EZB-Rat: "Wirtschaft in Eurozone im freien Fall"

04.11.2011 | 11:32 |   (DiePresse.com)

Laut EZB-Ratsmitglied Yves Mersch liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession über 50 Prozent.

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Nach der Zinswende der EZB hat Ratsmitglied Yves Mersch mit einem düsteren Konjunkturausblick Spekulationen über eine weitere geldpolitische Lockerung genährt. "Noch vor einigen Monaten veranschlagten wir die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall in die Rezession bei weniger als zehn Prozent, jetzt liegt sie bei mehr als 50 Prozent", warnte der luxemburgische Notenbankchef in einem Rundfunk-Interview am Donnerstagabend.

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Die Wirtschaft in der Euro-Zone befinde sich praktisch "im freien Fall". Auch der neue EZB-Chef Mario Draghi hatte nach der überraschenden Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) um einen Viertelprozentpunkt auf 1,25 Prozent gesagt, zum Jahresende drohe womöglich eine "milde Rezession".

Weitere Zinssenkung?

Von Reuters befragte Experten sehen die Chancen für eine weitere Zinssenkung im Dezember bei 50 Prozent. 25 von 51 Fachleuten erwarten, dass die Zentralbank den Schlüsselzins zum Jahresende auf 1,0 Prozent kappen wird. Damit wäre wieder das Niveau vom Frühjahr 2011 erreicht, bevor die EZB im Kampf gegen die anziehende Inflation mit zwei Zinserhöhungen im April und Juli gegensteuerte. Mittlerweile liegt die Inflationsrate zwar mit 3,0 Prozent noch immer weit über der Zielmarke der EZB von knapp 2 Prozent. Doch geht Draghi davon aus, dass der Preisdruck im nächsten Jahr kräftig nachlassen wird.

24 der von Reuters befragten Experten rechnen damit, dass sich die Zentralbank noch bis zum ersten Quartal 2012 mit einer weiteren Zinssenkung Zeit lassen wird. Nur zwei EZB-Beobachter gehen davon aus, dass sich vorerst nichts mehr an der Zinsfront tun wird.

(APA)

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94 Kommentare
 
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da zittern die banken

und verunsichern die bevölkerung durch horrormeldungen,.............. wenn wer ihre grenzenlose gier zügelt und etwas mehr weitblick für einen ganzen kontinent beweist........wetten der machts nicht lange? schließlich sind viel zu viele korrupte und inkompetente politiker schon von den bankstern gekauft. die machen den sicher schneller fertig als er gewählt wurde.

Steuerhinterziehung und Staatsdefizit sind

Geschwister - siehe griechisches Schwarzgeld in der Schweiz!

Gast: niederösterreicher
06.11.2011 08:36
0

So ändern sich die Zeiten:

Sichergelaubte Staatsanleihen europäischer Euro-länder, denen man gerne Geld für 3-4% auf 10 Jahre anvertraute mutierten zu Schrottpapieren, binnen 24 Monaten.

Dank des ausunfernden Sozialstaates und der neo-marxistischen Wirtschaftspolitik der letzten 20 Jahre.

Re: So ändern sich die Zeiten:

Ich glaube viel eher es gibt zu viele Bankoholiker.
Bankolin (tm)

Es scheint sich eher Herrn Mersch's Verstand im freien Fall zu befinden, als die Wirtschaft der Eurozone insgesamt.

Wenn man sich allerdings nur mit den (im Vergleich aber mickrigen) Volkswirtschaften der PIGS-Staaten befaßt, dann ja.
Aber dort, wo sich die Konjunktur entscheidet, geht es bergauf.
Und zu den USA, die ja angeblich auf eine schlimme Rezession zusteuern, hier ein Exzerpt aus dem jüngsten Börse-Express:
"Summa summarum positiv zeigte sich
bisher die bereits weit fortgeschrittene USBerichtssaison. 427 der 500 S&P-Mitglieder
haben Q3-Zahlen gelegt, durchschnittlich wurde der Gewinn um 16,4% gesteigert - etwas mehr als im Vorfeld erwartet.
Immermehr reduziert werden dafür die Erwartungen an die Zukunft. Angesichts der
maueren Konjunktur liegt die Latte an das
Q4 derzeit bei nur noch 8,8%, und bei je
5,8% für die beiden Folgequartale."
Also das Gewinn-WACHSTUM reduziert sich auf kanpp 6% - wenn das eine Rezession sein soll???

