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Euro-Schuldenkrise fordert erstes Opfer an Wall Street

31.10.2011 | 17:47 |   (DiePresse.com)

Der Wertpapierhändler MF Global hat sich mit europäischen Staatsanleihen im Volumen von 6,3 Milliarden Dollar verspekuliert.

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Drei Jahre nach dem Untergang der US-Investmentbank Lehman Brothers steht schon wieder eine namhafte Wall-Street-Firma vor dem Aus. Der Wertpapierhändler MF Global beantragte am Montag in New York Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Insolvenzrechts. Es ist das erste größere Opfer der Euro-Schuldenkrise an der Wall Street.

MF Global wickelt etwa für Hedgefonds deren Geschäfte mit Währungen, Derivaten oder Rohstoffen ab. Das Haus hatte aber auch selbst mit europäischen Staatsanleihen im Volumen von 6,3 Milliarden Dollar (4,5 Mrd. Euro) spekuliert - das scheint MF Global zum Verhängnis geworden zu sein.

Erinnerungen an Lehman-Pleite

Die Marktturbulenzen, die das Drama um die Rettung von Griechenland ausgelöst hatten, haben schwer auf MF Global gelastet. Die Firma fuhr alleine im dritten Quartal einen Verlust von 192 Millionen Dollar ein. Die Ratingagenturen Moody's und Fitch stuften die Kreditwürdigkeit in der Folge auf Ramschniveau herunter. Der Kurs des börsennotierten Wertpapierhändlers war in der vergangenen Woche um 67 Prozent eingebrochen.

Die jetzige Pleite erinnert an den Bankrott von Lehman Brothers vor drei Jahren, ist in den Ausmaßen aber nicht vergleichbar: MF Global hat mit annähernd 2900 Mitarbeitern gerade mal ein Zehntel der Mannstärke von Lehman Brothers. Zudem sind die Verflechtungen innerhalb der Finanzbranche weit weniger stark ausgeprägt als bei der damals viertgrößten Investmentbank der Welt.

Bankaktien leiden

Die Bankaktien gaben im frühen New Yorker Handel allerdings nach: Die Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley sowie die führenden Großbanken JPMorgan Chase, Citigroup und Bank of America verloren zwischen 3 und 6 Prozent. Die Titel der Deutschen Bank bauten ihre Verluste in Frankfurt bis zum späten Nachmittag auf 9 Prozent aus.

Auch der Name des deutschen Branchenprimus, die Deutsche Bank, taucht in der langen Liste der Gläubiger von MF Global auf - allerdings in seiner Funktion als Treuhänder. Dabei nimmt die Deutsche Bank die Interessen Dritter wahr. Inwiefern die Frankfurter auch mit eigenem Geld bei dem Wertpapierhändler engagiert sind, dazu äußerte sich ein Banksprecher nicht.

Insolvenzantrag bedeutet nicht das Ende

Der Insolvenzantrag bedeutet allerdings nicht automatisch das Ende von MF Global. Das Unternehmen kann unter Aufsicht des Gerichts weiterarbeiten und versuchen, wieder auf die Beine zu kommen oder einen Käufer zu finden. Dabei müssen die Gläubiger aber üblicherweise auf große Teile ihrer Forderungen verzichten.

Lehman Brothers war kein Neuanfang vergönnt. Die Investmentbank war im September 2008 unter der Last von Fehlspekulationen auf dem US-Hypothekenmarkt zusammengebrochen und hatte damit um ein Haar die gesamte Finanzwelt mit in den Abgrund gerissen. Überall auf der Welt mussten die Steuerzahler rettend einspringen. Bis heute warten die Gläubiger von Lehman auf ihr Geld.

(Ag.)

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28 Kommentare
 
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so blöd wie die EZB!

Hätte nicht gedacht, dass noch jemand so dumm ist wie die EZB und europäische Staatsanleihen kauft. Hat sich wohl noch nicht überall durchgesprochen, dass WIR ALLE PLEITE SIND.

