Russland bereit die Eurozone zu stützen

Der russische Außenminister tritt vor Lagarde-Besuch für eine tiefgreifende Reform des IWF und des globalen Finanzsystems ein. Investitionen allein hält er für zu wenig.

Russland möchte gemeinsam mit den rechtlichen BRICS-Staaten die Eurozone unterstützen
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Russland möchte gemeinsam mit den rechtlichen BRICS-Staaten die Eurozone unterstützen
(c) EPA (Alexander Zemlianichenko/ Pool)

Russland hat der kriselnden Eurozone erneut Hilfe in Aussicht gestellt. "Mit unseren Partnern Brasilien, Indien, China und Südafrika sind wir bereit, uns an den Rettungsbemühungen zu beteiligen", sagte Außenminister Sergej Lawrow am Montag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau. Die fünf aufstrebenden Ökonomien (BRICS) gelten als wichtiger Faktor in der Weltwirtschaft.

Denkbar sei, die Hilfe über den Internationalen Währungsfonds (IWF) abzuwickeln, sagte Lawrow. Investitionen allein würden aber nicht ausreichen, betonte der russische Außenminister. Nötig sei vielmehr eine tiefgreifende Reform des IWF und des globalen Finanzsystems. Ein enger Berater von Kremlchef Dmitri Medwedew hatte vor wenigen Tagen gesagt, Russland wolle bis zu zehn Milliarden Dollar (7,26 Milliarden Euro) in Euro-Ländern investieren.

IWF-Chefin Christine Lagarde wurde am Montag zu Gesprächen in Moskau erwartet. Mit Medwedew wolle sie unter anderem über die Möglichkeit sprechen, einen Teil der Einnahmen aus dem russischen Ölexport in den Rettungsfonds der Eurozone zu investieren, sagte Lagarde in einem Interview mit der Zeitung "Kommersant". "Russland ist eins der wichtigen Mitglieder der G-20 und besitzt weltweiten Einfluss", betonte die neue IWF-Chefin.

(APA/Ag.)

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