Nowotny: EFSF-Haftung "kleineres Übel"

27.10.2011 | 22:56 |   (DiePresse.com)

Österreichs Notenbankgouverneur Nowotny kann nicht ausschließen, dass die EFSF-Haftung schlagend wird.

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Österreichs Notenbankgouverneur und EZB-Rat Ewald Nowotny hat am Donnerstagabend die Vergrößerung (Hebelung) des Euro-Rettungsschirms (EFSF) verteidigt. Dass der auf Österreich entfallende Garantierahmen von knapp 22 Mrd. Euro schlagend werden könnte, wie dies IHS-Chef Bernhard Felderer befürchtet, kann Nowotny als Möglichkeit nicht ganz ausschließen. Angesichts der Alternativen, wieder nichts oder zu wenig zu machen, wäre dies jedoch "sicher das kleinere Übel", meinte Nowotny in der ZiB 2.

Je stärker die Feuerkraft des Fonds sei, umso geringer sei die Gefahr eines Angriffs, umso größer die Abschreckungswirkung, ist Nowotny überzeugt.

In der Bewertung der Gipfel-Ergebnisse als "endgültige und bahnbrechende" Lösung der Schuldenkrise ortet Nowotny eine "sicherlich sehr optimistische Formulierung". In der Ökonomie und im Leben sei nie etwas endgültig. In jedem Fall sei es ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. "Wir haben jetzt ein stärkeres Instrument bekommen. Das allein wird nicht reichen, die Patienten werden selber etwas tun müssen", sagte der Nationalbankchef weiter. Griechenland, Portugal, Spanien und Co würden eigene Maßnahmen setzen müssen.

Fakt sei aber auch, dass das Medikament erst über einen bestimmten Zeitraum hinweg wirke, blieb Nowotny beim Vergleich mit der Medizin. Ob es endgültig wirke, kann niemand seriös sagen. Aber man habe jetzt bessere Möglichkeiten und größere Sicherheit gegeben.

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(APA)

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11 Kommentare
Gast: Reflector
28.10.2011 15:08
1

Voodoo Mittel vom Doktor für Okkult Medizin


Der erste Schritt wäre aber die Ursachen der Krankheit der Patienten abzuklären um dann zu entscheiden welche Medizin mit welcher möglichen Wirkungsweise da verabreicht werden soll.

Erst der nächste, folgende Schritt wäre die Dosierung oder Stärke abzuwägen.

Wenn man aber nichteinmal Schritt eins richtig durchführt bzw. nur die falschen Schlussfolgerungen zieht, weil man ohnehin nur eine Voodoo Therapie kennt, kann die starke Dosis des falschen Mittels auch nichts bewirken bzw. sogar letal sein.

Nun, die PFIGS Komatrinker hängen halb bewusstlos mit aufgedunsener Banken-Leber am Tropf.

Und nun wird mit hochprozentigem Alkohol intravenös (Finanzspritze) die Therapie eingeleitet.

Und Herr Voodoo Doktor N beschwört die guten Geister (das Bild zeigts) der Genesung herbei.

Kostenpunkt der Beschwörung: 22 Mrd. = 7,7% Ö BIP

Nowotny: EFSF-Haftung "kleineres Übel"

Diese läppischen 22 Mrd Euronen sind ja leider nicht Nobodnys Geld für das er selbst mirhften muss.
Wie kann eigentlich SO jemand Gouverneur werden ???

Gast: wildlife
28.10.2011 11:28
7

nowotny- ist der finanzexperte in österreich! klar, dass ackermann, rockefeller,rothschild und die casinobanken ein leichtes spiel mit den steuerzahlern u.staaten haben. die verschnupfen die europäischen staaten nur so nebenbei.


Gast: trader1
28.10.2011 09:03
7

lieber ewald

und universitätsprofessor, der offenbar noch nie im leben selber einen einzigen deal selbstverantwortlich und erfolgreich durchgeführt hat

.. spekulanten greifen nie an
also braucht man sie auch nicht abschrecken ..

.. wozu auch .. sie warten einfach bis sich ein staat oder ein unternehmen durch miszwirtschaft selber zerstört, und sammeln halt dann die trümmer auf ..

tut mir leid ., nicht die spekulanten sind an der miszwirtschaft schuld, sondern die politik und natürlich auch die wähler, die leute, die offenbar nichts von der materie verstehen an die spitze wählen ...

das wäre doch eine diplomarbeit , oder sind die habilitationsanforderungen mittlerweile so niedrig, dass das auch für eine Habil reicht :-)?