0 0

Uebersetzung

Papandreou hat eine Einzahlung bei Goldman Sachs auf sein gehaltskonto getaetigt (aka Eigenerlag).

Komisch, wenn die Blasen platzen

jammern immer alle. Aber wo sind die Gelder aus den Zeiten hin, als die Kurse in die Gegenrichtung gingen? Ich meine, das sind ja gerade einmal zwei Jahre her, seit alles wieder zu steigen begann, und wir sind noch lange nicht auf dem Niveau, auf dem wir damals waren.

Mir kann keine Bank einreden, dass da nicht Gelder in dunkle Taschen geflossen sind, wenn die Insolvenz anmelden. Schmutziges System.

Antworten Gast: Markus Trullus
07.03.2012 18:43
0 0

Re: Komisch, wenn die Blasen platzen

Keine dunklen Taschen, sondern zu 80 % Anleger wie Pensionsfonds, Versicherungen etc..., die versucht haben, die Verluste der letzten Jahre wieder rein zu bekommen und die 20% sind Prívatanleger die auch nicht gerade dunkle Kanäle sind...... Mafia schaut anders aus. Aber an Leichen in den Kellern (vergeben faule Kredite) sind noch längst nicht alle aufgetaucht!

ist das

der Beginn der "Cascading Defaults" ?

sind das die

die die spirale nach unten immer weiter angeheizt haben?

recht geschehen, weg mit dem dreck

Gast: Bärenfalle...
01.11.2011 08:55
9 0

Interessanter als Lehmann.

41 Milliarden Kundeneinlagen aber nach letzten Meldungen ist ein wenig unklar wo diese sind, wie groß das Derivatevolumen ist und als Tüpfelchen auf dem i sollen auch noch 900 Millionen Kundengelder im Eigenhandel verwendet (und verspielt) worden sein.

Das wird eine interessante Geschichte.


Gast: Ein Ätzer
01.11.2011 04:56
6 0

MF Morgan als "Opfer" zu bezeichnen, ...

..., paßt nicht.

Opfer sehen anders aus.

Wer gibt solchen Leuten noch immer Geld?

Wenn man sich verzockt ist man selbst schuld.
Haben wohl nicht genug aufgepasst. Die großen Institutionen wissen halt auch nicht wirklich was sie da eigentlich tun.

Ist nicht die Schuld der Europäer.
Die Finanzkrise war aber sehr wohl die Schuld der Amis.

Antworten Gast: krikri
01.11.2011 07:34
1 2

Re: Wer gibt solchen Leuten noch immer Geld?

dein finanzverständnis und horizont schaut ziemlich klein zu sein, oder eher typisch österreichisch...

warum gehen die leute ins casino?

so jetzt... wall street for dummies.
nimm eine münze. die hat 2 seiten. nennen wir die A und B. jetzt wirf deine münze hoch... wenn sie auf A fällt gewinnst du 2 münzen. wenn sie auf B fällt verlierst du 1 münze...

es ist fast alles wie in einem casino. man wettet mit OPM (Other People's Money) und davon gibt es genug, auf dem papier zumindest!!!

Re: Re: Wer gibt solchen Leuten noch immer Geld?

Blöd nur, wenn man mit Geld zockt, dass jemandem ein Fremder zur Verwahrung anvertraut hat.

Re: Re: Re: Wer gibt solchen Leuten noch immer Geld?

Eben diese "Fremden" müssen Ihnen auch nicht so leid tun. Genau die bringen nämlich ihr Geld zielgenau zu den Instituten, welche die meisten Zinsen bieten, was wohl heißt, am riskantesten zocken und geben damit ihr Einverständnis dazu. Dass die (gierigen) Geldgeber meistens nicht behirnen, dass mehr Ertrag eben im allgemeinen auch mehr Risiko bedeutet (und zwar egal was die Bankster versprechen), ist aber eine andere Geschichte... ;-)

Re: Re: Re: Wer gibt solchen Leuten noch immer Geld?

Ja. An der Stelle wird Dummheit kriminell.

