Fekter: Tranche an Athen nur "höchstwahrscheinlich"

02.11.2011 | 13:33 |   (DiePresse.com)

Angesichts der "Dramatik aller Umstände" könnte das heute wieder ganz anders beurteilt werden. Die Eurogruppe befasst sich am Montag mit der nächsten Hilfszahlung.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

VP-Finanzministerin Maria Fekter bezeichnete die Auszahlung der zuletzt beschlossenen sechsten Hilfstranche an Griechenland in Höhe von insgesamt acht Milliarden Euro lediglich als "höchstwahrscheinlich". Fekter sagte gleichzeitig, angesichts der "Dramatik aller Umstände" wisse das heute aber niemand. Die Euro-Finanzminister würden kommenden Montag in Brüssel auch darüber beraten.

Mehr zum Thema:

Jedenfalls "werden wir uns ganz genau anhören, was beispielsweise der IWF und auch die EZB zu sagen haben. Wir wollen wissen, ob die nächste Analyse der Nachhaltigkeit unter diesen Bedingungen anders bewertet wird". Dies bedeute, "wir schauen uns sehr genau an, ob die Auflagen der Griechen auch eingehalten werden". Außerdem sei Österreich immer eines der letzten Länder, die die Griechenland-Hilfsgelder aus der ersten Tranche bisher ausbezahlt habe. Bis Mitte November muss das Geld an Athen fließen, sonst sind die Griechen pleite.

Fekter sieht Griechen-Referendum kritisch

Die Ankündigung von Griechenlands Ministerpräsident Giorgios Papandreou für eine Volksabstimmung über das zweite Hilfspaket für sein Land mitsamt des Schuldenschnitts und der Privatgläubigerbeteiligung wird von Fekter äußerst kritisch bewertet. "Ich glaube, dass es von Papandreou als parteipolitischer Befreiungsschlag konzipiert wurde. Aber es kann diese Vorgangsweise auch zu einer Pleite Griechenlands führen. Das bereitet mir große Sorgen. Da hat man wahrscheinlich den nächsten Schritt noch nicht ganz bedacht".

Jedenfalls gehe es nun darum, eine "Pleite Griechenlands zu verhindern, nicht zu beschleunigen". Die Finanzminister dürfen sich dabei nicht durch politische Manöver Griechenlands, wie ein Ja oder Nein zu einem Referendum, von den gefassten Vorhaben abbringen lassen, sagte die Finanzministerin. Sie bewertet die Beschlüsse zur  Bankenrekapitalisierung und auch die Maßnahmen im Hinblick auf das Six-Pack im Nachhinein als "goldrichtig". Auch wenn viele Banken das "längere Zeit nicht so wahrhaben wollten", so Fekter mit einem Seitenhieb auf die Banken.

Sie gehe jedenfalls davon aus, dass die "Griechen den Fahrplan nicht infrage stellen werden. Außer die Finanzminister der Euro und der EU beschließen Montag und Dienstag nächster Woche etwas anderes".

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

12 Kommentare

2013 ist alles zu spät

Immer wieder wird dieses Jahr in Leserbriefen erwähnt. Das Jahr der Wahlen.

Hat sich aber schon einmal jemand darüber Gedanken gemacht, dass wer immer da an die Führung kommt, mit bereits unterschriebenen Verpflichtungen und Abkommen konfrontiert wird?
Auch wenn ein unerwartetes Genie als Staatsverwalter auftauchen sollte, mit diesen vor seiner Zeit vereinbarten Abkommen fertig werden muß?

Die Bürde die unsere jetzige Regierung hinterlässt ist nicht zu schaffen. Im Gegenteil würde sich ÖVSPÖ in der hinteren Regierungsbank räkeln und auf Kosten der Bürger wieder nur Opposition betreiben und behaupten alles für das Volk zu tun.

Wahrscheinlich helfen da nur noch Notgesetze und Außerkrafttreten des Parlaments.

Was das bedeutet brauche ich sicher niemanden erklären.

Gast: onkel hans
02.11.2011 17:35
0 0

die griechen dürfen wenigsten darüber abstimmen, ob sie geschenktes geld (50 % -schuldenerlass) wollen ...