Antworten Gast: Q5
05.11.2011 17:37
2

Re: der Gewinn um 16,4% gesteigert

.... die Reallöhne und die Lebensqualität auch?

Gast: Die 27 Wirtschaftsweisen
05.11.2011 12:50
0

Die Euro Zone scheint momentan ein schlechtes Feng Shui zu haben.


Gast: Markus Trullus
05.11.2011 10:12
2

warum?

Die Zinssenkungen helfen nur wenig; wir wissen doch alle, wie schwer es ist, als kleiner Entrepreneur oder Unternehmer an Betriebskapital zu kommen; Kredite scheiden derzeit voll aus, weil niemand eine Sicherstellung bieten kann, wie die Bank das so haben möchte...
Und da fallen mir immer wieder diejenigen ein, die ihr Geld in Karibik und anderswo "verzocken", ob sie nun Bawag oder Hypo heißen, Mayer oder Huber... Warum schafft es der Staat nicht, Rahmenbedingungen zu schaffen, dass diese Gelder ins Inland zum Weiteraufbau einer gesunden Wirtschaft gelenkt werden? Warum hat die Gewerkschaftsbank nicht in österreich-"eigene Arbeitsplätze" finanziert? Geldheilheit? Auch bei der Soz. Gewerkschaft? Na geh!
Aber Spass beiseite. Nur schimpfen auf alles, was schlecht läuft, ist auch ein Schmarrn. Denken wir mal, wie wir Politiker dazu bewegen können, obiges zu tun. Denn diese Unternehmen stellen 80% der Arbeitsplätze, wissen wir das ?
Und bitte nicht wieder "Killerfrasen!"

Re: warum?

weil die realwirtschaft keinen hund mehr hinter dem ofen hervorlockt.........wenn zocken, spekulieren und handel ohne wandel viel größere gewinne erwarten lassen?

und wieso soll der staat auf einmal arbeitsplätze schaffen?
"der staat" ist pfui, soll personla abbauen statt neu einstellen, immer schlechter zahlen, sodaß alle gescheiten zu den zockern und spekulanten wechseln, alles gehört "privatisiert"

haben sie seit schüssel nichts mehr mitbekommen? wieso kommen sie jetzt mit so "sozialistischen" und "marxistischen" forderungen?

Gast: Hudriwwudri
04.11.2011 21:05
4

Lustiger Artikel

...Fachleute veranschlagen Wahrscheinlichkeiten ....wobei 25 von 51 Fachleute erwarten eine Zinssenkung - was ja auch bedeutet, dass 26 keine Zinssenkung erwarten ....-bei soviel Unklarheit schlage ich vor in Zukunft gleich zu würfeln.....da ersparen wir uns zeit und kosten....

Ja, ja ein Gauner und Zocker traut dem Anderen nicht !!!!


Gast: Tutenchamun
04.11.2011 17:03
2

Wenn die Wirtschaft schrumpft:

Wird es die Ehrlichen erwischen oder wird es die Korrupten erwischen?
(Vielleicht könnte man eine Umfrage machen ...)

Re: Wenn die Wirtschaft schrumpft:

Umfrage für eine rhetorische Frage ? ;-)

Gast: africano
04.11.2011 17:01
2

Gibt es heuer ein trauriges Weihnachtsfest ?

So wie es zur Zeit aussieht ,stehen die Zeichen auf Sturm ,der EURO stürzt ab , Israel befindet sich im Krieg gegen den Iran und die USA zerbröckelt ???

Antworten Gast: =EHM=
04.11.2011 18:12
2

Re: Gibt es heuer ein trauriges Weihnachtsfest ?

Nein, es gibt KEIN trauriges Fest, denn

wir leben auf der Insel der Seeligen und haben noch dazu den Faynachtsmann.

Mit einem Lächeln auf den Lippen, kann NICHTS schief gehen.

Gast: Vogel Strauss
04.11.2011 17:00
2

Ja, darf denn der Herr Mersch sowas überhaupt sagen?

Hat er da die Legitimierung von seinem Chef (= Juncker) dafür? Oder wurde er von diesem vorgeschickt als Bote schlechter Nachrichten?? Alles nur Vernebelungstaktik aus der Eurogruppen-Chefregion ...