Antworten Gast: Rudolf Giller
01.11.2011 06:15
4 0

Re: Wer gibt solchen Leuten noch immer Geld?

Freunderlwirtschaft auf höchstem Niveau... Die Chefs sind alle aus wenigen Familien und kennen sich gegenseitig seit Jahren.

Re: Re: Wer gibt solchen Leuten noch immer Geld?

:-)
Na ich danke vielmals für die Beleidigung, du Finanzgenie.

Ich werde dir das was ich geschrieben habe mal übersetzen:
OPM ist genau das Problem. Also "Wer gibt denen noch immer Geld", damit sie es in der üblichen sorglosen Art anlegen?.
Und wenn sich Morgan verzockt ist das nicht die Schuld der Europäer.

Warum zerbrechen sich so viele Akademiker eigentlich die Köpfe? Warum erklärt man nicht die Weltwirtschaft mit "krikri's Münze"?

Re: Re: Re: Wer gibt solchen Leuten noch immer Geld?

weils dann offensichtlich wird.....dass es NUR zocken ist, und sonst gar nichts.

das kann man den leuten schwer erklären, wenn die jetzt auch ihre steuergelder fürs zocken hergeben sollen.

Re: Re: Wer gibt solchen Leuten noch immer Geld?

:-)
Na ich danke vielmals für die Beleidigung, du Finanzgenie.

Ich werde dir das was ich geschrieben habe mal übersetzen:
OPM ist genau das Problem. Also "Wer gibt denen noch immer Geld", damit sie es in der üblichen sorglosen Art anlegen?.
Und wenn sich Morgan verzockt ist das nicht die Schuld der Europäer.

Warum zerbrechen sich so viele Akademiker eigentlich die Köpfe? Warum erklärt man nicht die Weltwirtschaft mit "krikri's Münze"?


Antworten Antworten Antworten Gast: krikri
01.11.2011 11:40
0 0

Re: Re: Re: Wer gibt solchen Leuten noch immer Geld?

du ich bin trader schon seit 42 jahren. meinst du wirklich ich verstehe nicht wie es kunktioniert?!

du bist der typische österreicher! pfui!

Re: Re: Re: Re: Wer gibt solchen Leuten noch immer Geld?

also per !eigener! definition:
- ein spekulant seit 42 jahren, der mit dem geld anderer gezockt hat
- und dens bis heute nicht erwischt haben, weil er glück gehabt hat.

na da kann man auch "wirklich" stolz drauf sein.

Re: Re: Re: Re: Wer gibt solchen Leuten noch immer Geld?

Du bist seit 42 Jahren ein Sepp sonst gar nichts. Hör' auf die Leute anzumachen und such' Dir jemanden anderen.

ich weine gleich

nach dem schwarzen freitag und lehman brothers kommt die europ. retourkutsche pech

1 0

und, wen interessierts?


Gast: gast45
31.10.2011 23:42
3 0

ja darf denn das sein ..

da wird gestress testet, und nach monatelanger harter forschung kommen unsere zukünftigen heimischen wirtschaftsnobelpreisträger .. der faymann, die rudas, der schieder andi und der nowotny zusammen mit den europäischen zukünftigen wirtschaftsnobelpreisträger, dem barroso und den eu-kommisaren zu dem schlusz, dass man die banken höher kapitalisieren musz .. also statt 8% eben 9% (+ 1%) ...
und dann kommt die börse daher und vernichtet in wenigen stunden das 9 fache dieser erhöhung .. einfach so ...
da kann man doch wirklich nur mehr auf das schärfste protestieren, und den spekulanten in aller entschiedenheit ein gemeinsames nein der europäischen bürger entgegenschleudern :-)

Ich nehme an das auf Baisse spekuliert wurde

Odrrr?

Gast: fu hu
31.10.2011 20:02
6 0

tja, wenn man so dumm ist, daß man sich mit europäischen Staatsanleihen verspekuliert ...


mein mitleid hält sich in grenzen.

Die Rache für Subprime-MBS

Ja, toxische Papiere können auch aus Europa kommen.

 
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Hobbyökonom