.. kann man ja schubladisieren wenn einem die ergebnisse nicht passen :-)

Antworten Gast: systemhinterfrager
28.10.2011 12:43
4

Parteien stellen Spitzenkandiaten, die diese zuerst selbst auswählen. Ministerposten werden dann Partei-intern bestimmt.

"die leute, die offenbar nichts von der materie verstehen an die spitze wählen ..."

- so funktioniert wählen nicht wirklich->
Es geht so:
Leute wählen eine Partei, oft sogar immer die selbe Partei. Da sind die Leute natürlich Schuld;
aber: Parteien stellen Spitzenkandiaten, die diese zuerst selbst auswählen.
Ministerposten werden dann Partei-intern bestimmt.

Möchte zB wirklich wissen, wer einen Josef Pröll mit dessen Qualifikationen oder auch eine Frau Fekter wirklich ins Finanzministerium direkt gewählt hätte. ;-)

Fakt ist:
Über Jahrzehnte haben Staatsschuldengeber (eben diese, die die Schulden ermöglicht haben) auch (!) von dieser dummen Parteilogik profitiert, bei der nicht die für ein Fach kompetentesten, sondern einfach Parteitreue Personen zur Parteimachtverteilung und dahinter anderen Machterhaltung eingesetzt wurden.

Es gilt: Wer keine Ahnung hat, hinterfragt auch weniger, so wohl das Motto in manchen Parteien. Anders kann man sich nicht vorstellen, wie man derartig Positionen besetzt. So würde man es bei keinem normalen Unternehmen machen, ausser bei einem, das man bewusst in den Abgrund steuern will.

Antworten Antworten Gast: trader1
28.10.2011 15:22
2

Re: Parteien stellen Spitzenkandiaten, die diese zuerst selbst auswählen. Ministerposten werden dann Partei-intern bestimmt.

es ist so wie beim fleischhacker .. da suche ich ja auch nicht die bedienung aus und stelle sie ein ...

nur wenn mir bei dem einen fleischhacker deppen vergammeltes fleisch (griechenlandbonds) als super lungenbraten (risikoloses geschäft) verkaufen wollen, dann gehe ich natürlich zu einem anderen fleischhacker ...

wenn man allerdings die giftige wurst mit einem dankeschön nimmt, und nächste woche wieder dort einkauft .. dann ist man wirklich ein volldodel der es verdient an wurstvergiftung einzugehen :-)

also wechselwählen, damit sie auf ihre vergammelten würste sitzenbleiben, und besseres personal einstellen.

Nowotny kann nicht ausschließen, dass die EFSF-Haftung schlagend wird

so eine Überraschung. Ein Alternativloses gutes Geschäft.

Failmann, Spindelegger, Nowotny..

finds immer wieder erfrischend wenn die Aufsichtsräte der Firma Österreich Dinge in die sie weder eingreifen noch sich selbst erklären können nachher im Staatsfunk dem Volk erklären. Danke! Mein (Un)wohlbefinden steigert sich jedes mal mehr.

Re: Dinge in die sie weder eingreifen noch sich selbst erklären können nachher im Staatsfunk dem Volk erklären.

Dafür gibt es ja glücklicherweise noch wenn auch nicht über die "Antenne" gute andere Sender, welche darüber ausführlicher und weit objektiver berichten als der Orf das darf.

Gast: Zwischendenzeilenleser
28.10.2011 01:40
8

(...)umso größer die Abschreckungswirkung- Erinnert an die Atombombenlogik.

"Je stärker die Feuerkraft des Fonds sei, umso geringer sei die Gefahr eines Angriffs, umso größer die Abschreckungswirkung, ist Nowotny überzeugt."

- Währungskrieg mit allen Militärvergleichen also.

Erinnert aber an die Atombombenlogik, dass man mit einer Atombombe nicht angegriffen werden kann.

Eine Atombombe macht aber nicht wirklich sicher, wenn man etwas weiter denkt...
Ein Angriff und der Supergau ist ausgelöst.
Ähnlich wird es mit der EFSF 1400 Milliarden Euro Finanzatombombe sein.

von einem Elefanten zertrampelt zu werden

ist "sicher das kleinere Übel" als von einem Rudel Löwen zerfleischt zu werden - klar, verstehe ich schon, Herr Nowotny.

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