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Kopfwäsche für Italien, Kopfzerbrechen über Tobin-Tax

08.11.2011 | 21:35 |  von unserem Korrespondenten OLIVER GRIMM (Die Presse)

EU-Finanzminister: Italien muss seine Schuldenprobleme vorerst selbst lösen. Eine Gruppe von Euroländern treibt die Finanztransaktionssteuer voran.

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Brüssel. Europas Finanzminister machten am Montag und Dienstag bei ihrem Ratstreffen klar, dass Italien vorerst nicht auf Hilfskredite zur Bewältigung seiner Schuldenkrise hoffen darf. „Italien weiß selbst, dass es im Hinblick auf die Größe des Landes nicht auf Hilfe von außen hoffen kann“, sagte Österreichs Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) am Dienstag und gab damit den Geist der Sitzung wieder.

Gleichzeitig gab die Europäische Kommission bekannt, dass ihre Expertenmission heute, Mittwoch, in Rom die Arbeit aufnehmen und die von Italien versprochenen Reformen bewerten werde.

Italiens Finanzminister eilte nach Rom

Die Finanzminister blieben um mehrere Stunden länger als üblich hinter verschlossenen Türen, was nicht nur darauf zurückzuführen war, dass sie die Ereignisse im römischen Parlament und die Bestellung der Übergangsregierung in Athen abzuwarten hatten. Italiens Finanzminister Giulio Tremonti reiste gar am Dienstagmorgen vor Beginn des Ratstreffens zurück nach Rom, um beim möglichen Rücktritt seines Regierungschefs Silvio Berlusconi anwesend zu sein.

Das Treffen zog sich auch deshalb in die Länge, weil sich die Finanzminister bei ihrer ersten Diskussion über den Vorschlag der Kommission zur Einführung einer Steuer auf Finanztransaktionen in die altbekannten Lager von Gegnern und Befürwortern spalteten. Die Anhänger dieser nach dem US-Ökonomen James Tobin benannten Steuer scharten sich um Deutschland und Frankreich. Auch Belgien, Finnland, Griechenland, Spanien, Slowenien und Österreich unterstützen den Vorschlag der Kommission, demzufolge eine Steuer von 0,1 Prozent auf den Transfer von Aktien und Anleihen sowie von 0,01 Prozent auf derivative Finanzprodukte ab dem Jahr 2014 jährlich bis zu 57 Milliarden Euro bringen soll, die zwischen den Budgets der Mitgliedstaaten und dem EU-Haushalt geteilt werden könnten.

Strikt gegen die Einführung einer solchen Tobin-Tax ist keines der Länder aus der Eurozone, auch wenn am Dienstag Zypern, Malta, Irland, die Niederlande, Italien und Luxemburg Bedenken anmeldeten. Die Finanzminister Estlands und Portugals enthielten sich einer Wortmeldung.

Es zeichnet sich nun ab, dass eine Kerngruppe der Befürworter vorpreschen und eine sogenannte „verstärkte Zusammenarbeit“ beginnen wird. Der Lissabon-Vertrag räumt diese Möglichkeit ein, mit der sich ein Drittel der EU-Staaten zusammenschließen können, um in bestimmten Bereichen voranzuschreiten, wenn es auf Ebene der 27 keinen Konsens gibt. Neun Staaten sind also notwendig. Ministerin Fekter befürwortet dieses Vorgehen: Wenn es am Ende des Tages nicht möglich ist, alle 27 unter einen Hut zu bringen, wäre ich dafür, dass ein Teil das umsetzt.“ Und zwar nötigenfalls auch ohne Großbritannien und den Finanzplatz London. „Frankfurt und Paris sind ja auch elementare Finanzplätze“, sagte die Ministerin.

Goldreserven für Euro-Fonds „reine Ente“

Fekter erklärte zudem, dass die während des G20-Gipfels in Cannes aufgekommene Idee, die Reserven der Notenbanken der Euroländer für künftige Rettungsprogramme zu verwenden, aufgrund „großer Skepsis“ vom Tisch sei. Die Meldung, wonach darüber diskutiert werde, die Goldreserven der Notenbanken dafür einzusetzen, sei „eine klassische Medien-Ente der Sonderklasse“ gewesen. Tatsächlich sei es um die Frage gegangen, wie man dafür die Sonderziehungsrechte, also vereinfacht gesagt die Guthaben der Euroländer beim Internationalen Währungsfonds, verwenden könnte. „Gold erklärt sich am Stammtisch aber leichter als Sonderziehungsrechte“, sagte Fekter.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.11.2011)

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8 Kommentare

Frau Fekter....