... wir dürfen nicht darüber abstimmen, ob spövp UNSER geld nach griechenland überweist.

die abstimmung über spövp kommt 2013.

Re: die griechen dürfen wenigsten darüber abstimmen, ob sie geschenktes geld (50 % -schuldenerlass) wollen ...

ja, wir haben nur die Zusage von Werner Faymann, dass in wichtigen Fragen eine Volksabstimmung abgehalten wird. Ein Ehrenmann, der Werner Faymann ...

wie gesagt 2013 ...

Gast: Valery
02.11.2011 17:33
1 0

Mein Vertrauen in Frau Fekter ist weiter erschüttert

Die Dame kenntr sich nicht aus! Sie weiß von der Materie ganz einfach nichts!

Wenn es mit den anderen Finanzministern in der EU ähnlich steht, so gehen wir stehenden Fußes in den wirtschaftlichen Untergang.


Typisch

Anstatt mal eine eigene Meinung zu bilden und eine Entscheidung zu vertreten, schauen wir nach Brüssel um uns die Befehle abzuholen.

Deutsche Banken stimmen dem Schuldenschnitt NICHT mehr vor dem Referendum zu.

Holland spricht das aus was wir uns wünschen, nämlich die nächste Tranche NICHT zu bezahlen.

Man wird doch wohl

jetzt hoffentlich nichts mehr auszahlen solange
nicht feststeht wie die Volksabstimmung ausgeht.

Antworten Gast: snui
02.11.2011 15:26
3 0

Re: Man wird doch wohl

selbstverständlich werden wir blödmänner weiter zahlen, egal wie das referendum ausgeht. ist ja schließlich alternativenlos. bei einem "nein" erhalten die griechen sogar noch weitere zuckerl, damit sie sich retten lassen. so läuft das. respekt für papandreu - besser kann man es wohl nicht spielen!

Gast: gast45
02.11.2011 15:05
3 0

maria im wunderland der hochfinanz :-)

ein totsicheres geschäft, dass zwei monate später keines mehr ist ..
minister die sich vorschläge doch tatsächlich genau anhören ?
und goldrichtige vorschläge und höchstwahrscheinliche auszahlungen noch dazu ..
sie hat schon recht . die finanzerei ist was ganz anderes wie die kieberei :-):-)

2 0

Die kritsiche Fekter

war sehr unkritisch bei der Erweiterung zum EFSF!


2 0

Für die Fekter gaaanz langsam

Griechen land ist bereits pleite....und das schon lange....alleine für Ihr präpotentes verschmähen der Wahrheit müssten Sie zurück treten.

in Wikipedia wird Griechenland seit 2010 als Pleitestaat angegeben!

Fekter sieht Griechen-Referendum kritisch

Die ÖVP sieht Volksabstimmungen ja sowieso kritisch...
Nicht so kritisch sieht sie offensichtlich, dass die EZB seit gestern wieder im großen Stil italienische und spanische Staatsanleihen kauft.
Es grüßt die Transferunion.

Gast: guesto
02.11.2011 13:59
3 0

immer derselbe rhabarber.

"es wird so oder so sein, ausser es wird was anderes beschlossen, dann kann es auch so sein".

danke frau fekterova, als reaktion darauf hätte ich gute Lust zum nächstgelegenen FP-Büro zu gehen und und hol mir ein beitrittsformular zu holen.

weil in all ihrer dämlichkeit und stammtisch-pauschalierung sind die noch um hausecken intelligenter wie das was sie beinahe täglich absondern!

die pleite ist nicht mehr zu verhindern!
sie ist da, realität. bringen sie das endlich in ihren offenbar zu klein geratenen kopf.

denken sie an chamberlains appeasement-politik. dieser hat auch blödsinnige allgemeinplätze abgesondert, obwohl der krieg schon, seit 1935 nämlich, klar und deutlich am horizont zu sehen war. die briten bezeichnen nicht umsonst das appeasement als "den grossen vorkriegswitz".

die kohlen aus dem feuer holen musste dann auch ein anderer, der churchill winston nämlich.
und ich gebe Ihnen brief und siegel, dass sie in einer post-euro regierung noch nicht mal den posten einer chauffeuse des agrar-notkommissars einnehmen werden.

mit unfreundlichen grüssen,
guesto

AnmeldenAnmelden