Zweimal eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent (Rezession, Zinssenkung)

ist wie: Kräht der Hahn am Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie's ist.
Die Wirtschaftspropheten machen sich langsam überflüssig.

Antworten Gast: nestbeschmutzer
05.11.2011 10:14
1

Re: Zweimal eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent (Rezession, Zinssenkung)

Da ist wohl: Wasch mir den Pelz und mach mich nicht nass" Pate gestanden. Der "Experte" hat also nun immer recht, was immer auch passiert; ich habs ja zu 50% derraten:-)))))

Re: Zweimal eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent (Rezession, Zinssenkung)

Glauben sie noch immer an die Glaskugel?
Niemand kann in die Zukunft schauen, sie nicht, ich nicht und auch andere nicht.

Re: Re: Zweimal eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent (Rezession, Zinssenkung)

Genau diese Glaskugelschauerei habe ich ja kritisiert. "Wir wissen es nicht" wäre die korrekte, aber unwissenschaftliche Antwort.

Re: Re: Re: Zweimal eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent (Rezession, Zinssenkung)

Ich weiß.
Die Antwort wäre sogar wissenschaftlich.
Nur in den Naturwissenschaften gibts einigermaßen präzise Aussagen über zukünftige Ereignisse.

Re: Re: Re: Re: Zweimal eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent (Rezession, Zinssenkung)

Da haben Sie auch wieder recht. Ich ersetze das Wort "unwissenschaftlich" hiermit durch "medial und politisch nicht akzeptiert".

Antworten Antworten Gast: Halbwissen
04.11.2011 17:13
1

Re: Re: Zweimal eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent (Rezession, Zinssenkung)

Aber mit ein bisschen Hirn kann man 2 und 2 zusammenzählen !

An der Börse ist 2 plus 2 nicht 4 sondern 5 minus 1 .
Und das minus 1 muss man aushalten ( Kostolany ).

Re: Re: Re: Zweimal eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent (Rezession, Zinssenkung)

Es kann morgen -3 oder +2 sein, hängt davon ab welche Meldungen zu welchen Strategien gebracht werden.

das kommt davon

da kann "der staat"( nämlich der normale lohnsteuerzahler) noch so viel geld in "die wirtschaft" (nämlich den handel ohne wandel) pumpen.......
- die handelskonzerne verschieben eh ihren gewinn in "freie zonen"
- die paar lastwagenfahrer (eh ausländer) und verkäuferinnen machen das kraut sowieso nicht fett, geschweige dessen wird einer mehr angestellt oder verdient mehr.
- die chinesen können noch mehr know how aus europa billigst aufkaufen
- die politiker sind zu dumm, um zu erkennen dass NICHT griechenland alleine schuld an der misere ist, sonderen ihre eigene verfehlte wirtschaftspolitik.

und den handel mit co2-zertifikaten ersparen wir uns auch, weil eh nichts mehr in europa produziert wird.

Die Politiker zu dumm?

Aber hallo!
Noch nie waren sie so mächtig wie jetzt und haben soviel Geld verdient.
Merkozy beherrschen Europa. Das hätte doch kein Präsident und Kanzler vorher jemals geschafft.
Sagen Sie mir einen (1), einen einzigen Grund, warum irgendein Politiker sich für Ihre Interessen einsetzen sollte? Er will von Ihnen gewählt werden. Ist er die Mutter Theresa?
Das ist genauso eine eigenartige Vorstellung wie die Vorstellung, dass irgendein Invenstmentbanker Ihr Geld, das Sie ihm anvertreuen aus Nächstenliebe vermehren wird. Er gibt Ihnen gerade soviel, dass Sie ihm nicht den Schädel einschlagen und den Rest legt er doch für sich an.
Den Politikern und den Investmentbankern gehts zur Zeit ausgezeichnet. Die Politiker werden auch im Fall eines Wirtschaftszusammenbruchs ihr Haus, ihr Auto und genug zum Essen haben.
Eine irrwitzige Vorstellung: Anders als Straßenbahnschaffner, Rechtsanwälte, Fleischhauer, Piloten, Programmierer, Billa-VerkäuferInnen arbeiten Politiker für andere Menschen.
Selten so gelacht!
Dumm sind im Gegenteil diejenigen, die so etwas glauben.

 
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