.......hat offensichtlich von Finanzmärkten wenig Ahnung, denn die Nennung von Frankfurt und Paris in einem Atemzug mit London ist einfach nur peinlich.

Alleine im Devisenhandel -und das ist einer der umsatzstärksten Märkte weltweit- wird rund ein Drittel des weltweiten Handels in London abgewickelt (zum Vergleich: DE 2,5%, FR 3%), von Handel mit Industrie- und Edelmetallen ganz zu schweigen.

Die Verlagerung der Geschäftstätigkeit in Tobin Tax freie Zonen ist für die Finanzbranche eine bessere Fingerübung, Singapur und Dubai warten schon!

Gast: Heiner1
08.11.2011 23:43
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as soll das bringen?

Wenn man mal ein bisschen berücksichtigen würde, wie das Geldsystem funktioniert, nämlich so: the-babyshambler.com/2011/10/30/geld-und-geldschopfung/ muss man zu dem Schluss kommen, dass das alles Quatsch ist wa da vorgeschlagen wird...

Antworten Gast: sehender
09.11.2011 09:13
0 0

Re: as soll das bringen?

jeder siehts ein wenig anders, je nachdem von woher der wind bläst oder "wessen hand ich diene". ich find diese steuer goldrichtig und zweitens sollte das geld nur den ländern zur verfügung stehen, die dabei sind. dann werden schnell viele umdenken.

Seins doch nicht so Frau Fekter..

„Italien weiß selbst, dass es im Hinblick auf die Größe des Landes nicht auf Hilfe von außen hoffen kann"

Die armen armen Italiener. Ich bin sicher wenn man alle HEBEL in Bewegung setzt dann geht das schon...

Re: Seins doch nicht so Frau Fekter..

ausserdem haben die Italiener ja jetzt ihren V-Mann ganz oben in der EZB sitzen, im Zweifelsfall kauft der einfach die ganzen Staatsanleihen auf.

Antworten Antworten Gast: Bossi
09.11.2011 12:44
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Re: Re: Seins doch nicht so Frau Fekter..

In Italien beginnt man von die Staatsanleihen selbst privat aufzukaufen! Nach dem Beispiel Japans. Dann entgeht man nämlich diesem dilettantischen EU-Schuldenmacherverein und den amerikanischen EURO-Zerstörerischen Börsenspekulanten gleichzeitig. "Haltet den Dieb" werden sie zwar weiter schreien aber nicht mehr an die Adresse S.B.s der die dauerhaftesten Regierungen in einem Parlament ohne Klubzwang (!) zustande gebracht hat, sondern den zum Teil noch in Moskau ausgebildete Kommunistische Kader die sich als "Oppositionsführer" gerieren. Wohl bekomms dann mit den Liberalisiserungs Forderungen der EZB! Ein rotes Meer und Hammer und Sichel werden dem Amerikanischen Großkapital in die Hände spielen, aber das war ja immer schon so!

Gast: trader1
08.11.2011 20:44
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finanzprüfung 2015

.. guten tag .. sind wir hier richtig bei der superbösen groszbanken zocker hochfrequenz-handelsabteilung ?

kommen sie doch weiter .. kaffee mit zucker ? .. ohne zucker, sie wissen ... wegen dem anfüttern ...

was können wir tun ? wir hätten gerne die steuererklärung ...bitte sehr .. hm .. da steht ja NULL drauf ????

na klar .. der firmensitz ist mittlerweile in hongkong, der server steht in singapore, und die europäischen aktien gibt es seit 2012 nicht mehr, weil alle nur mehr in new york notieren

.. das mit dem euro war 2012 übrigens echt ein spass ..
aber nachdem alle finanztransaktionen wie halt schon immer die rohstoffe in dollar abgewickelt worden sind, war der euro nicht mehr gefragt.

drum hat man den dollar eben auch in der EU eingeführt, was den grossen vorteil hatte, dass man den euro nicht immer dauernd retten muste :-):-)


Gast: Hans im Glück
08.11.2011 20:37
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Bunga, Bunga und neue Steuern...

Von mir aus können sie Bunga, Bunga so viel sie wollen.

Neue Steuern werden erst akzeptiert wenn die Politiker endlich den Umgang mit Geld gelernt haben.

Also zu erst SPAREN und dann sehen wir weiter.

Hobbyökonom