichts oder zu wenig zu machen, wäre dies jedoch "sicher das kleinere Übel", meinte Nowotny in der ZiB 2.

Je stärker die Feuerkraft des Fonds sei, umso geringer sei die Gefahr eines Angriffs, umso größer die Abschreckungswirkung, ist Nowotny überzeugt.

In der Bewertung der Gipfel-Ergebnisse als "endgültige und bahnbrechende" Lösung der Schuldenkrise ortet Nowotny eine "sicherlich sehr optimistische Formulierung". In der Ökonomie und im Leben sei nie etwas endgültig. In jedem Fall sei es ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. "Wir haben jetzt ein stärkeres Instrument bekommen. Das allein wird nicht reichen, die Patienten werden selber etwas tun müssen", sagte der Nationalbankchef weiter. Griechenland, Portugal, Spanien und Co würden eigene Maßnahmen setzen müssen.

Fakt sei aber auch, dass das Medikament erst über einen bestimmten Zeitraum hinweg wirke, blieb Nowotny beim Vergleich mit der Medizin. Ob es endgültig wirke, kann niemand seriös sagen. Aber man habe jetzt bessere Möglichkeiten und größere Sicherheit gegeben.

(APA)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen

Mehr zum Thema:

Kommentar zu Artikel:

Nowotny: EFSF-Haftung "kleineres Übel"

Schließen

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen