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Griechenland-Krise: Finanzmärkte im Schockzustand

02.11.2011 | 08:32 |   (DiePresse.com)

Der deutsche Leitindex Dax verlor nach der Ankündigung eines griechischen Votums über das Rettungspaket fünf Prozent.

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Die Griechenland-Krise ist mit voller Wucht wieder ausgebrochen - nur wenige Tage nach dem vermeintlich entscheidenden Euro-Gipfel in Brüssel. Dessen Beschlüsse zu den Milliarden-Hilfen für Athen stehen wieder aufs Messers Schneide, weil die dortige Regierung dem Abgrund entgegentaumelt. Innenpolitisch zunehmend isoliert, will Ministerpräsident Giorgos Papandreou seinen Sparkurs und die Hilfszusagen dem Volk zur Abstimmung vorlegen. Als Reaktion schmolz die knappe Regierungsmehrheit der Sozialisten weiter zusammen. Zugleich werden die Forderungen nach einer "Regierung der nationalen Rettung" lauter.

An den Finanzmärkten löste die völlig unerwartete Entwicklung Schockwellen aus: Der deutsche Leitindex Dax stürzte in der Spitze am frühen Nachmittag mehr als sechs Prozent ab. Er schloss 5,00 Prozent tiefer. Auch der Kurs des Euro brach ein.

Staatsbankrott möglich

Euro-Gruppen-Chef Juncker fürchtet nach der Ankündigung der griechischen Volksabstimmung noch größere Nervosität und Unsicherheit an den Finanzmärkten. Sollten die Griechen den vereinbarten Rettungsplan ablehnen, so sei ein griechischer Staatsbankrott möglich.

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso erklärten in Brüssel, sie hätten am Dienstag mit Papandreou telefoniert. Auch stünden sie im Kontakt mit anderen Mitgliedern der Eurozone. Weiter heißt es in der Erklärung: "Wir vertrauen darauf, dass Griechenland seinen Verpflichtungen gegenüber der Eurozone und der internationalen Gemeinschaft nachkommen wird."

(APA)

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7 Kommentare
Gast: FreundallerReligionen
02.11.2011 13:45
1 0

Knieschuss von Merkl und Sarkozy

Kommt es aufgrund der Selbstabsicherung von Griechenlands Regierung zu einem NEIN zu dem Hilfspaket - dann bedeutet dies einen "kapitalen" Knieschuss für Merkl und Sarkozy, die sich in der Frage ja so aufgespielt haben, als bestünde die EU nur aus den beiden.
Unser Kommentator in der Regierung, Bundeskanzler Faymann, konnte (wie immer) gem. seiner Wortwahl nur Bericht erstatten.
Nur traurig, dass wir mitzahlen dürfen und am Ergebnis ein Staatsbankrott bleibt, wo die EU und die Währungsunion noch dazugezahlt haben und eigentlich die Verschleppung des Bankrotts verursacht haben. Auf Kosten aller.

Im Grunde genommen war ich Anhänger des EUROs - nachdem sich aber die blauäugigkeit mit der an das Thema herangegangen wurde, zeigt - möchte ich den Schilling sofort wieder haben.

Ob ich die Wechselgebühren von EURO in chines. YUAN oder von Schilling in YUAN berappen muss - ist mir dann egal!

Aber man sieht, dass die Erfinder der Demokratie halt auch nicht über ihren Schatten springen kann - und man vielleicht vorher fragen hätte müssen, ob Grichenland überhaupt will. Leider verbietet dies ja die deutsche Arroganz und die franz. laiz affairs-Politik.

Gast: smilefile
02.11.2011 13:01
0 0

..sie wären weit mehr geschockt,..


wenn sich Europa ihre Goldbestände aus der Federal Reservebank in NY abholen würden.

Warum dort noch tonnenweise Goldbestände europäischer Mitgliedsländer lagern, wundert mich sehr. Überhaupt wenn man sich das Direktorium ansieht,....d7e

wird wohl nicht mehr so lange dauern

und die Fragen nach dem ominösen
Mr. Market wird immer lauter gestellt.
Wer hat ihn gesehen, den Mr. Market? Wo
hält er sich denn nun versteckt? Oder tritt
tatsächlich jemand als alegorische Figur
demnächst im Fernsehen, als Mr. Market, auf?

Was nebenbei auch demnächst akut werden
kann, wieder mal, ist eine Krise des
Wirtschaftsjournalismus und Meinungsmacherei.
Der Witz an diesem Journalismus und
Meinungsmacherei ist unter anderem der,
daß es ist immer anders kommt als postuliert,
dekretiert und verlautbart wird.
Und weiters, für manche short seller
interessant, für diese eben wegen dieses
dysfunktionalen Journalismus immer wieder
herrliche Ansatzpunkte zum shorten ergeben.

Aus dieser Perspektive von short sellern
ergibt sich wahrscheinlich wiederum sowas
wie dies Andrew Lahde, Fondmanager,
in seinem recht witzigen Abschiedsbrief
nach dem Platzen der ersten Krise
dargestellt hat.
http://board.gulli.com/thread/1260535-andrew-lahde-abschiedsbrief/

Gast: Ich&Ich
02.11.2011 10:33
2 0

Ist das das einzige, das auf diesem PLaneten noch zählt?

Die Befindlichkeiten der "Finanzmärkte" die mit ihren Luftschloss-konstruktionen Geld aus dem Nichts schaffen wollen und den Bezug zur Realität schon lange völlig verloren haben? Diese Verrückten sollte man einfach ignorieren

Und wenn jetzt jemand mault: "Das geht nicht, weil bla, bla, bla ..."

Die 99% werden dem 1% schon zeigen, was alles geht!

Gast: Ein Denkender
02.11.2011 10:08
1 0

Demokratie und Neo-liberaler Casinokapitalismus

Demokratie und Neo-liberaler Desasterkapitalismus sind unvereinbar.
Merkel und alle anderen Neo-Liberalen werden das lernen müssen, wenn erfolgreich sein wollen.
Soziale Marktwirtschaft ist die einzige Alternative.
Zügelloser Kapitalismus führt zur Diktatur der Reichen - das ist das Ende jeder Demokratie.

Oje...

Demokratie ist sowas von Markt-inkompatibel. Gehört schleunigst abgeschafft!
Zum Glück arbeiten unsere "Eliten" schon eifrig daran:
http://www.banken-volksbegehren.at/index.php/politik/111-bedingungslos-und-unwiderruflich

Gast: Cynikus
02.11.2011 08:48
0 0

verlor... ab?

Journalismus ist bisweilen Dramatik pur - wie hier: Zu Beginn "verlor" der DAX gerade erst etwas, um noch vor Ende des Satzes ganz "ab" zu stürzen. Was impliziert, dass es an der Börse ganz schnell gehen kann (klick... klickclick... klickclickclick - tilt!) oder dass der Autor dramatisch lange an seinem pathetischen Titelsatz gefeilt hat.
Na bam, oida!

Hobbyökonom